Xyte One: Ex-BMW-Ingenieure entwickeln den sichersten Elektro-Scooter der Welt
Ein Roller, der so sicher wie ein Auto ist – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch genau das will Xyte Mobility schaffen, ein Start-up, das von ehemaligen BMW-Topmanagern gegründet wurde. Angeführt von Wolfgang Ziebart, dem früheren Entwicklungschef von BMW und Jaguar, arbeitet das Team an einem elektrischen Dreirad mit Dach und Sicherheitszelle: dem Xyte One.
Das Ziel: ein wendiges, effizientes und zugleich sicheres Stadtauto im Rollerformat. Doch bis zur Serienreife war der Weg alles andere als glatt – angefangen mit einem spektakulären Werkstatt-Crash beim Prototypen.
Crash beim ersten Rollout – und ein wertvoller Lerneffekt
Eigentlich sollte der Prototyp kurz vor der Typgenehmigung noch 1000 Testkilometer absolvieren. Doch beim Fototermin machte der Elektro-Scooter plötzlich einen unkontrollierten Satz nach vorn und krachte gegen einen Betonpfeiler. Zum Glück blieb Cheftechniker Axel Deicke unverletzt. Die Struktur hielt, nur Verkleidung und Scheinwerfer gingen zu Bruch. „Das wird teuer“, kommentierte Ziebart trocken – und nahm es sportlich: „Immerhin wissen wir jetzt, was wir verbessern müssen.“
Ein Start-up mit Erfahrung – und grauen Schläfen
„Das älteste Start-up Deutschlands“, wie Ziebart lachend sagt, besteht fast ausschließlich aus Veteranen der Automobilindustrie. Neben ihm gehören Klaus Gersmann (ehemals BMW und Rolls-Royce), Erik Kristopher Goplen (Designworks Los Angeles) und Gianfranco Pizzuto (ehemals Jaguar Land Rover) zum Führungsteam. Alle eint eine gemeinsame Mission: den urbanen Verkehr sicherer und nachhaltiger zu gestalten – mit einem Fahrzeug, das zwischen Roller und Auto steht.
Die Idee: Sicherheit auf Motorradgröße
Inspiriert wurde Ziebart durch ein Kindheitserlebnis: ein schwerer Motorradunfall, den er als Dreijähriger überlebte. Jahrzehnte später, nach einem Besuch in Indien, kam ihm die Idee, ein elektrisch angetriebenes Stadtfahrzeug zu bauen, das den Schutz eines Autos mit der Agilität eines Scooters kombiniert. Das Konzept erinnert stark an den legendären BMW C1 – jenen Dachroller, der Anfang der 2000er mit Sicherheitszelle, Gurt und Überrollbügel für Furore sorgte, aber kommerziell floppte.
BMW C1 reloaded – diesmal elektrisch
Beim Xyte One hat das Team die Fehler des alten C1 konsequent beseitigt. Der neue Elektro-Dachroller steht auf drei Rädern – zwei vorne, eines hinten – und nutzt eine Neigetechnik, wie man sie vom Piaggio MP3 kennt. So bleibt das Fahrzeug in Kurven stabil und kippt im Stand nicht um. Unter den Füßen sitzt ein 7,6 kWh großer Akku, der den Schwerpunkt tief hält und rund 130 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Der 19 kW starke E-Motor beschleunigt den Roller in 2,5 Sekunden auf 50 km/h und regelt bei 100 km/h sanft ab.
Das Konzept des Xyte One vereint Fahrspaß und Sicherheit: Eine Sicherheitszelle, integrierte Gurte und das Dach schützen den Fahrer vor Wind, Wetter und Aufprallkräften. Auch der Kofferraum hinter dem Sitz sorgt für Alltagstauglichkeit – ein Detail, das besonders bei weiblichen Interessentinnen auf der Messe gut ankam. Der Startpreis liegt bei 12.900 Euro für die ersten 500 Launch-Edition-Modelle.
BMW wollte nicht – also machen sie es selbst
Ziebart hatte versucht, BMW für eine Kooperation zu gewinnen. Doch der Konzern entschied sich dagegen – und präsentierte stattdessen auf der IAA Mobility 2025 sein eigenes Konzept, den Vision CE. Ein futuristischer E-Scooter mit Überrollbügel und Balancierfunktion, der jedoch deutlich teurer ausfallen dürfte. Ziebart bleibt gelassen: „BMW hat den CE04 einfach neu verpackt – unser Ansatz ist radikaler.“
Marktstart 2026 – und internationale Pläne
Nach der Typgenehmigung in Deutschland will Xyte Mobility im Frühjahr 2026 mit der Auslieferung beginnen. Zunächst sollen 15 Vorserienfahrzeuge in China gefertigt werden, später sollen Kunden in Paris, Mailand, Madrid und München beliefert werden. Erste Vorbestellungen mit 250-Euro-Anzahlung sind bereits eingegangen – sogar aus den USA.
Fazit: Ein visionäres Spätwerk mit Zukunftspotenzial
Der Xyte One steht sinnbildlich für ein neues Kapitel in der urbanen Elektromobilität. Ein Dreirad mit Dach, das mehr Sicherheit, Komfort und Nachhaltigkeit verspricht – entwickelt von Männern, die einst die automobile Zukunft bei BMW, Jaguar und Rolls-Royce mitgeprägt haben. Ob es diesmal klappt? Das hängt wohl davon ab, ob die Welt endlich bereit ist für einen Roller, der mehr kann als nur fahren – nämlich schützen.
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