Egret GTc: Der neue Sitz-E-Scooter von Egret ist mehr als nur ein GTs in langsam
Bei Egret tut sich wieder etwas Spannendes. Und diesmal geht es nicht einfach nur um einen weiteren klassischen E-Scooter, sondern um ein Fahrzeug, das eine ziemlich klare Frage stellt: Braucht Deutschland mehr komfortable E-Scooter mit Sitz?
Der neue Egret GTc soll ab heute ca. 12 Uhr vorbestellbar sein. Und allein die Idee dahinter finde ich interessant, weil sie einen Punkt trifft, den viele in der Community schon länger ansprechen: Nicht jeder möchte auf einem E-Scooter dauerhaft stehen. Nicht jeder will aber direkt ein 45-km/h-Fahrzeug fahren, mit Helmpflicht, anderer Einordnung und einem deutlich verbindlicheren Fahrzeuggefühl.
Genau zwischen diesen Welten positioniert Egret jetzt den GTc.
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Der Egret GTc kommt laut Produktdatenblatt als L1e-B-Fahrzeug mit 20 km/h, einer UVP von 2.199 Euro, 1.000 Watt Nenndauerleistung, maximal 1.890 Watt Leistung, 47 Nm Drehmoment und einem 949-Wh-Schnellwechselakku. Dazu kommen 13-Zoll-Luftreifen, hydraulische 4-Kolben-Scheibenbremsen, ein Sitz, ein Gepäckträger und eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern unter Prüfbedingungen.
Und ja: Das ist schon eine ziemlich stattliche Ansage.
Aber natürlich muss man hier auch direkt kritisch hinschauen. Denn 2.199 Euro sind kein kleiner Betrag. Dafür bekommt man bereits sehr gute E-Scooter, solide E-Bikes oder sogar gebrauchte 45-km/h-E-Roller. Die spannende Frage lautet also nicht nur: Ist der Egret GTc bequem? Sondern vor allem: Für wen ergibt dieses Konzept wirklich Sinn?
Was ist der Egret GTc überhaupt?
Der Egret GTc ist im Grunde ein komfortorientierter 20-km/h-Sitzscooter auf Basis der GT-Plattform von Egret. Viele kennen den Egret GTs bereits als kraftvolles 45-km/h-Fahrzeug mit Sitz. Der GTc geht einen anderen Weg. Er bleibt bei 20 km/h und spricht damit Menschen an, die eher entspannt, kontrolliert und komfortabel unterwegs sein möchten.
Das Konzept ist schnell erklärt:
Du sitzt wie auf einem kleinen Moped oder E-Roller, bist aber nur mit 20 km/h unterwegs. Du bekommst einen stabilen Rahmen, große Reifen, viel Akku, starke Bremsen, Blinker, Spiegel, Gepäckträger und ein Sicherheitsniveau, das deutlich über dem liegt, was viele normale E-Scooter bieten.
Das klingt erstmal nach einer ziemlich logischen Weiterentwicklung.
Denn seien wir ehrlich: Viele klassische E-Scooter sind praktisch, aber nicht immer bequem. Wer täglich längere Strecken fährt, merkt irgendwann Knie, Rücken, Handgelenke oder einfach die generelle Belastung durch das dauerhafte Stehen. Gerade für Pendler, ältere Fahrerinnen und Fahrer oder Menschen, die einfach entspannt zur Arbeit rollen wollen, kann ein Sitz ein echter Unterschied sein.
Und genau da setzt der Egret GTc an.
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20 km/h mit Sitz: Sinnvoll oder merkwürdig?
Auf den ersten Blick wirkt ein Sitz-E-Scooter mit 20 km/h für manche vielleicht etwas ungewohnt. Man sitzt, hat große Reifen, Spiegel, Blinker, starke Bremsen und ein Fahrzeuggewicht von 34,9 kg – fährt aber trotzdem nur 20 km/h.
Da kann man schon fragen: Ist das nicht etwas viel Fahrzeug für so wenig Geschwindigkeit?
Diese Frage ist absolut berechtigt.
Aber man muss auch die andere Seite sehen. Geschwindigkeit ist nicht für jeden das wichtigste Argument. Viele Menschen suchen kein sportliches Fahrzeug. Sie suchen ein sicheres, bequemes, zuverlässiges Alltagsfahrzeug. Gerade im Stadtverkehr kann 20 km/h völlig ausreichen, wenn das Fahrzeug stabil fährt, gut bremst und komfortabel über schlechte Wege kommt.
Und genau hier könnte der GTc seine Stärke ausspielen.
Der große Unterschied zu vielen günstigen Sitz-Scootern ist: Egret versucht hier nicht einfach irgendeinen Klappsitz auf einen Scooter zu schrauben. Der GTc wirkt eher wie ein bewusst entwickeltes Komfortfahrzeug. Höhenverstellbarer Sitz, höhenverstellbarer Lenker, breite Reifen, Federung vorne und hinten, Gepäckträger, Apple Find My, elektronische Wegfahrsperre, NFC, PIN-Code und App-Anbindung – das ist kein Spielzeug.
Trotzdem bleibt die Frage: Wird der Markt das verstehen?
Denn viele Käufer denken bei 20 km/h noch immer an klassische E-Scooter mit Trittbrett. Ein Sitzfahrzeug wird emotional schnell mit Moped oder Roller verbunden. Und dann erwarten viele automatisch mehr Geschwindigkeit. Genau an diesem Punkt muss Egret sehr sauber erklären, für wen der GTc gedacht ist.
Keine Helmpflicht – aber trotzdem nicht komplett ohne Verpflichtung
Ein wichtiger Punkt: Der Egret GTc hat laut Produktdatenblatt keine Helmpflicht. Das dürfte für viele ein starkes Argument sein. Wer keinen Helm tragen möchte, wer nicht direkt in die 45-km/h-Klasse einsteigen will oder wer einfach nur ein entspanntes Fahrzeug für den Alltag sucht, bekommt hier eine interessante Alternative.
Aber jetzt kommt der wichtige Teil, den man nicht verschweigen darf: Der GTc ist laut Datenblatt führerscheinpflichtig. Genannt wird AM, was bei vielen Autoführerscheinen meist enthalten ist. Auch mit Moped- oder Motorradführerschein soll das Fahrzeug fahrbar sein.
Das heißt ganz klar: Der GTc ist nicht einfach ein klassischer führerscheinfreier E-Scooter wie ein normaler eKFV-Tretroller.
Und genau deshalb muss man beim Kauf genau hinschauen.
Keine Helmpflicht bedeutet nicht automatisch: keine Regeln. Sitz, Fahrzeugklasse, Versicherung, Führerschein, Nutzung und rechtliche Einordnung müssen sauber verstanden werden. Ich finde es wichtig, dass man hier nicht nur mit Komfort wirbt, sondern auch offen sagt: Das ist ein besonderes Fahrzeugkonzept, kein 08/15-Scooter für jeden ohne weitere Gedanken.
Wer aber die passende Fahrerlaubnis hat und bewusst ein komfortables 20-km/h-Fahrzeug sucht, bekommt mit dem GTc ein sehr spannendes Gesamtpaket.
Die technischen Daten wirken überraschend kräftig
Schauen wir auf die nackten Daten. Der Egret GTc bringt laut Produktdatenblatt 1.000 Watt Nenndauerleistung und maximal 1.890 Watt Leistung mit. Dazu kommen 47 Nm Drehmoment. Das ist für ein 20-km/h-Fahrzeug eine ziemlich deutliche Ansage.
Natürlich bedeutet viel Leistung bei 20 km/h nicht automatisch hohe Endgeschwindigkeit. Hier geht es eher um Anzug, Reserven, Steigungen und ein souveränes Fahrgefühl. Gerade bei einem schwereren Fahrzeug mit Sitz, 34,9 kg Eigengewicht und bis zu 150 kg Zuladung braucht man auch Leistung, damit sich das Ganze nicht zäh anfühlt.
Und genau das ist in meinen Augen ein entscheidender Punkt.
Ein Sitzscooter darf nicht träge wirken. Wenn man bequem sitzt, erwartet man automatisch ein gewisses Maß an Souveränität. Niemand möchte an jeder kleinen Steigung das Gefühl haben, dass der Roller kämpft. Gerade Pendler mit Rucksack, Einkauf oder Gepäck brauchen Reserven.
Die 47 Nm Drehmoment könnten hier also wirklich wichtig werden.
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949 Wh Akku: Das ist eine echte Hausnummer
Besonders auffällig ist der Akku. Egret gibt einen Schnellwechselakku mit 47,45 Volt, 20 Ah und 949 Wh an. Das ist für einen 20-km/h-Scooter ein großer Energiespeicher.
Die angegebene Reichweite liegt bei bis zu 100 Kilometern. Wie immer gilt: Solche Reichweiten entstehen unter idealisierten Bedingungen. Im Produktdatenblatt wird auch angegeben, dass diese Reichweite bei 15 km/h konstanter Geschwindigkeit im Eco-Modus, 25 Grad, 75 kg Last und ebener Asphaltstrecke ermittelt wurde.
Im echten Alltag wird das natürlich anders aussehen.
Wer schwerer ist, viel stop-and-go fährt, Steigungen hat, bei Kälte unterwegs ist oder häufig im sportlicheren Modus fährt, wird keine 100 Kilometer sehen. Das ist völlig normal. Trotzdem ist ein 949-Wh-Akku eine starke Basis.
Für Pendler könnte das bedeuten: Nicht jeden Tag laden müssen. Vielleicht zwei, drei oder sogar mehr Fahrten absolvieren, bevor der Roller wieder an die Steckdose muss. Und genau das ist im Alltag oft wichtiger als die theoretische Maximalreichweite.
Ich sage es immer wieder: Reichweite ist nicht nur eine Zahl fürs Datenblatt. Reichweite bedeutet Freiheit im Kopf. Wenn du morgens losfährst und nicht ständig auf den Akkubalken starrst, fährt sich ein Fahrzeug einfach entspannter.
Schnellwechselakku: Ein unterschätzter Vorteil
Der Akku ist als Schnellwechselakku ausgeführt. Das ist ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.
Bei einem Fahrzeug mit 34,9 kg Gewicht will nicht jeder den kompletten Scooter in die Wohnung tragen. Das wäre im Alltag für viele schlicht unrealistisch. Wenn der Akku entnehmbar ist, kann man das Fahrzeug unten abstellen und nur den Akku mitnehmen. Gerade für Menschen in Mehrfamilienhäusern, ohne Garage oder ohne Steckdose am Stellplatz, ist das ein echter Vorteil.
Natürlich bleibt die Frage: Wie schwer ist der Akku? Wie gut lässt er sich entnehmen? Wie bequem ist das Handling im Alltag? Das werden wir erst richtig beurteilen können, wenn wir den GTc selbst testen.
Aber grundsätzlich ist ein entnehmbarer großer Akku bei einem solchen Fahrzeugkonzept absolut sinnvoll.
Fahrkomfort: Hier muss der GTc liefern
Wenn ein Fahrzeug mit Sitz kommt, dann muss es vor allem eines können: komfortabel fahren.
Egret verbaut vorne eine einstellbare Öldruck-Upsidedown-Federgabel von RST mit 50 mm Federweg. Hinten kommt ein einstellbares Gewindefahrwerk mit 25 mm Federweg zum Einsatz. Dazu gibt es 13-Zoll-Luftreifen mit Schlauch, Pannenschutz und 2,5 Zoll Reifenbreite.
Das klingt nach einer klaren Komfortausrichtung.
Gerade die Kombination aus größeren Reifen, Luftbereifung und Federung vorne wie hinten kann im Alltag einen deutlichen Unterschied machen. Kopfsteinpflaster, schlechte Radwege, abgesenkte Bordsteine, Asphaltkanten und kleine Schlaglöcher sind genau die Dinge, die vielen klassischen E-Scootern das Leben schwer machen.
Aber hier bin ich auch skeptisch genug, um nicht vorschnell zu jubeln.
Denn Komfort hängt nicht nur von Daten ab. Entscheidend ist die Abstimmung. Ist die Federung weich genug für leichte Fahrer? Schlägt sie bei schwereren Fahrern durch? Wie verhält sich der Scooter bei Tempo 20 auf schlechten Wegen? Ist das Fahrwerk eher gemütlich oder eher straff? Wie stabil fühlt sich das Ganze im Sitzen an?
Das sind Fragen, die ein Datenblatt nicht endgültig beantworten kann.
Bremsen und Sicherheit: Egret geht sichtbar in die Vollen
Bei den Bremsen wird nicht gespart. Laut Datenblatt hat der GTc hydraulische 4-Kolben-Scheibenbremsen vorne und hinten mit 160-mm-Bremsscheiben und elektrischer Motorunterbrechung.
Das ist für ein 20-km/h-Fahrzeug ordentlich. Manche würden vielleicht sogar sagen: überdimensioniert. Ich sehe das anders. Ein Fahrzeug mit Sitz, hohem Gewicht, hoher Zuladung und Alltagsanspruch braucht starke Bremsen.
Gerade weil man sitzt, verändert sich das Fahrgefühl. Man fährt anders, man verlagert das Gewicht anders, man reagiert anders. Gute Bremsen sind hier kein Luxus, sondern Teil des Sicherheitskonzepts.
Dazu kommen zertifizierte Lenkerendenblinker, Blinker hinten, ein großer Seitenspiegel, ein helles LED-Frontlicht, integriertes Rücklicht mit Kennzeichenbeleuchtung, elektronische Wegfahrsperre, PIN-Code, NFC-Chip-Abfrage und Apple-Find-My-Kompatibilität.
Das ist eine lange Liste.
Und genau hier merkt man: Der GTc soll kein billiger Baumarkt-Sitzscooter sein, sondern ein hochwertiges Komfortfahrzeug.
Apple Find My, NFC und App: Moderne Features für den Alltag
Gerade bei teuren Fahrzeugen wird Diebstahlschutz immer wichtiger. Ein Roller für 2.199 Euro ist kein Gerät, das man sorglos irgendwo abstellt. Deshalb finde ich Features wie elektronische Wegfahrsperre, PIN-Code, NFC und Apple Find My grundsätzlich sinnvoll.
Natürlich ersetzt das kein gutes Schloss.
Aber es erhöht die Alltagstauglichkeit. Wenn ich ein Fahrzeug täglich nutze, möchte ich nicht nur fahren, sondern auch ruhig schlafen können. Ich möchte wissen, wo das Fahrzeug ist. Ich möchte eine Sperrfunktion. Ich möchte praktische Zugriffsmöglichkeiten.
Egret denkt hier offenbar stärker in Richtung Premium-Alltagsfahrzeug als in Richtung einfacher Freizeit-Scooter.
Dazu passt auch der serienmäßig verbaute Gepäckträger, der KLICKfix-kompatibel sein soll. Für Pendler ist das ein großer Pluspunkt. Tasche, kleiner Einkauf, Arbeitsrucksack oder Zubehör – ein Gepäckträger macht ein Fahrzeug sofort alltagstauglicher.
Für wen ist der Egret GTc wirklich interessant?
Der Egret GTc ist meiner Meinung nach nicht für jeden gemacht. Und das ist auch okay.
Er ist nicht der perfekte Scooter für jemanden, der einen leichten Klapp-Scooter sucht, den man täglich in den dritten Stock trägt. Er ist auch nicht der richtige Roller für Menschen, die maximal günstig von A nach B wollen. Und wer ohne Führerschein unterwegs sein will, muss ebenfalls genau hinschauen, weil der GTc laut Datenblatt führerscheinpflichtig ist.
Aber es gibt eine Zielgruppe, für die das Fahrzeug sehr spannend sein könnte.
Pendler, die täglich einige Kilometer fahren und nicht dauerhaft stehen wollen. Menschen, die Komfort suchen. Fahrerinnen und Fahrer, die mehr Stabilität wünschen. Personen, denen klassische E-Scooter zu nervös oder unbequem sind. Nutzer, die gern sitzen, aber keine 45 km/h fahren möchten. Und alle, die ein hochwertiges, stark ausgestattetes 20-km/h-Fahrzeug suchen.
Gerade für diese Gruppe könnte der GTc eine Lücke schließen.
Und genau diese Lücke ist interessant.
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Der Preis: 2.199 Euro sind eine Ansage
Jetzt kommen wir zum wohl kritischsten Punkt: der Preis.
Die UVP liegt bei 2.199 Euro. Das ist viel Geld. Punkt.
Für diesen Betrag erwarten Käufer nicht nur gute Technik, sondern auch sehr gute Verarbeitung, starken Service, Ersatzteilversorgung, echte Alltagstauglichkeit und ein Fahrgefühl, das den Preis rechtfertigt.
Egret hat sich in den letzten Jahren klar als Premium-Marke positioniert. Das kann man mögen oder kritisch sehen. Ich finde: Premium darf teuer sein, aber Premium muss dann auch liefern.
Beim GTc wird deshalb entscheidend sein, wie sich das Fahrzeug in der Praxis schlägt. Papierdaten sind schön. Aber bei 2.199 Euro reicht kein hübsches Datenblatt. Da muss der Roller im Alltag überzeugen.
Wie fährt er auf schlechten Wegen? Wie stabil ist der Sitz? Wie einfach lässt sich der Akku entnehmen? Wie gut funktioniert die App? Wie sinnvoll ist das Packmaß? Wie sicher wirkt der Rahmen? Wie hochwertig sind die kleinen Details? Wie gut ist der Service im Fall der Fälle?
Das sind die Punkte, die am Ende zählen.
Warum Egret mit dem GTc trotzdem einen spannenden Nerv trifft
Trotz aller kritischen Fragen finde ich den Ansatz stark. Denn Egret reagiert hier offenbar auf einen echten Wunsch aus dem Markt.
Viele Menschen wollen Mikromobilität, aber nicht jeder kann oder möchte stehend fahren. Ein klassischer E-Scooter ist für kurze Strecken perfekt, aber auf längeren Wegen nicht immer angenehm. Ein E-Bike ist größer, oft teurer, wartungsintensiver und nicht für jeden passend. Ein 45-km/h-Roller bringt andere Anforderungen mit sich.
Der GTc liegt genau dazwischen.
Er ist kein Fahrrad. Kein klassischer Tretroller. Kein 45er-Roller. Kein normales Moped. Sondern ein komfortables Sitzfahrzeug mit 20 km/h.
Und genau diese Zwischenkategorie könnte in den nächsten Jahren wichtiger werden. Denn Mobilität wird individueller. Menschen suchen nicht mehr nur ein Auto oder ein Fahrrad. Sie suchen passende Lösungen für konkrete Wege.
Für den einen ist das E-Bike perfekt. Für den anderen der E-Scooter. Für manche der E-Roller. Und für wieder andere könnte ein Fahrzeug wie der Egret GTc genau die richtige Antwort sein.
Ist ein Sitz-E-Scooter gesellschaftlich unterschätzt?
Ich glaube tatsächlich: Ja.
In Deutschland wird beim Thema E-Scooter oft zu eng gedacht. Viele sehen nur Leihscooter in Innenstädten oder kleine Klapp-Scooter für kurze Wege. Aber Mikromobilität kann viel mehr sein. Sie kann komfortabel, stabil, sicher, hochwertig und alltagstauglich sein.
Ein Sitzscooter kann Menschen mobil machen, denen ein klassischer Steh-Scooter nicht liegt.
Ältere Menschen. Menschen mit Knieproblemen. Pendler mit längeren Strecken. Personen, die sich auf kleinen Rädern unsicher fühlen. Fahrerinnen und Fahrer, die einfach entspannter unterwegs sein möchten.
Natürlich muss das Ganze sinnvoll reguliert, sicher gebaut und klar eingeordnet sein. Aber die Grundidee ist nicht abwegig. Im Gegenteil.
Vielleicht ist genau das eine Richtung, in die sich ein Teil des Marktes entwickeln muss: weg vom reinen Freizeitspielzeug-Image, hin zu ernsthaften, differenzierten Alltagsfahrzeugen.
Wo ich beim GTc noch skeptisch bin
Ich will den Egret GTc nicht blind feiern. Dafür ist das Fahrzeug zu speziell und der Preis zu hoch.
Meine größten Fragezeichen liegen bei Gewicht, Preis, rechtlicher Wahrnehmung und Zielgruppenverständnis.
34,9 kg sind für einen E-Scooter viel. Auch wenn der Akku entnehmbar ist, bleibt das Fahrzeug schwer. Wer Treppen hat, wird damit nicht glücklich. Auch das Packmaß ist zwar kompakt für die Fahrzeugart, aber sicher nicht vergleichbar mit einem leichten Pendler-Scooter.
Der Preis von 2.199 Euro wird viele abschrecken. Dafür muss Egret wirklich klar machen, warum der GTc mehr ist als ein Roller mit Sitz.
Und dann ist da die Kommunikation. Viele werden „20 km/h“ sehen und denken: Warum so langsam? Andere sehen „Sitz“ und denken: Brauche ich dafür einen Helm? Wieder andere fragen: Darf ich damit auf den Radweg? Brauche ich einen Führerschein?
Genau deshalb braucht dieses Fahrzeug Aufklärung.
Nicht nur Werbung. Nicht nur schöne Bilder. Sondern ehrliche Erklärung.
Die große Stärke: Komfort statt Tempo
Vielleicht ist genau das der Kern: Der Egret GTc verkauft nicht Geschwindigkeit, sondern Komfort.
Und das ist mutiger, als es klingt.
In einer Branche, in der viele immer nur nach mehr Watt, mehr Speed, mehr Boost und mehr Reichweite schreien, setzt der GTc einen anderen Schwerpunkt. Er sagt: 20 km/h können reichen, wenn das Fahrzeug bequem, sicher und hochwertig ist.
Das finde ich grundsätzlich sympathisch.
Denn nicht jeder will rasen. Viele wollen einfach zuverlässig ankommen. Trocken, bequem, kontrolliert und ohne Stress.
Wenn Egret dieses Versprechen einlöst, könnte der GTc für einige Menschen ein echter Problemlöser werden.
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Mein erstes Fazit zum Egret GTc
Der Egret GTc ist kein Massen-Scooter für jeden. Aber er ist ein spannendes Fahrzeug für eine Zielgruppe, die bisher oft zwischen den Kategorien hängt.
Wer einen leichten, günstigen, führerscheinfreien Klapp-Scooter sucht, wird hier vermutlich nicht landen. Wer aber ein komfortables Sitzfahrzeug mit starker Ausstattung, großem Akku, Premium-Anspruch und 20 km/h sucht, sollte den GTc auf jeden Fall im Blick behalten.
Besonders spannend finde ich die Kombination aus Sitzkomfort, 949-Wh-Akku, großer Zuladung, 13-Zoll-Reifen, starker Bremsanlage, Blinker, Spiegel, App, Apple Find My und Gepäckträger. Das ist ein Paket, das sehr klar auf Alltag ausgelegt ist.
Aber der GTc muss im Test beweisen, dass er seinen Preis rechtfertigt.
Für mich ist die wichtigste Frage nicht: Ist ein E-Scooter mit Sitz cool?
Die wichtigere Frage ist: Macht er Menschen mobiler, sicherer und komfortabler?
Wenn die Antwort ja lautet, dann ist der Egret GTc keine Nische aus Langeweile, sondern eine sinnvolle Ergänzung im Markt.
Und genau deshalb schauen wir uns das Thema weiter an.
Sobald wir mehr Infos oder ein Testmodell haben, nehmen wir den GTc natürlich genauer unter die Lupe. Denn auf dem Papier ist das Fahrzeug spannend. Aber wie immer zählt am Ende nicht das Datenblatt, sondern die Straße.
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