Augment 360 im Unboxing: Dieses faltbare 45-km/h-E-Moped ist anders als alles, was wir sonst testen
Der Augment 360 ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen man beim ersten Auspacken kurz stehen bleibt und sich fragt: Was ist das jetzt eigentlich genau?
Ein E-Scooter? Nein.
Ein klassischer E-Roller? Auch nicht so richtig.
Ein kleines Moped? Ja, schon eher.
Aber dann wieder faltbar, extrem kompakt, mit dicken Reifen, Sitzbank, herausnehmbarem Akku und einem Design, das eher nach urbanem Mobilitätskonzept als nach klassischem Roller aussieht.
Genau deshalb war das Unboxing für mich so spannend. Ich habe in den letzten elf Jahren wirklich viele Fahrzeuge gesehen. E-Scooter mit ABE, E-Bikes, E-Roller, skurrile Prototypen, solide Alltagsgeräte, überteuerte Lifestyle-Produkte und Fahrzeuge, die auf Bildern besser funktionieren als in der Realität. Beim Augment 360 hatte ich aber direkt dieses Gefühl: Das Ding will nicht einfach nur ein weiteres Fahrzeug sein. Es will eine Lücke schließen.
Und diese Lücke ist interessant.
Denn viele Menschen wollen heute kein Auto mehr für jeden Kurzweg nutzen. Gleichzeitig ist ein normaler E-Scooter nicht für jeden passend. Zu klein, zu wackelig, keine Sitzposition, begrenzter Komfort, oft zu wenig Präsenz im Verkehr. Ein klassischer 45-km/h-E-Roller wiederum ist oft deutlich schwerer, braucht mehr Stellfläche und wirkt im Alltag nicht immer so unkompliziert, wie man es sich vorstellt.
Hier kommt der Augment 360 ins Spiel.
Er fährt in Deutschland als 45-km/h-Version, ist als Kleinkraftrad gedacht, wiegt laut Augment 36 kg mit einem Akku, soll rund 50 km Reichweite im Alltag schaffen und lässt sich nach der Fahrt zusammenklappen und drinnen verstauen. Die deutsche Produktseite nennt aktuell 1.890 Euro oder eine Finanzierung ab 56,70 Euro pro Monat.
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Was ist der Augment 360 eigentlich?
Der wichtigste Punkt zuerst: Der Augment 360 ist kein klassischer E-Scooter mit ABE.
Das muss man klar sagen, weil die Optik erstmal verwirren kann. Er ist zwar kompakt, elektrisch, urban und deutlich kleiner als ein normaler Roller. Aber in Deutschland wird er aktuell als 45-km/h-Kleinkraftrad angeboten. Das bedeutet: Versicherungskennzeichen, Helm, Fahrerlaubnis AM oder entsprechende Berechtigung, und grundsätzlich Fahrbahn statt Radweg.
Genau dieser Punkt macht ihn spannend, aber auch erklärungsbedürftig.
Viele Leserinnen und Leser suchen nach „E-Scooter mit Sitz“ oder „schneller E-Scooter“, landen dann bei solchen Fahrzeugen und denken: Super, endlich legal schneller als 20 km/h. Ganz so einfach ist es nicht. Der Augment 360 spielt rechtlich in einer anderen Liga. Er ist eher ein extrem kompakter E-Moped-Ansatz als ein Elektrokleinstfahrzeug.
Und das ist gar nicht negativ gemeint.
Im Gegenteil: Ich finde es gut, wenn Hersteller nicht versuchen, die eKFV irgendwie auszureizen oder über Grauzonen zu kommen. Der Augment 360 geht einen anderen Weg. Er sagt im Grunde: Wir bauen ein kleines E-Moped, aber so kompakt, dass es in den Alltag von Menschen passt, die keinen Rollerparkplatz, keine Garage und keinen Bock auf ein großes Fahrzeug haben.
Das ist ein ehrlicher Ansatz.
Aber er bringt auch Verantwortung mit. Wer so ein Fahrzeug kauft, muss wissen, was er kauft.
Mein erster Eindruck aus dem Unboxing
Beim Auspacken wirkt der Augment 360 deutlich hochwertiger, als man es bei diesem ungewöhnlichen Konzept vielleicht erwartet.
Auf Bildern kann man dieses Fahrzeug leicht unterschätzen. Da sieht es fast spielerisch aus. In echt steht da aber kein Spielzeug. Die breiten Reifen, der stabile Rahmen, die große Sitzbank und die integrierte Lichtanlage geben dem Ganzen eine ziemlich erwachsene Wirkung.
Besonders auffällig sind die Reifen. 120/90-R10 ist für so ein kompaktes Fahrzeug eine Ansage. Augment spricht von speziell entwickelten Reifen mit stabiler Seitenwand, die Komfort, Kontrolle und ein ruhigeres Fahrgefühl unterstützen sollen.
Optisch macht das extrem viel aus. Der Augment 360 sieht dadurch nicht aus wie ein dünnbeiniger City-Scooter, sondern eher wie ein kleines futuristisches Moped mit Fatbike-Anmutung.
Auch die Sitzbank ist ein Thema. Sie ist nicht einfach nur ein Not-Sitz, sondern ein zentraler Bestandteil des Fahrzeugs. Darunter sitzt der Bereich für Akku und Stauraum. Im Unboxing wirkte das alles durchdachter, als ich es bei manchen „wir machen mal schnell ein cooles Micro-Mobility-Produkt“-Projekten erlebt habe.
Vorne sitzt ein vertikales Lichtmodul im Rahmen. Hinten ist die Rückleuchte sehr elegant unter der Sitzbank integriert. Auf den Bildern sieht man gut, wie kompakt und aufgeräumt das Heck wirkt. Die Blinker- und Rücklichtintegration ist für mich eines der Details, die zeigen: Hier wollte man nicht einfach irgendein Standardteil anschrauben.
Das Fahrzeug hat Charakter.
Und ja, ich sage es offen: So ein Ding macht im Unboxing mehr Spaß als der zehnte schwarze Standard-E-Scooter mit immer gleicher Lenkstange, immer gleichem Klappmechanismus und immer gleicher App.
Warum das Faltkonzept so wichtig ist
Das große Versprechen des Augment 360 lautet nicht nur: Ich fahre elektrisch.
Das große Versprechen lautet: Du kannst mich mitnehmen und drinnen abstellen.
Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen klassischen 45-km/h-Rollern.
Ein normaler E-Roller ist im Alltag zwar praktisch, aber er bleibt ein Roller. Er steht draußen. Er braucht Platz. Er ist Diebstahl, Wetter und Vandalismus stärker ausgesetzt. Wer in einer Stadtwohnung lebt, keinen Innenhof hat und nicht jeden Abend hoffen will, dass das Fahrzeug morgens noch unversehrt da steht, kennt das Problem.
Der Augment 360 will genau hier ansetzen.
Laut Augment misst das Fahrzeug fahrbereit 1555 × 609 × 1010 mm. Gefaltet kommt es auf 1265 × 350 × 1180 mm. Das ist natürlich nicht „Handtaschenformat“, aber es ist für ein 45-km/h-Fahrzeug bemerkenswert kompakt.
Jetzt muss man aber ehrlich bleiben: 36 kg trägt man nicht entspannt durch die halbe Stadt.
Das ist kein E-Scooter, den man mal eben über die Schulter wirft. Wer das erwartet, wird enttäuscht. Aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist eher: kurze Schwellen, ein paar Meter schieben, in den Lift bekommen, im Büro abstellen, im Keller verstauen, im Hausflur sicher parken.
Und genau da kann das Konzept Sinn ergeben.
Ich würde den Augment 360 also nicht als „tragbares Moped“ verkaufen, sondern als „verstaubares E-Moped“. Das ist für mich die ehrlichere Beschreibung.
Technische Daten des Augment 360 im Überblick
Die folgenden Daten stammen aus der deutschen Augment-Produktseite und sind wichtig, wenn man den Augment 360 realistisch einordnen will. Preise, Lieferzeiten und Ausstattungen können sich natürlich ändern, deshalb vor der Bestellung immer direkt beim Hersteller prüfen.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Fahrzeugart | Typgenehmigtes 45-km/h-Kleinkraftrad |
| Geschwindigkeit | 45 km/h Version für Deutschland |
| Reichweite | ca. 50 km mit einem Akku |
| Gewicht | 36 kg mit einem Akku, 31 kg ohne Akku |
| Akkugewicht | 5,2 kg |
| Ladegerät | 84 V / 2,9 A im Lieferumfang |
| Ladezeit | ca. 4,5 Stunden von leer auf voll |
| Reifen | 120/90-R10 |
| Bremsen vorne | Hydraulische 200-mm-Scheibenbremse mit 4 Kolben |
| Bremsen hinten | Hydraulische Scheibenbremse mit 2 Kolben |
| Schutzklasse | IPX4 |
| Nutzergewicht | bis zu 100 kg |
| Preis | 1.890 Euro oder Finanzierung ab 56,70 Euro/Monat |
| Start | per NFC-Schlüssel |
| Akku | herausnehmbar, 21700-Lithium-Ionen-Zellen |
| App | Fahrmodi, Einstellungen, Diebstahlschutz |
Gerade die Kombination aus 45 km/h, großen Reifen, hydraulischen Bremsen und faltbarer Bauweise macht den Augment 360 so ungewöhnlich.
Natürlich muss der Fahrtest zeigen, wie sich das auf der Straße wirklich anfühlt. Auf dem Papier und im Unboxing wirkt die Basis aber erstaunlich rund.
Rechtlich wichtig: Das ist kein Radweg-Fahrzeug
Hier müssen wir ganz sauber bleiben.
Der Augment 360 ist in Deutschland aktuell als 45-km/h-Kleinkraftrad erhältlich. Laut Augment braucht man für die Nutzung eine Fahrerlaubnis der Klasse AM oder eine gleichwertige Berechtigung, dazu ein Versicherungskennzeichen, eine Kfz-Haftpflichtversicherung und einen Helm.
Das deckt sich grundsätzlich mit den Regeln für Kleinkrafträder: Der ADAC nennt für Kleinkrafträder unter anderem die Pflicht zum Versicherungskennzeichen, die Fahrerlaubnisklasse AM und die Helmpflicht. Außerdem dürfen Kleinkrafträder laut ADAC weder auf Gehwegen noch auf Radwegen fahren.
Das ist wichtig.
Denn genau hier liegt eine mögliche Falle für Käuferinnen und Käufer.
Wer vom E-Scooter kommt, denkt vielleicht: Ich fahre damit wie mit meinem Scooter auf Radwegen. Nein. Genau das ist beim 45-km/h-Augment nicht der Fall. Das Ding gehört rechtlich in den Kleinkraftrad-Bereich.
Auf der einen Seite ist das positiv, weil man mit 45 km/h im Stadtverkehr deutlich besser mitschwimmen kann als mit 20 km/h. Auf der anderen Seite muss man sich auf der Fahrbahn wohlfühlen. Wer sich schon mit einem normalen E-Scooter im Mischverkehr unwohl fühlt, sollte sich sehr ehrlich fragen, ob ein 45-km/h-Moped ohne klassische Rollergröße das richtige Fahrzeug ist.
Für viele wird die Antwort trotzdem ja sein.
Aber eben nicht für alle.
Akku und Reichweite: Alltag statt Märchenwerte
Reichweite ist bei Elektromobilität immer so eine Sache.
Auf Datenblättern klingt vieles fantastisch. In der Realität kommen Fahrergewicht, Temperatur, Reifendruck, Steigungen, Stop-and-go, Gegenwind und Fahrstil dazu. Das gilt bei E-Scootern, E-Bikes, E-Rollern und natürlich auch beim Augment 360.
Augment nennt für den normalen Alltag rund 50 km Reichweite mit einem Akku. Gleichzeitig weist der Hersteller selbst darauf hin, dass Fahrstil, Gewicht, Temperatur, Steigungen und Reifendruck die Reichweite beeinflussen. Mit zwei Akkus soll man entsprechend deutlich weiter kommen.
Ich finde diese Angabe sympathischer als übertriebene Laborwerte.
50 km mit einem Akku klingt für ein 45-km/h-Cityfahrzeug sehr brauchbar. Nicht als Langstreckenfahrzeug, aber für Pendelstrecken, Einkäufe, Bahnhof, Büro, Innenstadt, Campingplatz oder den täglichen Weg durch die Stadt ist das ein relevanter Bereich.
Der Akku ist herausnehmbar und kann an einer normalen Steckdose geladen werden. Die Ladezeit liegt laut Hersteller bei etwa 4,5 Stunden mit dem mitgelieferten Ladegerät.
Das ist im Alltag ein riesiger Punkt.
Denn wer in einer Wohnung lebt, möchte nicht immer das ganze Fahrzeug zur Steckdose bringen müssen. Akku raus, mitnehmen, laden, fertig. So muss urbane Elektromobilität funktionieren.
Bremsen, Reifen und Fahrgefühl: Der spannende Teil kommt noch
Was mich beim Augment 360 besonders interessiert, ist das Fahrgefühl.
Im Stand und beim Rangieren wirkt das Fahrzeug durch die großen Reifen und den tiefen Rahmen sehr eigenständig. Es hat nicht diese schmale, nervöse E-Scooter-Anmutung. Gleichzeitig ist es auch kein massiver Roller.
Die hydraulischen Bremsen lesen sich vielversprechend: vorne eine 200-mm-Scheibenbremse mit 4 Kolben, hinten hydraulisch mit 2 Kolben.
Das ist bei 45 km/h auch wichtig.
Bei einem 20-km/h-E-Scooter wird über Bremsen oft schon heiß diskutiert. Bei 45 km/h darf das Thema keine Nebensache sein. Hier geht es nicht um Spielerei, sondern um Verkehrssicherheit. Wenn ein kompaktes Fahrzeug auf der Fahrbahn unterwegs ist, muss es kontrollierbar, berechenbar und gut verzögerbar sein.
Die Reifen dürften viel zum Komfort beitragen. 120/90-R10 ist breit, sichtbar und gibt dem Fahrzeug Stabilität. Augment beschreibt die großen Reifen und die Sitzposition als komfortabler und kontrollierter als bei einem klassischen E-Scooter.
Ob das im Alltag wirklich so überzeugt, muss der Fahrtest zeigen.
Ich bin da grundsätzlich optimistisch, aber nicht blind euphorisch. Gerade bei neuen Fahrzeugkonzepten entscheidet nicht das Datenblatt, sondern die Praxis: Wie fährt er bei 45 km/h? Wie stabil ist er bei schlechten Straßen? Wie verhält er sich beim Bremsen? Wie bequem ist die Sitzposition nach 20 Minuten? Wie gut klappt das Falten wirklich, wenn man es täglich macht?
Das sind die Fragen, die zählen.
Der Augment 360 als Alternative zum Auto?
Ich glaube nicht, dass der Augment 360 für jeden das Auto ersetzt.
Aber ich glaube, dass er für bestimmte Menschen sehr wohl kurze Autofahrten ersetzen kann.
Und das ist der entscheidende Punkt.
Wir reden oft über Mobilitätswende, aber am Ende muss ein Fahrzeug in den Alltag passen. Niemand kauft ein neues Verkehrsmittel nur, weil es theoretisch sinnvoll klingt. Es muss bequem sein. Es muss Spaß machen. Es muss sicher wirken. Es muss bezahlbar bleiben. Und es darf nicht nerven.
Der Augment 360 könnte genau dort stark sein, wo das Auto eigentlich zu groß und der E-Scooter zu klein ist.
Beispiele?
Der Weg zur Arbeit durch die Stadt.
Der Einkauf ohne Parkplatzsuche.
Der Weg zum Bahnhof.
Kurze Termine, bei denen man nicht verschwitzt ankommen will.
Pendeln zwischen Wohnung, Büro und Parkplatzproblem.
Camping oder Wohnmobil, wenn man ein kleines Zweitfahrzeug für den Platz und die Umgebung sucht.
Gerade der letzte Punkt ist spannend. Viele Wohnmobilfahrer suchen ein kompaktes Fahrzeug, das mehr kann als ein E-Scooter, aber nicht so sperrig ist wie ein großer Roller. Ob der Augment 360 dafür perfekt ist, hängt natürlich von Zuladung, Transportmöglichkeit und individueller Nutzung ab. Aber vom Konzept her passt er in diese Diskussion.
Wo ich kritisch bin
So cool ich den Augment 360 finde, ich würde ihn nicht unkritisch feiern.
Der erste Punkt ist das Gewicht.
36 kg mit Akku sind für ein 45-km/h-Moped leicht, aber für alles, was man „mitnehmen“ nennt, immer noch ordentlich. Wer viele Treppen hat, sollte sich das vorher sehr genau überlegen. In den Lift bekommen? Ja, wahrscheinlich. Drei Stockwerke tragen? Nein, danke.
Der zweite Punkt ist das Nutzergewicht.
Augment nennt bis zu 100 kg maximales Nutzergewicht. Das ist für viele absolut ausreichend, aber eben nicht für alle. Gerade größere Fahrer, schwere Rucksäcke oder zusätzliche Ausrüstung muss man ehrlich mitdenken. Ich finde, Hersteller sollten solche Grenzen nicht nur klein irgendwo aufführen, sondern Käufer sollten sie wirklich ernst nehmen.
Der dritte Punkt ist die rechtliche Einordnung.
45 km/h klingt fantastisch, aber es bedeutet Fahrbahn. Helm. Versicherung. AM. Kein Radweg. Das muss jeder wissen, bevor er bestellt.
Der vierte Punkt ist der Preis.
1.890 Euro sind für ein innovatives 45-km/h-Fahrzeug nicht absurd. Im Vergleich zu vielen E-Rollern sogar interessant. Aber es bleibt Geld. Gerade wenn man Zusatzakku, Zubehör oder Versicherung einrechnet, sollte man ehrlich kalkulieren.
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Für wen lohnt sich der Augment 360?
Der Augment 360 passt aus meiner Sicht besonders für Menschen, die ein schnelles, kompaktes und elektrisches Stadtfahrzeug suchen, aber mit einem normalen E-Scooter nicht glücklich werden.
Also für Pendlerinnen und Pendler, die mehr Stabilität und Sitzkomfort wollen.
Für Menschen, die keine Lust auf Parkplatzsuche haben.
Für Stadtbewohner ohne Garage.
Für Technikfans, die ein außergewöhnliches Fahrzeug wollen.
Für alle, die kurze Autofahrten reduzieren möchten.
Und für Leute, die ein Fahrzeug suchen, das nicht nach Standardware aussieht.
Nicht ideal ist er dagegen für Menschen, die ein ultraleichtes Fahrzeug zum Tragen suchen. Auch wer ausschließlich Radwege nutzen möchte, ist hier falsch. Und wer deutlich über dem Nutzergewicht liegt, sollte nicht schönrechnen, sondern ehrlich prüfen, ob ein anderes Fahrzeug besser passt.
Ich würde den Augment 360 auch nicht als günstigen E-Scooter-Ersatz sehen.
Er ist eher ein eigenes Mobilitätskonzept.
Und genau das macht ihn interessant.
App, NFC und Diebstahlschutz
Ein modernes Fahrzeug muss heute mehr können als nur fahren.
Augment setzt beim 360 auf App-Funktionen, Fahrmodi, Einstellungen und Diebstahlschutz. Wenn der Diebstahlschutz aktiv ist, reagiert der 360 laut Hersteller auf Bewegung und kann das Hinterrad blockieren. Außerdem startet das Fahrzeug per NFC-Schlüssel, der an das Display gehalten wird. Der Sitz öffnet per Knopfdruck, um an Akku und Stauraum zu kommen.
Das klingt durchdacht.
Aber auch hier gilt: Solche Funktionen müssen im Alltag zuverlässig sein. NFC ist praktisch, solange es sauber funktioniert. App-Steuerung ist cool, solange sie nicht nervt. Diebstahlschutz ist wichtig, ersetzt aber nie gesunden Menschenverstand, gutes Anschließen und Versicherungsschutz.
Für mich ist entscheidend: Ein Fahrzeug wie der Augment 360 wird vermutlich oft in urbanen Situationen genutzt. Genau dort ist Diebstahlschutz nicht optional, sondern kaufentscheidend.
Service, Garantie und Kaufoptionen
Augment bietet den 360 laut deutscher Produktseite als Einmalkauf, Finanzierung oder Leasing an. Außerdem nennt der Hersteller 2 Jahre Garantie und 5 Jahre Garantie auf den Aluminiumrahmen. Ein Teile-Service kann optional sein, deckt aber keine Schäden durch Unfall, Sturz oder Rahmenkollisionen ab.
Das ist wichtig, weil neue Fahrzeugkonzepte oft nicht nur am Produkt scheitern, sondern am Service danach.
Ersatzteile, Reifen, Bremsbeläge, Akku, Ladegerät, App-Support, Versicherungsabwicklung, CoC-Dokumente: Das alles muss funktionieren. Gerade bei einem Fahrzeug, das nicht an jeder Ecke steht, ist die Versorgung ein echtes Kaufargument.
Ich würde deshalb jedem raten: Vor dem Kauf nicht nur auf den Rabatt schauen, sondern auch prüfen, wie Lieferung, Service, Ersatzteile und Support geregelt sind.
Der Gutschein ist stark, keine Frage.
Aber ein guter Kauf besteht nicht nur aus einem guten Preis.
Warum der Augment 360 in Deutschland spannend ist
Deutschland ist bei Elektromobilität manchmal ein komisches Land.
Einerseits gibt es riesiges Interesse an E-Scootern, E-Bikes, E-Rollern und kleinen elektrischen Fahrzeugen. Andererseits sind die Regeln oft kompliziert, die Kategorien starr und viele spannende Fahrzeuge fallen irgendwo zwischen die Welten.
Der Augment 360 versucht nicht, sich als E-Scooter zu verkleiden.
Er geht in die 45-km/h-Kategorie und versucht, dort das Fahrzeug so klein und alltagstauglich wie möglich zu machen.
Das gefällt mir.
Denn wenn wir ehrlich sind: 20 km/h sind für viele innerstädtische Strecken okay, aber nicht immer ideal. Gerade auf längeren Wegen wird ein E-Scooter irgendwann zäh. 45 km/h sind da ein komplett anderes Fahrgefühl. Man ist nicht mehr nur auf der letzten Meile unterwegs, sondern kann echte Stadtwege abdecken.
Der Augment 360 könnte also für Menschen spannend sein, die bisher zwischen E-Scooter und E-Roller standen und bei beiden Kompromisse gesehen haben.
Zu langsam?
Zu groß?
Zu schwer?
Zu unpraktisch?
Zu unsicher abgestellt?
Genau in diese Fragen fährt der Augment 360 rein.
Unboxing-Fazit: Vielversprechend, aber der Fahrtest wird entscheiden
Nach dem Unboxing bleibe ich bei einer klaren Einschätzung: Der Augment 360 ist kein 08/15-Fahrzeug.
Er ist mutig, anders und im besten Sinne diskussionswürdig.
Ich mag das Konzept, weil es ein echtes Alltagsproblem anspricht: Mobilität in der Stadt braucht nicht immer ein Auto, aber auch nicht jeder will auf einem klassischen E-Scooter stehen. Ein kleines, faltbares 45-km/h-E-Moped kann genau die Zwischenlösung sein, nach der viele suchen.
Aber ich will auch nicht übertreiben.
Der Augment 360 muss im Fahrtest beweisen, dass das Konzept nicht nur beim Auspacken begeistert. Stabilität, Bremsen, Komfort, Reichweite, Faltmechanismus, Alltagstauglichkeit und Fahrgefühl bei 45 km/h müssen passen. Erst dann kann man wirklich sagen, ob dieses Fahrzeug ein cleverer City-Begleiter oder eher ein sehr spannendes Nischenprodukt ist.
Mein Gefühl nach dem Unboxing?
Da steckt Potenzial drin.
Richtig viel sogar.
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