Zunahme illegal getunter E-Fahrzeuge im Rhein-Neckar-Raum
Die Polizei und Staatsanwaltschaft schlagen Alarm: Im Rhein-Neckar-Kreis nimmt die Zahl der E-Bikes und E-Scooter stetig zu – und immer öfter werden getunte, nicht zugelassene Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim kommt es nahezu täglich zu Kontrollen mit auffälligen E-Bikes und E-Scootern.
Unfallzahlen steigen teils drastisch
Im Jahr 2025 ist die Zahl der Unfälle mit E-Bikes im Rhein-Neckar-Kreis um nahezu 36 Prozent gestiegen, in Heidelberg sogar um 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gründe sehen die Behörden unter anderem in der wachsenden Beliebtheit der Fahrzeuge, aber auch in Missachtung von Verkehrsregeln und illegalen Umbaumaßnahmen.
Illegale Tuning-Maßnahmen weit verbreitet
Laut Frank Hartmannsgruber, Leiter der Verkehrsinspektion Mannheim, werden im Internet immer mehr E-Scooter angeboten, die die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten und Leistungen überschreiten. Bei Kontrollen wurden zum Beispiel E-Scooter mit bis zu 70 km/h festgestellt. Auch erfahrene Nutzer tunen ihre Fahrzeuge eigenhändig. Die Polizei betont, dass dadurch der Versicherungsschutz entfällt und die Sicherheit – insbesondere Bremsen – oft nicht mehr gewährleistet ist.
Warnung vor rechtlichen Konsequenzen
Die Staatsanwaltschaft Heidelberg weist darauf hin, dass Verstöße gegen die gesetzlichen Regelungen keine Bagatellen sind. Wer E-Fahrzeuge illegal tunt oder unter Alkohol fährt, muss mit erheblichen Sanktionen, wie Geldbußen oder mehrjährigen Fahrverboten, rechnen. Auch auf E-Scootern gelten die gleichen Promillegrenzen wie im Auto – ein Verstoß kann den Führerschein kosten.
Polizei rät dringend zu mehr Sicherheit
Obwohl keine gesetzliche Helmpflicht besteht, empfiehlt die Polizei das Tragen eines Helms ausdrücklich. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass E-Scooter und E-Bikes nur von einer Person genutzt werden dürfen. Mehrfachbesetzungen sind verboten und erhöhen das Unfallrisiko deutlich.
