4 Wochen Augment 360 – Warum dieser E-Roller mit 45 km/h so anders ist!
Vier Wochen mit einem Fahrzeug sind etwas völlig anderes als ein kurzer Erstkontakt. Beim ersten Test geht es meistens um technische Daten, Beschleunigung, Bremsen, Verarbeitung und natürlich den ersten Eindruck. Nach einigen Wochen stellt sich aber eine viel wichtigere Frage: Will man das Fahrzeug tatsächlich immer wieder benutzen?
Genau an diesem Punkt wird der Augment 360 für uns besonders interessant.
Denn auch nach rund vier Wochen hat sich an unserem grundsätzlich positiven Eindruck nichts geändert. Eher das Gegenteil ist der Fall. Je länger man sich mit diesem ungewöhnlichen Elektrofahrzeug beschäftigt, desto deutlicher wird, dass Augment hier nicht einfach versucht hat, einen weiteren Elektroroller auf den Markt zu bringen.
Der Augment 360 ist irgendwie ein Fahrzeug zwischen den Welten.
Zu groß und zu schnell für einen klassischen E-Scooter. Deutlich kompakter und leichter als ein typischer 45-km/h-Motorroller. Dazu ein herausnehmbarer Akku, breite Reifen, Sitz, kräftige hydraulische Bremsen und vor allem ein ungewöhnlicher Faltmechanismus.
Und dann steht da noch eine Zahl im Raum:
45 km/h.
Damit ist der Augment 360 in Deutschland kein normaler E-Scooter nach eKFV, sondern ein typgenehmigtes Kleinkraftrad. Genau deshalb eröffnet er einen völlig anderen Einsatzbereich.
Nach vier Wochen finden wir deshalb: Der Augment 360 ist eines dieser Fahrzeuge, die man nicht alleine anhand eines Datenblatts verstehen sollte. Man muss sich vielmehr anschauen, welches Problem das Konzept eigentlich lösen möchte.
Und genau das machen wir in diesem ausführlichen Erfahrungsbericht.
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Warum ein 4-Wochen-Test beim Augment 360 besonders interessant ist
Natürlich kann man einen E-Roller an einem Nachmittag testen.
Man kann ein paar Beschleunigungen fahren, eine Vollbremsung machen, ein paar Schlaglöcher mitnehmen und anschließend sagen, ob einem das Fahrzeug gefällt.
Aber gerade beim Augment 360 wäre das eigentlich zu wenig.
Denn die Besonderheit dieses Fahrzeugs ist nicht irgendeine spektakuläre Spitzenleistung.
Es ist das Gesamtkonzept.
Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht:
Ist der Augment 360 schnell?
Natürlich sind 45 km/h gegenüber einem normalen deutschen E-Scooter mit 20 km/h schnell.
Viel interessanter ist:
Wie gut lässt sich ein 45-km/h-Fahrzeug in den Alltag integrieren?
Und genau hier fängt der Augment 360 an, interessant zu werden.
Ein klassischer Motorroller braucht seinen Stellplatz. Er wiegt schnell 80, 100 oder noch deutlich mehr Kilogramm. Man stellt ihn draußen, in der Garage oder in einem entsprechenden Abstellraum ab.
Der Augment verfolgt einen anderen Ansatz.
Er wiegt laut Hersteller mit einem Akku ungefähr 36 Kilogramm, ohne Akku etwa 31 Kilogramm. Der Akku selbst bringt rund 5,2 Kilogramm auf die Waage.
36 Kilogramm sind natürlich nicht federleicht.
Niemand wird den Augment jeden Morgen fröhlich in den vierten Stock tragen.
Aber im Vergleich zu einem klassischen Motorroller ist das ein gewaltiger Unterschied.
Und genau dieser Unterschied wird im Alltag plötzlich wichtiger als irgendeine Zahl zur Motorleistung.
Ein 45-km/h-Roller, der sich zusammenklappen lässt
Der wahrscheinlich außergewöhnlichste Punkt am gesamten Augment 360 ist sein Faltmechanismus.
Normalerweise verbindet man das Wort „faltbar“ mit einem Fahrrad oder einem E-Scooter.
Bei einem Fahrzeug, das 45 km/h fährt und rechtlich als Kleinkraftrad unterwegs ist, erwartet man so etwas eher nicht.
Doch genau das ist beim Augment möglich.
Im fahrbereiten Zustand gibt Augment Abmessungen von ungefähr 1.555 × 609 × 1.010 Millimetern an. Zusammengefaltet reduziert sich das Fahrzeug auf ungefähr 1.265 × 350 × 1.180 Millimeter.
Das klingt zunächst nach irgendeiner technischen Randinformation.
Tatsächlich ist es wahrscheinlich eines der wichtigsten Merkmale des ganzen Rollers.
Denn dadurch verändert sich die Frage:
Wo parke ich meinen Roller?
zu:
Wo kann ich meinen Roller unterbringen?
Und das ist ein gewaltiger Unterschied.
Plötzlich wird ein größerer Aufzug interessant.
Ein Fahrradkeller.
Ein Abstellraum.
Eine Ecke in einer größeren Garage.
Vielleicht sogar ein Platz im Büro.
Natürlich muss jeder selbst prüfen, ob die Abmessungen zu den eigenen räumlichen Möglichkeiten passen. Aber der grundlegende Gedanke gefällt uns richtig gut.
Der Roller muss eben nicht automatisch draußen auf der Straße stehen.
Und gerade in Städten, in denen Parkplätze knapp sind und viele Menschen weder Garage noch eigenes Grundstück besitzen, ist das ein ziemlich cleverer Ansatz.
Genau diese Mischung macht den Augment 360 so besonders
Wenn wir nach vier Wochen eine Sache am Augment hervorheben müssten, wäre es nicht einmal unbedingt die Geschwindigkeit.
Es wäre die Kombination aus mehreren Eigenschaften.
Der Augment 360 verbindet Dinge, die normalerweise nicht zusammengehören:
- bis zu 45 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Sitzposition
- breite 120/90-R10-Reifen
- herausnehmbarer Akku
- hydraulische Scheibenbremsen
- vergleichsweise geringes Gewicht
- kompakte Abmessungen
- Faltmechanismus
- App-Anbindung
- NFC-Start
- typgenehmigtes Kleinkraftrad
Augment gibt für die deutsche Version eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h an. Das Modell besitzt eine EU-Typgenehmigung als L1e-B-Fahrzeug beziehungsweise Kleinkraftrad.
Und genau damit verlässt man die klassische E-Scooter-Welt.
45 km/h sind im Alltag ein gewaltiger Unterschied
Wer normalerweise E-Scooter fährt, kennt das Problem.
20 km/h funktionieren auf vielen Wegen wunderbar.
Auf einer Fahrradstraße, auf entsprechenden Radverkehrsflächen oder bei kurzen Strecken durch die Stadt kann ein E-Scooter ein fantastisches Verkehrsmittel sein.
Doch irgendwann erreicht man den Punkt, an dem 20 km/h schlicht zu langsam erscheinen.
Besonders dann, wenn längere Strecken anstehen.
Bei zehn Kilometern Arbeitsweg macht es eben einen Unterschied, ob das Fahrzeug maximal 20 oder maximal 45 km/h fahren kann.
Natürlich bedeutet das nicht, dass man mit dem Augment permanent mit Vollgas fährt.
Aber man hat die Möglichkeit.
Und genau das erweitert den Einsatzbereich enorm.
Der Augment 360 wird damit nicht nur zum Fahrzeug für den letzten Kilometer vom Bahnhof nach Hause.
Er kann selbst das Fahrzeug sein, mit dem man von zu Hause zur Arbeit fährt.
Oder zum Einkaufen.
Zu Freunden.
Zum Termin in der Innenstadt.
Zum Bahnhof.
Oder einfach für eine kleine Runde am Abend.
Augment selbst positioniert den 360 genau zwischen dem klassischen E-Scooter und einem größeren Motorroller – für Wege, bei denen ein E-Scooter zu wenig und ein Auto eigentlich zu viel ist.
Nach vier Wochen können wir diesen Gedanken ziemlich gut nachvollziehen.
Man sitzt – und genau das verändert erstaunlich viel
Was auf Bildern manchmal beinahe wie ein riesiger E-Scooter wirkt, fühlt sich beim Fahren deutlich stärker wie ein kleines Moped an.
Ein wichtiger Grund dafür ist natürlich der Sitz.
Wer regelmäßig längere Strecken fährt, merkt schnell, wie angenehm es sein kann, eben nicht dauerhaft auf einem schmalen Trittbrett zu stehen.
Die Sitzposition verändert außerdem das gesamte Fahrgefühl.
Der Schwerpunkt fühlt sich anders an.
Man hat eine andere Verbindung zum Fahrzeug.
Und in Kombination mit den breiten Reifen entsteht ein deutlich ruhigerer Gesamteindruck als bei vielen klassischen E-Scootern.
Das bedeutet nicht, dass ein E-Scooter grundsätzlich schlechter fährt.
Es ist einfach eine komplett andere Fahrzeugklasse.
Und genau das sollte man beim Augment verstehen.
Die breiten Reifen sind mehr als nur ein Design-Gag
Der Augment 360 besitzt 120/90-R10-Reifen. Laut Hersteller wurden die Reifen speziell für das Fahrzeug entwickelt.
Auf Bildern fallen sie sofort auf.
Sie lassen den Augment fast ein bisschen wie ein kleines Fatbike oder ein futuristisches Mini-Moped aussehen.
Aber die breiten Reifen erfüllen natürlich einen Zweck.
Gerade bei höheren Geschwindigkeiten möchte man ein Fahrzeug, das sich nicht nervös anfühlt.
Kleine E-Scooter-Reifen funktionieren bei 20 km/h erstaunlich gut, doch bei einem 45-km/h-Fahrzeug möchte man ein anderes Maß an Stabilität.
Und genau hier passt das Reifenkonzept des Augment hervorragend zum restlichen Fahrzeug.
Die Reifen vermitteln ein sattes und erwachsenes Fahrgefühl.
Unebenheiten wirken weniger dramatisch.
Spurrillen fühlen sich anders an.
Kopfsteinpflaster verliert zumindest einen Teil seines Schreckens.
Und auch optisch geben die breiten Reifen dem Augment eine sehr eigenständige Identität.
Man erkennt das Fahrzeug sofort.
Nach vier Wochen gefällt uns gerade die Handlichkeit
Das ist vielleicht der Punkt, den man auf einem Produktfoto am schlechtesten vermitteln kann.
Der Augment wirkt relativ massiv.
Schaut man nur auf die Reifen und den Rahmen, könnte man erwarten, dass man es hier mit einem richtig schweren Roller zu tun hat.
Doch genau das ist eben nicht der Fall.
Mit etwa 36 Kilogramm inklusive eines Akkus bleibt das Fahrzeug für diese Klasse ausgesprochen leicht.
Noch einmal:
36 Kilogramm trägt man nicht mal eben kilometerweit.
Das wäre auch überhaupt nicht der Sinn.
Die entscheidenden Situationen sind andere.
Man muss das Fahrzeug vielleicht über eine kleine Schwelle bewegen.
Man möchte das Hinterrad versetzen.
Man muss in einem engen Keller rangieren.
Man möchte den Augment im Aufzug drehen.
Oder man muss ihn einfach ein paar Zentimeter anders positionieren.
Genau dann sind 36 Kilogramm gegenüber einem dreistelligen Rollergewicht ein riesiger Vorteil.
Und das merkt man eben nicht unbedingt während eines zehnminütigen Probefahrt-Videos.
Das merkt man erst im Alltag.
Herausnehmbarer Akku: Für uns bei einem Stadtfahrzeug extrem wichtig
Der nächste große Pluspunkt ist der herausnehmbare Akku.
Das klingt heutzutage fast selbstverständlich.
Ist es aber längst nicht bei jedem Elektrofahrzeug.
Wer beispielsweise in einem Mehrfamilienhaus lebt und auf der Straße parkt, hat häufig überhaupt keine Steckdose direkt am Fahrzeug.
Ein fest eingebauter Akku kann dann zum echten Problem werden.
Beim Augment nimmt man den Akku einfach aus dem Fahrzeug und lädt ihn dort, wo eine Steckdose verfügbar ist.
In der Wohnung.
Im Büro.
Im Keller.
In der Werkstatt.
Oder an einem anderen geeigneten Ort.
Das mitgelieferte Ladegerät arbeitet laut Augment mit 84 Volt und 2,9 Ampere. Eine vollständige Ladung dauert ungefähr 4,5 Stunden.
Der Akku besitzt eine Kapazität von 1.080 Wh bei einem 72-Volt-System. Augment nennt ein Akkugewicht von rund 5,2 Kilogramm.
Das ist für uns eine ziemlich sinnvolle Lösung.
Denn einen Fünf-Kilo-Akku kann man problemlos mit ins Gebäude nehmen.
Den kompletten Roller möchte man dagegen natürlich nicht jedes Mal wegen des Ladens irgendwo hinschieben.
Rund 50 Kilometer Reichweite mit einem Akku
Bei Elektrofahrzeugen wird über kaum eine Zahl so viel diskutiert wie über die Reichweite.
Und natürlich gilt auch beim Augment:
Die eine Reichweite gibt es nicht.
Fahrergewicht, Temperatur, Wind, Steigungen, Geschwindigkeit, Reifendruck und Fahrstil spielen eine Rolle.
Augment nennt für den normalen Alltag ungefähr 50 Kilometer Reichweite mit einem Akku. Im Shop werden außerdem 53 Kilometer als im Rahmen der Typgenehmigungsprüfung gemessener Wert für die 45-km/h-Version angegeben.
Das finden wir für das Konzept grundsätzlich passend.
Denn der Augment 360 möchte kein elektrischer Tourenroller für 200 Kilometer am Tag sein.
Er ist als Stadtfahrzeug gedacht.
Angenommen, der Arbeitsweg beträgt zwölf Kilometer.
Dann fährt man zwölf Kilometer hin und zwölf Kilometer zurück.
24 Kilometer.
Selbst mit zusätzlichen Wegen am Tag bleibt man damit in einem Bereich, für den ein Akku interessant sein kann.
Und wer noch mehr Reichweite benötigt, hat beim Augment die Möglichkeit, einen zweiten Akku zu nutzen. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass das Fahrzeug mit zwei Akkus entsprechend deutlich weiter durch den Tag kommen kann.
Gerade dieses modulare Konzept gefällt uns.
Nicht jeder muss unnötig viel Akkugewicht und Akkukapazität mit sich herumfahren.
Wer mehr braucht, kann erweitern.
Die Leistung passt zum Fahrzeugkonzept
Auf dem Papier nennt Augment für den 360 ein 72-Volt-System, einen Motor mit 1.200 Watt und maximal 2.000 Watt sowie ein Drehmoment von 105 Nm.
Aber ganz ehrlich:
Bei einem solchen Fahrzeug interessiert uns nach einigen Wochen die reine Wattzahl immer weniger.
Viel entscheidender ist, wie sich ein Elektromotor im Alltag anfühlt.
Wie reagiert er beim Losfahren?
Wie kontrollierbar ist die Gasannahme?
Wie fährt das Fahrzeug im Stop-and-go-Verkehr?
Wie fühlt sich ein Anfahren an einer Steigung an?
Genau da liegt generell die Stärke eines elektrischen Antriebs.
Man hat kein Schalten.
Kein klassisches Motorgeräusch.
Keine Kupplung.
Kein Warmlaufen.
Man schaltet das Fahrzeug ein und fährt los.
Das passt hervorragend zu dem Gedanken hinter dem Augment 360.
Es soll unkomplizierte Mobilität sein.
Nicht möglichst komplizierte Technik.
Hydraulische Bremsen vorne und hinten
Wenn ein Fahrzeug 45 km/h fahren kann, möchten wir vernünftige Bremsen haben.
Punkt.
Hier spart Augment erfreulicherweise nicht an der völlig falschen Stelle.
Vorne kommt eine hydraulische Scheibenbremse mit 200-mm-Bremsscheibe und Vierkolben-Bremssattel zum Einsatz. Hinten arbeitet ebenfalls eine hydraulische Scheibenbremse mit Zweikolben-Bremssattel.
Das ist für uns ein wesentlich wichtigerer Punkt als irgendwelche unnötigen Spielereien.
Ein 45-km/h-Fahrzeug muss vernünftig beschleunigen.
Vor allem muss es aber vernünftig verzögern können.
Und die Kombination aus breiten Reifen und hydraulischen Bremsen passt zum Gesamtcharakter des Augment.
NFC statt klassischem Zündschlüssel
Auch bei der Bedienung geht Augment einen moderneren Weg.
Der Augment 360 wird über einen NFC-Schlüssel gestartet.
Der Schlüssel wird an das Display gehalten und das Fahrzeug entsprechend aktiviert.
Das gefällt uns.
Es passt einfach zu einem modernen Elektrofahrzeug.
Dazu gibt es eine App, über die sich Einstellungen und Fahrmodi verwalten lassen.
Außerdem besitzt der Augment eine Diebstahlschutzfunktion. Wird diese aktiviert, kann das Fahrzeug auf Bewegungen reagieren und das Hinterrad blockieren.
Natürlich ersetzt eine elektronische Funktion für uns niemals eine vernünftige physische Sicherung.
Wenn wir ein solches Fahrzeug draußen abstellen, gehört unserer Meinung nach immer ein solides Schloss dazu.
Aber als zusätzliche Ebene ist die elektronische Sicherung definitiv sinnvoll.
Ein Fahrzeug, das nicht permanent draußen stehen muss
Vielleicht wird dieser Punkt beim Augment immer noch unterschätzt.
Viele Menschen würden gerne einen Motorroller fahren.
Sie haben aber schlicht keinen vernünftigen Stellplatz.
Die Alternative wäre:
Roller draußen abstellen.
Bei Regen.
Im Winter.
Auf öffentlichen Parkflächen.
Und natürlich immer mit dem Risiko von Vandalismus oder Diebstahl.
Der Augment löst dieses Problem nicht für jeden.
Aber er eröffnet zumindest eine Alternative.
Durch die kompakte Bauweise, das relativ geringe Gewicht und den Faltmechanismus kann es bei entsprechenden räumlichen Voraussetzungen möglich sein, das Fahrzeug geschützt unterzubringen.
Genau das kann langfristig einen großen Unterschied machen.
Weniger Wettereinfluss.
Weniger Sorgen.
Weniger Platzbedarf.
Und wahrscheinlich auch mehr Bereitschaft, das Fahrzeug tatsächlich täglich zu benutzen.
45 km/h: Was bedeutet das rechtlich in Deutschland?
Ganz wichtig:
Der Augment 360 ist in Deutschland kein normaler 20-km/h-E-Scooter nach eKFV.
Die eKFV betrifft Elektrokleinstfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h.
Der in Deutschland angebotene Augment 360 fährt dagegen bis zu 45 km/h und ist als Kleinkraftrad typgenehmigt.
Daraus ergeben sich entsprechend andere Regeln.
Für die Klasse AM umfasst die Fahrerlaubnis-Verordnung leichte zweirädrige Kraftfahrzeuge dieser Fahrzeugklasse bis 45 km/h.
Außerdem benötigt ein entsprechendes Kleinkraftrad ein Versicherungskennzeichen und eine Haftpflichtversicherung. Das Bundesverkehrsministerium weist darauf hin, dass Versicherungskennzeichen unter anderem für Kleinkrafträder vorgeschrieben sind, die nicht dem normalen Zulassungsverfahren unterliegen.
Und natürlich besteht Helmpflicht. Nach § 21a StVO müssen Fahrer und Mitfahrer auf Krafträdern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h einen geeigneten Schutzhelm tragen.
Das sollte vor dem Kauf jedem klar sein.
Der Vorteil ist gleichzeitig:
Man bekommt eben auch ein echtes 45-km/h-Fahrzeug.
Warum der Augment für Pendler besonders interessant sein könnte
Nehmen wir einmal einen typischen Arbeitsweg.
Acht Kilometer hin.
Acht Kilometer zurück.
Mit dem Auto wahrscheinlich irgendein Stau.
Parkplatz suchen.
Vielleicht Parkgebühren.
Mit einem normalen E-Scooter kann die Strecke je nach Route schon relativ lang werden.
Mit einem Fahrrad muss man selbst treten.
Mit einem großen Motorroller hat man wieder das Problem mit Stellplatz und Gewicht.
Und genau in diese Lücke passt der Augment erstaunlich gut.
45 km/h ermöglichen deutlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als bei einem normalen E-Scooter.
Man sitzt.
Man hat breite Reifen.
Man kann den Akku mit ins Büro nehmen.
Und unter passenden Umständen kann der Roller sogar in einem Gebäude oder Abstellraum untergebracht werden.
Das ist für uns einer der interessantesten Anwendungsfälle überhaupt.
Auch für Wohnmobile oder größere Fahrzeuge interessant
Noch spannender wird das Konzept, wenn man einmal außerhalb der klassischen Pendler-Zielgruppe denkt.
Ein vergleichsweise kompakter und faltbarer 45-km/h-Roller könnte beispielsweise auch für Menschen interessant sein, die mit einem Wohnmobil unterwegs sind.
Natürlich muss vorher ganz genau geprüft werden, ob Abmessungen, Gewicht und Ladungssicherung zum jeweiligen Fahrzeug passen.
Aber alleine die Tatsache, dass wir darüber bei einem 45-km/h-Roller überhaupt nachdenken können, zeigt, wie ungewöhnlich das Konzept ist.
Ein normaler Motorroller benötigt häufig einen speziellen Träger.
Beim Augment bewegen wir uns in einer völlig anderen Gewichtsklasse.
Das eröffnet Möglichkeiten.
Ein bisschen E-Scooter, ein bisschen Moped – und genau das ist gut
Normalerweise mögen wir Produkte nicht besonders, die alles gleichzeitig sein wollen.
Ein Gerät, das zehn Dinge halbwegs kann, ist häufig schlechter als ein Gerät, das eine Sache richtig gut kann.
Beim Augment sehen wir das allerdings anders.
Denn er versucht gar nicht krampfhaft, zehn Fahrzeugklassen zu ersetzen.
Er nimmt vielmehr bestimmte Vorteile unterschiedlicher Konzepte und kombiniert diese.
Vom E-Scooter kommt die Idee des kompakten, einfachen Elektrofahrzeugs.
Vom Fahrrad beziehungsweise Fatbike bekommt man etwas von der leichten und handlichen Konstruktion.
Vom Moped kommen Sitzposition, Geschwindigkeit und die rechtliche Fahrzeugklasse.
Und daraus entsteht etwas, das sich tatsächlich eigenständig anfühlt.
https://youtube.com/live/zsrsjv0Dvqw
Nach vier Wochen: Würden wir weiterhin damit fahren?
Ja.
Und genau das ist am Ende eigentlich das größte Kompliment, das man einem Fahrzeug machen kann.
Nicht:
„Das Datenblatt ist beeindruckend.“
Nicht:
„Das Design ist verrückt.“
Nicht:
„Im Video sieht das cool aus.“
Sondern:
Man möchte das Fahrzeug tatsächlich wieder benutzen.
Und das ist nach einigen Wochen viel wichtiger.
Beim Augment kommt ein weiterer Punkt hinzu.
Man entdeckt das Konzept erst nach und nach.
Am Anfang schaut man auf die 45 km/h.
Dann auf die riesigen Reifen.
Dann auf den Faltmechanismus.
Nach einiger Zeit stellt man aber fest, dass gerade die vielen kleinen praktischen Eigenschaften zusammen den Unterschied machen.
Das Design polarisiert – und das finden wir gut
Man könnte natürlich einen weiteren völlig normalen Motorroller bauen.
Zwei relativ schmale Reifen.
Klassische Rollerkarosserie.
Verkleidung.
Scheinwerfer vorne.
Sitzbank oben.
Fertig.
Davon gibt es genügend Fahrzeuge.
Der Augment sieht anders aus.
Und das finden wir sympathisch.
Der massive Rahmen, die breiten Reifen und die relativ reduzierte Konstruktion sorgen dafür, dass man das Fahrzeug sofort erkennt.
Es sieht nicht aus wie der hundertste austauschbare Elektroroller.
Es hat einen eigenen Charakter.
Natürlich wird dieses Design nicht jedem gefallen.
Aber das muss es auch nicht.
Ein Produkt darf Wiedererkennungswert haben.
Alltag statt Rekordjagd
Beim Augment geht es unserer Meinung nach nicht darum, auf irgendeinem Datenblatt möglichst große Zahlen zu produzieren.
Es gibt elektrische Zweiräder mit deutlich höherer Leistung.
Es gibt Modelle mit viel größeren Akkus.
Es gibt Fahrzeuge, die 100 km/h und mehr schaffen.
Aber darum geht es hier überhaupt nicht.
Der Augment 360 versucht vielmehr, eine ziemlich simple Frage zu beantworten:
Wie viel Fahrzeug braucht man im Alltag wirklich?
Für viele Stadtwege sind 45 km/h ausreichend.
50 Kilometer Reichweite können für viele Pendler völlig genügen.
Und ein Fahrzeuggewicht von etwa 36 Kilogramm kann im Alltag wesentlich praktischer sein als ein riesiger Akku und 120 Kilogramm Gesamtgewicht.
Das ist eine Philosophie, die uns gefällt.
Der herausnehmbare Akku macht auch langfristig Sinn
Ein weiterer Vorteil der Akku-Konstruktion zeigt sich möglicherweise erst später.
Akkus sind Verschleißkomponenten.
Ihre Kapazität nimmt über die Jahre und Ladezyklen langsam ab.
Bei einem Fahrzeug mit fest verbautem Akku kann ein späterer Austausch deutlich komplizierter sein.
Ein modularer und herausnehmbarer Akku ist grundsätzlich leichter zugänglich.
Außerdem kann man den Akku bei sehr niedrigen Temperaturen leichter in einem geschützteren Bereich lagern, anstatt das gesamte Fahrzeug bewegen zu müssen.
Auch das passt wieder zum praktischen Grundgedanken des Augment.
Und was ist mit Regen?
Ein Stadtfahrzeug muss natürlich mit Alltag und Wetter klarkommen.
Augment gibt für den 360 einen IPX4-Schutz an und beschreibt das Fahrzeug als für normale Fahrten bei Regen und auf nassen Straßen geeignet. Gleichzeitig empfiehlt der Hersteller natürlich eine den Wetter- und Straßenbedingungen angepasste Fahrweise.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Gerade bei einem Zweirad gilt:
Nässe verändert Grip und Bremsweg.
Egal wie breit die Reifen sind.
Was sollte man vor dem Kauf wissen?
So positiv unser Eindruck nach vier Wochen ausfällt: Ein Augment 360 ist trotzdem nicht für jeden das perfekte Fahrzeug.
Das liegt weniger an irgendwelchen offensichtlichen Schwächen, sondern schlicht am Konzept.
Wer einen E-Scooter sucht, den man mit einer Hand in den Zug trägt, braucht etwas anderes.
36 Kilogramm bleiben 36 Kilogramm.
Wer jeden Tag 100 Kilometer fahren muss, dürfte ebenfalls nach einem anderen Fahrzeug suchen.
Und wer unbedingt auf Radwegen fahren möchte, sollte sich bewusst sein, dass ein 45-km/h-Kleinkraftrad rechtlich eben kein Fahrrad und kein normaler E-Scooter ist.
Das sind für uns aber keine überraschenden Nachteile.
Es sind Eigenschaften der Fahrzeugklasse.
Entscheidend ist deshalb, ob das Konzept zum eigenen Alltag passt.
Für wen würden wir den Augment 360 empfehlen?
Nach unserem bisherigen Eindruck sehen wir mehrere interessante Zielgruppen.
1. Pendler mit mittleren Arbeitswegen
Wer beispielsweise fünf bis 20 Kilometer pro Strecke zurücklegt, könnte den Augment sehr interessant finden.
2. Stadtbewohner ohne Garage
Wenn sich der Roller im eigenen Gebäude, Fahrradraum oder Büro unterbringen lässt, kann der Faltmechanismus ein riesiger Vorteil sein.
3. E-Scooter-Fahrer, denen 20 km/h nicht mehr reichen
Wer das Prinzip eines einfachen Elektrofahrzeugs liebt, aber deutlich schneller unterwegs sein möchte, findet hier einen interessanten Aufstieg.
4. Menschen, denen klassische Motorroller zu schwer sind
Das Gewicht von rund 36 Kilogramm inklusive Akku ist eines der wichtigsten Argumente des Augment.
5. Nutzer, die ihren Akku nicht am Fahrzeug laden können
Durch den herausnehmbaren Akku braucht man keine Steckdose am Stellplatz.
Unsere wichtigsten Augment-360-Daten auf einen Blick
Die für uns wichtigsten technischen Eckdaten:
- Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h in Deutschland
- Fahrzeugklasse: typgenehmigtes Kleinkraftrad / L1e-B
- Systemspannung: 72 Volt
- Akku: 1.080 Wh
- Akku herausnehmbar: Ja
- Akkugewicht: ca. 5,2 kg
- Fahrzeuggewicht ohne Akku: ca. 31 kg
- Gewicht mit einem Akku: ca. 36 kg
- Reichweite: rund 50 km im normalen Alltag mit einem Akku
- Motor: 1.200 Watt, maximal 2.000 Watt laut Herstellerangabe
- Drehmoment: 105 Nm laut Hersteller
- Reifen: 120/90-R10
- Bremsen: hydraulische Scheibenbremsen vorne und hinten
- Ladezeit: ca. 4,5 Stunden
- Faltbar: Ja
- App: Ja
- NFC-Start: Ja
- Maximale Belastung: laut Hersteller 135 kg
Die technischen Angaben stammen von Augment.
Warum wir das Fahrzeug nach vier Wochen sogar besser verstehen
Beim ersten Kontakt denkt man vielleicht:
„Okay, verrückter kleiner 45-km/h-Roller mit dicken Reifen.“
Vier Wochen später denken wir anders darüber.
Jetzt ergibt das Konzept viel mehr Sinn.
Es geht gar nicht darum, möglichst spektakulär zu sein.
Es geht darum, einen relativ schnellen elektrischen Stadtroller so kompakt und alltagstauglich wie möglich zu machen.
Und plötzlich ergibt auch jede einzelne Entscheidung mehr Sinn.
Die breiten Reifen?
Stabilität und Komfort.
Das niedrige Gewicht?
Rangieren und Verstauen.
Der Faltmechanismus?
Weniger Platzbedarf.
Der herausnehmbare Akku?
Laden ohne Steckdose am Fahrzeug.
45 km/h?
Ein echtes Verkehrsmittel statt nur letzte Meile.
Die Sitzposition?
Komfort auf längeren Strecken.
Zusammen ergibt das ein erstaunlich rundes Konzept.
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Wer noch tiefer in das Fahrzeug einsteigen möchte, findet die Bedienungsanleitung bei uns kostenlos zum Download.
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Unser Fazit nach 4 Wochen Augment 360
Vier Wochen später bleibt für uns vor allem eine Erkenntnis:
Der Augment 360 ist nicht einfach nur irgendein weiterer Elektroroller.
Und genau das macht ihn interessant.
Er möchte nicht mit einem klassischen E-Scooter konkurrieren.
Er möchte aber auch nicht einfach ein weiterer schwerer 45-km/h-Motorroller sein.
Stattdessen positioniert er sich ziemlich clever dazwischen.
Er fährt bis zu 45 km/h.
Er besitzt große und breite Reifen.
Man sitzt bequem auf dem Fahrzeug.
Es gibt hydraulische Bremsen.
Der Akku lässt sich herausnehmen.
Das Fahrzeug wiegt mit einem Akku nur ungefähr 36 Kilogramm.
Und dann lässt sich der Augment sogar noch zusammenfalten.
Gerade nach mehreren Wochen merken wir, wie wichtig diese Kombination ist.
Ein einzelnes Merkmal würde wahrscheinlich nicht ausreichen.
Ein faltbarer Roller mit 20 km/h wäre nichts Besonderes.
Ein 45-km/h-Roller mit 100 Kilogramm Gewicht ebenfalls nicht.
Ein leichter Roller ohne vernünftige Reichweite wäre uninteressant.
Aber alles zusammen ergibt ein Fahrzeug, das eine ziemlich spannende Nische besetzt.
Vor allem für Menschen, die in der Stadt unterwegs sind und keine Lust mehr auf das Auto haben, könnte der Augment 360 eine wirklich interessante Alternative darstellen.
Man bekommt genug Geschwindigkeit, um auf vielen innerstädtischen Strecken vernünftig voranzukommen.
Man bekommt genug Reichweite für zahlreiche typische Arbeitswege und Alltagsfahrten.
Man bekommt ein Fahrzeug, das wesentlich handlicher bleibt als ein klassischer Motorroller.
Und man bekommt ein Design, das definitiv nicht aussieht wie alles andere auf der Straße.
Natürlich muss der Augment zum eigenen Alltag passen.
Wer das Fahrzeug täglich mehrere Stockwerke tragen möchte, wird mit 36 Kilogramm keinen Spaß haben.
Wer 150 Kilometer Reichweite braucht, benötigt ein anderes Konzept.
Und wer ausschließlich auf Radwegen fahren möchte, ist mit einem 45-km/h-Kleinkraftrad in der falschen Fahrzeugklasse.
Wer aber genau die Lücke zwischen E-Scooter und klassischem 45-km/h-Roller sucht, sollte den Augment 360 unserer Meinung nach unbedingt auf die eigene Kandidatenliste setzen.
Nach vier Wochen gefällt uns vor allem, dass das Fahrzeug nicht versucht, irgendetwas zu sein, das es nicht ist.
Der Augment 360 ist kompakt.
Er ist schnell genug.
Er ist vergleichsweise leicht.
Er ist ungewöhnlich.
Und vor allem ist er erstaunlich alltagstauglich.
Genau deshalb ist dieser 45-km/h-E-Roller für uns so anders.
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