NAVEE XT5 Ultra im ersten Eindruck: 4.400 Watt, zwei Motoren und 899 Wh für 1.199 Euro
Der NAVEE XT5 Ultra fährt direkt mit Zahlen vor, bei denen man als E-Scooter-Fan erst einmal genauer hinschaut: zwei Motoren, bis zu 4.400 Watt maximale Leistung, ein 899-Wh-Akku, 12-Zoll-Offroad-Reifen, Vollfederung und aktuell 1.199 Euro Kaufpreis. Das klingt beinahe nach einem technischen Wettrüsten.
Und genau deshalb interessiert mich dieser E-Scooter.
Ich beschäftige mich seit über elf Jahren intensiv mit Elektromobilität und habe in dieser Zeit eine Menge E-Scooter kommen und wieder verschwinden sehen. Gerade deshalb beeindrucken mich große Leistungszahlen allein schon lange nicht mehr. Die entscheidende Frage lautet für mich immer: Was davon kommt tatsächlich beim Fahrer an?
Beim NAVEE XT5 Ultra ist diese Frage besonders spannend. Denn während viele leistungsstarke E-Scooter ohne deutsche Ausrichtung irgendwo zwischen Sportgerät und Privatgelände-Fahrzeug landen, wird die deutsche Version des XT5 Ultra auf der NAVEE-Seite mit einer werkseitigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h geführt. Gleichzeitig stehen maximal satte 4.400 Watt im Datenblatt.
Das ist ungewöhnlich – und macht den XT5 Ultra zu einem der interessantesten neuen E-Scooter, die ich mir zuletzt angesehen habe.
Aktuell listet NAVEE den XT5 Ultra für 1.199 Euro statt 1.499 Euro. Preise und Aktionen können sich natürlich jederzeit ändern.
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NAVEE XT5 Ultra: Was ist das eigentlich für ein E-Scooter?
Schon optisch versucht der XT5 Ultra gar nicht erst, sich als schlanker City-Scooter zu tarnen.
Das Ding ist groß.
Sehr groß.
Mit seinem massiven Rahmen, den auffälligen Schwingen, den 12-Zoll-Reifen und der ziemlich technischen Gestaltung erinnert mich der XT5 Ultra eher an eine Mischung aus E-Scooter, Offroad-Gerät und kleinem elektrischen Zweirad.
Und ich mag das grundsätzlich.
Es gibt genügend E-Scooter, die sich optisch kaum voneinander unterscheiden. Schwarzes Aluminiumprofil, zehn Zoll große Räder, schmales Deck, Federung irgendwo versteckt – fertig.
Der XT5 Ultra geht einen anderen Weg.
NAVEE zeigt die Federung offen, die Reifen sind riesig und das gesamte Fahrzeug wirkt so, als hätte die Funktion das Design mitbestimmt. Genau dadurch bekommt der Scooter einen hohen Wiedererkennungswert.
Allerdings hat dieses Konzept einen Preis: 38,6 Kilogramm Leergewicht.
Damit gehört der NAVEE XT5 Ultra definitiv nicht in die Kategorie „Ich trage meinen Scooter jeden Morgen in den dritten Stock“.
Wer täglich Treppen überwinden muss oder seinen E-Scooter ständig in Bus und Bahn hebt, sollte sich diese Zahl sehr bewusst ansehen.
38,6 Kilogramm sind nicht etwas schwerer.
38,6 Kilogramm sind richtig schwer.
Für mich ist der XT5 Ultra deshalb weniger klassischer Pendler-Scooter und eher ein Fahrzeug, das in Garage, Keller, Schuppen oder ebenerdig in der Wohnung seinen festen Platz bekommt.
Zwei Motoren und 4.400 Watt: Hier muss man genauer hinschauen
Natürlich ist 4.400 Watt die Zahl, mit der der NAVEE XT5 Ultra Aufmerksamkeit bekommt.
Und ja: Das funktioniert.
NAVEE gibt für den XT5 Ultra zwei Motoren und eine maximale Leistung von 2.200 Watt pro Motor, also insgesamt bis zu 4.400 Watt, an. Auf der deutschen Produktseite steht gleichzeitig eine Nennleistung von 250 Watt × 2.
Dieser Unterschied ist wichtig.
Denn maximale Leistung und Nennleistung sind nicht dasselbe.
Wenn irgendwo „4.400 Watt“ steht, bedeutet das nicht, dass der Scooter permanent mit 4.400 Watt durch die Gegend fährt. Es handelt sich um die vom Hersteller angegebene maximale Leistung des Antriebssystems.
Gerade bei E-Scootern wird mit Spitzenleistungen inzwischen sehr offensiv geworben.
Deshalb sollte man diese Werte nicht einfach mit der Nennleistung eines anderen Modells vergleichen.
Was mich beim XT5 Ultra wesentlich mehr interessiert, ist das Dual-Motor-Konzept.
Ein Motor sitzt vorne, einer hinten.
Damit kann Kraft auf beide Räder übertragen werden. Gerade beim Beschleunigen, an Steigungen oder auf losem Untergrund kann das einen deutlichen Unterschied machen.
Und genau dort muss der XT5 Ultra seine Existenzberechtigung beweisen.
Denn für 20 km/h auf einer ebenen Fahrradstraße braucht niemand 4.400 Watt Spitzenleistung.
Der Sinn eines solchen Systems liegt vielmehr darin, diese 20 km/h auch dann möglichst souverän zu halten, wenn der Fahrer schwerer ist, eine Steigung kommt oder der Untergrund schwieriger wird.
Das ist für mich der wirklich interessante Punkt.
4.400 Watt bei nur 20 km/h – ergibt das überhaupt Sinn?
Diese Frage wird garantiert kommen.
Und sie ist berechtigt.
Warum braucht ein E-Scooter zwei Motoren und theoretisch mehrere Tausend Watt Spitzenleistung, wenn er auf der Straße ohnehin nicht besonders schnell fahren darf?
Weil Leistung und Geschwindigkeit zwei unterschiedliche Dinge sind.
Ein Auto mit 500 PS muss schließlich auch nicht automatisch 300 km/h fahren.
Mehr Leistung kann sich bei einem E-Scooter beispielsweise in besserer Beschleunigung, höherer Belastbarkeit und vor allem einem stärkeren Verhalten an Steigungen bemerkbar machen.
Bei einem schweren Fahrer oder einem langen Berg kann ein einfacher Motor irgendwann deutlich einbrechen.
Ein Dual-Motor-System kann seine Arbeit auf zwei Antriebe verteilen.
Theoretisch klingt das hervorragend.
Praktisch möchte ich bei solchen Fahrzeugen aber immer wissen:
Wie lange steht die hohe Leistung tatsächlich zur Verfügung?
Wie verhält sich das System bei sinkendem Akkustand?
Wie stark regelt die Elektronik temperaturbedingt herunter?
Wie viel Unterschied gibt es zwischen einem Fahrer mit 70 Kilogramm und jemandem mit 110 oder 120 Kilogramm?
Und vor allem: Wie viel von den spektakulären 4.400 Watt fühlt man als Fahrer tatsächlich?
Genau diese Fragen sind für mich spannender als die Zahl auf der Verpackung.
NAVEE verspricht bis zu 45 Prozent Steigfähigkeit
Ebenfalls beeindruckend liest sich die angegebene maximale Steigung von 45 Prozent.
Wichtig: 45 Prozent Steigung sind nicht 45 Grad.
Trotzdem ist das ein extrem ambitionierter Wert für einen E-Scooter. NAVEE führt diesen Wert für den XT5 Ultra offiziell auf.
Ich würde solche Herstellerangaben allerdings grundsätzlich nicht als Garantie verstehen, dass man mit jedem Fahrer, bei jedem Akkustand und kilometerlang eine entsprechende Steigung hochfährt.
Bei Steigungstests spielen unglaublich viele Faktoren mit hinein:
Fahrergewicht, Akkustand, Akkutemperatur, Länge der Steigung, Untergrund, Reifendruck, Motorsteuerung und sogar die Anfahrt.
Interessant ist außerdem ein Blick auf die bisher noch sehr kleine Zahl von Rezensionen auf der NAVEE-Seite.
Dort gibt es durchaus unterschiedliche Erfahrungen. Ein Nutzer beschreibt die Beschleunigung und Steigfähigkeit als ausgesprochen stark. Ein anderer Käufer berichtet dagegen, dass sein XT5 Ultra an einer getesteten Steigung deutlich weniger überzeugend gewesen sei als erwartet.
Genau solche Unterschiede zeigen, warum ich Herstellerzahlen niemals einfach nacherzählen möchte.
Ein richtiger Belastungstest ist bei diesem Scooter Pflicht.
899 Wh Akku: Das ist eine vernünftige Größenordnung
Beim Akku wird es ebenfalls interessant.
Im NAVEE XT5 Ultra steckt laut Hersteller ein 46,8-Volt-Akku mit 899 Wh beziehungsweise 19,2 Ah.
Das ist ordentlich.
Gerade bei einem Dual-Motor-Scooter halte ich eine große Batterie auch für zwingend notwendig. Zwei Motoren bringen schließlich wenig, wenn der Akku unter entsprechender Belastung nach kurzer Zeit leer ist.
NAVEE nennt unter Idealbedingungen bis zu 90 Kilometer Reichweite bei 15 km/h. Auf der deutschen Produktseite werden außerdem 75,5 Kilometer bei 22 km/h angegeben.
Und hier entdecke ich tatsächlich eine kleine Merkwürdigkeit im Datenblatt.
Auf derselben deutschen Produktseite wird die werkseitige Höchstgeschwindigkeit mit 6, 15 und 20 km/h angegeben – gleichzeitig existiert eine Reichweitenangabe für 22 km/h.
Das ist kein Weltuntergang, zeigt aber sehr schön, warum technische Datenblätter nicht einfach blind übernommen werden sollten.
Ich würde die 90 Kilometer sowieso nicht als realistische Alltagsreichweite betrachten.
Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass die maximale Reichweite unter Idealbedingungen ermittelt wird.
Wie weit wird der NAVEE XT5 Ultra wirklich fahren?
Das ist eine der wichtigsten Fragen für unseren ausführlichen Test.
Denn 899 Wh sind eine große Batterie, aber der XT5 Ultra wiegt fast 39 Kilogramm und hat zwei Motoren.
Dazu kommen große 12-Zoll-Reifen.
Wer außerdem häufig im Dual-Motor-Betrieb kräftig beschleunigt, fährt natürlich ganz anders als jemand, der konstant mit 15 km/h über einen ebenen Radweg rollt.
Deshalb interessieren mich Laborreichweiten nur bedingt.
Spannender ist:
Wie weit komme ich mit normaler Fahrweise?
Was passiert bei dauerhaft maximaler Unterstützung?
Wie sieht es bei einem Fahrer um 90 bis 100 Kilogramm aus?
Wie viel Reichweite verliert der Scooter bei vielen Steigungen?
Und wie groß ist die Reserve, wenn die Akkuanzeige langsam Richtung null wandert?
Genau diese Werte entscheiden am Ende darüber, ob aus einem guten Datenblatt auch ein guter E-Scooter wird.
Trotzdem: Mit 899 Wh startet der XT5 Ultra zumindest mit einer sehr vernünftigen Grundlage.
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Optionaler Zusatzakku: Bis zu 136 Kilometer sollen möglich sein
Interessant wird das Konzept durch die Möglichkeit einer zusätzlichen Batterie.
NAVEE nennt mit erweitertem Akku unter entsprechenden Testbedingungen bis zu 136 Kilometer Reichweite bei 15 km/h. Bei höherem Tempo sinkt dieser Wert entsprechend.
Ich finde diese Lösung grundsätzlich clever.
Nicht jeder braucht permanent einen gigantischen Akku.
Wer allerdings lange Touren fährt, bekommt theoretisch die Möglichkeit, die Reichweite deutlich auszubauen.
Hier würde ich allerdings immer zuerst Preis, zusätzliches Gewicht und tatsächliche Verfügbarkeit des Zusatzakkus betrachten.
Denn aus einem interessanten Feature wird nur dann echter Mehrwert, wenn Zubehör auch vernünftig erhältlich und preislich sinnvoll ist.
Schnellladen in zwei bis drei Stunden
Ein großer Akku bringt ein weiteres Thema mit sich: Ladezeit.
Mit dem normalen Ladegerät nennt NAVEE etwa fünf bis sechs Stunden.
Mit dem optionalen 10-A-Schnellladegerät soll eine vollständige Ladung dagegen nur zwei bis drei Stunden benötigen.
Für einen 899-Wh-Akku ist das ziemlich attraktiv.
Gerade wenn man längere Touren plant und unterwegs eine Lademöglichkeit nutzt, kann ein schnelleres Ladegerät einen echten praktischen Unterschied machen.
Ich würde allerdings nicht automatisch jedem Käufer empfehlen, sofort das stärkste Ladegerät dazuzukaufen.
Wer seinen Scooter normalerweise nachts lädt, dürfte mit fünf bis sechs Stunden überhaupt kein Problem haben.
Für Tourenfahrer ist Schnellladen dagegen definitiv interessant.
12-Zoll-Offroad-Reifen verändern den Charakter komplett
Eines meiner persönlichen Highlights sind die Reifen.
NAVEE verbaut beim XT5 Ultra 12 Zoll große schlauchlose Offroad-Reifen.
Zwölf Zoll sind bei E-Scootern schon eine Ansage.
Größere Räder haben mehrere Vorteile.
Schlaglöcher wirken relativ kleiner, Unebenheiten lassen sich besser überrollen und das Fahrzeug fühlt sich häufig ruhiger an.
Dazu kommt beim XT5 Ultra ein deutlich ausgeprägteres Profil als bei klassischen Straßenreifen.
Das passt zum gesamten Konzept.
Dieser Scooter möchte nicht aussehen wie ein klassischer City-Flitzer.
Er möchte vermitteln: Schotter, schlechter Asphalt, Waldwege oder kaputte Radwege dürfen gerne kommen.
Natürlich bleibt ein E-Scooter ein Fahrzeug mit relativ kleinen Rädern. Zwölf Zoll sind kein Mountainbike.
Das darf man nicht vergessen.
Aber innerhalb der E-Scooter-Welt ist diese Radgröße durchaus ein Vorteil.
60 Millimeter Federweg vorne und hinten
Nur große Reifen wären mir bei einem fast 39 Kilogramm schweren Premium-Scooter allerdings zu wenig.
Zum Glück setzt NAVEE zusätzlich auf sein Dual Damping Arm Federungssystem.
Vorne und hinten stehen laut Hersteller jeweils beziehungsweise über das System 60 Millimeter Federweg zur Verfügung. NAVEE spricht von einer patentierten Dämpfungsarm-Konstruktion.
Optisch gehört diese Federung für mich zu den auffälligsten Teilen des Fahrzeugs.
Sie ist nicht irgendwo versteckt.
Man sieht, dass NAVEE beim XT5 Ultra sehr viel Wert auf Fahrwerk und Stabilität legt.
Ob die Abstimmung am Ende wirklich perfekt ist, hängt allerdings nicht allein vom Federweg ab.
Eine Federung kann weich und komfortabel sein, dabei aber zu stark nachschwingen.
Sie kann straff abgestimmt sein und sportlich wirken, leichtere Fahrer aber kaum ansprechen.
Sie kann mit 70 Kilogramm hervorragend funktionieren und mit 130 Kilogramm komplett anders wirken.
Deshalb ist auch hier der Praxistest entscheidend.
Die technische Grundlage gefällt mir aber ausgesprochen gut.
Bis zu 150 Kilogramm Zuladung
Ein weiterer Punkt dürfte für viele Leser interessant sein: NAVEE gibt eine maximale Zuladung von 150 Kilogramm an.
Das ist deutlich alltagstauglicher als Scooter, die bereits bei 100 oder 120 Kilogramm ihre offizielle Grenze erreichen.
Gerade schwere Fahrer schauen meiner Erfahrung nach besonders auf drei Dinge:
Zuladung, Steigfähigkeit und Reichweite.
Und genau dort positioniert sich der XT5 Ultra sehr selbstbewusst.
Trotzdem möchte ich auch hier unterscheiden zwischen „darf laut Datenblatt 150 Kilogramm tragen“ und „fährt sich mit 150 Kilogramm noch genauso gut“.
Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Aussagen.
Scheibenbremsen vorne und hinten plus EABS
Wer viel Leistung und fast 39 Kilogramm Fahrzeuggewicht bewegt, braucht vernünftige Bremsen.
NAVEE setzt auf Scheibenbremsen vorne und hinten, ergänzt durch ein elektronisches EABS-Bremssystem.
Das ist für mich bei diesem Fahrzeugkonzept absolut sinnvoll.
Gerade bei schweren E-Scootern möchte ich eine kontrollierbare Verzögerung mit ausreichend Reserven.
Dabei geht es nicht darum, dass eine Bremse möglichst aggressiv zubeißt.
Im Gegenteil.
Eine gute Bremse muss dosierbar sein.
Ich möchte bei 20 km/h kontrolliert verzögern können, ohne dass der Scooter bei jeder Berührung am Hebel abrupt steht.
Wie gut NAVEE diese Abstimmung hinbekommen hat, muss sich im Fahrtest zeigen.
TCS: Traktionskontrolle bei einem E-Scooter
Sehr spannend finde ich das integrierte TCS – Traction Control System.
NAVEE bewirbt die Traktionskontrolle damit, auf rutschigem Untergrund durchdrehende Räder besser kontrollieren zu können.
Bei einem normalen 500-Watt-Scooter halte ich solche Systeme teilweise für nettes Zusatzmarketing.
Bei einem Dual-Motor-Scooter mit hoher möglicher Spitzenleistung ergibt TCS wesentlich mehr Sinn.
Vor allem das Vorderrad ist entscheidend.
Wenn beim Beschleunigen zu viel Drehmoment vorne anliegt und der Untergrund nass oder lose ist, möchte ich nicht, dass das Rad unkontrolliert durchdreht.
Eine gut abgestimmte Traktionskontrolle kann deshalb beim XT5 Ultra tatsächlich ein Sicherheitsfeature sein und nicht bloß ein Punkt in der Ausstattungsliste.
IPX6: Auch das passt zum Outdoor-Anspruch
NAVEE gibt für den XT5 Ultra IPX6 an.
Der Scooter soll also entsprechend gegen Wasser geschützt sein.
Trotzdem würde ich auch mit einem IPX6-Fahrzeug nicht bewusst durch tiefes Wasser fahren oder einen Hochdruckreiniger draufhalten.
Wasserbeständigkeit ist kein Freifahrtschein für jede Situation.
Für einen E-Scooter, der ausdrücklich mit Offroad-Charakter und Alltagsnutzung beworben wird, ist eine ordentliche Schutzklasse aber definitiv wichtig.
Beleuchtung: 9-Watt-Scheinwerfer und integrierte Blinker
Auch bei der Beleuchtung hat NAVEE nicht gespart.
Der XT5 Ultra besitzt laut Datenblatt einen 9-Watt-Scheinwerfer mit automatischer Sensorik, ein Bremslicht und integrierte Blinker. Der Hersteller nennt für den Scheinwerfer eine Sichtweite von bis zu 25 Metern.
Gerade Blinker möchte ich an großen E-Scootern inzwischen nicht mehr missen.
Wer auf einem fast 39 Kilogramm schweren Scooter steht, möchte beim Abbiegen nicht unbedingt eine Hand vom Lenker nehmen.
Und wenn der Scooter breiter und massiver wird, sollten solche Sicherheitsdetails meiner Meinung nach selbstverständlich sein.
5-Zoll-Display, App und Apple Find My
Das Cockpit soll über ein 5-Zoll-LED-Display verfügen.
Dazu kommen Bluetooth und die NAVEE-App. Über die App sollen verschiedene Einstellungen und Fahrzeugdaten erreichbar sein. Außerdem unterstützt der XT5 Ultra Apple Find My.
Find My finde ich persönlich ausgesprochen sinnvoll.
Natürlich ersetzt das kein vernünftiges Schloss.
Aber wenn ein E-Scooter 1.199 Euro kostet, nehme ich jede zusätzliche Möglichkeit zur Ortung gerne mit.
Die Kombination aus mechanischem Schloss und digitaler Ortungsmöglichkeit ist für mich wesentlich sinnvoller als irgendein elektronisches Sperrsymbol in einer App allein.
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Technische Daten des NAVEE XT5 Ultra im Überblick
| Technische Daten | NAVEE XT5 Ultra |
|---|---|
| Motoren | 2 |
| Nennleistung deutsche Produktseite | 250 W × 2 |
| Maximale Leistung | bis 4.400 W |
| Maximale Leistung je Motor | bis 2.200 W |
| Akku | 46,8 V / 19,2 Ah |
| Akkukapazität | 899 Wh |
| Hersteller-Reichweite | bis 90 km bei 15 km/h |
| Werkseitige Geschwindigkeiten DE | 6 / 15 / 20 km/h |
| Max. angegebene Steigung | 45 % |
| Reifen | 12 Zoll Offroad Tubeless |
| Federung | Dual Damping Arm vorne und hinten |
| Federweg | 60 mm |
| Bremsen | Scheibenbremse vorne + hinten + EABS |
| Maximale Zuladung | 150 kg |
| Gewicht | 38,6 kg |
| Trittbrettbreite | 210 mm |
| Wasserschutz | IPX6 |
| Standard-Ladezeit | ca. 5–6 Stunden |
| Schnellladen | ca. 2–3 Stunden mit optionalem 10-A-Lader |
| Display | 5 Zoll LED |
| Ortung | Apple Find My |
| App | NAVEE App |
| Beleuchtung | 9-W-Scheinwerfer, Bremslicht, Blinker |
| Maße aufgeklappt | 1.360 × 627 × 1.400 mm |
Die technischen Daten entsprechen den aktuell veröffentlichten Herstellerangaben auf der deutschen NAVEE-Produktseite.
XT5 Ultra gegen XT5 Max: Sind 200 Euro Aufpreis sinnvoll?
Sehr interessant finde ich den Vergleich innerhalb der eigenen Baureihe.
Der NAVEE XT5 Max wird auf der deutschen NAVEE-Seite aktuell mit 999 Euro gelistet, während der XT5 Ultra 1.199 Euro kostet.
Der Aufpreis beträgt damit 200 Euro.
Und dafür passiert technisch einiges.
Der XT5 Max besitzt einen Motor mit maximal 2.200 Watt, während der Ultra zwei Motoren und bis zu 4.400 Watt maximale Gesamtleistung bietet.
Beide Modelle besitzen einen 899-Wh-Akku.
Interessanterweise gibt NAVEE für den XT5 Max sogar eine höhere maximale Reichweite an: bis zu 110 Kilometer bei 15 km/h gegenüber 90 Kilometern beim Ultra.
Das ergibt durchaus Sinn.
Zwei Motoren und ein höheres Fahrzeuggewicht kosten Energie.
Der XT5 Max wiegt 35,6 Kilogramm, der Ultra 38,6 Kilogramm.
Die angegebene maximale Steigfähigkeit steigt beim Ultra dagegen von 32 auf 45 Prozent.
Für mich ist deshalb relativ klar:
Wer maximale Reichweite möchte und keinen Dual Motor braucht, sollte sich den XT5 Max zumindest ansehen.
Wer dagegen gerade wegen Allradantrieb, Beschleunigung und möglicher Reserven an Steigungen interessiert ist, für den wirken 200 Euro Aufpreis zum Ultra auf dem Papier erstaunlich moderat.
Der Preis von 1.199 Euro macht den XT5 Ultra besonders spannend
Und damit kommen wir zu einem Punkt, den ich vielleicht noch interessanter finde als die 4.400 Watt.
Der Preis.
1.199 Euro für einen derart ausgestatteten E-Scooter ist aggressiv.
NAVEE kombiniert zwei Motoren, 899 Wh Akku, große Reifen, Vollfederung, TCS, Scheibenbremsen, Blinker, Find My und 150 Kilogramm Zuladung.
Der offizielle deutsche Shop listet das Fahrzeug zum Zeitpunkt dieses Beitrags für 1.199 statt 1.499 Euro.
Das heißt aber nicht automatisch, dass der Scooter ein Schnäppchen ist.
Ein günstiges Datenblatt ist nur dann günstig, wenn die Qualität stimmt.
Ich schaue deshalb besonders auf Dinge, die man in Produktbeschreibungen kaum findet:
Wie sauber sind Lager und Gelenke verarbeitet?
Entsteht Spiel in der Lenkung?
Wie gut funktioniert der Klappmechanismus nach einigen hundert Kilometern?
Wie haltbar sind die Dämpfer?
Wie gut bekommt man Ersatzteile?
Wie arbeitet die Software?
Und wie sieht es nach einem Jahr aus?
Bei einem Fahrzeug dieser Klasse sind das für mich entscheidende Fragen.
Was mir beim ersten Eindruck gefällt
Der XT5 Ultra macht zumindest konzeptionell sehr viel richtig.
Mir gefällt, dass NAVEE nicht versucht hat, aus dem Fahrzeug einen möglichst leichten Allerwelts-Scooter zu machen.
Der Hersteller hat offenbar eine klare Entscheidung getroffen:
groß, massiv, komfortabel und leistungsstark.
Die 12-Zoll-Reifen passen hervorragend dazu.
Das Fahrwerk passt dazu.
Dual Motor passt dazu.
Der große Akku passt dazu.
Die 150 Kilogramm Zuladung passen dazu.
Und sogar das hohe Gewicht passt leider irgendwie dazu.
Ich mag Produkte, die konsequent sind.
Der XT5 Ultra versucht nicht gleichzeitig ultraleichter Pendler, Offroad-Scooter und 15-Kilogramm-Kofferraumfahrzeug zu sein.
Er ist ein großes Gerät.
Punkt.
Was mich skeptisch macht
Natürlich gibt es auch Punkte, bei denen ich nicht sofort in Jubel ausbreche.
Ganz oben stehen die 4.400 Watt.
Nicht weil ich die Leistung schlecht finde.
Im Gegenteil.
Ich möchte nur wissen, was diese Angabe praktisch bedeutet.
Wenn der Scooter bei starken Steigungen tatsächlich wesentlich besser arbeitet als klassische Einmotor-Modelle, dann ist das Dual-Motor-Konzept für mich nachvollziehbar.
Wenn die Elektronik die Leistung dagegen sehr konservativ freigibt und vom riesigen Zahlenwert beim Fahrer kaum etwas ankommt, dann wären 4.400 Watt vor allem Marketing.
Das müssen wir testen.
Auch die Reichweite möchte ich selbst erleben.
90 Kilometer bei 15 km/h unter Idealbedingungen sind interessant, bilden meinen Alltag aber nicht ab.
Dazu kommt das Gewicht.
Ein E-Scooter mit knapp 39 Kilogramm muss beim Fahrkomfort und bei der Stabilität wirklich liefern, denn seine Mobilität außerhalb des Fahrens ist erheblich eingeschränkt.
Für wen ist der NAVEE XT5 Ultra interessant?
Ich sehe vor allem vier Nutzergruppen.
Schwere Fahrer
Mit bis zu 150 Kilogramm angegebener Zuladung und zwei Motoren wirkt der XT5 Ultra besonders interessant für Fahrer, die bei kleineren E-Scootern häufig das Gefühl haben, dass am Berg die Reserven fehlen.
Fahrer in hügeligen Regionen
Wer täglich Steigungen fährt, dürfte von einem Dual-Motor-System wesentlich mehr profitieren als jemand, dessen Strecke ausschließlich flach verläuft.
Komfort-Fans
Zwölf-Zoll-Reifen, Vollfederung und ein großes Trittbrett sprechen klar für Komfort.
Wer schlechte Straßen fährt, dürfte hier mehr Nutzen sehen als der klassische Innenstadtpendler auf perfekten Radwegen.
E-Scooter-Enthusiasten
Und dann gibt es natürlich uns.
Menschen, die E-Scooter nicht nur als Transportmittel betrachten, sondern Technik spannend finden.
Dual Motor, aufwendige Federung, großer Akku, TCS und ein völlig anderes Fahrzeugkonzept als beim typischen Leihscooter – das macht neugierig.
Für wen würde ich ihn eher nicht kaufen?
Wer jeden Morgen drei Stockwerke nach unten laufen muss, sollte wahrscheinlich weitersuchen.
Wer seinen Scooter regelmäßig in den Kofferraum eines kleinen Autos hebt, ebenfalls.
Auch für jemanden, der ausschließlich zwei Kilometer zum Bahnhof fährt, wäre ein XT5 Ultra wahrscheinlich überdimensioniert.
Man kann natürlich auch mit einem großen Offroad-Scooter zum Bäcker fahren.
Aber sinnvoll ist nicht automatisch dasselbe wie möglich.
Für einen simplen urbanen Kurzstrecken-Pendler gibt es deutlich leichtere Lösungen.
Der XT5 Ultra spielt seine Stärken erst aus, wenn Komfort, Reichweite, schwieriger Untergrund, Zuladung oder Steigungen tatsächlich eine Rolle spielen.
Mein erster Eindruck vom NAVEE XT5 Ultra
Ich finde den NAVEE XT5 Ultra spannend.
Richtig spannend.
Nicht weil irgendwo 4.400 Watt steht.
Sondern weil das Gesamtpaket ungewöhnlich konsequent wirkt.
Zwei Motoren, 899 Wh, zwölf Zoll große Reifen, 60 Millimeter Federweg, Scheibenbremsen vorne und hinten, TCS, Blinker, Apple Find My, 150 Kilogramm Zuladung und aktuell 1.199 Euro – das ist eine Kombination, die Aufmerksamkeit verdient.
Jetzt kommt allerdings der entscheidende Teil.
Der XT5 Ultra muss zeigen, dass hinter seinem beeindruckenden Datenblatt auch ein überzeugendes Fahrzeug steckt.
Mich interessieren vor allem Steigungen.
Ich will wissen, was die beiden Motoren tatsächlich leisten.
Ich will sehen, wie sich der große Scooter auf schlechtem Asphalt fährt.
Ich will wissen, wie realistisch die Reichweite ist.
Und ich möchte herausfinden, ob knapp 39 Kilogramm Gewicht durch entsprechenden Fahrkomfort gerechtfertigt werden.
Genau deshalb sollte man meinen ersten Eindruck noch nicht mit einem endgültigen Urteil verwechseln.
Auf dem Papier ist der NAVEE XT5 Ultra eines der spannendsten Gesamtpakete in dieser Preisklasse.
Ob er dieses Versprechen auch auf der Straße hält, muss er beweisen.
Und genau das werden wir herausfinden.
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Fazit: 4.400 Watt für 1.199 Euro sind nicht die ganze Geschichte
Der NAVEE XT5 Ultra hat definitiv das Zeug dazu, in der E-Scooter-Szene für Diskussionen zu sorgen.
4.400 Watt maximale Leistung und zwei Motoren für 1.199 Euro sind natürlich hervorragende Schlagzeilen.
Aber für mich ist die wesentlich spannendere Geschichte das Fahrzeug dahinter.
NAVEE baut hier keinen normalen City-Scooter mit einem stärkeren Controller.
Der XT5 Ultra wurde offensichtlich rund um ein anderes Nutzungskonzept entwickelt.
Große Räder.
Großes Fahrwerk.
Großer Akku.
Hohe Zuladung.
Zwei Motoren.
Entsprechend groß und schwer ist allerdings auch das gesamte Fahrzeug.
Wer einen leichten Pendler sucht, wird damit vermutlich nicht glücklich.
Wer dagegen einen komfortablen, massiven E-Scooter sucht und Wert auf Reserven bei Steigungen und schlechteren Wegen legt, sollte sich den XT5 Ultra genauer ansehen.
Und genau dort wird unser Praxistest besonders interessant.
Denn eine Frage bleibt:
Sind die 4.400 Watt wirklich ein Gamechanger – oder vor allem eine verdammt gute Zahl fürs Datenblatt?
Ich will es wissen.

