Manche Fahrzeuge muss man nicht lange erklären. Man schaut sie an und weiß sofort: Das Ding will gefahren werden. Genau so ging es mir bei der HMW FoxE.
Wir waren wieder in Österreich unterwegs und haben den eScooterLaden in St. Pölten besucht. Dieses Mal stand ein Fahrzeug im Mittelpunkt, das irgendwo zwischen E-Moped, elektrischer Enduro und kompaktem E-Dirtbike seinen ganz eigenen Platz sucht.
Und natürlich wollten wir nicht einfach nur einmal um den Block fahren.
Wir haben die HMW FoxE zunächst im regulären Setup getestet und sind anschließend mit aktiviertem Power Mapping noch einmal auf die Strecke gegangen. Genau diese Art von Vergleich finde ich spannend: Nicht irgendwelche theoretischen Leistungswerte auf einem Datenblatt gegeneinander halten, sondern möglichst direkt herausfinden, was sich für den Fahrer tatsächlich verändert.
Wie reagiert die FoxE auf das Gas? Wie kontrollierbar bleibt das Motorrad? Wo merkt man das zusätzliche beziehungsweise veränderte Mapping? Und ist die reguläre HMW FoxE vielleicht schon genau so abgestimmt, wie man sie für den Alltag eigentlich braucht?
Nach über elf Jahren, in denen ich mich mit elektrischer Mobilität, E-Scootern, E-Rollern, E-Bikes und inzwischen immer häufiger auch elektrischen Motorrädern beschäftige, fasziniert mich diese Fahrzeugklasse zunehmend. Denn zwischen dem klassischen 45-km/h-Roller und einem richtigen Elektromotorrad entsteht gerade eine ziemlich interessante Nische.
Die HMW FoxE passt genau dort hinein.
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HMW FoxE: Ein E-Dirtbike, das auf die Straße darf
Der wahrscheinlich wichtigste Punkt gleich am Anfang: Die HMW FoxE Street ist kein E-Bike und auch kein klassischer E-Scooter.
Sie ist als L1e-B-Fahrzeug homologiert und gehört damit rechtlich in die Welt der Kleinkrafträder beziehungsweise Mopeds. Die aktuelle Street-Version ist auf 45 km/h ausgelegt und besitzt laut HMW eine Nenn- und Spitzenleistung von 4 kW. HMW gibt außerdem ein maximales Drehmoment am Hinterrad von 438 Nm an.
Damit ist die FoxE deutlich näher an einer kleinen elektrischen Enduro als an dem, was viele Menschen normalerweise unter einem 45-km/h-E-Roller verstehen.
Genau das macht ihren Reiz aus.
Man sitzt nicht auf einem typischen Roller mit Durchstieg, Verkleidung und Stauraum unter der Sitzbank. Vor einem steht ein Fahrzeug mit großen Stollenreifen, Motorradfahrwerk, Kettenantrieb und einer Formensprache, die ziemlich eindeutig sagt: Ich möchte auch abseits des Asphalts bewegt werden.
HMW selbst positioniert die FoxE deshalb in zwei unterschiedlichen Varianten. Die FoxE Street ist die straßenzugelassene L1e-B-Version mit 45 km/h, während die FoxE Backyard als Offroad-Version mit bis zu 80 km/h und 8 kW Spitzenleistung angeboten wird.
Diese Trennung halte ich für wichtig.
Denn im Internet wird bei elektrischen Dirtbikes gerne alles in einen Topf geworfen. Da werden 8-kW-Offroadmaschinen mit zulassungsfähigen 45-km/h-Fahrzeugen verglichen, obwohl das rechtlich und praktisch zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sind.
Bei der FoxE bekommt man dagegen eine klar definierte Street-Version.
Und genau diese haben wir uns in St. Pölten genauer angesehen.
Zu Besuch beim eScooterLaden in St. Pölten
Wer Scooterhelden schon länger verfolgt, dürfte inzwischen wissen, dass der eScooterLaden in St. Pölten für mich inzwischen eine ziemlich interessante Adresse geworden ist.
Das liegt vor allem daran, dass dort nicht einfach drei E-Scooter im Schaufenster stehen.
Das Sortiment reicht inzwischen von klassischen E-Scootern über E-Mopeds bis hin zu größeren Elektrofahrzeugen. Auch Reparatur und Ersatzteile spielen eine Rolle. Auf der aktuellen Webseite werden unter anderem E-Scooter, E-Roller, 45-km/h-E-Mopeds und weitere E-Fahrzeuge angeboten.
Gerade bei Fahrzeugen wie der HMW FoxE finde ich einen echten Händler vor Ort extrem wichtig.
Bei einem einfachen E-Scooter für 500 oder 600 Euro kann man vielleicht sagen: bestellen, auspacken und ausprobieren. Bei einem Fahrzeug für über 5.000 Euro sieht die Sache für mich anders aus.
Da möchte ich vorher wissen:
Wie sitze ich darauf?
Wie fühlt sich das Gewicht an?
Wie reagiert der Motor?
Wie gut passt die Sitzhöhe zu mir?
Wie wirkt das Fahrwerk?
Wie aggressiv oder sanft setzt der Antrieb ein?
Und vor allem: Wer hilft mir, wenn irgendwann einmal etwas nicht funktioniert?
Genau deshalb finde ich es sinnvoll, solche Fahrzeuge nicht ausschließlich nach YouTube-Videos oder technischen Daten zu kaufen, sondern tatsächlich einmal Probe zu fahren.
Die FoxE wird beim eScooterLaden derzeit ab 5.199 Euro inklusive österreichischer Umsatzsteuer zuzüglich Versand angeboten. Die Produktseite nennt für die Street-Version 45 km/h, bis zu 70 Kilometer Reichweite, 4 kW Spitzenleistung, 438 Nm Drehmoment am Hinterrad, Offroadbereifung und zwei Sitzplätze.
👉 HMW FoxE direkt beim eScooterLaden ansehen:
https://www.escooterladen.at/es/product-page/hmw-foxe
Und wer nicht online kaufen möchte: Einfach nach St. Pölten fahren und sich das Thema vor Ort anschauen.
eScooterLaden
Schulgasse 5
3100 St. Pölten
office@escooterladen.at
www.escooterladen.at
Die technischen Daten der HMW FoxE
Schaut man nur auf die Höchstgeschwindigkeit, könnte man die FoxE schnell unterschätzen.
45 km/h hören sich zunächst einmal nicht spektakulär an.
Aber bei einem solchen Fahrzeug sagt die Höchstgeschwindigkeit nur einen kleinen Teil der Geschichte aus. Viel interessanter sind für mich Drehmoment, Gewicht, Fahrwerk, Radgrößen und vor allem die Art, wie die Leistung abgegeben wird.
Die aktuell von HMW veröffentlichten technischen Daten sehen folgendermaßen aus:
| Technische Daten | HMW FoxE Street | HMW FoxE Backyard |
|---|---|---|
| Fahrzeugklasse | L1e-B | CE / Offroad |
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h | 80 km/h |
| Nennleistung | 4,0 kW | 5,7 kW |
| Spitzenleistung | 4,0 kW | 8,0 kW |
| Drehmoment Motor | 128 Nm | 159 Nm |
| Drehmoment Hinterrad | 438 Nm | 545 Nm |
| Akku | 72 V / 35 Ah | 72 V / 35 Ah |
| Akkus | 1 | 1 |
| Akku entnehmbar | Ja | Ja |
| Ladezeit | ca. 4 Stunden | ca. 4 Stunden |
| Reichweite | bis 70 km | bis 2 Stunden Fahrzeit |
| Vorderreifen | 90/100-19 | 90/100-19 |
| Hinterreifen | 90/100-16 | 90/100-16 |
| Bremse vorne | hydraulisch, 203 mm | hydraulisch, 203 mm |
| Bremse hinten | hydraulisch, 203 mm | hydraulisch, 203 mm |
| Vorderradfederung | Upside-down, voll einstellbar | Upside-down, voll einstellbar |
| Hinterradfederung | Monoshock, voll einstellbar | Monoshock, voll einstellbar |
| Sitzhöhe | 830 mm | 830 mm |
| Gewicht inkl. Akku | 78 kg | 71 kg |
| Sitzplätze | 2 | 1 |
Interessant ist übrigens das Gewicht.
In älteren Berichten zur FoxE findet man teilweise noch Werte um 72 Kilogramm. Die aktuelle offizielle HMW-Produktseite nennt für die Street-Version inzwischen 78 Kilogramm inklusive Akku. Bei technischen Daten würde ich deshalb aktuell diesen Herstellerwert zugrunde legen.
Das ist immer noch relativ leicht für ein Fahrzeug, das optisch und fahrdynamisch deutlich mehr Motorrad als Moped sein möchte.
72 Volt und 35 Ah: Rund 2,5 kWh Akku
Auch beim Akku lohnt sich ein genauer Blick.
Die FoxE besitzt einen entnehmbaren 72-Volt-Akku mit 35 Ah. Rein rechnerisch sprechen wir damit über rund 2,52 kWh nominelle Energie.
HMW gibt ungefähr vier Stunden Ladezeit an.
Der herausnehmbare Akku ist im Alltag ein wichtiger Punkt.
Nicht jeder besitzt eine Garage mit Steckdose. Wer beispielsweise in einer Wohnung lebt und das Fahrzeug draußen oder in einer Sammelgarage abstellt, kann den Akku zum Laden mitnehmen.
Allerdings sollte man sich bei elektrischen Motorrädern grundsätzlich von einer Sache verabschieden: Herstellerreichweiten sind keine Garantie.
HMW nennt für die Street-Version bis zu 70 Kilometer Reichweite.
Ob man diese 70 Kilometer tatsächlich erreicht, hängt massiv vom Einsatz ab.
Auf Asphalt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, moderaten Temperaturen und wenig Beschleunigung sieht die Welt ganz anders aus als bei ständigem Herausbeschleunigen auf einem Feldweg.
Und mit einem aggressiveren Power Mapping wird dieser Unterschied eher größer als kleiner.
Mehr Leistung entsteht schließlich nicht aus dem Nichts. Wird häufiger hohe Leistung abgerufen, steigt normalerweise auch der Energieverbrauch. Daraus folgt zwangsläufig, dass ein sportlicher Fahrstil die mögliche Reichweite reduzieren kann.
Das ist keine Kritik speziell an HMW. Das ist schlicht Physik.
Unser Test: Erst FoxE Serie, danach Power Mapping
Und damit kommen wir zu dem Teil, auf den ich bei diesem Besuch besonders gespannt war.
Wir wollten die FoxE nicht einfach nur mit Power Mapping fahren.
Mir war wichtig, vorher das reguläre Fahrzeug zu fahren.
Nur dann bekommt man überhaupt ein Gefühl dafür, was eine veränderte Abstimmung tatsächlich macht.
Also ging es zunächst mit dem normalen Setup auf die Strecke.
Und genau da merkt man schnell, dass man sich von dem Gedanken lösen sollte, eine 45-km/h-FoxE mit einem normalen 45-km/h-E-Roller gleichzusetzen.
Die Art des Fahrzeugs verändert die Wahrnehmung komplett.
Man sitzt anders.
Man bewegt das Fahrzeug anders.
Man arbeitet mehr mit dem Körper.
Der große 19-Zoll-Vorderreifen, das 16-Zoll-Hinterrad und das Motorradfahrwerk vermitteln ein vollkommen anderes Gefühl als kleine Scooterreifen.
Dazu kommt der Mittelmotor mit Kettenantrieb.
Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das wesentlich stärker nach leichtem Motorrad beziehungsweise Dirtbike aussieht und sich auch entsprechend bewegen lassen möchte.
Mir gefällt dabei besonders, dass die reguläre Street-Version nicht versucht, aus jeder Bewegung ein Spektakel zu machen.
Gerade für Fahranfänger kann eine kontrollierbare Leistungsabgabe sogar ein großer Vorteil sein.
Denn viel Leistung ist leicht auf ein Datenblatt zu schreiben.
Ein gutes Fahrzeug muss diese Leistung aber auch kontrollierbar auf den Boden bringen.
Was bedeutet Power Mapping bei der HMW FoxE?
Der Begriff Power Mapping klingt erst einmal ziemlich spektakulär.
Technisch würde ich das zunächst etwas nüchterner betrachten.
Bei einem Elektrofahrzeug wird die Charakteristik des Motors wesentlich über Controller, Software und hinterlegte Kennfelder bestimmt. Ein anderes Mapping kann beispielsweise verändern, wie stark der Motor auf eine bestimmte Gasgriffstellung reagiert oder wie dynamisch die verfügbare Leistung abgerufen wird.
Im weitesten Sinne kann man so etwas durchaus als Tuning bezeichnen.
Ich würde aber zwischen klassischem mechanischem Tuning und einer elektronischen Kennfeldanpassung unterscheiden.
Genau deshalb ist unser direkter Vergleich interessant.
Denn entscheidend ist nicht nur die Frage:
„Hat das Ding jetzt mehr Leistung?“
Viel interessanter ist:
Wie fühlt sich die Leistung an?
Setzt das Drehmoment früher ein?
Reagiert das Fahrzeug spontaner?
Ist die Gasannahme direkter?
Wie gut lässt sich die Leistung auf losem Untergrund dosieren?
Und wie verändert sich der gesamte Charakter der FoxE?
Beim direkten Wechsel zwischen regulärer Abstimmung und Power Mapping fällt genau diese veränderte Charakteristik stärker auf, als wenn man ausschließlich die gemappte Version fahren würde.
Die FoxE wirkt mit entsprechender Mapping-Abstimmung deutlich bissiger und spontaner in der Leistungsentfaltung.
Aber – und das finde ich wichtig – stärker bedeutet nicht automatisch besser.
Mehr Power ist nicht automatisch die bessere FoxE
Das klingt zunächst vielleicht merkwürdig.
Wir sind schließlich Scooterhelden. Natürlich macht Leistung Spaß.
Aber gerade bei elektrischen Dirtbikes ist ein brutaler Leistungseinsatz nicht immer das, was einen schneller oder sicherer macht.
Auf losem Untergrund braucht man Kontrolle.
Wenn das Hinterrad sofort durchdreht, bringt einem die höchste Peak-Leistung relativ wenig.
Eine gute Abstimmung bedeutet deshalb für mich nicht:
maximale Eskalation bei jeder Bewegung am Gasgriff.
Sie muss berechenbar sein.
Und genau hier kann die serienmäßige FoxE durchaus ihre Berechtigung haben.
Wer die Street-Version im Alltag fährt, auf öffentlichen Straßen unterwegs ist und gelegentlich einen Feld- oder Privatweg befährt, braucht möglicherweise überhaupt kein aggressiveres Mapping.
Wer dagegen auf abgesperrtem Gelände unterwegs ist und bewusst sportlicher fahren möchte, wird eine direktere Leistungsentfaltung vermutlich deutlich interessanter finden.
Das Entscheidende ist also nicht nur, ob sich die FoxE mit Power Mapping verändert.
Sondern für welchen Einsatz man diese Veränderung überhaupt möchte.
Ist Power Mapping legal?
Hier muss ich einen wichtigen Punkt ansprechen.
Die HMW FoxE Street besitzt ihre L1e-B-Zulassung in einer definierten Fahrzeugkonfiguration. HMW nennt für diese Version 45 km/h und 4 kW.
Eine offizielle, öffentlich zugängliche HMW-Produktbeschreibung eines sogenannten „Power Mapping“ als Bestandteil der normalen Street-Homologation konnte ich aktuell nicht finden.
Deshalb würde ich daraus keinesfalls automatisch ableiten, dass jede veränderte Leistungskennlinie im öffentlichen Straßenverkehr zulässig ist.
Wenn durch eine technische oder elektronische Änderung genehmigungsrelevante Eigenschaften eines Fahrzeugs verändert werden, kann in Österreich eine Genehmigung beziehungsweise Typisierung der Änderung erforderlich sein. Die österreichische Verwaltung nennt bei Fahrzeugumbauten unter anderem Genehmigungsnachweise und gegebenenfalls Bestätigungen beziehungsweise Gutachten als erforderlich.
Mein Rat ist deshalb ziemlich eindeutig:
Bevor ihr irgendein Power Mapping dauerhaft auf einer zugelassenen FoxE nutzt, klärt mit HMW beziehungsweise dem Fachhändler, ob genau diese Konfiguration für den öffentlichen Straßenverkehr freigegeben ist.
Unser Vergleich soll zeigen, wie sich unterschiedliche Abstimmungen fahren.
Er ist keine Aufforderung, ein zugelassenes L1e-B-Fahrzeug illegal zu entdrosseln oder außerhalb seiner Betriebserlaubnis zu bewegen.
Gerade beim Thema Tuning sollte man nicht erst nach einem Unfall feststellen, dass Versicherung und Zulassung plötzlich zu einem sehr unangenehmen Thema werden.
Fahrwerk: Hier unterscheidet sich die FoxE vom klassischen E-Moped
Ein Bereich, in dem die FoxE meiner Meinung nach besonders interessant wird, ist das Fahrwerk.
HMW verbaut vorne eine voll einstellbare Upside-down-Gabel und hinten einen ebenfalls voll einstellbaren Monoshock.
Das ist eine ganz andere Herangehensweise als bei vielen klassischen Stadt-E-Mopeds.
Dort geht es häufig in erster Linie um Komfort auf Asphalt.
Die FoxE muss dagegen mit deutlich größeren Federbewegungen, wechselndem Untergrund und einer aktiveren Fahrweise umgehen können.
Dazu kommen echte Offroadreifen in den Dimensionen 90/100-19 vorne und 90/100-16 hinten.
Schon dadurch entsteht ein ziemlich erwachsener Dirtbike-Look.
Natürlich sollte man trotzdem realistisch bleiben.
Die FoxE Backyard ist die konsequentere Offroadversion. Die Street-Version muss zusätzlich Beleuchtung, Zulassung, zwei Sitzplätze und andere Anforderungen berücksichtigen.
Aber genau diese Mischung kann für viele Käufer der interessante Punkt sein.
Man muss das Fahrzeug nicht auf einem Anhänger zum Gelände transportieren.
Mit der L1e-B-Street-Version kann man grundsätzlich legal auf der Straße zum Ziel fahren – vorausgesetzt natürlich Zulassung, Versicherung und Fahrerlaubnis passen.
Zwei hydraulische Scheibenbremsen
Auch bei den Bremsen geht HMW nicht den Weg eines einfachen Mopeds.
Vorne und hinten sitzen hydraulische Scheibenbremsen mit jeweils 203 Millimetern Durchmesser.
Das passt zum Einsatzgebiet.
Ein Fahrzeug, das auf losem Untergrund bewegt wird, benötigt nicht nur Bremsleistung, sondern vor allem eine gut dosierbare Bremse.
Gerade vorne möchte ich kontrollieren können, wie viel Bremskraft ich tatsächlich aufbaue.
Die Kombination aus großen Rädern, Dirtbike-Geometrie und hydraulischer Bremsanlage ist für mich einer der Gründe, warum die FoxE wesentlich erwachsener wirkt als viele Fahrzeuge, die lediglich optisch auf „Offroad“ getrimmt werden.
Die HMW FoxE ist sogar ein Zweisitzer
Ein Detail dürfte einige überraschen.
Die FoxE Street ist für zwei Personen homologiert.
Das ist in dieser Fahrzeugklasse ziemlich ungewöhnlich.
HMW hebt diesen Punkt selbst ausdrücklich hervor und bezeichnet die Zweisitzer-Homologation als besonderes Merkmal der Street-Version.
Ob ich persönlich mit einem Dirtbike dieser Größe dauerhaft zu zweit fahren möchte, ist eine andere Frage.
Aber die Möglichkeit ist da.
Und im Alltag erweitert das den Nutzwert deutlich.
Mal jemanden ein paar Kilometer mitnehmen?
Kein grundsätzliches Problem.
Damit ist die FoxE eben nicht nur ein Spielzeug für eine Offroadstrecke.
Sie versucht tatsächlich, Spaßgerät und Alltagsmobilität miteinander zu verbinden.
Führerschein und Zulassung in Österreich
Da wir die FoxE gerade in Österreich beim eScooterLaden getestet haben, ist natürlich auch die rechtliche Einordnung interessant.
Die Street-Version ist ein Fahrzeug der Klasse L1e-B, also ein zweirädriges Kleinkraftrad. Die österreichische Fahrzeugklasseneinteilung führt L1e-B entsprechend als „zweirädriges Kleinkraftrad“.
Für Mopeds ist in Österreich die Führerscheinklasse AM relevant. Der Erwerb der Klasse AM ist dort bereits ab 15 Jahren möglich.
Ein E-Moped beziehungsweise Elektrofahrzeug dieser Art benötigt außerdem Zulassung, Kfz-Haftpflichtversicherung und Kennzeichen. Für entsprechende Elektro-Mopeds nennt Österreich zudem Helmpflicht und die regelmäßige Begutachtung des Fahrzeugs.
Das bedeutet:
Die FoxE kann tatsächlich eine ziemlich interessante Alternative für Jugendliche sein, die noch keinen Autoführerschein besitzen und trotzdem etwas fahren möchten, das optisch erheblich erwachsener wirkt als ein klassischer Mopedroller.
Natürlich gelten je nach Land unterschiedliche Führerschein- und Zulassungsregeln. Wer die FoxE außerhalb Österreichs kauft beziehungsweise zulassen möchte, sollte deshalb immer die jeweiligen nationalen Voraussetzungen prüfen.
HMW: Eine alte österreichische Marke kommt zurück
Auch die Geschichte hinter der Marke finde ich interessant.
HMW steht ursprünglich für Halleiner Motorenwerke.
Das Unternehmen wurde bereits 1948 in Hallein im österreichischen Bundesland Salzburg gegründet und wurde insbesondere in den 1950er-Jahren durch seine Motorräder, Mopeds und den sogenannten Fuchs-Motor bekannt.
Die heutige HMW Mobility versucht diese historische Marke neu aufzubauen.
Das ist natürlich aus Marketingperspektive clever.
Traditionsmarken erzeugen Emotionen.
Aber ich finde, man sollte trotzdem sauber unterscheiden.
Ein historischer Name alleine macht ein modernes Fahrzeug nicht automatisch gut.
Entscheidend ist das Produkt, das heute auf der Straße steht.
HMW erklärt, dass die aktuellen Fahrzeuge in Österreich gestaltet und entwickelt werden.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes einzelne Bauteil oder das komplette Motorrad in Österreich produziert wird. Solche Unterschiede finde ich wichtig, weil Begriffe wie „österreichische Marke“ oder „österreichische Entwicklung“ schnell mit einer vollständig österreichischen Fertigung verwechselt werden.
Für mich zählt am Ende ohnehin etwas anderes:
Funktioniert das Fahrzeug?
Gibt es Ersatzteile?
Gibt es Händler?
Funktioniert der Service?
Und bekommt der Kunde auch in drei oder fünf Jahren noch Unterstützung?
Genau dort wird sich zeigen, wie nachhaltig der Neustart von HMW wirklich ist.
5.199 Euro: Ist die HMW FoxE ihr Geld wert?
Kommen wir zu einem schwierigen Thema.
5.199 Euro sind kein spontaner Mitnahmepreis.
Sowohl HMW selbst als auch der eScooterLaden listen die FoxE aktuell ab diesem Betrag.
Für ein 45-km/h-Fahrzeug ist das zunächst viel Geld.
Deshalb darf man die FoxE meiner Meinung nach nicht ausschließlich mit normalen E-Mopeds vergleichen.
Ein Käufer bezahlt hier auch für das Dirtbike-Konzept:
voll einstellbares Fahrwerk, große Offroadräder, Mittelmotor, Kettenantrieb, herausnehmbarer 72-Volt-Akku, hydraulische Bremsen, Zweisitzer-Homologation und eine Fahrzeugkonstruktion, die eben nicht wie ein klassischer Stadtroller aufgebaut ist.
Trotzdem bleibt die Frage berechtigt:
Brauche ich das alles?
Wer morgens acht Kilometer durch Wien oder St. Pölten ins Büro fährt, seine Einkäufe unter einer Sitzbank verstauen möchte und möglichst bequem unterwegs sein will, bekommt mit einem klassischen Elektroroller möglicherweise das sinnvollere Fahrzeug.
Wer dagegen sagt:
„Ich möchte etwas Besonderes. Ich möchte Dirtbike-Feeling. Ich möchte auch mal abseits perfekter Straßen fahren und trotzdem eine Straßenzulassung haben.“
…für den wird die FoxE wesentlich interessanter.
Das ist keine Vernunftmaschine für jeden.
Aber sie hat einen ziemlich klaren Charakter.
Und genau das fehlt vielen Elektrofahrzeugen.
Power Mapping oder Serie – was würde ich wählen?
Diese Frage lässt sich nicht für jeden gleich beantworten.
Für den öffentlichen Straßenverkehr würde ich persönlich grundsätzlich die sauber zugelassene Serienkonfiguration bevorzugen.
Das Fahrzeug bietet auch so bereits einen deutlich anderen Charakter als ein normaler 45-km/h-Roller.
Das Power Mapping ist für mich eher die interessante Demonstration dessen, was elektronische Abstimmung bei einem Elektrofahrzeug bewirken kann.
Die direkte Leistungsannahme verändert den Eindruck des Motorrads erheblich.
Gerade auf geeignetem Gelände macht eine aggressivere Abstimmung natürlich Laune.
Aber sie verlangt auch mehr Aufmerksamkeit.
Und genau das ist für mich der spannende Punkt dieses Tests:
Die gleiche Grundplattform kann sich durch ihre elektronische Abstimmung vollkommen unterschiedlich anfühlen.
Das ist etwas, das wir in den kommenden Jahren bei immer mehr Elektrofahrzeugen sehen werden.
Mechanisch bleibt vieles identisch.
Die Software entscheidet zunehmend darüber, welchen Charakter ein Fahrzeug bekommt.
Für wen ist die HMW FoxE geeignet?
Ich sehe mehrere Gruppen, für die die FoxE interessant sein könnte.
Zum einen Fahrer, die bisher mit einer klassischen 50er-Enduro oder Supermoto unterwegs waren und elektrisch fahren möchten.
Zum anderen Menschen, denen ein normaler Elektroroller einfach zu langweilig aussieht.
Und natürlich diejenigen, die ein Fahrzeug für Freizeit, Camping, Hof, große Grundstücke oder gelegentliche Offroad-Ausflüge suchen.
Gerade der herausnehmbare Akku und das relativ geringe Fahrzeuggewicht machen die FoxE dafür interessant.
Die größte Stärke ist meiner Meinung nach aber nicht irgendein einzelner technischer Wert.
Es ist das Konzept.
Die FoxE sieht nicht aus wie ein auf 45 km/h gedrosselter Stadtroller.
Sie vermittelt schon im Stand einen gewissen Spieltrieb.
Und ja – genau das darf Elektromobilität meiner Meinung nach auch.
Wir müssen nicht jedes Elektrofahrzeug ausschließlich mit Kosten pro Kilometer, CO₂-Werten und Reichweitenoptimierung begründen.
Manchmal darf ein Fahrzeug einfach Spaß machen.
Was mich an der FoxE kritisch stimmt
Bei aller Begeisterung gibt es trotzdem Punkte, bei denen ich genauer hinschauen würde.
Der erste Punkt ist die Reichweite.
Die maximal angegebenen 70 Kilometer sind ein Herstellerwert. Wer die FoxE sportlich bewegt, häufig beschleunigt oder auf schwierigem Gelände fährt, sollte meiner Meinung nach deutlich konservativer planen.
Der zweite Punkt ist der Preis.
Über 5.000 Euro bedeuten, dass Verarbeitung, Ersatzteilversorgung und Händlernetz langfristig stimmen müssen.
Der dritte Punkt betrifft das Thema Software und Mapping.
Ich finde es technisch spannend, was sich elektronisch aus einer Plattform herausholen lässt. Für Käufer muss aber jederzeit vollkommen transparent sein, welche Konfiguration straßenzugelassen ist und welche ausschließlich auf Privatgelände gehört.
Und schließlich muss sich HMW als wiederbelebte Marke langfristig beweisen.
Ein gutes Fahrzeug ist der erste Schritt.
Danach kommen Service, Ersatzteile, Garantieabwicklung und Händlerunterstützung.
Gerade deshalb halte ich einen Händler wie den eScooterLaden St. Pölten bei einem solchen Kauf für wertvoll.
eScooterLaden sucht Verstärkung
Bei unserem Besuch in St. Pölten ging es übrigens nicht ausschließlich um neue Fahrzeuge.
Der eScooterLaden wächst weiter und sucht Verstärkung.
Wer aus der Region kommt, sich für Elektromobilität interessiert und beispielsweise im Verkauf oder Werkstattbereich arbeiten möchte, sollte sich dort einfach einmal melden.
👉 Jetzt reinschauen und bewerben:
www.escooterladen.at
eScooterLaden
Schulgasse 5
3100 St. Pölten
office@escooterladen.at
Gerade wer selbst für E-Scooter, E-Roller und elektrische Motorräder brennt, dürfte hier definitiv nicht den langweiligsten Arbeitsplatz erwischen.
Mein Fazit zur HMW FoxE
Die HMW FoxE ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen ich nach einer Probefahrt ziemlich schnell verstehe, warum Menschen sich dafür begeistern können.
Sie ist nicht perfekt für jeden.
Sie ist nicht billig.
Und wer ausschließlich möglichst günstig von A nach B möchte, findet definitiv rationalere Lösungen.
Aber Rationalität ist eben nicht alles.
Die FoxE kombiniert eine 45-km/h-L1e-B-Zulassung, 4 kW Leistung, einen herausnehmbaren 72-V-Akku, voll einstellbares Fahrwerk, Offroadbereifung und eine ungewöhnliche Zweisitzer-Homologation mit einem Design, das wesentlich mehr Dirtbike als Moped schreit.
Genau deshalb fand ich unseren Vergleich in St. Pölten so spannend.
Erst regulär fahren.
Dann Power Mapping.
Und danach nicht nur fragen, welches Setup stärker ist, sondern welches Setup für welchen Einsatzzweck besser funktioniert.
Denn genau diese Frage wird bei modernen Elektrofahrzeugen immer wichtiger.
Software kann den Charakter eines Motorrads heute massiv beeinflussen.
Das Power Mapping zeigt, welches Potenzial in einer anderen Abstimmung steckt.
Für die Straße bleibt für mich aber entscheidend, dass das Fahrzeug in der genehmigten Konfiguration betrieben wird.
Und die normale FoxE Street muss sich keineswegs verstecken.
Das Ding sieht gut aus, fährt sich völlig anders als ein typisches E-Moped und bringt genau das in die Elektromobilität, was mir manchmal fehlt:
Charakter.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die HMW FoxE beim eScooterLaden in St. Pölten ansehen:
Und natürlich gilt:
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Wenn euch solche direkten Tests gefallen – erst Serie, danach Mapping und dann ohne Marketing-Blabla vergleichen – dann schaut auch beim nächsten Test wieder vorbei.
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