Wir waren wieder in Österreich unterwegs – genauer gesagt in St. Pölten bei Martin vom eScooterLaden. Und nachdem wir dort zuletzt bereits einige ziemlich spannende Fahrzeuge gefahren sind, stand diesmal ein Elektroroller auf dem Programm, den ich schon länger interessant finde: die Silence S01.
Und ich sage bewusst Elektroroller. Wer beim Begriff „E-Scooter“ noch an ein kleines Fahrzeug mit Trittbrett und 20 oder 25 km/h denkt, ist hier komplett falsch. Die Silence S01 spielt in der 125er-Klasse, leistet bis zu 9 kW, fährt bis zu 100 km/h und besitzt einen 5,6-kWh-Akku, den man tatsächlich aus dem Fahrzeug herausziehen und wie einen Trolley hinter sich herrollen kann.
Genau dieses Akkukonzept macht die S01 für mich bis heute besonders.
Denn wir reden bei Elektromobilität ständig über Reichweite, Ladezeiten und öffentliche Ladeinfrastruktur. Silence geht an das Problem etwas anders heran: Warum muss das Fahrzeug zwingend zur Steckdose, wenn ich stattdessen die Batterie zur Steckdose bringen kann?
Klingt logisch. Ist in der Praxis aber nicht ganz so simpel, wie es zunächst klingt. Dazu später mehr.
Die von uns getestete beziehungsweise beim eScooterLaden in St. Pölten aktuell angebotene Silence S01 kostet 6.290 Euro. Das aktuelle Händlerangebot nennt 7 kW Dauerleistung, 9 kW Spitzenleistung, einen 5,6-kWh-Akku, bis zu 100 km/h und eine Herstellerreichweite von 127 Kilometern. Silence Österreich führt die S01 Connected ebenfalls für 6.290 Euro und nennt dort 133 Kilometer Herstellerreichweite.
Preis und technische Daten passen damit zur Silence S01 Connected – und genau auf diese Variante konzentriere ich mich in diesem Artikel.
Wer sich die Silence S01 selbst anschauen oder eine Probefahrt vereinbaren möchte, findet Martin und sein Team hier:
👉 eScooterLaden St. Pölten
Schulgasse 5
3100 St. Pölten
Österreich
office@escooterladen.at
Der eScooterLaden bestätigt auf seiner eigenen Standortseite den Eingang in der Schulgasse 5 und bietet dort neben E-Scootern inzwischen auch E-Roller und weitere Elektrofahrzeuge an.
Silence S01: Das ist eigentlich viel mehr als nur ein Elektroroller
Die Silence S01 ist eines dieser Fahrzeuge, bei denen ich die Einordnung wichtig finde.
Sie ist kein elektrisches Moped für jemanden, der normalerweise 45 km/h fährt. Gleichzeitig ist sie aber auch kein großes Elektromotorrad, das sich mit Maschinen jenseits von 20 oder 30 kW messen möchte.
Die S01 sitzt ziemlich genau dazwischen.
Silence positioniert sie in der L3e- beziehungsweise 125er-Klasse. Die Connected-Version besitzt einen bürstenlosen Radnabenmotor mit 7 kW Dauerleistung und bis zu 9 kW Spitzenleistung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt in Österreich bei bis zu 100 km/h.
Damit wird die S01 für Pendler interessant.
Und zwar nicht nur für den klassischen Fünf-Kilometer-Arbeitsweg durch die Innenstadt.
100 km/h eröffnen eine völlig andere Nutzung. Landstraße ist kein Problem mehr, auf 70er- oder 80er-Strecken schwimmt man problemlos mit und auch ein Stück Schnellstraße wird grundsätzlich möglich, sofern es die jeweilige Straßenregelung zulässt.
Genau das ist für mich einer der größten Unterschiede zwischen einem 45-km/h-E-Roller und einer Maschine wie der Silence S01.
Ein 45er kann im Stadtverkehr fantastisch funktionieren. Sobald man aber regelmäßig aus einer Stadt herausfährt, über Land pendelt oder zwischen zwei Ortschaften unterwegs ist, kommt irgendwann dieser Moment, an dem die Begrenzung nervt.
Bei 100 km/h ist dieses Problem deutlich kleiner.
Die Silence S01 wird dadurch tatsächlich zu einer möglichen Alternative zum Zweitwagen – jedenfalls für Menschen, die überwiegend allein unterwegs sind und nicht jeden Tag einen Kofferraum brauchen.
Und genau an diesem Punkt finde ich Elektromobilität richtig spannend.
Nicht dann, wenn wir versuchen, einen zwei Tonnen schweren Verbrenner einfach durch einen zwei Tonnen schweren Stromer zu ersetzen.
Sondern dann, wenn ein wesentlich kleineres Fahrzeug plötzlich einen großen Teil der täglichen Autofahrten übernehmen kann.
Technische Daten der Silence S01 Connected
Hier zunächst die wichtigsten Daten der Version, über die wir sprechen.
| Technische Daten | Silence S01 Connected |
|---|---|
| Fahrzeugklasse | L3e / 125er-Klasse |
| Motor | bürstenloser Radnabenmotor |
| Dauerleistung | 7 kW |
| Spitzenleistung | bis 9 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | bis 100 km/h |
| Akku | Lithium-Ionen, herausnehmbar |
| Akkukapazität | 5,6 kWh |
| Herstellerreichweite | bis 133 km, Händlerangabe aktuell 127 km |
| Fahrmodi | Eco, City, Sport |
| Rückwärtsgang | ja |
| Gewicht Roller ohne Akku | ca. 111 kg |
| Akkugewicht | ca. 40–41 kg |
| Gesamtgewicht fahrbereit | rund 151–152 kg |
| Abmessungen | ca. 2.000 × 705 × 1.313 mm |
| Vorderrad | 120/70-15 |
| Hinterrad | 140/70-14 |
| Bremssystem | Scheibenbremsen mit CBS |
| Frontbremse | ca. 260 mm |
| Heckbremse | ca. 240 mm |
| Beleuchtung | LED |
| Sitzplätze | 2 |
| Stauraum | Platz für bis zu zwei Helme |
| Konnektivität | SIM-Modul / My Silence App |
| Laden | normale 230-V-Steckdose |
| Onboard-Lader | 600 W |
| Ladezeit zuhause | etwa 7–9 Stunden |
| Preis beim eScooterLaden | 6.290 Euro |
Die österreichische Silence-Seite nennt für die Connected-Version 9/7 kW, 5,6 kWh, 133 Kilometer Herstellerreichweite und 100 km/h. Das aktuelle Händlerangebot des eScooterLaden nennt bei identischem Antrieb 127 Kilometer. Silence selbst gibt für das Laden an einer normalen Steckdose mit dem integrierten 600-W-Lader derzeit ungefähr sieben bis neun Stunden an.
Dass bei Reichweitenangaben unterschiedliche Zahlen auftauchen, würde ich übrigens nicht überbewerten.
127 oder 133 Kilometer klingt im Prospekt schön. Entscheidend ist vielmehr, was im Alltag davon übrig bleibt.
Und da muss man bei jedem Elektrofahrzeug realistisch sein.
Reichweite: 133 Kilometer klingen gut – aber was bedeutet das wirklich?
Silence Österreich nennt für die S01 Connected aktuell 133 Kilometer Herstellerreichweite. Im aktuellen Angebot des eScooterLaden stehen 127 Kilometer.
Sechs Kilometer Unterschied ändern meine Kaufentscheidung nicht.
Viel entscheidender sind Geschwindigkeit, Temperatur, Fahrergewicht, Strecke, Höhenprofil und Fahrmodus.
Wer mit einem 100-km/h-Roller dauerhaft schnell fährt, darf nicht erwarten, gleichzeitig die maximale Normreichweite zu erreichen.
Das ist keine Besonderheit von Silence. Das ist Physik.
Der Luftwiderstand steigt mit zunehmender Geschwindigkeit massiv. Bei 50 km/h benötigt ein Fahrzeug deshalb deutlich weniger Energie als bei 90 oder 100 km/h.
Wer hauptsächlich innerstädtisch unterwegs ist, viele Abschnitte mit 30, 50 oder 60 km/h fährt und Rekuperation sinnvoll nutzt, wird deshalb wesentlich weiter kommen als jemand, der permanent Vollgas fährt.
Einen sehr interessanten Vergleich liefert der ältere unabhängige ÖAMTC-Elektrorollertest aus dem Jahr 2020.
Dort erreichte die damalige Silence S01 im Test eine gemessene Reichweite von 90 Kilometern bei einem Verbrauch inklusive Ladeverlusten von 5,7 kWh pro 100 Kilometer. Der ÖAMTC bewertete die Reichweite damals trotzdem ausdrücklich positiv.
Diese 90 Kilometer würde ich nicht einfach eins zu eins auf ein aktuelles 2026er Fahrzeug übertragen.
Der Test ist inzwischen mehrere Jahre alt, Software, Fahrzeuge und Homologationsangaben können sich verändert haben und Testbedingungen unterscheiden sich.
Aber genau deshalb finde ich diesen Wert interessant.
Er zeigt, warum man Reichweitenversprechen nicht blind lesen sollte.
Wenn mir jemand sagt: „133 Kilometer Reichweite“, würde ich persönlich meine tägliche Pendelstrecke nicht auf 120 Kilometer kalkulieren und hoffen, dass es schon reicht.
Wer vielleicht 20, 30 oder 40 Kilometer am Tag fährt, befindet sich dagegen in einem völlig entspannten Bereich.
Dann muss die Silence wahrscheinlich nicht einmal täglich geladen werden.
Der Trolley-Akku ist das eigentliche Highlight der Silence S01
Jetzt kommen wir zu dem Bauteil, das die Silence S01 meiner Meinung nach bis heute von vielen Konkurrenten unterscheidet.
Der Akku.
5,6 kWh Kapazität sind für einen Elektroroller dieser Klasse ordentlich. Noch spannender ist aber die Konstruktion.
Der Akku kann aus dem Roller herausgezogen werden. Dabei klappt ein Griff heraus und das Batteriepaket besitzt Rollen.
Das Ergebnis sieht ein bisschen aus wie ein extrem schwerer Reisekoffer.
Und genau das ist Absicht.
Statt 40 oder 41 Kilogramm durch die Gegend tragen zu müssen, kann man den Akku auf festem Untergrund hinter sich herziehen. Silence hat damit ein ziemlich cleveres Problem gelöst: Wie baut man einen großen Wechselakku, ohne dass der Nutzer Gewichtheber sein muss?
Auf ebener Fläche finde ich dieses System genial.
Du wohnst in einer Wohnung ohne Garage?
Akku herausziehen.
Ins Büro rollen.
An eine normale Steckdose anschließen.
Später wieder zurückrollen.
Du musst also nicht zwingend dort eine Steckdose besitzen, wo der Roller steht.
Das ist ein echter Vorteil gegenüber Elektrofahrzeugen mit fest eingebautem Akku.
Aber ich möchte gleichzeitig einen Punkt klar ansprechen, der in Werbevideos gerne etwas untergeht:
40 Kilogramm bleiben 40 Kilogramm.
Die Rollen machen den Akku nicht leicht.
Wenn du im dritten Stock eines Altbaus ohne Aufzug wohnst und diesen Akku regelmäßig eine enge Treppe hochtragen musst, würde ich vor dem Kauf unbedingt ausprobieren, ob das für dich praktikabel ist.
Auf Asphalt, im Parkhaus oder durch einen Hausflur: super.
Vier Stockwerke Treppenhaus: eine völlig andere Geschichte.
Das ist genau der Unterschied zwischen einem guten technischen Konzept und einer universellen Lösung.
Eine universelle Lösung ist der Trolley-Akku nicht.
Aber für sehr viele Menschen dürfte er wesentlich praktischer sein als ein fest verbauter Akku.
Laden an der normalen Steckdose – dafür braucht man Geduld
Ein weiterer Vorteil ist die einfache Ladeinfrastruktur.
Für die Silence S01 braucht ihr zu Hause grundsätzlich keine Wallbox.
Silence nennt einen 600-W-Lader, der in die Batterie integriert ist. Die aktuelle Herstellerangabe liegt beim normalen Laden zu Hause bei ungefähr sieben bis neun Stunden.
Das ist bequem, aber nicht schnell.
Und auch hier muss man überlegen, wie das eigene Nutzungsprofil aussieht.
Wer abends nach Hause kommt, den Akku anschließt und morgens wieder losfährt, dem können acht Stunden ziemlich egal sein.
Wer dagegen tagsüber schnell noch einmal 80 oder 100 Kilometer Reichweite nachladen möchte, wird mit 600 Watt nicht glücklich.
Der ÖAMTC maß bei seinem damaligen Test 8,7 Stunden Ladedauer. Das passt ziemlich gut zu der Größenordnung, die Silence heute selbst für das Laden zu Hause angibt.
Für mich ist das deshalb weder ein klarer Nachteil noch ein klarer Vorteil.
Es hängt komplett vom Einsatz ab.
Über Nacht laden?
Passt.
Mehrmals am Tag große Strecken fahren?
Dann würde ich sehr genau rechnen.
Fahrmodi Eco, City und Sport – plus Rückwärtsgang
Die S01 Connected verfügt über drei Fahrmodi: Eco, City und Sport. Zusätzlich gibt es einen Rückwärtsgang.
Gerade den Rückwärtsgang würde ich nicht als Spielerei abtun.
Der Roller wiegt mit Akku rund 150 Kilogramm.
Wer einmal mit einem schweren Roller leicht bergab rückwärts aus einer Parklücke musste, weiß, wie schnell so etwas unangenehm werden kann.
Eine elektrische Rangierhilfe ist dann plötzlich ziemlich angenehm.
Beim normalen Fahren lässt sich über die Modi die Charakteristik verändern.
Eco ist auf Effizienz ausgelegt.
City ist der Modus für den normalen Alltag.
Sport stellt die maximale Performance zur Verfügung.
Das ist inzwischen nichts Außergewöhnliches mehr, passt bei einem Elektroroller aber besonders gut, weil sich das Fahrverhalten eines Elektromotors über die Software sehr direkt verändern lässt.
Und 9 kW Spitzenleistung sollte man nicht unterschätzen.
Elektromotoren liefern ihre Kraft ohne Schaltvorgänge und sehr unmittelbar. Genau deshalb können Fahrzeuge, die auf dem Papier nicht nach einem Supersportler aussehen, an der Ampel erstaunlich lebendig reagieren.
Für die S01 werden je nach Version und Quelle Werte um 3,9 Sekunden von 0 auf 50 km/h genannt.
Für den Stadtverkehr ist das mehr als ausreichend.
Radnabenmotor: clever, kompakt – aber technisch nicht ohne Kompromiss
Silence sitzt der Motor nicht klassisch zentral im Rahmen.
Der bürstenlose Elektromotor befindet sich direkt am Hinterrad.
Das spart zusätzliche Übertragungselemente und schafft Platz im Fahrzeug.
Genau dadurch kann Silence unter anderem den überraschend großen Stauraum unter der Sitzbank realisieren.
Aber Radnabenmotoren haben auch konstruktive Besonderheiten.
Ein Teil der Antriebsmasse befindet sich direkt am Rad. Damit steigt die ungefederte Masse gegenüber einem Aufbau, bei dem der Motor fest im Rahmen sitzt.
Ob einen das im Alltag stört, hängt stark von Fahrwerk, Fahrbahn und persönlichem Anspruch ab.
Ich würde daraus keinen künstlichen Kritikpunkt konstruieren.
Aber ich finde, man sollte verstehen, warum Hersteller unterschiedliche Konzepte verwenden.
Der große praktische Vorteil der Silence-Lösung ist offensichtlich:
Unter der Sitzbank bleibt richtig Platz.
Zwei Helme unter der Sitzbank – das ist im Alltag Gold wert
Das Thema Stauraum wird bei Elektrorollern gerne unterschätzt.
Viele Fahrzeuge haben nämlich genau dort ein Problem, wo beim Verbrenner normalerweise Stauraum sitzt: Die Batterie braucht Platz.
Bei der Silence S01 ist das clever gelöst.
Silence Österreich wirbt damit, dass unter die Sitzbank zwei Vollvisierhelme passen. Auch der ÖAMTC lobte beim Test das große Staufach ausdrücklich.
Das klingt nach einem kleinen Detail.
Ist es aber nicht.
Wenn ich einen Roller täglich benutze, möchte ich meinen Helm nicht überall mit herumschleppen.
Und wenn ich zu zweit fahre, werden daraus plötzlich zwei Helme.
Dazu kommen Handschuhe, Regenkleidung oder kleinere Einkäufe.
Genau solche Details entscheiden darüber, ob ein Fahrzeug nach drei Monaten immer noch Spaß macht oder irgendwann nur noch nervt.
Die Silence S01 wurde offensichtlich nicht nur gebaut, um auf einem Datenblatt gut auszusehen.
Es wurde darüber nachgedacht, wie Menschen einen Roller tatsächlich verwenden.
Und das gefällt mir.
Connected: Was bringt die Silence-App?
Die für 6.290 Euro angebotene Version besitzt ein SIM-Modul für die App-Anbindung.
Über die Silence-App lassen sich unter anderem Fahrzeugdaten, Batteriestand und Fahrzeugstandort abrufen. Silence Österreich nennt beispielsweise Ladestand, Standort und weitere Fahrzeuginformationen als Funktionen der Connected-Version.
Ich halte solche Funktionen bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse inzwischen für sinnvoll.
Gerade der Standort ist interessant.
Ein Roller ist schließlich deutlich leichter zu entwenden als ein Auto.
Natürlich ersetzt eine App keine mechanische Sicherung, kein vernünftiges Schloss und keine Versicherung.
Aber zusätzliche Konnektivität ist trotzdem ein Pluspunkt.
Und sie zeigt auch, dass Silence die S01 nicht als elektrifizierten 08/15-Roller entwickelt hat.
Das Fahrzeug ist von Beginn an um ein elektrisches und digitales Konzept herum aufgebaut worden.
Bremsen: CBS ja – ABS leider nein
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, bei dem ich kritischer werde.
Die Silence S01 besitzt Scheibenbremsen vorne und hinten und ein kombiniertes CBS-Bremssystem. Silence Österreich nennt CBS serienmäßig; bei anderen technischen Unterlagen werden Scheibendurchmesser von etwa 260 Millimetern vorne und 240 Millimetern hinten angegeben.
Das CBS verteilt Bremskraft kombiniert.
Was die S01 allerdings nicht bietet, ist ein klassisches ABS.
Und bei einem Fahrzeug, das bis zu 100 km/h fährt und über 150 Kilogramm wiegt, würde ich persönlich ABS sehr begrüßen.
Der ÖAMTC hat genau diesen Punkt bereits bei seinem Vergleichstest kritisiert. Positiv war allerdings der gemessene Bremsweg: Aus 50 km/h kam die getestete S01 nach 10,2 Metern zum Stillstand.
Man muss also differenzieren.
Die Bremse kann gut verzögern.
CBS ist besser als zwei völlig unabhängig arbeitende Bremskreise ohne Unterstützung.
Trotzdem kann ein ABS gerade bei einer Schreckbremsung auf schlechtem oder nassem Untergrund einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn darstellen.
Bei 6.290 Euro hätte ich es gerne an Bord.
Was sagt eigentlich der ÖAMTC-Test wirklich?
Silence Österreich bewirbt die S01 sehr prominent als „ÖAMTC Testsieger“.
Das stimmt grundsätzlich.
Aber hier gehört für mich journalistische Einordnung dazu.
Dieser Testsieg stammt aus dem Elektrorollertest 2020.
Damals verglich der ÖAMTC unter anderem Silence S01, Govecs Schwalbe L3e, Vespa Elettrica 70, NIU NQi GT und Trinity Uranus R. Die Silence gewann mit der Gesamtnote 2,2 und der Empfehlung „gut“.
Der ÖAMTC lobte unter anderem Reichweite, Fahrleistungen, Beleuchtung, Stauraum und den herausnehmbaren Trolley-Akku.
Kritik gab es am Handling, am relativ großen Wendekreis, an der Sicht in den Rückspiegeln, am fehlenden ABS und am damals hohen Kaufpreis.
Warum erwähne ich das so ausführlich?
Weil ein Testsieger-Logo schnell so wirkt, als wäre gerade erst ein aktueller Vergleich gewonnen worden.
2020 ist inzwischen sechs Jahre her.
Das macht den Test nicht wertlos.
Im Gegenteil: Gerade weil viele der grundsätzlichen Konstruktionsmerkmale weiterhin vorhanden sind, finde ich ihn sehr interessant.
Aber ein sechs Jahre alter Testsieg ist eben kein aktueller 2026er Vergleichstest gegen alle heutigen Konkurrenten.
Diese Unterscheidung sollte man fairerweise machen.
Silence S01 Basic, Connected oder Plus – welche würde ich nehmen?
In Österreich gibt es mehrere S01-Varianten.
Das macht die Sache zunächst etwas unübersichtlich, ist für Käufer aber eigentlich ziemlich interessant.
Die S01 Basic kostet laut Silence Österreich aktuell 5.290 Euro. Sie besitzt einen kleineren 4,1-kWh-Akku, 5 kW Leistung, rund 100 Kilometer Herstellerreichweite und bis zu 85 km/h.
Die S01 Connected liegt bei 6.290 Euro. Hier bekommt man 5,6 kWh, 7 kW Dauerleistung, bis zu 9 kW Spitze, 100 km/h, die Connected-Funktionen und bis zu 133 Kilometer Herstellerreichweite.
Darüber steht die S01+ Plus für derzeit 7.490 Euro. Silence Österreich nennt unter anderem 110 km/h, 0 auf 50 km/h in 2,9 Sekunden, Pirelli-Reifen, einstellbare Premium-Federung, Sport-Scheibenbremse, Sportsitz und eine spezielle Lackierung.
Zusätzlich existiert eine auf 45 km/h begrenzte S01-50-Version. Silence Österreich nennt dafür 5.990 Euro, 4 kW und bis zu 146 Kilometer WMTC-Reichweite.
Ich persönlich sehe die Connected für 6.290 Euro als interessantesten Sweet Spot.
Die Basic ist günstiger, aber wenn ich mehrere Tausend Euro für einen Elektroroller ausgebe, möchte ich nicht unbedingt auf Akkukapazität und Höchstgeschwindigkeit verzichten.
Die Plus ist technisch natürlich reizvoller.
Aber 1.200 Euro Aufpreis gegenüber der Connected sind auch Geld.
100 km/h reichen für den Alltag in sehr vielen Fällen völlig aus.
Deshalb finde ich Martins Angebot beim eScooterLaden ziemlich passend positioniert.
Welchen Führerschein brauche ich für die Silence S01 in Österreich?
Da wir die Silence S01 in Österreich getestet haben, ist dieser Punkt besonders wichtig.
Die S01 Connected fällt in die 125er- beziehungsweise A1-Klasse.
In Österreich umfasst die Klasse A1 Motorräder bis maximal 11 kW und mit einem Leistungsgewicht von höchstens 0,1 kW/kg. Darüber hinaus können Besitzer eines B-Führerscheins unter bestimmten Voraussetzungen mit dem eingetragenen Code 111 ebenfalls Fahrzeuge der A1-Klasse fahren. Voraussetzung sind unter anderem mindestens fünf Jahre ununterbrochener Besitz der Klasse B, keine Probezeit und eine entsprechende praktische Ausbildung.
Das ist für die Silence S01 extrem interessant.
Denn damit richtet sich das Fahrzeug nicht ausschließlich an klassische Motorradfahrer.
Gerade Autofahrer, die nach einer Alternative für den Arbeitsweg suchen, könnten hier eine völlig neue Fahrzeugklasse für sich entdecken.
Wichtig: Nationale B-Führerschein-Erweiterungen gelten nicht automatisch überall in Europa gleich.
Wer mit einem entsprechenden nationalen Zusatz wie Code 111 ins Ausland fahren möchte, sollte vorher prüfen, ob die Berechtigung dort anerkannt wird. Der ÖAMTC weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Regelungen länderspezifisch sind.
Für wen ergibt die Silence S01 wirklich Sinn?
Ich sehe mehrere sehr klare Zielgruppen.
Die erste Gruppe sind Pendler.
Du fährst vielleicht täglich 15, 20 oder 30 Kilometer zur Arbeit und möchtest nicht für jede Fahrt das Auto bewegen.
Dann passt das Konzept extrem gut.
Die zweite Gruppe sind Menschen in Städten und Stadtrandlagen.
Innenstadt, Ringstraße, Bundesstraße, Nachbarort – genau dort spielt ein 100-km/h-Roller seine Vorteile aus.
Die dritte Gruppe sind Menschen ohne eigene Lademöglichkeit am Parkplatz.
Und hier kommt wieder der Trolley-Akku ins Spiel.
Wer sein Fahrzeug beispielsweise in einer Tiefgarage abstellt, dort aber keine Steckdose besitzt, kann die Batterie herausrollen und zu Hause laden.
Für diese Zielgruppe kann das tatsächlich kaufentscheidend sein.
Weniger sinnvoll finde ich die S01 dagegen für jemanden, der regelmäßig Autobahn fahren muss oder täglich sehr große Distanzen zurücklegt.
100 km/h Höchstgeschwindigkeit klingt zwar zunächst autobahntauglich.
Praktisch möchte ich mit einem Roller, der maximal ungefähr 100 km/h fährt, nicht permanent zwischen Fahrzeugen unterwegs sein, die real deutlich schneller fahren.
Die S01 ist meiner Meinung nach ein urbaner und regionaler Pendler, kein Langstrecken-Tourer.
6.290 Euro – teuer oder fair?
Jetzt kommen wir wahrscheinlich zur wichtigsten Frage.
Ist die Silence S01 6.290 Euro wert?
Billig ist sie nicht.
Für dieses Geld bekommt man auch ordentliche gebrauchte Motorräder oder Motorroller. Und selbst beim Neufahrzeugmarkt gibt es inzwischen zunehmend elektrische Konkurrenz.
Man darf aber auch nicht den Fehler machen, nur Motorleistung und Geschwindigkeit miteinander zu vergleichen.
Bei der S01 bezahlt man für ein ziemlich außergewöhnliches Gesamtkonzept.
5,6-kWh-Wechselakku.
Trolley-System.
100 km/h.
Großer Stauraum.
Zwei Sitzplätze.
App-Anbindung.
Rückwärtsgang.
LED-Beleuchtung.
CBS.
Ein Fahrzeug, das tatsächlich als tägliches Verkehrsmittel funktionieren kann.
Deshalb finde ich 6.290 Euro nicht günstig, aber nachvollziehbar.
Der entscheidende Punkt ist für mich ein anderer:
Ich würde vor einem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen.
Nicht wegen der Leistung.
Sondern wegen Sitzposition, Gewicht, Handling und Akku.
Gerade beim Trolley-System sollte man selbst ausprobieren, wie man damit im eigenen Alltag zurechtkommt.
Und genau deshalb finde ich stationäre Händler bei solchen Fahrzeugen wichtig.
Einen kleinen E-Scooter für 400 Euro kann man zur Not online bestellen und zurückschicken.
Bei einem 6.000-Euro-Elektroroller möchte ich einen Ansprechpartner haben.
Warum der eScooterLaden in St. Pölten für solche Fahrzeuge spannend ist
Genau deshalb sind wir wieder bei Martin in St. Pölten gelandet.
Der eScooterLaden hat sich in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt.
Hier stehen inzwischen nicht einfach nur klassische E-Scooter herum.
E-Roller, größere Elektrofahrzeuge und unterschiedliche Mobilitätskonzepte spielen eine immer größere Rolle. Die offizielle Website nennt ausdrücklich E-Scooter, E-Mopeds, 125er-E-Roller und weitere Elektrofahrzeuge im Sortiment.
Ich halte das für wichtig.
Denn Elektromobilität wird gerade immer vielfältiger.
Es gibt nicht das eine perfekte Elektrofahrzeug.
Für den einen ist ein E-Bike perfekt.
Der nächste braucht einen E-Scooter.
Jemand anderes möchte einen Silence S01.
Und für eine weitere Person ist vielleicht sogar ein Silence S04 Microcar die bessere Lösung.
Genau deshalb schaue ich mir solche Händler gerne vor Ort an.
Man bekommt unterschiedliche Fahrzeugkonzepte direkt nebeneinander zu sehen und kann sich selbst ein Bild machen.
Wer in Österreich unterwegs ist und sich die Silence S01 anschauen möchte:
👉 eScooterLaden – www.escooterladen.at
Schulgasse 5
3100 St. Pölten
office@escooterladen.at
Mein Tipp: Vorher kurz Kontakt aufnehmen und klären, welches Fahrzeug beziehungsweise welche Variante aktuell für eine Probefahrt verfügbar ist.
Meine Kritikpunkte an der Silence S01
Bei aller Begeisterung für das Konzept gibt es ein paar Dinge, die ich nicht schönreden möchte.
Erstens: der Akku ist schwer.
Das Trolley-System löst das Problem auf ebener Fläche hervorragend, aber nicht auf Treppen.
Zweitens: die Ladeleistung ist überschaubar.
Sieben bis neun Stunden sind über Nacht völlig okay. Für schnelles Zwischenladen ist das System aber nicht gemacht.
Drittens: kein ABS.
Bei einem 100-km/h-Fahrzeug dieser Preisklasse wäre ABS für mich ein sehr willkommenes Sicherheitsfeature. Dass der ÖAMTC diesen Punkt schon 2020 kritisierte, zeigt, dass das Thema nicht neu ist.
Viertens: 150 Kilogramm sind 150 Kilogramm.
Elektrischer Rückwärtsgang hin oder her – beim Schieben und Rangieren spürt man Gewicht.
Und fünftens:
Der Wettbewerb schläft nicht.
Was 2020 außergewöhnlich war, muss 2026 gegen einen deutlich größeren Markt bestehen.
Genau deshalb würde ich mich nicht allein von dem Schriftzug „Testsieger“ zum Kauf bewegen lassen.
Ich würde mir anschauen, wie ich das Fahrzeug wirklich nutze.
Wie weit fahre ich?
Wo lade ich?
Muss ich den Akku tragen?
Fahre ich oft zu zweit?
Brauche ich 100 km/h?
Wie wichtig ist mir ABS?
Wie sieht der Service in meiner Region aus?
Diese Fragen sind am Ende wichtiger als jede Prospektzahl.
Mein Fazit zur Silence S01 nach unserem Besuch in Österreich
Die Silence S01 ist für mich auch 2026 noch ein richtig interessantes Fahrzeug.
Nicht weil sie in jedem technischen Punkt die Konkurrenz zerstört.
Das tut sie nicht.
Sondern weil das Gesamtkonzept ungewöhnlich konsequent ist.
Ein ausgewachsener Elektroroller der 125er-Klasse mit bis zu 100 km/h, großem Stauraum, zwei Sitzplätzen, Connected-Funktionen und einem 5,6-kWh-Akku, den ich bei Bedarf einfach aus dem Roller herausziehen und zur Steckdose rollen kann.
Das hat Charme.
Und vor allem hat es einen praktischen Nutzen.
Bei 6.290 Euro beim eScooterLaden in St. Pölten ist die S01 Connected sicherlich kein Schnäppchen. Der Preis entspricht aktuell auch der offiziellen österreichischen Preispositionierung dieser Variante.
Trotzdem kann die Rechnung aufgehen.
Vor allem dann, wenn die Silence nicht als zusätzliches Spielzeug neben drei anderen Fahrzeugen steht, sondern tatsächlich Auto-Kilometer ersetzt.
Genau da beginnt für mich sinnvolle Elektromobilität.
Würde ich die S01 blind online bestellen?
Nein.
Würde ich sie Probefahren, wenn ich nach einem schnellen elektrischen Pendlerfahrzeug suche?
Unbedingt.
Denn gerade Sitzposition, Handling, Gewicht und das Akku-Trolley-System sollte man selbst erlebt haben.
Wenn ihr aus Österreich kommt oder ohnehin in Richtung St. Pölten unterwegs seid, schaut bei Martin vorbei:
👉 eScooterLaden St. Pölten
Schulgasse 5
3100 St. Pölten
office@escooterladen.at
Und natürlich werden wir uns auch weiterhin genau solche Fahrzeuge ansehen – vom E-Scooter über E-Bikes und E-Roller bis hin zu elektrischen Motorrädern und Microcars.
👉 Scooterhelden abonnieren:
https://youtube.com/@scooterhelden?sub_confirmation=1
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https://scooterhelden.de/gutscheine/
Mich interessiert vor allem eure Meinung: Wären euch 6.290 Euro für die Silence S01 das Konzept mit 100 km/h und herausnehmbarem Trolley-Akku wert – oder ist die elektrische 125er-Klasse inzwischen zu teuer geworden?

