Augment 360: Ein neues Konzept für die Stadt
Der Augment 360 ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen ich direkt hängen bleibe, weil es nicht einfach nur der nächste klassische E-Scooter ist. Und auch kein normaler Elektroroller. Es ist irgendwo dazwischen – aber genau diese Zwischenwelt macht das Fahrzeug spannend.
Wir reden hier über ein typgenehmigtes 45-km/h-Kleinkraftrad, das in Deutschland erhältlich ist, rund 1.890 Euro kostet und laut Hersteller für den Alltag in der Stadt gebaut wurde. Nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Mitnehmen, Verstauen, Laden und Leben.
Und genau da wird es interessant.
Denn viele urbane Fahrzeuge scheitern nicht auf der Straße, sondern danach. Wo stelle ich das Ding ab? Kann ich es mit in den Keller nehmen? Passt es in den Aufzug? Wird es draußen geklaut? Muss ich eine Garage haben? Und wie alltagstauglich ist ein 45-km/h-Fahrzeug wirklich, wenn man in einer Stadt wohnt, in der Platz Mangelware ist?
Der Augment 360 versucht auf diese Fragen eine ziemlich klare Antwort zu geben: fahren wie ein kleines Moped, aber verstauen wie ein deutlich kompakteres Mikromobilitätsfahrzeug.
Ob das am Ende genial oder ein Kompromiss mit Ansage ist, schauen wir uns jetzt genauer an.
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Was ist der Augment 360 überhaupt?
Der Augment 360 ist ein elektrisches Kleinkraftrad mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit. Damit gehört er nicht in die Kategorie der klassischen 20-km/h-E-Scooter, sondern spielt rechtlich eher in der Liga von E-Mopeds, Elektrorollern und 45-km/h-Stadtfahrzeugen.
Der Unterschied ist wichtig.
Ein normaler E-Scooter in Deutschland fährt nach eKFV maximal 20 km/h, praktisch mit Toleranz oft bis etwa 22 km/h. Der Augment 360 geht deutlich darüber hinaus und erreicht 45 km/h. Damit wird er für Pendler interessant, die nicht nur auf Radwegen unterwegs sein wollen, sondern im Stadtverkehr etwas souveräner mitschwimmen möchten.
Das Konzept lautet: kompakt, faltbar, leicht im Vergleich zu vielen Elektrorollern, aber schneller und mopedähnlicher als ein klassischer E-Scooter.
Die wichtigsten Eckdaten:
Preis: 1.890 Euro
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Reichweite: ca. 50 km mit einem Akku
Gewicht: 31 kg ohne Akku, 36 kg mit einem Akku
Fahrbereit: 1555 × 609 × 1010 mm
Gefaltet: 1265 × 350 × 1180 mm
Ladegerät: 84 V / 2,9 A
Ladezeit: ca. 4,5 Stunden
Akku: herausnehmbar, 21700-Lithium-Ionen-Zellen
Bremsen vorne: hydraulische 200-mm-Scheibenbremse mit 4 Kolben
Bremsen hinten: hydraulische Scheibenbremse mit 2 Kolben
Schutzklasse: IPX4
Garantie: 2 Jahre
Rahmengarantie: 5 Jahre auf den Aluminiumrahmen
Das liest sich erst einmal ordentlich. Vor allem der Preis von 1.890 Euro ist interessant, weil viele klassische 45-km/h-E-Roller schnell deutlich teurer werden. Gleichzeitig muss man aber ganz nüchtern sagen: 36 kg sind für ein Fahrzeug, das man „mitnimmt“, immer noch kein Federgewicht.
Und genau da beginnt der ehrliche Blick.
Der große Vorteil: 45 km/h statt E-Scooter-Tempo
Ich sage es ganz offen: 45 km/h können im Stadtverkehr einen riesigen Unterschied machen.
Wer regelmäßig mit einem 20-km/h-E-Scooter unterwegs ist, kennt das Gefühl. Man ist flexibel, günstig und schnell startklar, aber auf vielen Strecken wird man zur rollenden Verkehrsinsel. Autos drängeln, Busse ziehen vorbei, Lieferverkehr hängt einem im Nacken. Natürlich ist ein E-Scooter praktisch, aber bei längeren Stadtwegen fehlt oft einfach Geschwindigkeit.
Der Augment 360 schließt genau diese Lücke.
Mit 45 km/h kann man deutlich besser im innerstädtischen Verkehr mitschwimmen. Gerade auf Straßen, auf denen kein sinnvoller Radweg vorhanden ist, fühlt sich ein 45-km/h-Fahrzeug oft erwachsener an als ein E-Scooter. Man ist nicht ganz Roller, nicht ganz Scooter, aber schneller am Ziel.
Rechtlich ist das aber kein Spielzeug mehr. Für Kleinkrafträder mit bis zu 45 km/h wird in Deutschland die Führerscheinklasse AM benötigt. Laut ADAC berechtigt die Klasse AM zum Führen von Kleinkrafträdern mit maximal 45 km/h und bei Elektroantrieb bis 4 kW Dauer-Nennleistung; außerdem nennt der ADAC für Kleinkrafträder Versicherungskennzeichenpflicht und AM-Führerschein.
Das bedeutet: Wer den Augment 360 fahren möchte, braucht die passende Fahrerlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und sollte sich bewusst sein, dass hier andere Regeln gelten als beim klassischen E-Scooter.
Für viele ist das aber kein Nachteil, sondern genau der Punkt. Denn wer ohnehin einen AM-, B- oder Motorradführerschein hat, bekommt hier ein sehr kompaktes 45-km/h-Fahrzeug, das deutlich weniger Platz braucht als ein normaler Roller.
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Der Augment 360 lässt sich falten. Und das ist nicht nur ein netter Marketingpunkt, sondern eigentlich das Herzstück des ganzen Konzepts.
Fahrbereit misst er 1555 × 609 × 1010 mm. Gefaltet sind es 1265 × 350 × 1180 mm. Das ist immer noch kein kleiner Tretroller, aber es macht einen Unterschied. Vor allem dann, wenn man das Fahrzeug im Büro, Keller, Fahrradraum oder zuhause abstellen möchte.
Der Hersteller beschreibt den Augment 360 als Fahrzeug für Städte, in denen Platz knapp ist. Und genau da trifft er einen Nerv. Denn bei vielen Elektrorollern ist nicht die Fahrt das Problem, sondern das Parken. Draußen stehen lassen? Riskant. Garage? Hat nicht jeder. Fahrradkeller? Oft zu eng. Hausflur? Rechtlich und praktisch schwierig.
Ein faltbares 45-km/h-E-Moped ist deshalb spannend, weil es den Besitz eines schnelleren Stadtfahrzeugs auch für Menschen möglich machen könnte, die keinen klassischen Stellplatz haben.
Aber jetzt kommt der kritische Punkt: 36 kg mit Akku bleiben 36 kg.
Das ist kein Fahrzeug, das man mal eben lässig in den dritten Stock trägt. Wer das erwartet, wird enttäuscht. Der Augment 360 ist nicht dafür gedacht, längere Strecken getragen zu werden. Es geht eher um die schwierigen Alltagssituationen: kurze Treppen, Schwellen, Aufzug, Keller, Büro, Rangieren in engen Fluren.
Und genau so sollte man ihn auch bewerten. Nicht als tragbaren E-Scooter, sondern als kompakteres E-Moped, das im Alltag weniger sperrig ist als ein klassischer Roller.
36 kg Gewicht: leicht oder doch schwer?
36 kg klingen im Vergleich zu einem großen Elektroroller leicht. Im Vergleich zu einem E-Scooter sind sie schwer. Und im Vergleich zu einem Fahrrad ebenfalls.
Das ist der typische Zielkonflikt bei solchen Fahrzeugen.
Wenn ein Fahrzeug 45 km/h fährt, stabil sein soll, große Reifen besitzt, hydraulische Bremsen mitbringt und einen ordentlichen Akku trägt, dann kann es nicht 18 kg wiegen. Gleichzeitig muss man aber aufpassen, dass der Begriff „leicht“ nicht falsch verstanden wird.
31 kg ohne Akku und 36 kg mit einem Akku sind für ein 45-km/h-Kleinkraftrad durchaus kompakt. Für tägliches Tragen aber zu viel.
Ich würde deshalb sagen: Der Augment 360 ist leicht zu rangieren, aber nicht leicht zu tragen.
Das ist ein großer Unterschied.
Wer ebenerdig wohnt, einen Aufzug hat oder das Fahrzeug in einem Fahrradraum abstellen kann, wird mit dem Gewicht vermutlich gut zurechtkommen. Wer jeden Tag mehrere Treppen ohne Aufzug bewältigen muss, sollte sehr kritisch prüfen, ob das wirklich zum Alltag passt.
Genau solche Fragen müssen vor dem Kauf ehrlich beantwortet werden. Nicht jedes spannende Fahrzeug passt automatisch zu jedem Lebensmodell.
Reichweite: 50 km mit einem Akku – realistisch genug?
Augment gibt für den 360 eine Reichweite von ca. 50 km mit einem Akku an. Das ist für ein 45-km/h-Fahrzeug im urbanen Alltag durchaus brauchbar.
Aber wie immer bei Reichweitenangaben gilt: Bitte nicht blind glauben, sondern richtig einordnen.
50 km können möglich sein, wenn die Bedingungen passen: ruhige Fahrweise, flaches Gelände, milde Temperaturen, moderates Fahrergewicht, wenig Gegenwind, wenig Vollgas. Im Alltag sieht es oft anders aus. Stop-and-go, Steigungen, Kälte, Zuladung und dauerhaft hohe Geschwindigkeit drücken die Reichweite.
Gerade bei 45-km/h-Fahrzeugen ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis oft größer als bei 20-km/h-Scootern. Denn wer 45 km/h fahren kann, wird sie auch häufiger nutzen. Und hohe Geschwindigkeit kostet Energie.
Trotzdem: Für viele Pendler reichen 50 km völlig aus. Wer täglich 10 bis 20 km fährt, kommt gut durch den Tag. Mit zwei Akkus soll man laut Hersteller deutlich weiter kommen. Das macht den Augment 360 vor allem für Menschen spannend, die keine Lust haben, jeden Tag nervös auf den Akkustand zu schauen.
Ein weiterer Pluspunkt ist der herausnehmbare Akku. Man muss also nicht das ganze Fahrzeug zur Steckdose bringen. Akku raus, zuhause oder im Büro laden, fertig.
Das Ladegerät hat 84 V / 2,9 A und ist im Lieferumfang enthalten. Eine Vollladung dauert etwa 4,5 Stunden. Ein Schnellladegerät soll später als Zubehör erhältlich sein.
Das klingt vernünftig. Kein Rekordwert, aber alltagstauglich.
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Herausnehmbarer Akku: Für Stadtmenschen fast Pflicht
Ich halte herausnehmbare Akkus bei urbanen Fahrzeugen für extrem wichtig. Nicht jeder hat eine Garage mit Steckdose. Nicht jeder darf im Fahrradkeller laden. Und nicht jeder möchte ein komplettes Fahrzeug in die Wohnung schieben.
Beim Augment 360 ist der Akku entnehmbar. Das ist ein klarer Vorteil.
Gerade bei einem Fahrzeug, das auch für Büro, Wohnung, Abstellraum oder Keller gedacht ist, muss das Laden unkompliziert funktionieren. Man möchte nicht jedes Mal überlegen, ob irgendwo eine passende Steckdose in Fahrzeugnähe ist.
Der Akku basiert laut Hersteller auf hochwertigen 21700-Lithium-Ionen-Zellen. Das ist grundsätzlich positiv, denn 21700-Zellen sind heute in vielen modernen E-Mobility-Anwendungen verbreitet. Entscheidend bleibt aber immer das gesamte Akkusystem: Zellqualität, BMS, Temperaturmanagement, Gehäuse, Schutzmechanismen und Langzeitverfügbarkeit.
Ein Punkt, den ich bei solchen Fahrzeugen immer kritisch sehe: Was kostet ein Ersatzakku? Wie lange bleibt er lieferbar? Wie einfach bekommt man Verschleißteile? Und gibt es in Deutschland einen sauberen Serviceweg?
Augment kommt aus einem Abo- und Service-Gedanken heraus. Das kann ein Vorteil sein, weil das Unternehmen nicht nur Fahrzeuge verkauft, sondern aus der Nutzung im Alltag kommt. Trotzdem sollten Käufer vor dem Kauf prüfen, wie Ersatzteile, Akkuverfügbarkeit und Service konkret in Deutschland geregelt sind.
Ein gutes Fahrzeug ist nur so gut wie seine Teileversorgung nach zwei, drei oder fünf Jahren.
Bremsen: Hydraulisch und ernst gemeint
Beim Thema Bremsen macht der Augment 360 auf dem Papier einen starken Eindruck.
Vorne arbeitet eine hydraulische 200-mm-Scheibenbremse mit 4 Kolben. Hinten kommt eine hydraulische Scheibenbremse mit 2 Kolben zum Einsatz. Für ein kompaktes 45-km/h-Fahrzeug klingt das absolut vernünftig.
Und ehrlich gesagt: Bei 45 km/h will ich keine Alibi-Bremse sehen.
Ein Fahrzeug, das deutlich schneller fährt als ein klassischer E-Scooter, braucht Bremsreserven. Nicht nur für Notbremsungen, sondern auch für schlechte Wetterbedingungen, Stadtverkehr, spontane Fußgänger, abbiegende Autos und den ganz normalen Wahnsinn im Alltag.
Eine starke Vorderbremse ist wichtig, weil beim Bremsen viel Gewicht nach vorne wandert. Gleichzeitig darf das Bremsgefühl nicht zu aggressiv sein. Gerade bei kleinen Fahrzeugen kommt es auf Dosierbarkeit an.
Hier wird erst ein echter Test zeigen, wie gut das System wirklich abgestimmt ist. Hydraulisch klingt gut, große Scheibe klingt gut, 4-Kolben vorne klingt gut. Aber entscheidend ist immer: Wie fühlt es sich auf nasser Straße an? Wie stabil bleibt das Fahrzeug bei einer Vollbremsung? Wie gut ist die Reifenhaftung?
Auf dem Papier ist das Bremskonzept jedenfalls einer der stärkeren Punkte des Augment 360.
Reifen und Fahrgefühl: Stabiler als ein klassischer E-Scooter?
Augment spricht von speziell für den 360 entwickelten Reifen mit stabiler Seitenwand. Ziel ist mehr Komfort, mehr Kontrolle und ein ruhigeres Fahrgefühl in der Stadt.
Das finde ich spannend, weil Reifen bei Mikromobilität oft unterschätzt werden.
Viele Menschen schauen auf Watt, Akku, Display und App. Aber das, was am Ende wirklich über Sicherheit und Vertrauen entscheidet, ist der Kontakt zur Straße. Reifenbreite, Gummimischung, Seitenwand, Luftdruck, Felgendurchmesser und Fahrwerksgeometrie machen im Alltag extrem viel aus.
Der Augment 360 soll sich stabiler fahren als ein klassischer E-Scooter. Das ist plausibel, weil Sitzposition, größere Reifen und mopedähnlicher Aufbau mehr Ruhe ins Fahrzeug bringen können. Gerade bei 45 km/h ist das wichtig.
Ein normaler E-Scooter kann bei schlechten Straßen, Spurrillen oder Bordsteinkanten schnell nervös wirken. Ein E-Moped-Konzept mit größeren Reifen und sitzender Position kann hier angenehmer sein.
Trotzdem bleibt die Frage: Wie komfortabel ist der Augment 360 wirklich auf Kopfsteinpflaster, schlechten Radwegen oder Berliner Straßen? Gibt es Federung? Wie reagiert das Fahrzeug bei Schlaglöchern? Und wie gut bleibt die Kontrolle bei Regen?
Die Reifen sind ein spannender Ansatz. Aber auch hier gilt: Erst der echte Alltagstest zeigt, ob das Versprechen trägt.
Der Augment 360 besitzt IPX4-Schutz. Das bedeutet: Schutz gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen. Für Alltag, Regen und nasse Straßen ist das grundsätzlich sinnvoll.
Aber IPX4 heißt nicht: egal, fahr durch jede Wasserlache, stell ihn dauerhaft in Starkregen und mach dir nie Gedanken.
Gerade bei elektrischen Fahrzeugen sollte man mit Wasser immer respektvoll umgehen. Regenfahrten sind eine Sache, dauerhaftes Abstellen im Freien ohne Schutz eine andere. Auch Steckverbindungen, Displays, Akkufach und Ladeanschlüsse müssen sauber konstruiert sein.
Für ein Stadtfahrzeug ist IPX4 okay, aber ich würde trotzdem empfehlen: trocken lagern, nicht unnötig draußen stehen lassen und nach Regenfahrten grob abtrocknen. Das verlängert die Lebensdauer und verhindert unnötige Probleme.
Der große Vorteil des Augment 360 ist ja gerade, dass man ihn eher drinnen unterbringen kann. Dadurch wird Wetterschutz nicht nur über die IP-Klasse gelöst, sondern über das Nutzungskonzept.
App, NFC und Diebstahlschutz
Der Augment 360 bringt moderne Bedienfunktionen mit. Über die App lassen sich Fahrmodi und Einstellungen verwalten. Außerdem gibt es einen Diebstahlschutz, der bei Bewegung reagieren und das Hinterrad blockieren kann.
Gestartet wird der 360 über einen NFC-Schlüssel, der an das Display gehalten wird. Der Sitz öffnet per Knopfdruck, damit man an Akku und Stauraum kommt.
Das klingt zeitgemäß und praktisch.
Aber auch hier bin ich immer etwas skeptisch. App-Funktionen sind schön, solange sie zuverlässig funktionieren. Wichtig ist, dass Grundfunktionen nicht unnötig abhängig von einer App werden. Ein Fahrzeug muss im Alltag einfach starten, fahren, laden und abschließbar sein. Ohne Software-Zirkus.
NFC-Schlüssel finde ich grundsätzlich gut, weil es komfortabel ist. Beim Diebstahlschutz gilt: Eine elektronische Sperre ist hilfreich, ersetzt aber kein gutes Schloss und keinen sicheren Abstellort.
Gerade ein kompaktes Fahrzeug für 1.890 Euro kann attraktiv für Diebe sein. Deshalb sollte man trotz App-Schutz immer zusätzlich mechanisch sichern. Am besten mit hochwertigem Schloss, festem Anschlusspunkt und möglichst geschütztem Abstellplatz.
1.890 Euro: Fairer Preis oder doch viel Geld?
Der Preis ist einer der spannendsten Punkte.
1.890 Euro für ein 45-km/h-E-Moped mit Faltmechanismus, herausnehmbarem Akku, hydraulischen Bremsen, App, NFC und typgenehmigter Straßennutzung klingt erst einmal attraktiv.
Verglichen mit vielen Elektrorollern ist das günstig. Verglichen mit E-Scootern ist es teuer. Verglichen mit E-Bikes liegt es irgendwo in einem interessanten Mittelfeld.
Man muss also fragen: Womit vergleicht man den Augment 360?
Wenn man ihn mit einem 500-Euro-E-Scooter vergleicht, wirkt er teuer. Das wäre aber unfair, weil der Augment 360 schneller fährt, rechtlich ein anderes Fahrzeug ist und eine andere Zielgruppe anspricht.
Wenn man ihn mit einem 45-km/h-E-Roller vergleicht, wirkt er eher günstig und deutlich kompakter.
Wenn man ihn mit einem S-Pedelec vergleicht, wird es ebenfalls interessant. S-Pedelecs können schnell 3.000 bis 6.000 Euro kosten. Dafür bekommt man Fahrradkomponenten, Tretantrieb und oft höhere Markenbindung. Der Augment 360 ist günstiger, aber eben kein Fahrrad.
Für mich ist der Preis deshalb nicht billig, aber spannend positioniert.
Ratenzahlung, Finanzierung und Leasing können zusätzlich helfen, die Einstiegshürde zu senken. Augment bietet Einmalkauf, Finanzierung ohne Anzahlung oder Leasing mit Startzahlung an. Das passt zum urbanen Zielkunden, der vielleicht kein Auto kaufen will, aber trotzdem ein schnelles Alltagsfahrzeug braucht.
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Versicherung, Führerschein und Helmpflicht: Das musst du wissen
Ganz wichtig: Der Augment 360 ist kein zulassungsfreier Spaß-Scooter für jeden ohne Führerschein.
Als 45-km/h-Kleinkraftrad braucht man in Deutschland einen passenden Führerschein. In der Regel ist das mindestens Klasse AM. Wer einen Autoführerschein der Klasse B besitzt, hat AM normalerweise eingeschlossen. Zusätzlich braucht das Fahrzeug ein Versicherungskennzeichen. Kleinkrafträder bis 45 km/h benötigen laut ADAC ein Versicherungskennzeichen und müssen nicht zur Hauptuntersuchung wie ein Pkw.
Auch die jährliche Versicherung sollte man einplanen. Laut ADAC gibt es Versicherungskennzeichen je nach Anbieter bereits ab etwa 45 Euro für die Haftpflicht; mit Teilkasko wird es entsprechend teurer.
Dazu kommt die Helmpflicht. Bei 45 km/h sollte das ohnehin selbstverständlich sein. Ich weiß, viele mögen das nicht hören, aber bei dieser Geschwindigkeit reden wir nicht mehr über einen gemütlichen Tretroller. Ein ordentlicher Helm gehört dazu.
Die laufenden Kosten dürften insgesamt trotzdem überschaubar bleiben: Versicherung, Strom, Reifen, Bremsbeläge, eventuell Akkuverschleiß und normale Wartung. Im Vergleich zum Auto ist das natürlich eine andere Welt. Aber kostenlos ist Mobilität auch hier nicht.
Für wen ist der Augment 360 geeignet?
Der Augment 360 richtet sich aus meiner Sicht an eine ziemlich klare Zielgruppe.
Er ist spannend für Pendler, die kurze bis mittlere Stadtstrecken fahren und kein Auto nutzen möchten. Für Menschen, die schneller als mit dem E-Scooter unterwegs sein wollen, aber keinen großen Roller besitzen oder abstellen können. Für Stadtbewohner mit wenig Platz. Für Leute, die ein Fahrzeug im Büro, Keller oder Abstellraum unterbringen möchten. Und für alle, die 45 km/h im Alltag als echten Vorteil sehen.
Typische Einsatzbereiche:
Arbeitsweg in der Stadt
Fahrt zum Bahnhof
Einkauf im Nahbereich
Pendeln zwischen Wohnung und Büro
Kurzstrecken ohne Auto
Stadtmobilität mit mehr Tempo als E-Scooter
Abstellen in engen Räumen
Mobilität für Menschen mit AM- oder B-Führerschein
Nicht ideal ist der Augment 360 für Menschen, die ein ultraleichtes Fahrzeug suchen. Auch wer häufig Treppen tragen muss, sollte vorsichtig sein. Und wer regelmäßig lange Landstraßenetappen fährt, wird mit 50 km Reichweite und 45 km/h vielleicht schnell an Grenzen kommen.
Der Augment 360 ist kein Tourenfahrzeug. Er ist ein Stadtwerkzeug.
Und genau so sollte man ihn betrachten.
Der Unterschied zum klassischen E-Scooter
Viele werden den Augment 360 automatisch mit E-Scootern vergleichen. Das ist verständlich, aber nur teilweise richtig.
Ein E-Scooter ist günstiger, leichter, einfacher und braucht keinen Führerschein. Dafür ist er langsamer und oft weniger stabil. Der Augment 360 ist schneller, mopedähnlicher, sicherer im Verkehrsfluss, aber rechtlich aufwendiger und schwerer.
Der klassische E-Scooter ist perfekt für kurze Wege, spontane Fahrten und maximale Einfachheit. Der Augment 360 ist eher für Menschen gedacht, die täglich ernsthaft pendeln und ein Ersatzfahrzeug für Auto, Roller oder ÖPNV suchen.
Man könnte sagen: Der E-Scooter ist der flexible Kurzstreckenheld. Der Augment 360 will der erwachsenere Stadtpendler sein.
Das ist ein völlig anderer Anspruch.
Der Unterschied zum Elektroroller
Im Vergleich zum Elektroroller punktet der Augment 360 mit Kompaktheit.
Ein normaler 45-km/h-E-Roller bietet oft mehr Komfort, mehr Stauraum, bessere Sitzergonomie und teilweise größere Akkus. Dafür braucht er mehr Platz und ist schwerer.
Der Augment 360 reduziert das Konzept auf das Wesentliche: fahren, falten, verstauen, laden.
Das ist mutig. Aber es bedeutet auch Verzicht.
Man bekommt vermutlich nicht den Komfort eines großen Rollers. Man bekommt nicht den Wetterschutz, nicht den großen Sitz, nicht den Stauraum eines klassischen Mopeds. Dafür bekommt man ein Fahrzeug, das in Räume passt, in die ein normaler Roller niemals kommen würde.
Das ist nicht besser oder schlechter. Es ist anders.
Und genau dieses „anders“ macht den Augment 360 interessant.
Augment als Marke: Vom Sport zur Mikromobilität
Spannend ist auch die Geschichte hinter Augment.
Das Unternehmen startete 2015 im österreichischen Pinzgau im Hochleistungssport mit Weltcup-Ski und Skisprung-Ski. Später kamen olympische Erfolge im Skispringen hinzu. 2022 wurde die Skisparte durch die Verbindung mit Marcel Hirscher, Red Bull und Van Deer weitergeführt, während sich Augment.Eco stärker auf Mikromobilität konzentrierte.
Seit 2020 bietet Augment E-Scooter-Abos in mehreren europäischen Ländern an. Das Unternehmen beschreibt sich als einer der größten Anbieter von E-Scooter-Abos in Europa und setzt auf Service, Wartung und Austausch.
Für mich ist das ein wichtiger Punkt, weil ein Hersteller mit echter Nutzungserfahrung oft anders denkt als ein reiner Produktimporteur. Wer Fahrzeuge im Abo betreibt, lernt sehr schnell, was kaputtgeht, was Kunden nervt und wo Serviceprobleme entstehen.
Ob diese Erfahrung beim Augment 360 vollständig ankommt, muss sich zeigen. Aber die Ausgangslage ist interessant.
Meine kritische Einschätzung
Ich finde den Augment 360 richtig spannend, weil er eine Lücke adressiert, die in Deutschland größer ist, als viele glauben.
Wir reden ständig über Verkehrswende, aber dann gibt es im Alltag oft nur Extreme: E-Scooter mit 20 km/h, Fahrrad, Auto, ÖPNV oder großer Roller. Dazwischen fehlt etwas Kompaktes, Schnelles, Elektrisches und Alltagstaugliches.
Der Augment 360 könnte genau in diese Lücke passen.
Aber ich würde ihn nicht blind hypen.
Die wichtigsten Fragen bleiben:
Wie stabil fährt er wirklich bei 45 km/h?
Wie komfortabel ist er auf schlechten Straßen?
Wie gut ist die reale Reichweite bei Kälte und Vollgas?
Wie einfach ist das Falten im Alltag wirklich?
Wie gut funktioniert der Service in Deutschland?
Was kostet ein Ersatzakku?
Wie robust ist der Faltmechanismus nach mehreren Jahren?
Wie sicher ist das Fahrzeug gegen Diebstahl?
Das sind die Punkte, die ein Datenblatt nicht vollständig beantwortet.
Trotzdem muss man sagen: Das Konzept ist stark. Ein 45-km/h-Fahrzeug für 1.890 Euro, faltbar, mit herausnehmbarem Akku und kompaktem Format – das ist nicht 08/15.
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Mein vorläufiges Fazit zum Augment 360
Der Augment 360 ist kein klassischer E-Scooter, kein normaler Elektroroller und auch kein E-Bike. Er ist ein urbanes E-Moped für Menschen, die im Alltag schneller, kompakter und unabhängiger unterwegs sein wollen.
Seine größten Stärken sind das 45-km/h-Konzept, die kompakten Maße, der Faltmechanismus, der herausnehmbare Akku und der vergleichsweise interessante Preis von 1.890 Euro. Dazu kommen hydraulische Bremsen, App-Funktionen, NFC-Start und ein klarer Fokus auf Stadtmobilität.
Seine Schwächen oder zumindest Fragezeichen liegen beim Gewicht, beim echten Tragekomfort, bei der Langzeit-Haltbarkeit des Faltmechanismus, bei der realen Reichweite und beim Service im deutschen Markt.
Für Stadtpendler mit Führerschein AM oder B könnte der Augment 360 aber ein richtig interessantes Fahrzeug sein. Nicht, weil er alles besser macht als ein Roller oder E-Scooter. Sondern weil er Dinge kombiniert, die bisher selten zusammenkommen: 45 km/h, kompakte Lagerung, entnehmbarer Akku und ein Preis unter 2.000 Euro.
Ich würde sagen: Der Augment 360 ist kein Fahrzeug für jeden. Aber für die richtige Zielgruppe könnte er verdammt gut passen.
Und genau deshalb gehört er auf den Radar aller, die 2026 nach einer echten Alternative zu Auto, E-Scooter, E-Bike oder klassischem Roller suchen.
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