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    Startseite | Technik und Innovation | Bandit9 EVE x (RED): Das futuristische 125ccm-Motorrad im Faktencheck
    Technik und Innovation

    Bandit9 EVE x (RED): Das futuristische 125ccm-Motorrad im Faktencheck

    18. Juni 2026
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    Bandit9 EVE x (RED): Was hinter dem viralen Design-Motorrad steckt – Fakten, Technik, Preis, Kritik und Deutschland-Einschätzung.
    Neun Stück weltweit, 7075-Aluminium und 125ccm: Ich ordne die Bandit9 EVE x (RED) kritisch ein.
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    1 Technische Eckdaten laut offizieller Bandit9-Seite
    2 Augment 360
    3 Egret GTC
    4 Futura Dora
    5 Egret GTS
    6 Cmacewheel V20
    7 Futura Dora

    Warum mich die Bandit9 EVE x (RED) sofort gepackt hat

    Manchmal scrolle ich durch Facebook oder Instagram und bleibe wirklich hängen. Nicht, weil wieder irgendein Hersteller die nächste „revolutionäre“ Reichweite verspricht. Nicht, weil ein Datenblatt mit 38 Assistenzsystemen um sich wirft. Sondern weil da plötzlich ein Fahrzeug steht, das nicht aussieht wie ein Motorrad aus dem Jahr 2026, sondern wie ein Objekt aus einem Science-Fiction-Film.

    Genau das ist mir bei der Bandit9 EVE x (RED) passiert.

    Dieses Motorrad wirkt auf den ersten Blick wie ein fliegender Aluminium-Torpedo auf zwei Rädern. Glatt, tief, brutal reduziert. Keine typische Tankform, keine klassische Seitenlinie, keine Retro-Spielerei, sondern eine Form, die fast schon unverschämt selbstbewusst sagt: „Ich bin nicht für jeden gebaut.“

    Und genau da wird es spannend.

    Denn hinter diesem viralen Bild steckt nicht einfach irgendein Render-Konzept. Die Bandit9 EVE x (RED) ist laut Hersteller ein streng limitiertes Sondermodell, gebaut in Zusammenarbeit mit (RED), der Organisation, die von Bono und Bobby Shriver gegründet wurde und unter anderem Projekte gegen AIDS unterstützt. Bandit9 nennt für die EVE x (RED) einen Preis von 25.900 US-Dollar, eine Limitierung auf nur neun Einheiten weltweit und eine Spende von 14.000 US-Dollar pro verkauftem Motorrad an (RED).

    Aber jetzt kommt der Punkt, an dem ich direkt kritisch werde: Dieses Motorrad sieht aus wie Zukunft. Es klingt vom Namen her fast wie ein Elektrofahrzeug. EVE, RED, Aluminium, futuristische Optik – da denkt man schnell an Elektromobilität. Tatsächlich ist die EVE x (RED) nach den offiziellen technischen Daten aber kein Elektro-Motorrad, sondern ein 125ccm-Viertakt-Motorrad mit Verbrennungsmotor.

    Und damit sind wir mitten in der eigentlichen Geschichte.

    Wenn euch solche besonderen Fahrzeuge, Design-Studien und Mobilitätsideen interessieren, dann lohnt sich natürlich auch ein Blick auf unseren Kanal: 👉 Scooterhelden abonnieren 👈. Denn genau solche Fahrzeuge zeigen, wie emotional Mobilität sein kann – aber eben auch, wie wichtig eine ehrliche Einordnung ist.

    Was ist die Bandit9 EVE x (RED) überhaupt?

    Die Bandit9 EVE x (RED) ist eine Sonderedition der EVE-Baureihe von Bandit9. Bandit9 selbst beschreibt sich nicht einfach als Motorradhersteller, sondern eher als eine Art skulpturales Fahrzeug-Atelier. Das merkt man sofort. Hier geht es nicht primär um Alltag, Zuladung, Topcase, Verbrauch oder Werkstattnetz. Hier geht es um Design, Symbolik und ein Fahrzeug als Kunstobjekt.

    Laut Bandit9 basiert die EVE x (RED) auf der ikonischen EVE beziehungsweise EVE Odyssey, die Bandit9 als museumstaugliches Motorrad beschreibt. Die EVE Odyssey wird auf der offiziellen Seite ebenfalls mit 25.900 US-Dollar angegeben, ist ebenfalls auf neun Einheiten limitiert und nutzt laut Datenblatt einen 125ccm luftgekühlten Viertaktmotor.

    Die x-(RED)-Variante setzt auf eine auffällige rote Seitenfläche mit vietnamesischer Lackkunst. Bandit9 spricht von bis zu 20 Schichten Harz, die nacheinander aufgetragen und poliert werden. Das ist nicht einfach „roter Lack“, sondern soll bewusst Handwerkskunst, Tiefe und Exklusivität transportieren.

    Der Kern des Fahrzeugs ist aber die Form.

    Die EVE x (RED) ist laut Bandit9 um einen eigenen Box-Frame herum aufgebaut und besitzt eine Unibody-Karosserie aus 7075-Aluminium. Dieses Material wird gerne als „space grade“ beziehungsweise luft- und raumfahrtnahe Aluminiumlegierung beschrieben. Bandit9 nutzt genau dieses Material auch als Teil der Geschichte: weniger Motorradverkleidung, mehr nahtlose Skulptur.

    Und ja, das funktioniert visuell.

    Ich kann gar nicht so tun, als wäre ich davon nicht beeindruckt. Dieses Ding sieht anders aus. Nicht ein bisschen anders. Sondern radikal anders.

    Bandit9: Motorradhersteller oder Kunstatelier?

    Um die EVE x (RED) zu verstehen, muss man Bandit9 verstehen.

    Bandit9 wurde laut eigener Darstellung 2011 gegründet und versteht sich als Marke, die die Grenzen dessen verschieben will, was ein Motorrad sein kann. Der Gründer und Designchef Van Daryl Vicente Villanueva kommt aus der Design- und Kreativwelt, unter anderem mit Hintergrund als Creative Director in der Werbung. Bandit9 beschreibt seine Fahrzeuge als Werke an der Schnittstelle von Science-Fiction, Kunst und moderner Technik.

    Das ist wichtig, weil man sonst mit der falschen Erwartung an dieses Motorrad herangeht.

    Wer die EVE x (RED) wie eine Honda CB125R, Yamaha XSR125 oder ein normales 125er-Pendlerfahrzeug bewertet, wird sie nicht verstehen. Und wer sie wie ein alltagstaugliches Elektromobilitäts-Produkt einordnet, liegt ebenfalls daneben.

    Bandit9 baut Fahrzeuge, die eher in eine Galerie, ein Designmuseum oder in die Garage eines Sammlers passen. Die Marke verweist selbst darauf, dass eigene Arbeiten in Institutionen und Sammlungen wie dem Petersen Automotive Museum, dem Barber Motorsports Museum, dem Haas Moto Museum, QAGOMA, MoMA und der M.A.D. Gallery vertreten beziehungsweise ausgestellt oder gesammelt wurden.

    Das erklärt auch, warum viele Menschen bei diesen Fahrzeugen emotional reagieren.

    Wir sehen jeden Tag Motorräder, E-Scooter, E-Bikes und Roller, die funktional sein wollen. Praktisch. Vergleichbar. Preis-Leistungs-stark. Die EVE x (RED) macht genau das Gegenteil. Sie sagt nicht: „Ich bin der beste Deal.“ Sie sagt: „Schau mich an.“

    Und ganz ehrlich: In einer Welt, in der viele Fahrzeuge immer ähnlicher aussehen, hat das schon eine gewisse Kraft.

    Die technischen Daten: Schön, aber nicht ohne Fragezeichen

    Kommen wir zu den harten Fakten. Und hier wird es interessant, weil ich nicht einfach die Marketingfolie abschreiben möchte.

    Auf der offiziellen Bandit9-Seite werden für die EVE x (RED) technische Daten genannt, die sehr klar nach 125ccm-Leichtmotorrad klingen: luftgekühlter Viertaktmotor, 125ccm Hubraum, Viergang-Getriebe, manuell oder halbautomatisch, Mikuni-Vergaser, Kettenantrieb, 110 km/h Höchstgeschwindigkeit, 8 Liter Tankinhalt und 120 Kilogramm Gewicht.

    Technische Eckdaten laut offizieller Bandit9-Seite

    BereichAngabe
    ModellBandit9 EVE x (RED)
    Preis25.900 US-Dollar
    Limitierung9 Stück weltweit
    Motorluftgekühlter Viertaktmotor
    Hubraum125ccm
    Getriebe4-Gang, manuell / halbautomatisch
    SystemMikuni-Vergaser
    AntriebKette
    Höchstgeschwindigkeit110 km/h / 68 mph
    Tank8 Liter
    Gewicht120 kg / 265 lbs
    Länge x Breite x Höhe2200 x 800 x 750 mm
    Sitzhöhe710 mm
    BremsenScheibenbremsen vorne und hinten
    FederungCustom-Teleskopgabel, Monoshock hinten
    Besonderheit7075-Aluminium-Unibody, rote Lackkunst

    Für mich klingt das erstmal nach einem sehr exklusiven, sehr teuren 125er-Motorrad. Und genau da muss man ehrlich bleiben: Technisch ist das keine Leistungsrevolution. 125ccm, 110 km/h Spitze, Vergaser, Viergang – das ist nicht der Teil, der dieses Fahrzeug besonders macht.

    Besonders ist die Form, das Material, die Verarbeitung, die Limitierung und die Geschichte.

    Aber: Auf derselben offiziellen EVE-x-(RED)-Seite taucht weiter unten ein zweiter Spezifikationsblock auf, in dem plötzlich 201 km/h Höchstgeschwindigkeit, 0–100 km/h in 3,3 Sekunden, 110 bhp und 65,8 ft-lb Drehmoment stehen.

    Und da werde ich skeptisch.

    Diese Werte passen nicht zu einem 125ccm-Viertakter. Sie passen eher zu einem deutlich stärkeren Motorrad-Projekt, möglicherweise zu einem anderen Bandit9-Modell wie einer Ducati-Basis. Auch in Suchergebnissen zu Bandit9 tauchen diese Leistungswerte im Umfeld anderer Bandit9-Posts auf.

    Meine Einordnung deshalb: Für die EVE x (RED) würde ich aktuell die detaillierte 125ccm-Spezifikation als belastbarer ansehen, weil sie mit dem EVE-Odyssey-Datenblatt übereinstimmt. Die 201-km/h-Angaben würde ich nicht ungeprüft übernehmen. Genau solche Widersprüche sind der Grund, warum man bei schönen Bildern eben nicht einfach „Wow, Zukunft!“ schreien sollte.

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    Ist die EVE x (RED) ein Elektro-Motorrad?

    Nein, nach den öffentlich auffindbaren offiziellen Daten ist sie kein Elektro-Motorrad.

    Und das ist wichtig.

    Der Name EVE, die Optik, das futuristische Auftreten und sogar Begriffe wie „Innovation“ und „Purpose“ können schnell dazu führen, dass man das Fahrzeug in die E-Mobilitätsschublade steckt. Aber die technischen Daten sprechen von 125ccm, Vergaser, Tankinhalt, Viertaktmotor und Kettenantrieb.

    Für mich als jemand, der seit über elf Jahren Elektromobilität testet, ist das ein spannender Widerspruch.

    Denn optisch schreit dieses Motorrad: Zukunft.

    Technisch sagt es: klassischer Verbrenner in extremer Verpackung.

    Und genau daraus entsteht die eigentliche Debatte. Braucht Zukunft immer neue Technik? Oder reicht manchmal eine neue Form, um Menschen wieder emotional für Zweiräder zu begeistern?

    Meine ehrliche Antwort: Für die Mobilitätswende reicht Design allein nicht. Aber Design kann Menschen öffnen.

    Ein langweiliges Fahrzeug rettet die Welt nicht automatisch, nur weil es elektrisch ist. Umgekehrt ist ein wunderschönes Fahrzeug nicht automatisch zukunftsfähig, nur weil es aussieht wie aus dem Jahr 2050. Die spannende Frage ist: Was passiert, wenn man die emotionale Kraft einer Bandit9 mit einem wirklich sauberen, alltagstauglichen Elektroantrieb kombiniert?

    Da würde ich hellhörig werden.

    Für solche kritischen Einordnungen rund um E-Mobilität, E-Scooter, E-Bikes und neue Fahrzeugkonzepte lohnt sich auch unsere Übersicht mit aktuellen Aktionen: ⚡️ NEWS & GUTSCHEINE ⚡️. Denn am Ende zählt nicht nur, was schön aussieht, sondern auch, was im Alltag wirklich Sinn ergibt.

    Das Design: Warum dieses Motorrad so stark wirkt

    Die EVE x (RED) funktioniert, weil sie brutal reduziert ist.

    Viele Motorräder wollen aggressiv wirken. Sie bekommen Kanten, Flügelchen, Plastik, Spoiler, freiliegende Technik, riesige Logos und möglichst viele optische Brüche. Bandit9 macht das Gegenteil. Die EVE x (RED) ist eine lange, glatte Linie. Fast wie ein poliertes Projektil.

    Der rote Einsatz bricht diese kalte Aluminium-Ästhetik bewusst auf. Das Motorrad wirkt dadurch nicht nur technisch, sondern auch organisch. Fast wie ein Schmuckstück. Und genau das ist vermutlich der Punkt: Die EVE x (RED) will nicht nur gefahren werden. Sie will betrachtet werden.

    Bandit9 selbst beschreibt die EVE x (RED) als eine Maschine, die Aufmerksamkeit erzeugen und gleichzeitig eine Mission unterstützen soll. Die Zusammenarbeit mit (RED) ist also nicht nur ein Farbthema, sondern Teil der Positionierung.

    Ich finde das stark, aber auch gefährlich.

    Stark, weil Fahrzeuge Emotion brauchen.

    Gefährlich, weil gutes Storytelling schnell dazu führt, dass man technische Fragen übersieht.

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    Wie bequem ist dieses Motorrad wirklich? Wie fährt es sich auf schlechten Straßen? Wie alltagstauglich ist diese Sitzposition? Wie gut ist die Sichtbarkeit im Verkehr? Wie aufwendig ist Ersatzteilversorgung? Wie prüft man so ein Fahrzeug in Deutschland? Was passiert, wenn eine Sonderanfertigung nach sechs Monaten Lieferzeit nicht zulassungsfähig ist?

    Das sind die Fragen, die man sich stellen muss, sobald aus einem Bild ein Kaufinteresse wird.

    Preis, Bestellung und Limitierung: Hier wird es ernst

    25.900 US-Dollar klingen für ein Motorrad mit 125ccm erstmal absurd. Wenn man es aber als handgefertigtes Sammlerobjekt betrachtet, wird die Logik eine andere.

    Bandit9 gibt für die EVE x (RED) eine Limitierung auf neun Einheiten weltweit an. Die Fahrzeuge werden nach Bestellung gebaut, die Bauzeit soll typischerweise sechs bis acht Monate betragen. Die Zahlung ist laut Bandit9 in drei Stufen aufgeteilt: 50 Prozent Anzahlung, 25 Prozent zur Mitte und 25 Prozent vor Auslieferung. Alle Zahlungen laufen per Banküberweisung, und weil es sich um ein maßgefertigtes Fahrzeug handelt, sind Zahlungen laut Hersteller nicht erstattbar.

    Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt.

    Wer hier kauft, kauft nicht wie bei einem normalen Händler um die Ecke. Keine Probefahrt beim Vertragspartner. Keine klassische Rückgabe wie bei einem Online-Zubehörteil. Keine einfache „Dann gebe ich es halt zurück“-Mentalität. Das ist eher Kunstkauf, Auftragsfertigung und Fahrzeugimport in einem.

    Bandit9 schreibt außerdem selbst, dass Registrierung, Homologation und Compliance-Zertifizierungen nicht garantiert werden und die Verantwortung für die Straßenzulassung beim Kunden liegt.

    Das ist ehrlich vom Hersteller – aber für Käufer in Deutschland ein großes Warnschild.

    Zulassung in Deutschland: Schön kaufen heißt nicht automatisch legal fahren

    Jetzt kommen wir zu dem Teil, der für viele am Ende entscheidend ist.

    Kann man die Bandit9 EVE x (RED) in Deutschland einfach kaufen, anmelden und fahren?

    So einfach ist es wahrscheinlich nicht.

    Für importierte Fahrzeuge braucht man in Deutschland grundsätzlich eine gültige Typgenehmigung. Wenn diese nicht vorliegt, ist eine Vollabnahme beziehungsweise Einzelabnahme nach § 21 StVZO oder eine Einzelgenehmigung nach § 13 EG-FGV nötig. TÜV Rheinland und DEKRA beschreiben genau dieses Vorgehen für Importfahrzeuge ohne EG-Typgenehmigung.

    Bandit9 liefert laut eigener Aussage zwar Unterlagen wie Rechnung, Bill of Sale, Bill of Lading sowie Import- und Zollpapiere und will bei zusätzlichen Dokumenten helfen, garantiert aber keine Zulassung oder Homologation.

    Das heißt praktisch: Wer so ein Motorrad nach Deutschland holen will, sollte vor der Bestellung mit einer Prüforganisation, der Zulassungsstelle und idealerweise einem Importexperten sprechen. Nicht danach.

    Gerade bei einem Fahrzeug mit Sonderrahmen, Sonderbeleuchtung, Sonderspiegeln, individueller Karosserie, möglicherweise nicht europäischer Typgenehmigung und sehr kleiner Stückzahl kann die Zulassung kompliziert werden.

    Auch beim Führerschein müsste man sauber hinschauen. Wenn die Maschine tatsächlich als 125ccm-Leichtkraftrad eingestuft wird und die Leistungsgrenzen erfüllt, wäre grundsätzlich die Klasse A1 relevant. In Deutschland kann man mit der Schlüsselzahl B196 unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls 125er der Klasse A1 fahren; laut ADAC braucht es dafür unter anderem fünf Jahre Vorbesitz der Klasse B, ein Mindestalter von 25 Jahren und eine Fahrerschulung, wobei B196 nur in Deutschland gilt.

    Aber: Ohne saubere Fahrzeugpapiere und klare technische Einstufung bleibt das Theorie.

    Und genau deshalb würde ich dieses Motorrad nicht als „einfach kaufen und losfahren“-Fahrzeug betrachten.

    Was bedeutet die EVE x (RED) für die Mobilitätswelt?

    Ich glaube, die Bandit9 EVE x (RED) ist nicht wichtig, weil sie den Markt verändern wird.

    Dafür ist sie zu teuer, zu limitiert und zu speziell.

    Wichtig ist sie, weil sie zeigt, dass Zweiräder wieder stärker als emotionale Objekte gedacht werden können.

    In der E-Mobilität reden wir sehr oft über Reichweite, Ladezeit, Motorleistung, Drehmoment, Garantie, Akkuchemie und Software. Das ist alles wichtig. Aber manchmal fehlt mir in dieser Branche der Mut zur Form. Viele elektrische Motorräder, E-Roller und E-Bikes sehen entweder zu brav oder zu bemüht futuristisch aus. Die Bandit9 EVE x (RED) beweist, dass Minimalismus knallen kann.

    Und genau da liegt für mich der Lerneffekt.

    Stellt euch so eine Formensprache mit einem leisen, starken Elektroantrieb vor. Kein Vergaser, kein Tank, kein klassischer 125er-Motor. Stattdessen Batterie tief im Chassis, Naben- oder Mittelmotor sauber integriert, wartungsarme Technik, klare Straßenzulassung, gute Beleuchtung, ABS, Rekuperation, echtes Fahrgefühl.

    Das wäre spannend.

    Nicht als Massenfahrzeug für 2.999 Euro. Aber als Statement, dass elektrische Zweiräder nicht wie Kompromisse aussehen müssen.

    Denn seien wir ehrlich: Viele Menschen kaufen Fahrzeuge nicht nur rational. Sie kaufen ein Gefühl. Eine Geschichte. Eine Identität.

    Genau das versteht Bandit9 offensichtlich sehr gut.

    Die Charity-Komponente: Guter Zweck oder Marketing?

    Die Zusammenarbeit mit (RED) ist ein zentraler Teil der EVE x (RED). (RED) wurde 2006 von Bono und Bobby Shriver gegründet und sammelt mit Partnerprodukten Geld für globale Gesundheitsprogramme. Laut (RED) wurden bisher über 800 Millionen US-Dollar für den Global Fund generiert und mehr als 350 Millionen Menschen unterstützt.

    Bei der Bandit9 EVE x (RED) sollen laut (RED) und Bandit9 pro Motorrad 14.000 US-Dollar als definierter Erlösbetrag an (RED) gespendet werden. Wichtig ist hier die Formulierung: Es geht nicht um den gesamten Verkaufspreis von 25.900 US-Dollar, sondern um einen fest definierten Betrag von 14.000 US-Dollar pro Motorrad.

    Das finde ich transparent.

    Aber auch hier gilt: Man sollte genau lesen. „100 Prozent der Erlöse“ klingt im ersten Moment nach „alles geht an den guten Zweck“. Bandit9 und (RED) erklären aber, dass „Proceeds“ in diesem Fall als fixer Betrag von 14.000 US-Dollar pro Motorrad definiert sind. Das ist immer noch beachtlich, aber eben nicht identisch mit dem Verkaufspreis.

    Ich finde solche Kooperationen grundsätzlich gut, solange sie klar kommuniziert werden. Und hier ist die Klarstellung öffentlich auffindbar. Genau so sollte es sein.

    Alltagstauglichkeit: Vermutlich nicht die Stärke dieses Motorrads

    Jetzt mal ganz nüchtern: Würde ich die EVE x (RED) als Alltagsmotorrad empfehlen?

    Nein.

    Dafür ist sie nicht gemacht.

    Die Sitzposition wirkt extrem reduziert. Die Karosserie bietet kaum klassischen Halt. Die Form ist wunderschön, aber vermutlich nicht besonders praktisch. Der Sitz ist minimal, die Ergonomie dürfte eher sportlich bis speziell sein, und bei 120 Kilogramm Gewicht ist sie zwar leicht, aber das sagt noch nichts über Komfort, Lenkeinschlag oder Alltag auf Kopfsteinpflaster aus.

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    Auch die technische Basis ist nicht hochmodern. Ein 125ccm-Vergasermotor hat Charme, aber in einer Welt, in der selbst günstige Fahrzeuge zunehmend Einspritzung, ABS, digitale Vernetzung und klare Abgasnormen brauchen, wirkt das eher klassisch als zukunftsweisend.

    Die EVE x (RED) ist für mich deshalb kein „Mobilitätsprodukt“.

    Sie ist ein Sammlerfahrzeug.

    Ein Objekt, das man in die Garage stellt, auf Events zeigt, vielleicht bei gutem Wetter fährt und ansonsten betrachtet wie ein Stück Industrie-Design.

    Das ist völlig legitim. Aber man muss es eben so einordnen.

    Warum solche Fahrzeuge trotzdem wichtig sind

    Ich will bei aller Kritik nicht kleinreden, was Bandit9 hier macht.

    Denn solche Fahrzeuge sind wichtig.

    Nicht, weil sie praktisch sind. Sondern weil sie unsere Vorstellung verschieben.

    Viele Innovationen beginnen nicht als Massenprodukt. Sie beginnen als Übertreibung, als Kunst, als Showpiece, als provokante Idee. Und ja, manchmal bleiben sie genau dort hängen. Aber manchmal sickert etwas davon in die Serie.

    Eine mutige Linie. Ein anderes Materialgefühl. Eine neue Art, Technik zu verstecken. Eine andere Haltung zur Reduktion.

    Wenn ich mir die EVE x (RED) anschaue, denke ich nicht: „So muss jedes Motorrad aussehen.“

    Ich denke eher: „Warum sehen so viele moderne Fahrzeuge eigentlich so mutlos aus?“

    Und diese Frage ist gesund.

    Gerade im Bereich Elektromobilität brauchen wir Fahrzeuge, die nicht nur sinnvoll sind, sondern auch begeistern. Wir brauchen E-Scooter, E-Bikes, E-Roller und E-Motorräder, die technisch ehrlich sind, aber emotional nicht einschlafen. Wer Mobilitätswende will, darf Menschen nicht nur mit Verboten, Normen und Reichweitenrechnern kommen. Man muss auch Lust erzeugen.

    Die EVE x (RED) erzeugt Lust.

    Nur eben leider nicht elektrisch.

    Meine persönliche Einschätzung

    Ich feiere die Bandit9 EVE x (RED) optisch hart.

    Das ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen ich sofort Lust hätte, es mir im Detail anzusehen, darüber ein Video zu machen und mit der Kamera um jede Kante zu fahren. Diese Mischung aus Aluminium, rotem Lack, tiefer Silhouette und radikaler Reduktion ist einfach stark.

    Aber ich würde sie nicht romantisieren.

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    Sie ist kein bezahlbarer Mobilitätsretter. Sie ist kein Elektro-Motorrad. Sie ist kein unkompliziertes Importfahrzeug. Sie ist kein Fahrzeug, das man mal eben wie einen E-Scooter oder ein E-Bike online bestellt und dann am Wochenende legal durch Deutschland bewegt.

    Sie ist ein extrem limitiertes Designobjekt mit 125ccm-Technik, Charity-Komponente und vielen offenen Fragen rund um Zulassung, Alltag, Service und technische Einordnung.

    Und genau deshalb finde ich sie so spannend.

    Sie ist nicht perfekt. Sie ist nicht rational. Sie ist nicht massentauglich.

    Aber sie ist mutig.

    Und Mut fehlt vielen Fahrzeugen heute.

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    Fazit: Kunstwerk, Sammlerobjekt, Provokation – aber keine Mobilitätslösung

    Die Bandit9 EVE x (RED) ist ein faszinierendes Motorrad.

    Sie sieht aus wie Zukunft, fährt aber nach aktuellem Datenstand mit klassischer 125ccm-Verbrennertechnik. Sie ist auf neun Stück limitiert, kostet 25.900 US-Dollar, spendet laut offizieller Angabe 14.000 US-Dollar pro verkauftem Bike an (RED) und wird individuell auf Bestellung gebaut.

    Für Sammler, Designfans und Menschen, die ein fahrbares Kunstobjekt suchen, ist das ein unfassbar spannendes Projekt.

    Für normale Käuferinnen und Käufer in Deutschland ist es eher ein Traumobjekt mit vielen Fragezeichen.

    Meine größte Kritik bleibt: Die Kommunikation rund um die technischen Daten sollte sauberer sein. Wenn auf einer offiziellen Modellseite einmal 125ccm und 110 km/h stehen und weiter unten plötzlich 201 km/h und 110 bhp auftauchen, dann muss man als Journalist und als Käufer skeptisch werden. Genau solche Details entscheiden darüber, ob ein Fahrzeug nur viral aussieht oder auch sauber eingeordnet werden kann.

    Trotzdem: Die EVE x (RED) hat etwas, das viele Fahrzeuge nicht haben.

    Charakter.

    Und wenn die Elektromobilität aus solchen Designs lernt, dann könnte daraus irgendwann etwas entstehen, das nicht nur vernünftig, sondern wirklich begehrenswert ist.

    Bis dahin bleibt die Bandit9 EVE x (RED) für mich vor allem eines: ein wunderschönes, fragwürdiges, mutiges und ziemlich faszinierendes Kunstwerk auf zwei Rädern.

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