Warum mich das Hikeep MAD sofort gepackt hat
Es gibt Fahrzeuge, bei denen man nach zwei Sekunden weiß: Das Ding ist nicht gebaut worden, um möglichst unauffällig durch die Fahrradgarage zu rollen. Das Hikeep MAD Electric Dirt Bike ist genau so ein Gerät.
Ein Bike, das optisch irgendwo zwischen E-Bike, Elektro-Dirtbike, Enduro-Spielzeug und Mini-E-Motorrad steht. Kantiger Rahmen, lange Sitzbank, fette 19-Zoll-Reifen, Triple-LED-Front, massiver Akku, Hinterradnabenmotor und dieser Look, der ganz klar sagt: Ich will nicht brav sein.
Und ganz ehrlich: Genau deshalb würde ich dieses Bike in Deutschland hart feiern.
Aber jetzt kommt direkt der wichtige Punkt: Feiern heißt nicht blind kaufen. Feiern heißt auch nicht, dass man damit morgen legal über den Radweg ballert. Wer mich kennt, weiß: Ich liebe starke Elektromobilität, aber ich liebe sie nicht auf Kosten von Sicherheit, Versicherung und Rechtslage.
Das Hikeep MAD ist ein perfektes Beispiel für die Frage, die wir in Deutschland viel öfter stellen müssten: Warum schaffen wir es eigentlich so selten, spannende elektrische Leichtfahrzeuge sinnvoll zuzulassen, statt sie sofort in eine rechtliche Grauzone oder gleich ins Aus zu schieben?
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Was ist das Hikeep MAD Electric Dirt Bike?
Das Hikeep MAD Electric Dirt Bike ist kein klassisches Pedelec, wie man es aus dem deutschen Fahrradhandel kennt. Es ist auch kein normaler E-Scooter. Und es ist schon gar kein gemütliches City-Bike mit Körbchen vorne dran.
Hikeep positioniert das MAD als Electric Dirt Bike für Offroad, Trails, Schotter, Wiese, Sand, leichte Schneeverhältnisse und alles, was nicht nach glattgebügeltem Radweg aussieht. Der Hersteller nennt für das Modell unter anderem einen 60-Volt-Akku mit 80 Ah, also 4160 Wh, einen 5000-Watt-Motor mit 8000 Watt Peak, 400 Nm Drehmoment, bis zu 52 mph Höchstgeschwindigkeit, Full Twist Throttle, Shimano 7-Gang-Schaltung und 19 x 3.0 Zoll Offroad-Reifen.
52 mph sind grob 84 km/h. 240 Meilen Maximalreichweite entsprechen grob 386 Kilometern. Und spätestens an dieser Stelle muss jedem klar sein: Das ist nicht die gleiche Kategorie wie ein 250-Watt-Pedelec aus dem Fahrradladen.
Laut Hersteller wiegt das Bike 66,6 kg, die maximale Gesamtbelastung wird mit 400 lbs beziehungsweise 181 kg angegeben. Damit bewegen wir uns vom Gewicht her klar in einer Zone, die eher nach leichtem Motorrad als nach Fahrrad klingt.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick
| Punkt | Hikeep MAD Electric Dirt Bike |
|---|---|
| Motor | 5000 W Nennleistung, 8000 W Peak |
| Drehmoment | 400 Nm Herstellerangabe |
| Akku | 60 V, 80 Ah, 4160 Wh |
| Max. Reichweite | bis zu 240 Meilen / ca. 386 km Herstellerangabe |
| Höchstgeschwindigkeit | bis zu 52 mph / ca. 84 km/h Herstellerangabe |
| Reifen | 19 x 3.0 Zoll Fat Tire Offroad-Reifen |
| Schaltung | Shimano 7-Gang |
| Display | LCD Display mit App + NFC |
| Bremse | hydraulische Scheibenbremsen |
| Federung | Dual Hydraulic Suspension System |
| Gewicht | ca. 66,6 kg |
| IP-Schutz | IPX5 laut Hersteller |
| Preis | Sale-Angabe um 3.599,99 USD, je nach Aktion prüfen |
Gerade diese Kombination ist spannend. Riesiger Akku, starker Motor, Offroad-Reifen, App, NFC und ein Design, das nicht versucht, sich als Hollandrad zu verkleiden. Das ist ehrlich gesagt angenehm. Ich mag Fahrzeuge, die nicht so tun, als wären sie etwas anderes.
Das Hikeep MAD wirkt nicht wie ein Fahrrad mit etwas zu viel Motor. Es wirkt wie ein bewusst gebautes elektrisches Spaßgerät.
Hier findet ihr das Bike direkt beim Hersteller: Hikeep MAD Electric Dirt Bike ansehen
Warum ich dieses Bike in Deutschland hart feiern würde
Ich würde das Hikeep MAD in Deutschland feiern, weil es genau diesen Mut zeigt, der unserem Markt oft fehlt.
Bei uns wird Elektromobilität häufig in extrem engen Schubladen gedacht. Entweder 250-Watt-Pedelec bis 25 km/h. Oder E-Scooter mit 20 km/h, in Deutschland real meist 22 km/h durch Toleranz. Oder dann direkt Motorrad, Führerschein, Zulassung, große Hürde.
Dazwischen liegt aber eine riesige Welt.
Eine Welt für Leute, die auf privatem Gelände fahren wollen. Für Offroad-Parks. Für Campingplätze mit großen Arealen. Für Landwirte. Für Jäger, Förster, Veranstaltungsgelände, Motorsportanlagen, große Privatgrundstücke oder einfach Menschen, die elektrische Technik nicht nur als Vernunftlösung sehen, sondern auch als Erlebnis.
Und genau da trifft das Hikeep MAD einen Nerv.
Es ist elektrisch, leise im Vergleich zum Verbrenner, wartungsärmer als klassische kleine Dirtbikes, sieht brutal aus und bringt Leistungsdaten mit, die man nicht schönreden muss. 5000 Watt Nennleistung sind eine Ansage. 8000 Watt Peak sind eine Ansage. 4160 Wh Akku sind eine Ansage.
Das ist kein „Ich fahre mal eben zum Bäcker“-Fahrzeug. Das ist ein Statement.
Und weil ich seit über 11 Jahren Elektromobilität teste, sage ich auch: Genau solche Fahrzeuge sorgen dafür, dass Menschen emotional auf E-Mobilität anspringen. Nicht jeder wird durch Klimadaten überzeugt. Manche werden überzeugt, wenn sie aufsteigen, Gas geben und denken: Okay, Elektro kann ja richtig Spaß machen.
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Der rechtliche Elefant im Raum: Das ist in Deutschland kein normales E-Bike
Jetzt müssen wir sauber bleiben.
In Deutschland gilt ein normales Pedelec rechtlich nur dann als Fahrrad, wenn der Motor nur beim Treten unterstützt, die Motorleistung maximal 250 Watt beträgt und die Unterstützung spätestens bei 25 km/h endet. Eine Schiebe- oder Anfahrhilfe bis 6 km/h ist erlaubt. Unter diesen Bedingungen braucht man keine Fahrerlaubnis, keine Versicherung und darf Radwege nutzen.
Das Hikeep MAD liegt davon meilenweit entfernt.
Wir sprechen hier nicht über 250 Watt. Wir sprechen über 5000 Watt Nennleistung. Wir sprechen nicht über Unterstützung bis 25 km/h. Wir sprechen über eine Herstellerangabe von bis zu 52 mph. Und wir sprechen über Full Twist Throttle, also Gasgriff-Fahren ohne klassische Pedalpflicht.
Damit ist für mich klar: Wer dieses Bike einfach als normales E-Bike behandelt, hat das Thema nicht verstanden.
Auch als S-Pedelec wäre das Hikeep MAD in dieser Form nicht einfach einzuordnen. S-Pedelecs erreichen bis zu 45 km/h, zählen zu den Kleinkrafträdern, benötigen eine Betriebserlaubnis, Versicherungskennzeichen, Fahrerlaubnis der Klasse AM und einen geeigneten Helm. Radwege sind damit tabu. Die Verbraucherzentrale nennt für S-Pedelecs zudem bis zu 4000 Watt und Abschaltung spätestens bei 45 km/h.
Das MAD liegt mit 5000 Watt Nennleistung und bis zu rund 84 km/h darüber. Rein technisch wirkt das eher wie ein kleines elektrisches Motorrad oder ein Offroad-E-Dirtbike, nicht wie ein S-Pedelec.
Und als E-Scooter im Sinne der eKFV ist es natürlich ebenfalls nicht zu sehen. Elektrokleinstfahrzeuge nach deutscher eKFV brauchen unter anderem Lenk- oder Haltestange, 6 bis maximal 20 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, maximal 500 Watt Nenndauerleistung und eine ABE beziehungsweise Einzelbetriebserlaubnis.
Kurz gesagt: Auf öffentlichen Straßen, Radwegen und Feldwegen ist das Hikeep MAD in Deutschland ohne passende Zulassung, Versicherung und Fahrzeugpapiere nicht einfach legal nutzbar.
Warum ich trotzdem nicht mit dem Finger wedeln will
Jetzt könnte man natürlich sagen: „Dann ist das Ding für Deutschland uninteressant.“
Und genau da widerspreche ich.
Denn ein Fahrzeug kann spannend sein, auch wenn es aktuell nicht sauber in unser deutsches Regelwerk passt. Vielleicht sogar gerade deshalb. Das Hikeep MAD zeigt nämlich, wie groß die Lücke zwischen technischer Realität und deutscher Regulierung geworden ist.
Die Technik ist da. Die Nachfrage ist da. Der Wunsch nach leichten, elektrischen, leistungsstarken Fahrzeugen ist da. Aber unser System sortiert oft noch sehr grob: Fahrrad, Kleinkraftrad, Motorrad. Fertig.
Was fehlt, ist eine moderne Zwischenwelt.
Warum gibt es nicht viel mehr legale elektrische Offroad- und Leichtmotorrad-Konzepte? Warum ist die Grenze zwischen 25 km/h Pedelec und 45 km/h S-Pedelec so hart? Warum schaffen wir es nicht, leistungsstarke Fahrzeuge über klare technische Anforderungen sauber auf private, gewerbliche oder spezielle Nutzungsbereiche zu bringen?
Ich sage nicht, dass jeder 16-Jährige mit 8000 Watt Peak über den Radweg fahren soll. Um Gottes Willen, nein.
Ich sage aber: Es wäre falsch, solche Fahrzeuge reflexartig nur als Problem zu sehen. Sie können auch ein Hinweis darauf sein, dass unser Mobilitätsrecht zu langsam auf neue Fahrzeugideen reagiert.
Die Reichweite: 240 Meilen klingen brutal, aber bitte realistisch bleiben
Die 240 Meilen Maximalreichweite sind natürlich ein Brett. Auf dem Papier sind das rund 386 Kilometer. Das klingt erstmal komplett verrückt.
Aber hier muss man skeptisch bleiben.
Solche Maximalreichweiten entstehen fast immer unter idealen Bedingungen: Pedal Assist, moderates Tempo, leichter Fahrer, ebene Strecke, optimaler Reifendruck, wenig Wind, perfekte Temperaturen. Sobald man mit Gasgriff, hohem Tempo, Gelände, Steigungen, weichem Untergrund oder schwerem Fahrer unterwegs ist, sieht die Welt anders aus.
Ich sage es mal so: 4160 Wh sind ein riesiger Akku. Der ist wirklich beeindruckend. Aber Physik bleibt Physik.
Wenn man 60, 70 oder 80 km/h fährt, wenn die Reifen im Gelände arbeiten, wenn der Motor dauerhaft hohe Leistung abruft, dann ist die Reichweite weit weg von der Marketingzahl. Das ist nicht böse gemeint. Das ist bei E-Scootern, E-Bikes, E-Mopeds und Elektroautos genauso.
Trotzdem bleibt der Akku für mich eines der Highlights. 4160 Wh in so einem Fahrzeug bedeuten: Da ist echte Energiereserve da. Gerade für Offroad, lange Touren auf Privatgelände oder sportliche Nutzung ist das ein wichtiger Punkt.
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5000 Watt, 8000 Watt Peak und 400 Nm: Klingt brutal, muss aber eingeordnet werden
5000 Watt Nennleistung und 8000 Watt Peak sind Zahlen, die in der E-Bike-Welt sofort Aufmerksamkeit erzeugen.
Zum Vergleich: Ein normales deutsches Pedelec hat 250 Watt Nenndauerleistung. Natürlich haben moderne Mittelmotoren kurzzeitig deutlich mehr Unterstützung, aber rechtlich bleibt die 250-Watt-Klasse der Standard. Das Hikeep MAD spielt in einer komplett anderen Liga.
Auch die 400 Nm Drehmoment klingen gigantisch. Trotzdem muss man hier vorsichtig sein. Drehmomentangaben bei Nabenmotoren lassen sich nicht einfach mit Mittelmotor-Drehmoment am Fahrrad vergleichen. Entscheidend ist am Ende, was am Rad passiert, wie die Motorsteuerung arbeitet, wie sauber die Leistung dosiert wird und wie stabil das Fahrwerk bleibt.
Ein starkes Elektro-Dirtbike muss nicht nur Power haben. Es muss kontrollierbar sein.
Und das ist der Punkt, der mich bei so einem Bike besonders interessieren würde: Ist die Leistung fein dosierbar? Kommt sie brutal digital oder sauber progressiv? Wie verhält sich das Hinterrad auf losem Untergrund? Wie gut arbeiten Bremse und Federung zusammen? Wie warm wird der Controller bei langer Belastung?
Die technischen Daten machen Lust. Aber erst ein echter Test zeigt, ob aus Leistung auch Fahrqualität wird.
Fahrwerk und Reifen: Genau hier entscheidet sich, ob es Spielzeug oder ernsthaftes Fahrzeug ist
Die Optik allein reicht nicht.
Ein Dirtbike muss einstecken können. Schotter, Wurzeln, kleine Kanten, ausgewaschene Wege, lose Steine, schnelle Richtungswechsel. Das sieht auf Bildern immer cool aus, aber die Wahrheit liegt im Fahrwerk.
Hikeep verbaut vorne und hinten ein hydraulisches Federungssystem. Der Hersteller spricht von Hydraulic + Nitrogen und hinten von einstellbaren Settings. Dazu kommen 19 x 3.0 Zoll Offroad-Reifen.
Das klingt nach einer sinnvollen Richtung. Denn bei einem Bike mit über 60 kg Gewicht und starker Motorleistung will ich kein labberiges Fahrwerk. Da will ich Stabilität. Da will ich Dämpfung. Da will ich Bremskontrolle.
Gerade bei meinem Testgewicht um die 100 kg würde mich interessieren, ob das Fahrwerk noch Reserven hat oder ob es eher auf leichtere Fahrer ausgelegt ist. Die Herstellerangabe zur Fahrergröße reicht von 5’9″ bis 6’9″, also ungefähr von 1,75 m bis über 2,05 m. Das klingt für große Fahrer erstmal gut.
Aber Größe ist nicht alles. Gewicht, Fahrstil und Untergrund entscheiden.
Bremsen: Bei der Leistung darf es keine halben Sachen geben
Bei einem Fahrzeug, das bis zu rund 84 km/h schaffen soll, sind Bremsen kein Nebenpunkt. Sie sind ein Sicherheitsbauteil erster Ordnung.
Hikeep spricht von hydraulischen Bremsen mit vergrößerten Scheiben. Das ist grundsätzlich richtig. Mechanische Billigbremsen hätten an so einem Fahrzeug für mich nichts verloren.
Aber auch hier gilt: Datenblatt ist nicht Teststrecke.
Mich würde interessieren: Wie groß sind die Scheiben wirklich? Wie standfest sind sie bei längerer Bergabfahrt? Wie gut ist die Dosierung? Wie schnell lässt sich das Bike aus höheren Geschwindigkeiten kontrolliert verzögern? Gibt es Fading? Wie stabil bleibt der Rahmen beim harten Anbremsen?
Ein Elektro-Dirtbike darf gerne wild aussehen. Aber es darf sich nicht wild anfühlen, wenn man bremsen muss.
Genau das ist der Unterschied zwischen „geiles Spielzeug“ und „ernsthaftes Fahrzeug“.
App, NFC und LCD: Moderne Features, aber bitte nicht als Feigenblatt
Das Hikeep MAD kommt laut Hersteller mit LCD Display, App-Anbindung und NFC. Per NFC-Karte oder App kann das Bike entsperrt werden. Das klingt modern und passt zum Anspruch.
Ich mag solche Features, wenn sie zuverlässig funktionieren. Keyless Access ist praktisch. Eine App kann nützlich sein, wenn sie Fahrdaten, Akkuinfos, Fehlermeldungen und Supportzugang bietet.
Aber ich bin auch skeptisch.
Bei Importfahrzeugen und internationalen Online-Bikes frage ich immer: Wie lange wird die App gepflegt? Gibt es Serverabhängigkeiten? Funktioniert die Verbindung stabil? Gibt es Ersatzteile? Gibt es deutschsprachigen Support? Was passiert nach zwei Jahren?
Smart Features sind schön. Aber ein Fahrzeug muss auch dann noch nutzbar sein, wenn die App mal nicht perfekt läuft.
Darum wäre für mich bei einem Deutschland-Launch wichtig: klare Ersatzteilversorgung, transparente Akkuinfos, saubere Dokumentation, EU-konforme Unterlagen und ein Servicekonzept.
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Für wen wäre das Hikeep MAD wirklich interessant?
Das Hikeep MAD ist kein Bike für jeden. Und das ist gut so.
Ich sehe mehrere Zielgruppen:
Erstens Menschen mit privatem Gelände. Wer eine große Fläche hat, einen Hof, einen Park, ein Eventgelände oder ein abgesperrtes Areal, kann mit so einem Fahrzeug richtig Spaß haben.
Zweitens Offroad-Fans, die elektrische Alternativen zu kleinen Verbrenner-Dirtbikes suchen. Weniger Lärm, weniger klassische Wartung, sofortiges Drehmoment.
Drittens Technikfans, die genau solche Grenzfahrzeuge spannend finden. Nicht, weil sie illegal fahren wollen, sondern weil sie sehen wollen, wohin sich leichte Elektromobilität entwickelt.
Viertens Gewerbe und Spezialanwendungen. Große Campingplätze, Motorsportanlagen, Industrieareale, Land- und Forstwirtschaft mit klarer Genehmigung, Veranstaltungslogistik. Dort können leise, starke elektrische Zweiräder durchaus Sinn ergeben.
Für den klassischen Pendler in der Stadt ist das Hikeep MAD dagegen Quatsch. Zu schwer, zu auffällig, rechtlich nicht passend, zu viel Leistung für Radwege und Alltagsverkehr.
Und genau diese Einordnung ist wichtig. Nicht jedes spannende Fahrzeug muss ein Alltagsfahrzeug sein.
Was müsste passieren, damit ich das Bike in Deutschland noch mehr feiern würde?
Ich würde mir eine echte Deutschland- oder EU-Version wünschen.
Nicht einfach den US-Offroad-Shop nehmen, Container öffnen, verkaufen und dann dem Kunden überlassen, wie er damit klarkommt. Das wäre zu billig gedacht.
Ich würde mir drei saubere Varianten wünschen.
Eine reine Offroad-Version, klar gekennzeichnet, nur für Privatgelände und abgesperrte Strecken. Mit deutlichem Hinweis, dass öffentliche Straßen tabu sind.
Eine L1e-B-Version bis 45 km/h mit passender EU-Typgenehmigung, Versicherung, Licht, Spiegeln, Blinker, Kennzeichenhalter, Reifenfreigabe und allem, was dazugehört. L1e-B ist im EU-System die typische Moped-/S-Pedelec-Zone bis 45 km/h und bis 4 kW Dauerleistung; stärkere oder schnellere Fahrzeuge rutschen in andere Motorradklassen.
Und vielleicht sogar eine A1-nahe L3e-Version, also eher als kleines elektrisches Motorrad. Dann wäre das Ding nicht mehr für Radwege gedacht, sondern ganz klar für die Straße mit Führerschein, Zulassung und Schutzkleidung.
Das wäre ehrlich. Das wäre sauber. Und das wäre in meinen Augen zukunftsfähig.
Deutschland braucht nicht mehr Grauzone. Deutschland braucht bessere Kategorien.
Warum dieses Bike eine größere Debatte auslöst
Das Hikeep MAD ist für mich nicht nur ein Produkt. Es ist ein Symptom.
Es zeigt, dass Elektromobilität längst mehr kann als brave City-Fahrzeuge. Es zeigt, dass Akku, Motor und Steuerung inzwischen in Leistungsklassen angekommen sind, die früher kleinen Verbrennern vorbehalten waren.
Aber es zeigt auch, dass wir rechtlich und kulturell oft nicht wissen, was wir damit anfangen sollen.
Wir sagen gern: Elektromobilität soll attraktiv werden. Aber sobald sie emotional, stark und wild wird, bekommen viele sofort Bauchschmerzen.
Natürlich müssen Regeln sein. Natürlich darf kein 80-km/h-E-Dirtbike auf den Radweg. Natürlich braucht es Versicherung, Fahrerlaubnis und technische Anforderungen. Aber das sollte nicht bedeuten, dass solche Konzepte pauschal verschwinden müssen.
Mein Wunsch wäre: mehr Mut zur sauberen Zulassung. Mehr Mut zu neuen Fahrzeugklassen. Mehr Mut, elektrische Leichtfahrzeuge nicht nur als Problem zu sehen, sondern als Chance.
Denn am Ende brauchen wir nicht nur das nächste SUV mit Elektroantrieb. Wir brauchen auch leichte, effiziente, spaßige, bezahlbare und emotionale Fahrzeuge.
Und genau da trifft das Hikeep MAD einen Punkt.
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Mein Fazit: Ich würde es feiern, aber nicht schönreden
Das Hikeep MAD Electric Dirt Bike ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen mein E-Mobilitäts-Herz sofort anspringt.
Der Look ist stark. Die Daten sind brutal. Der Akku ist riesig. Die Leistung ist weit jenseits dessen, was man in Deutschland normalerweise mit dem Wort E-Bike verbindet. Und genau deshalb finde ich es spannend.
Aber ich würde es nicht als normales E-Bike verkaufen. Ich würde es nicht als Radweg-Fahrzeug darstellen. Und ich würde niemandem empfehlen, damit einfach ungeklärt im öffentlichen Verkehr herumzufahren.
Für Deutschland wäre dieses Bike in seiner aktuellen Form vor allem eins: ein elektrisches Offroad- und Spaßgerät für privates Gelände oder abgesperrte Strecken.
Richtig spannend würde es werden, wenn Hikeep daraus eine saubere EU-Version machen würde. Mit Zulassung. Mit Papieren. Mit klarer Fahrzeugklasse. Mit Service. Mit Ersatzteilen. Mit ehrlicher Kommunikation.
Dann könnte das Hikeep MAD mehr sein als nur ein verrücktes Internet-Bike. Dann könnte es ein Vorbild dafür werden, wie elektrische Leichtfahrzeuge in Zukunft aussehen könnten: stark, emotional, technisch spannend und trotzdem rechtlich sauber.
Und ja, genau so ein Bike würde ich in Deutschland hart feiern.
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