Super-Trail-Konzept mit starker Integration
Das Scott Patron ST 900 baut auf dem Patron mit 150 mm Hinterbau auf und rückt dank 170-mm-Gabel in die Super‑Trail-Kategorie vor. 29-Zoll-Laufräder vorn und hinten, vier Rahmengrößen (S–XL) und eine stark integrierte Optik prägen das E‑MTB. Der Dämpfer sitzt kompakt im Sitzrohr; beim ST kommt ein Modell mit Ausgleichsbehälter zum Einsatz. Der Piggyback ragt für leichten Zugriff auf die Einstellrädchen hervor, ein SAG-Indikator an der Umlenkwippe erleichtert die Solo-Justage. Der Hinterbau bleibt ein klassischer Horst-Link-Viergelenker; auf eine Dämpfer-Remote verzichtet Scott. Hinten ist ein Mini‑Schutzblech mit integrierter Beleuchtung montiert, ein Frontscheinwerfer fehlt. Preislich startet die ST‑Reihe bei 6.599 Euro; das getestete ST 900 liegt bei 9.999 Euro, das Topmodell ST 900 Tuned bei 11.499 Euro.
Antrieb, Akku und ABS-Integration
Im voluminösen Unterrohr steckt der Bosch Performance CX Gen5 mit bis zu 750 W Leistung und 100 Nm Drehmoment. Der entnehmbare PowerTube‑800‑Wh‑Akku wird per Schlüssel gesichert; alternativ ist Laden über eine seitliche Buchse möglich, deren Abdeckung im Test als wenig überzeugend beschrieben wird. Das ins Oberrohr eingelassene Bosch Kiox 400 C zeigt neben Motor‑Infos auch ABS‑Daten, die Bedienung erfolgt über eine Bluetooth‑Remote. Im Werks-Setup sind EMTB+ und Turbo auf 600 W und 85 Nm begrenzt, per App lässt sich das Support‑Profil anpassen. Laut Test zieht das ABS keine spürbare zusätzliche Akkukapazität.
Ausstattung und Gewicht
Das ST 900 setzt auf ein RockShox‑Ultimate‑Fahrwerk (ZEB 170 mm / Super Deluxe 150 mm), eine SRAM Eagle GX Transmission, Syncros‑Komponenten sowie Schwalbe Magic Mary und Albert in Gravity-Karkasse. Gebremst wird mit Shimano XT in Kombination mit Bosch ABS Pro; vorn rotiert eine 220‑mm‑Scheibe. Das Testgewicht (Größe L) liegt bei 24,4 kg.
Geometrie und Fahreindruck
Mit 64,9° Lenkwinkel, 454 mm Kettenstreben und moderaten 76,3° Sitzwinkel zeigt das Patron ST eine aufrechte, übersichtliche Fahrposition. Kritisiert wird das lange Sitzrohr (z. B. 470 mm in L). Bergauf klettert das Bike unaufgeregt, traktionsstark und bleibt vorne stabil – trotz hohem Stack. Das aktive Fahrwerk benötigt keinen Lockout. Bergab wirkt das Patron ST gutmütig und ausgewogen; das hohe Cockpit fördert Kontrolle und flüssige Linienwahl, auch bei matschigen Bedingungen mit gut kontrollierbarem Drift. Im soften Setup arbeitet das Fahrwerk plush, bot ohne Volumenspacertuning jedoch nicht die gewünschte Endprogression bei größeren Sprüngen.
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