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    Startseite | E-Scooter News | Warum illegales E-Scooter-Tuning die Mobilitätswende beschädigt
    E-Scooter News

    Warum illegales E-Scooter-Tuning die Mobilitätswende beschädigt

    15. Juni 2026
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    E-Scooter-Kontrollen 2026: Warum Tuning, Fahren zu zweit und fehlende Versicherung allen schaden

    Manchmal braucht es keine riesige politische Grundsatzdebatte, um zu sehen, wo ein echtes Problem liegt. Manchmal reichen ein paar Kontrollzahlen aus einer Woche, und schon sieht man ziemlich genau, warum das Thema E-Scooter in Deutschland immer wieder so emotional diskutiert wird.

    Die aktuellen ROADPOL-Kontrollen in Thüringen zeigen genau das. Rund 600 Scooter inklusive E-Scooter wurden kontrolliert, dazu 764 Fahrräder und 430 motorisierte Zweiräder. Bei 26 Scootern wurden technische Mängel festgestellt. Es gab Fälle mit mehreren Personen auf einem E-Scooter, Verstöße gegen Altersvorgaben und Auffälligkeiten bei der Verkehrstüchtigkeit.

    Und ja, ich sage es direkt: Solche Zahlen sind Wasser auf die Mühlen aller, die E-Scooter am liebsten komplett aus Städten verbannen würden.

    Das ist aus meiner Sicht gefährlich. Nicht, weil Kontrollen falsch wären. Im Gegenteil. Kontrollen sind wichtig. Wer ohne Versicherung fährt, wer seinen Scooter manipuliert, wer zu zweit auf einem Fahrzeug steht, das dafür nicht gebaut ist, oder wer Kinder unter 14 Jahren damit in den Straßenverkehr schickt, der schadet nicht nur sich selbst. Er schadet der gesamten E-Scooter-Szene.

    Und genau darüber müssen wir reden.

    Nicht mit erhobenem Zeigefinger aus der Verbots-Ecke. Aber auch nicht mit diesem reflexartigen „Ach komm, ist doch nicht so schlimm“. Doch, es ist schlimm. Weil jeder einzelne dumme Verstoß am Ende politisch gegen alle genutzt wird, die E-Scooter vernünftig, legal und verantwortungsvoll fahren.

    Wer mehr solche kritischen Einordnungen rund um E-Scooter, E-Bikes und Elektromobilität sehen möchte, kann natürlich gerne bei Scooterhelden vorbeischauen:

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    Warum diese Kontrollen mehr sind als nur Polizeistatistik

    Auf den ersten Blick klingt das alles wie eine typische Polizeimeldung. Ein paar Zahlen, ein paar Verstöße, ein paar Hinweise auf Sicherheit. Man liest das kurz, nickt vielleicht, scrollt weiter.

    Aber genau das wäre ein Fehler.

    Denn diese Kontrollen zeigen ein größeres Problem: E-Scooter sind längst kein neues Spielzeug mehr. Sie sind Teil des Verkehrs. Sie stehen in Innenstädten, sie fahren auf Radwegen, sie werden privat gekauft, geteilt, verliehen, getunt, repariert, missbraucht und manchmal auch völlig falsch verstanden.

    Und deshalb reicht es nicht mehr, so zu tun, als sei der E-Scooter nur ein kleines Freizeitgerät.

    Ein E-Scooter ist in Deutschland ein versicherungspflichtiges Elektrokleinstfahrzeug. Er braucht eine Betriebserlaubnis, eine gültige Versicherungsplakette und darf nach eKFV grundsätzlich nur im Rahmen der zugelassenen technischen Vorgaben im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Offiziell geht es um 20 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit. In der Praxis kennen viele Fahrer die deutsche 20-km/h-Regel plus Toleranz, also rund 22 km/h bei vielen legalen Modellen. Aber genau hier beginnt schon das Problem: Viele verwechseln Toleranz mit Freifahrtschein.

    Und das ist brandgefährlich.

    Denn zwischen einem legal zugelassenen E-Scooter, der im Rahmen der Toleranz sauber läuft, und einem manipulierten Scooter, der per App, Controller, Firmware oder Hardware auf deutlich höhere Geschwindigkeiten gebracht wurde, liegt nicht nur ein technischer Unterschied. Da liegt ein rechtlicher Abgrund.

    Tuning klingt harmlos, ist aber im Straßenverkehr ein echter Brandbeschleuniger

    Ich beschäftige mich seit über elf Jahren mit Elektromobilität. Ich habe unzählige E-Scooter getestet, geöffnet, gefahren, verglichen und auch an ihre Grenzen gebracht. Ich verstehe absolut, warum viele Menschen sagen: „20 oder 22 km/h fühlen sich einfach zu langsam an.“

    Gerade wenn man auf dem Radweg von E-Bikes mit 25 km/h überholt wird, während man selbst mit einem E-Scooter bei rund 22 km/h Schluss hat, wirkt das nicht immer logisch. Diese Diskussion führe ich seit Jahren. Und ich bleibe dabei: Die Politik müsste die eKFV dringend realitätsnah weiterentwickeln. Mehr Differenzierung, bessere Fahrzeugklassen, technische Abstufungen und eine ehrlichere Debatte über 25 km/h wären überfällig.

    Aber das alles rechtfertigt kein illegales Tuning auf öffentlichen Straßen.

    Und genau da müssen wir sauber trennen.

    Man kann politisch für bessere Regeln kämpfen und trotzdem sagen: Wer heute seinen Scooter illegal schneller macht und damit im öffentlichen Verkehr fährt, handelt nicht clever, sondern fahrlässig.

    Denn Tuning ist nicht nur „ein bisschen schneller“. Tuning kann bedeuten, dass die Betriebserlaubnis erlischt. Es kann bedeuten, dass der Versicherungsschutz problematisch wird. Es kann bedeuten, dass ein Unfall plötzlich nicht mehr nur ein Unfall ist, sondern eine juristische und finanzielle Katastrophe.

    Viele denken beim Tuning nur an die Polizei. An eine Kontrolle. An ein Bußgeld. An den Moment, wenn der Roller auf dem Prüfstand landet oder die Geschwindigkeit auffällt.

    Aber das ist nicht der schlimmste Fall.

    Der schlimmste Fall ist ein Unfall.

    Stell dir vor, du fährst mit einem getunten Scooter jemanden an. Vielleicht ein Kind. Vielleicht eine ältere Person. Vielleicht jemanden, der einfach aus einer Einfahrt kommt oder auf einem Radweg die Spur wechselt. Und dann wird festgestellt, dass dein Fahrzeug nicht mehr der genehmigten Ausführung entspricht.

    Dann reden wir nicht mehr über „war doch nur ein bisschen schneller“. Dann reden wir über Haftung, Gutachten, Versicherung, Regress, Strafverfahren und im schlimmsten Fall über lebenslange Folgen.

    Genau deshalb sage ich: Wer Tuning im öffentlichen Straßenverkehr verharmlost, macht der gesamten Szene keinen Gefallen.

    Warum Fahren zu zweit auf dem E-Scooter so ein unnötiger Klassiker ist

    Bei den Kontrollen in Thüringen wurden auch Fälle festgestellt, bei denen mehrere Personen auf einem Scooter unterwegs waren. Und ganz ehrlich: Das ist einer dieser Verstöße, bei denen ich jedes Mal nur den Kopf schütteln kann.

    Denn hier geht es nicht um eine komplizierte juristische Grauzone. Hier geht es um gesunden Menschenverstand.

    Ein E-Scooter ist nicht dafür gebaut, zwei Personen zu tragen. Punkt.

    Natürlich sieht man es ständig: zwei Jugendliche auf einem Leihscooter, einer vorne, einer hinten, beide lachen, keiner denkt an Bremsweg, Schwerpunkt, Reifenlast, Lenkverhalten oder Kontrolle. Manchmal steht sogar noch ein Kind vorne auf dem Trittbrett. Und dann wundert man sich, warum E-Scooter in der Öffentlichkeit einen schlechten Ruf bekommen.

    Das Problem ist nicht nur das zusätzliche Gewicht. Das Problem ist die komplette Fahrdynamik.

    Ein E-Scooter hat kleine Räder, eine schmale Standfläche und eine sehr direkte Lenkung. Wenn zwei Personen darauf stehen, verändert sich der Schwerpunkt massiv. Der Fahrer hat weniger Bewegungsfreiheit. Das Bremsverhalten wird schlechter. Das Ausweichen wird schwieriger. Und wenn es zum Sturz kommt, fallen nicht selten beide Personen unkontrolliert auf Straße, Bordstein oder Radweg.

    Das ist nicht cool. Das ist nicht witzig. Das ist einfach dumm.

    Und wieder gilt: Am Ende zahlen alle dafür.

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    Jeder Unfall mit zwei Personen auf einem E-Scooter landet statistisch im großen Topf der E-Scooter-Probleme. In der öffentlichen Wahrnehmung heißt es dann nicht: „Da haben zwei Leute Mist gebaut.“ Es heißt: „E-Scooter sind gefährlich.“

    Und genau diese Pauschalisierung ist das eigentliche Problem.

    Fehlende Versicherung: Der vielleicht dümmste Fehler überhaupt

    Wenn ich einen Punkt nennen müsste, bei dem ich wirklich null Verständnis habe, dann ist es das Fahren ohne gültige Versicherung.

    Denn eine E-Scooter-Versicherung ist im Vergleich zu den möglichen Folgen extrem günstig. Wir reden nicht über eine riesige Investition. Wir reden über eine Pflicht, die jeder kennen sollte, der mit einem E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs ist.

    Trotzdem sieht man immer wieder Fahrzeuge ohne gültige Plakette. Manchmal aus Unwissenheit. Manchmal aus Bequemlichkeit. Manchmal, weil Leute denken: „Wird schon keiner kontrollieren.“

    Doch genau diese Haltung ist Gift für die Szene.

    Ein E-Scooter ist kein Spielzeug, das man einfach aus dem Keller holt und losfährt. Wenn er im öffentlichen Verkehrsraum genutzt wird, braucht er eine gültige Versicherung. Ohne Versicherung wird aus einem kleinen Mobilitätshelfer ein rechtliches Risiko auf zwei kleinen Rädern.

    Und wieder geht es nicht nur um das Bußgeld oder die Kontrolle. Es geht um den Ernstfall.

    Wer ohne Versicherung einen Unfall verursacht, kann sich finanziell ruinieren. Gleichzeitig wird das Vertrauen in E-Scooter weiter beschädigt. Denn für Geschädigte ist es völlig egal, ob jemand „nur vergessen“ hat, die Plakette zu erneuern. Der Schaden ist da. Die Verantwortung bleibt.

    Deshalb mein klarer Rat: Schau regelmäßig auf deine Versicherungsplakette. Prüfe das Versicherungsjahr. Wenn du einen gebrauchten Scooter kaufst, verlasse dich nicht auf Aussagen wie „Ja, der müsste noch versichert sein“. Prüfe es. Lass dir Unterlagen geben. Und wenn du unsicher bist, mach die Versicherung neu.

    Das ist nicht sexy. Aber es ist erwachsen.

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    Kinder unter 14 auf dem E-Scooter: Warum Eltern hier nicht wegsehen dürfen

    Ein weiterer Punkt aus den Kontrollen: Verstöße gegen die Altersvorgaben. Das Mindestalter für E-Scooter liegt in Deutschland bei 14 Jahren.

    Auch hier muss man ehrlich sein: Viele Eltern unterschätzen das Thema. Da steht ein E-Scooter im Haushalt, vielleicht vom älteren Geschwisterkind, vielleicht privat gekauft, vielleicht als praktisches Fahrzeug für kurze Wege. Und dann fährt eben auch mal der Zwölfjährige damit um den Block.

    Klingt harmlos. Ist es aber nicht.

    Ein E-Scooter im Straßenverkehr verlangt Reaktion, Einschätzung, Balance, Regelkenntnis und Verantwortungsbewusstsein. Gerade im Mischverkehr mit Fahrrädern, Autos, Fußgängern und parkenden Fahrzeugen kann es sehr schnell sehr unübersichtlich werden.

    Kinder unter 14 gehören nicht mit einem E-Scooter in den öffentlichen Straßenverkehr. Nicht, weil sie grundsätzlich unfähig wären. Sondern weil der Gesetzgeber hier eine klare Grenze zieht und weil diese Grenze im Alltag Sinn ergibt.

    Ich weiß, das klingt für manche streng. Aber lieber bin ich hier streng, als dass wir nachher über verletzte Kinder, beschädigte Fahrzeuge oder gefährliche Situationen diskutieren müssen.

    Eltern müssen hier Verantwortung übernehmen. Nicht der Händler. Nicht der Hersteller. Nicht die Polizei. Nicht YouTube. Sondern die Erwachsenen, die das Fahrzeug zugänglich machen.

    Technische Mängel: Der unterschätzte Sicherheitsfaktor

    26 technische Mängel bei rund 600 kontrollierten Scootern klingen auf den ersten Blick vielleicht nicht dramatisch. Man könnte sagen: Die meisten waren doch offenbar in Ordnung.

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    Ja, kann man so sehen.

    Aber jeder technische Mangel an einem E-Scooter kann im falschen Moment entscheidend sein.

    Ein schlechter Reifen. Eine schwache Bremse. Eine defekte Beleuchtung. Ein wackelnder Lenker. Eine ausgeschlagene Klappmechanik. Ein nicht sauber verriegelter Faltmechanismus. Ein Akku, der falsch behandelt wurde. Ein Controller, der manipuliert wurde. All das sind Dinge, die im Alltag gerne verdrängt werden.

    Viele Nutzer fahren ihren Scooter wie ein Wegwerfprodukt. Laden, fahren, abstellen, fertig. Wartung? Fehlanzeige. Reifendruck? Wird ignoriert. Bremse? Wird erst geprüft, wenn es quietscht oder nicht mehr richtig packt.

    Und genau das ist bei E-Scootern gefährlich.

    Denn im Gegensatz zum Fahrrad stehen viele Fahrer sehr aufrecht, die Räder sind kleiner, Hindernisse wirken stärker, und ein Sturz passiert oft schneller, als man reagieren kann. Ein Bordstein, ein Schlagloch, nasse Blätter, eine Straßenbahnschiene – und schon wird aus einem kleinen technischen Mangel ein großes Problem.

    Ich sage es deshalb immer wieder: Ein E-Scooter ist klein, aber kein Spielzeug.

    Wer regelmäßig fährt, muss sein Fahrzeug regelmäßig prüfen. Reifen, Bremsen, Licht, Schrauben, Klappmechanismus, Lenker, Kennzeichen, Akku und Ladegerät. Das gehört dazu.

    Und ja, ich weiß: Das klingt nicht so aufregend wie ein neues Display, mehr Drehmoment oder ein fetter Peak-Wert. Aber Sicherheit beginnt nicht bei der maximalen Motorleistung. Sicherheit beginnt bei der Frage, ob dein Fahrzeug im Alltag zuverlässig funktioniert.

    Warum solche Kontrollen politisch gefährlich werden können

    Jetzt kommt der Punkt, der mir besonders wichtig ist.

    Ich halte Kontrollen für richtig. Ich halte es auch für richtig, dass manipulierte Fahrzeuge, fehlende Versicherungen, Fahren zu zweit und Alkoholfahrten konsequent geahndet werden. Da gibt es aus meiner Sicht wenig zu diskutieren.

    Aber ich sehe auch die andere Seite.

    Jede solche Meldung kann politisch ausgeschlachtet werden. Und genau das passiert beim Thema E-Scooter seit Jahren.

    Wenn Fahrradfahrer auf Gehwegen fahren, wird meist über Fehlverhalten gesprochen. Wenn Autofahrer falsch parken, wird über Kontrollen gesprochen. Wenn E-Scooter-Fahrer Mist bauen, wird schnell das ganze Verkehrsmittel infrage gestellt.

    Das ist nicht fair.

    E-Scooter sind nicht das Problem. Verantwortungslosigkeit ist das Problem.

    Ein legaler, versicherter, technisch einwandfreier E-Scooter, der korrekt auf Radweg oder Straße bewegt wird, ist ein sinnvoller Baustein urbaner Mobilität. Er braucht wenig Platz, verbraucht wenig Energie, kann Autofahrten ersetzen und ist für viele Menschen eine praktische Lösung auf kurzen Strecken.

    Aber genau diese positiven Aspekte gehen verloren, wenn die öffentliche Debatte nur noch aus Ärger über falsch abgestellte Sharing-Scooter, getunte Fahrzeuge und riskantes Verhalten besteht.

    Deshalb müssen wir als Szene selbst ein Interesse daran haben, sauberer zu werden.

    Nicht, weil wir der Politik gefallen wollen. Sondern weil wir zeigen müssen, dass Mikromobilität erwachsen geworden ist.

    Die Szene muss sich ehrlich machen

    Ich weiß, dass dieser Abschnitt nicht jedem gefallen wird. Aber er muss sein.

    In der E-Scooter-Community gibt es manchmal eine seltsame Doppelmoral. Auf der einen Seite fordern wir zu Recht bessere Regeln, mehr Akzeptanz, sichere Radwege und eine faire Gleichstellung mit dem Radverkehr. Auf der anderen Seite werden Tuning, Fahren ohne Plakette oder riskante Aktionen teilweise verharmlost oder sogar gefeiert.

    Das passt nicht zusammen.

    Man kann nicht ernsthaft politische Anerkennung fordern und gleichzeitig Regelbrüche als Kavaliersdelikt verkaufen.

    Wer möchte, dass E-Scooter gesellschaftlich ernst genommen werden, muss selbst Verantwortung übernehmen. Das heißt nicht, dass man jede Regel gut finden muss. Ich finde auch nicht jede Regel logisch. Ich finde die 20-km/h-Grenze seit Jahren diskussionswürdig. Ich finde die Ungleichbehandlung gegenüber Pedelecs problematisch. Ich finde, dass moderne, leistungsstarke E-Scooter mit guten Bremsen, Blinkern, Federung und stabiler Bauweise differenzierter betrachtet werden müssten.

    Aber bis sich Gesetze ändern, gelten sie.

    Und wer sie bewusst ignoriert, liefert den Gegnern der Elektrokleinstfahrzeuge die Argumente frei Haus.

    Das ist der Punkt.

    Nicht die Polizei zerstört das Image der E-Scooter. Nicht die Medien allein. Nicht die Politik allein. Es sind auch die Nutzer, die sich danebenbenehmen und dann überrascht sind, wenn Kontrollen verschärft werden.

    Warum Tuning auch den legalen Markt beschädigt

    Ein Aspekt wird oft vergessen: Illegales Tuning schadet nicht nur dem einzelnen Fahrer, sondern auch Herstellern, Händlern und seriösen Testern.

    Wenn ständig über manipulierte Scooter gesprochen wird, geraten auch legale Modelle unter Generalverdacht. Hersteller müssen stärker nachweisen, dass ihre Fahrzeuge manipulationssicher sind. Händler müssen Kunden noch intensiver aufklären. Versicherer schauen genauer hin. Behörden werden skeptischer. Und am Ende wird der gesamte Markt schwerfälliger.

    Das ist besonders bitter, weil sich der legale E-Scooter-Markt in den letzten Jahren massiv verbessert hat.

    Wir haben heute Fahrzeuge mit besserer Federung, stärkeren Bremsen, Blinkern, Apple Find My, Traktionskontrolle, besseren Displays, größeren Akkus und soliderer Verarbeitung. Viele Modelle sind erwachsener geworden. Gerade schwere Fahrer, Pendler und Alltagsnutzer finden heute deutlich bessere Fahrzeuge als noch vor ein paar Jahren.

    Und dann kommen ein paar Leute, manipulieren ihre Fahrzeuge, fahren ohne Versicherung oder zu zweit über den Gehweg – und plötzlich steht wieder der gesamte E-Scooter am Pranger.

    Das ist frustrierend.

    Denn die eigentliche Debatte müsste lauten: Wie schaffen wir sichere, moderne, sinnvolle Mikromobilität in Deutschland?

    Stattdessen reden wir wieder darüber, warum Menschen sich nicht an Grundregeln halten.

    Kontrollen sind nicht das Problem – fehlende Konsequenz im Alltag ist es

    Viele regen sich über Polizeikontrollen auf. Ich sehe das anders.

    Wer legal unterwegs ist, hat bei einer Kontrolle in der Regel nichts zu befürchten. Ja, es kostet Zeit. Ja, es kann nerven. Aber wenn dein Fahrzeug versichert, zugelassen und technisch in Ordnung ist, ist das Thema schnell erledigt.

    Problematisch wird es für die, die bewusst tricksen.

    Und genau dort müssen Kontrollen ansetzen.

    Aber Kontrollen allein reichen nicht. Wir brauchen auch bessere Aufklärung. Viele Menschen kaufen E-Scooter online, ohne wirklich zu verstehen, was sie da kaufen. Manche sehen nur Reichweite, Wattzahl und Preis. Betriebserlaubnis? Versicherungsplakette? eKFV? ABE? Zulässige Geschwindigkeit? Das wird oft erst dann relevant, wenn es schon zu spät ist.

    Hier haben Händler, Hersteller, Medien und Plattformen Verantwortung.

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    Ein E-Scooter-Angebot muss klar zeigen, ob das Fahrzeug für Deutschland zugelassen ist oder nicht. Es reicht nicht, irgendwo klein zu schreiben, dass die Nutzung nur auf Privatgelände erlaubt ist. Gerade bei leistungsstarken Importmodellen wird viel zu oft mit Zahlen geworben, die für den öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland irrelevant oder sogar problematisch sind.

    Und auch wir als Content-Creator müssen sauber bleiben. Wenn wir leistungsstarke Fahrzeuge zeigen, müssen wir klar sagen, wo sie gefahren werden dürfen und wo nicht. Privatgelände ist etwas anderes als öffentlicher Straßenverkehr.

    Das ist nicht spießig. Das ist Verantwortung.

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    Was legale E-Scooter-Fahrer jetzt konkret beachten sollten

    Die wichtigste Botschaft dieses Artikels lautet nicht: Hab Angst vor Kontrollen.

    Die wichtigste Botschaft lautet: Fahr so, dass du jederzeit kontrolliert werden könntest.

    Das heißt ganz praktisch: Dein Scooter sollte eine gültige Versicherung haben. Die Plakette muss sichtbar und aktuell sein. Das Fahrzeug sollte eine Betriebserlaubnis besitzen. Es sollte nicht manipuliert sein. Bremsen, Licht, Reifen und Klappmechanik sollten funktionieren. Du solltest allein fahren. Du solltest mindestens 14 Jahre alt sein. Du solltest nicht alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss fahren. Und du solltest nicht auf Gehwegen unterwegs sein, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist.

    Klingt simpel? Ist es auch.

    Und genau deshalb ist es so ärgerlich, wenn Menschen diese Basics ignorieren.

    Denn mit diesen einfachen Punkten lassen sich viele Probleme vermeiden. Nicht alle, aber viele.

    Ich wünsche mir, dass E-Scooter-Fahrer selbstbewusster auftreten. Aber selbstbewusst heißt nicht rücksichtslos. Selbstbewusst heißt: Ich kenne die Regeln, ich kenne mein Fahrzeug, ich weiß, was ich tue.

    Dann kann man auch glaubwürdig für bessere politische Rahmenbedingungen eintreten.

    Warum die Politik trotzdem nicht aus der Verantwortung kommt

    So klar ich Verstöße kritisiere, so klar sage ich auch: Die Politik darf sich nicht ausruhen.

    Es reicht nicht, E-Scooter zu kontrollieren und bei jeder Auffälligkeit härtere Regeln zu fordern. Deutschland braucht endlich eine moderne Mikromobilitätsstrategie.

    Warum dürfen Pedelecs bis 25 km/h unterstützen, während E-Scooter bei 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit gedeckelt sind? Warum gibt es keine differenzierten Klassen für bessere Fahrzeuge mit Blinkern, größeren Rädern, stärkerer Bremsanlage und stabilerer Konstruktion? Warum werden elektrische Einräder, E-Skateboards oder andere moderne Mikromobilitätsformen weiterhin so stiefmütterlich behandelt? Warum hinkt Deutschland bei vielen neuen Fahrzeugkonzepten hinterher?

    Diese Fragen bleiben berechtigt.

    Aber sie werden nicht stärker, wenn illegales Tuning im Alltag normalisiert wird. Im Gegenteil.

    Wer ernsthaft eine bessere eKFV will, muss zeigen, dass die Szene verantwortungsvoll genug für mehr Freiheit ist.

    Mehr Freiheit braucht mehr Verantwortung. Das ist unbequem, aber wahr.

    Die eigentliche Gefahr ist nicht der E-Scooter, sondern das Image

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    Der E-Scooter hat in Deutschland ein Imageproblem. Und dieses Imageproblem ist teilweise hausgemacht.

    Falsch abgestellte Sharing-Scooter, betrunkene Wochenendfahrer, zwei Personen auf einem Roller, getunte Geräte ohne Versicherung, Gehwegfahrten, rote Ampeln, Handy am Lenker – all das prägt die Wahrnehmung.

    Dabei sieht der Alltag vieler privater Fahrer ganz anders aus.

    Viele nutzen ihren E-Scooter sauber und sinnvoll. Für den Weg zur Arbeit. Für die letzte Meile. Für kurze Besorgungen. Für Wege zum Bahnhof. Für die Kombination mit Bus und Bahn. Genau diese Nutzer gehen in der Debatte oft unter.

    Und das ist schade.

    Denn der E-Scooter kann ein richtig gutes Mobilitätswerkzeug sein. Aber nur, wenn er nicht durch Fehlverhalten kaputtgeredet wird.

    Deshalb ist dieser Artikel auch kein Anti-E-Scooter-Kommentar. Ganz im Gegenteil. Er ist ein Pro-E-Scooter-Kommentar.

    Weil ich möchte, dass E-Scooter eine Zukunft haben. Aber dafür müssen wir ehrlich über die Dinge sprechen, die diese Zukunft gefährden.

    Mein Fazit: Wer Mist baut, liefert die Argumente für Verbote

    Die ROADPOL-Kontrollen in Thüringen sind ein Warnsignal. Nicht, weil jetzt plötzlich jeder E-Scooter-Fahrer unter Generalverdacht stehen sollte. Sondern weil sie zeigen, dass es weiterhin zu viele vermeidbare Verstöße gibt.

    Tuning im öffentlichen Straßenverkehr, fehlende Versicherung, technische Mängel, Fahren zu zweit und Minderjährige unter 14 Jahren auf E-Scootern – das sind keine Kleinigkeiten. Das sind genau die Punkte, die der gesamten Szene schaden.

    Ich sage es ganz deutlich: Wer so unterwegs ist, fährt nicht rebellisch. Er fährt gegen die Zukunft der E-Scooter.

    Denn jede Kontrolle, jeder Unfall und jede Polizeimeldung wird Teil der politischen Debatte. Und wenn wir wollen, dass E-Scooter ernst genommen werden, müssen wir selbst dafür sorgen, dass sie nicht als rollendes Problem wahrgenommen werden.

    Mehr Kontrollen allein lösen nicht alles. Aber sie zeigen, wo es hakt.

    Jetzt liegt es an uns als Szene, als Fahrer, als Händler, als Hersteller, als Tester und als Community, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

    Ich will keine pauschalen Verbote. Ich will keine E-Scooter-Hetze. Ich will auch keine Politik, die aus jedem Einzelfall ein neues Regelpaket baut.

    Aber ich will, dass wir ehrlich bleiben.

    E-Scooter haben eine Zukunft. Aber nur, wenn wir aufhören, den Gegnern dieser Mobilitätsform ständig neue Munition zu liefern.

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