125er-Boom 2026: Neuzulassungen steigen um 58% – E-Motorräder werden zum echten Trend
Der Markt für Leichtkrafträder erlebt 2026 einen bemerkenswerten Aufschwung: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Neuzulassungen von 125ccm-Motorrädern in Deutschland um 57,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen, die MOTORRAD im April 2026 veröffentlichte, zeigen nicht nur ein massives Wachstum in dieser Fahrzeugklasse – sie offenbaren auch einen klaren Trend: Elektrisch angetriebene 125er-Modelle gewinnen deutlich an Bedeutung.
Für alle, die mit dem A1- oder B196-Führerschein elektrisch unterwegs sein wollen, bedeutet das: Die Auswahl wird größer, die Hersteller investieren massiv, und die Technik macht echte Sprünge. Wir zeigen, welche E-Motorräder aktuell auf den Markt kommen, warum gerade die 125er-Klasse boomt und für wen sich der Umstieg lohnt.
Warum boomt die 125er-Klasse gerade jetzt?
Der Anstieg um fast 58 Prozent im ersten Quartal 2026 ist kein Zufall. Mehrere Faktoren treiben die Nachfrage nach Leichtkrafträdern:
- B196-Führerschein: Seit der Einführung der Schlüsselzahl 196 können Autofahrer mit vier Theoriestunden und fünf Fahrstunden à 90 Minuten ohne Prüfung ein 125er-Motorrad fahren. Das senkt die Einstiegshürde massiv.
- Mobilitätswende: Gerade in Städten suchen Pendler nach Alternativen zum Auto. Ein 125er ist kompakt, günstig im Unterhalt und braucht wenig Parkraum.
- Elektrische Modelle: Neue E-Motorräder wie die KTM Freeride E, Honda WN7 oder Stark Varg bringen moderne Technik in die A1-Klasse – ohne Schalten, ohne Wartung, mit hoher Alltagstauglichkeit.
- Vielfalt im Segment: Von sportlichen Naked Bikes über Enduros bis zu Supermotos – die Modellpalette wächst stetig.
Besonders interessant: Enduros und Supermotos dominieren die Top 10 der Neuzulassungen, dicht gefolgt von Naked Bikes und Scramblern. Das zeigt: Käufer wollen nicht nur Mobilität, sondern auch Spaß und Vielseitigkeit.
Elektrische 125er: Die wichtigsten Neuheiten 2026
Während klassische Verbrenner-Modelle wie die Yamaha WR 125 R (4.999 Euro) oder die QJMotor COV 125 (3.999 Euro) weiterhin gefragt sind, ziehen vor allem die elektrischen Neuzugänge die Aufmerksamkeit auf sich:
KTM Freeride E 2027 – Das straßenzugelassene Elektro-Enduro
Die KTM Freeride E, ursprünglich für 2025 geplant, wurde im April 2026 offiziell gelauncht – mit der Modellbezeichnung „2027″. Das zeigt: KTM hat sich Zeit genommen, die Technik zu verbessern. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
- Motor: 8,3 kW Dauerleistung (11 PS), 19,2 kW Spitzenleistung (26 PS)
- Gewicht: Nur 112 kg
- Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h
- Straßenzulassung: Ja, für A1 und B196
- Preis: 9.999 Euro (plus Liefernebenkosten)
Die Freeride E ist ein klares Statement: Sie vereint Offroad-Spaß mit Straßentauglichkeit und zeigt, dass elektrische Enduros nicht mehr nur Konzepte sind, sondern Realität.
Honda WN7 – Der erste Serien-Elektromotorrad von Honda
Honda geht 2026 mit der WN7 in Serie. Das Modell wurde bereits Ende 2025 als Serienversion des EV Fun Konzepts vorgestellt und wird seit Anfang 2026 ausgeliefert:
- Motor: Wassergekühlter Elektromotor mit 18 kW Dauerleistung (24 PS) oder 11 kW (15 PS) für die 125er-Version
- Spitzenleistung: 50 kW (68 PS) – entspricht einer 600er Verbrenner
- Besonderheit: Zwei Versionen verfügbar – eine für A1/B196, eine für A2
- Preis: Ab 14.990 Euro (Österreich)
Die WN7 zeigt Hondas Einstieg in die Elektromobilität und bringt bewährte Qualität in die E-Motorrad-Welt. Für viele Käufer ist das ein wichtiges Argument: Ein etablierter Hersteller mit funktionierendem Händlernetz und Service.
Royal Enfield Flying Flea C6 – Retro-Design trifft Elektro
Royal Enfield startet 2026 mit der Flying Flea C6 eine eigene Elektro-Submarke. Die C6 bietet:
- Leistung: 125er-Klasse (11 kW)
- Reichweite: Bis zu 150 km im Stadtverkehr
- Design: Mix aus progressiven und Retro-Elementen, Trapezgabel
- Preis: Rund 7.000 Euro
Die C6 spricht vor allem Design-Bewusste an, die ein elektrisches Motorrad mit Charakter suchen.
Stark Varg – Elektro-Power für Offroad-Fans
Die Stark Varg ist zwar primär als Offroad-Maschine bekannt, wird aber zunehmend auch als A1-homologiertes Modell angeboten. Mit 11 kW Dauerleistung, aber einem Leistungsversprechen, das man in der Klasse sonst nicht findet, ist sie eine spannende Alternative für alle, die Leistung und Agilität suchen.
Warum E-Motorräder in der 125er-Klasse Sinn machen
Elektrische 125er haben gegenüber Verbrennern klare Vorteile:
- Keine Kupplung, kein Schalten: Gerade für Einsteiger oder Wiedereinsteiger ist das ein riesiger Pluspunkt. Du konzentrierst dich aufs Fahren, nicht aufs Bedienen.
- Niedrige Betriebskosten: Strom ist günstiger als Benzin, Wartung beschränkt sich auf Reifen, Bremsen und Kette (wenn vorhanden).
- Umweltfreundlich: Keine lokalen Emissionen, leiser Betrieb.
- Drehmoment ab 0 U/min: Elektromotoren liefern ihre volle Kraft sofort – das macht Ampelstarts und Stadt-Verkehr deutlich entspannter.
Aber: E-Motorräder in der 125er-Klasse haben oft moderate Leistung. Das ist einerseits Einschränkung, andererseits aber auch ideal für Fahranfänger, die sich erst an Motorräder gewöhnen wollen.
Klassische Verbrenner bleiben stark – aber Elektro holt auf
Trotz des E-Trends dominieren klassische Verbrenner noch immer den Markt. Modelle wie die Yamaha WR 125 R (4.999 Euro), Kawasaki Ninja 125 oder Suzuki GSX-R125 sind nach wie vor Bestseller. Warum?
- Preis: Viele Verbrenner starten unter 5.000 Euro – E-Modelle liegen oft deutlich darüber.
- Reichweite: Mit vollem Tank kommst du mit einem Verbrenner problemlos 300-400 km weit. E-Motorräder schaffen im Stadtverkehr 150 km, auf der Landstraße eher 80-100 km.
- Infrastruktur: Tankstellen gibt es überall, Ladestationen nicht.
Dennoch: Der Anteil elektrischer Modelle wächst. Hersteller wie Honda, KTM und Royal Enfield setzen auf Elektro, weil sie den Trend erkennen – und weil gerade junge Käufer zunehmend nach nachhaltigen Alternativen suchen.
B196 und A1 – Welcher Führerschein passt zu dir?
Um ein 125er-Motorrad zu fahren, brauchst du entweder den A1-Führerschein oder die Schlüsselzahl 196 im Autoführerschein. Hier die Unterschiede:
A1-Führerschein
- Mindestalter: 16 Jahre
- Ausbildung: Theorie- und Praxisprüfung
- Gültigkeit: International
- Vorteil: Du kannst später auf A2 und dann A aufsteigen
B196-Führerschein
- Voraussetzung: Führerschein Klasse B seit mindestens 5 Jahren
- Ausbildung: 4 Theoriestunden à 90 Minuten, 5 Fahrstunden à 90 Minuten
- Keine Prüfung
- Gültigkeit: Nur in Deutschland
- Kosten: 700-900 Euro plus städtische Gebühren für Eintragung
Für viele Autofahrer ist B196 der schnellste und günstigste Weg, um ein 125er-Motorrad zu fahren. Aber Achtung: Im Ausland darfst du damit kein Motorrad fahren.
Für wen lohnt sich ein elektrisches 125er-Motorrad?
Elektrische 125er sind nicht für jeden die richtige Wahl. Hier ein ehrlicher Überblick:
Ein E-Motorrad lohnt sich, wenn du:
- Kurze bis mittlere Strecken fährst: Pendeln in der Stadt, regelmäßige Strecken unter 50 km
- Zuhause oder beim Arbeitgeber laden kannst: Ohne eigene Lademöglichkeit wird es schwierig
- Wert auf niedrige Betriebskosten legst: Strom ist günstiger als Benzin, Wartung minimal
- Umweltbewusst fahren möchtest: Keine Emissionen, kein Motorenlärm
- Einfache Bedienung suchst: Kein Schalten, kein Kuppeln, kein Warmfahren
Ein Verbrenner bleibt die bessere Wahl, wenn du:
- Lange Strecken fährst: Über 100 km täglich, regelmäßige Überlandfahrten
- Keine Lademöglichkeit hast: Wohnst du zur Miete ohne Garage, wird das Laden zum Problem
- Budget-orientiert kaufst: Gute Verbrenner gibt’s ab 3.000 Euro, E-Motorräder starten bei 7.000 Euro
- Flexibilität brauchst: Tanken geht überall, Laden nicht
Was kostet ein elektrisches 125er-Motorrad wirklich?
Hier ein Überblick über die aktuellen E-Modelle und ihre Preise:
- Royal Enfield Flying Flea C6: Ca. 7.000 Euro
- KTM Freeride E 2027: 9.999 Euro
- Honda WN7 (125er-Version): Ab 14.990 Euro
- Stark Varg (A1-Version): Preis auf Anfrage
- NIU RQi Sport: Ca. 4.500 Euro (gebraucht)
Zum Vergleich klassische Verbrenner:
- Yamaha WR 125 R: 4.999 Euro
- QJMotor COV 125: 3.999 Euro
- Kawasaki Ninja 125: Ca. 4.800 Euro
Der Preisunterschied ist real. Aber: Rechne die Betriebskosten über 5 Jahre. Ein E-Motorrad kostet im Unterhalt deutlich weniger – keine Inspektionen, kein Ölwechsel, kein Luft-/Kraftstofffilter, günstigere Versicherung.
Fazit: 125er-Boom ist real – und Elektro gewinnt an Bedeutung
Die Zahlen lügen nicht: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Neuzulassungen von 125ccm-Leichtkrafträdern um fast 58 Prozent. Das ist nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern Ausdruck einer echten Nachfrage. Gründe dafür sind der B196-Führerschein, die wachsende Vielfalt an Modellen und die zunehmende Attraktivität elektrischer Antriebe.
Elektrische 125er wie die KTM Freeride E, Honda WN7 oder Royal Enfield Flying Flea C6 bringen moderne Technik in die A1-Klasse und zeigen: E-Motorräder sind keine Nische mehr, sondern werden zum festen Bestandteil des Marktes. Sie sind leise, günstig im Unterhalt und umweltfreundlich – aber auch teurer in der Anschaffung und eingeschränkter in der Reichweite.
Wer vor der Entscheidung steht, sollte ehrlich abwägen: Wie weit fahre ich täglich? Kann ich zuhause laden? Brauche ich Flexibilität für Langstrecken? Wer diese Fragen mit „kurze Strecken, ja, nein“ beantwortet, findet mit einem elektrischen 125er eine starke Alternative zum Verbrenner – und trägt nebenbei zur Mobilitätswende bei.
Der 125er-Markt 2026 ist vielfältiger denn je. Und das ist eine gute Nachricht für alle, die elektrisch, günstig und unkompliziert unterwegs sein wollen.
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