Das EVERCROSS EV22M war für mich schon beim Auspacken eines dieser Fahrzeuge, bei denen ich ziemlich schnell merke: Das könnte interessant werden. Nicht, weil EVERCROSS irgendwelche völlig absurden Leistungswerte verspricht, sondern weil das Gesamtpaket für den aufgerufenen Preis überraschend erwachsen wirkt.
Und jetzt wird die Sache noch spannender.
EVERCROSS hat aktuell eine 150-Euro-Aktion für das EV22M gestartet. Damit sinkt der Preis von ursprünglich rund 1.899 Euro auf 1.749 Euro. Der reguläre Shoppreis wird auf der offiziellen Produktseite weiterhin mit 1.899,99 Euro geführt; das EV22M wird dort außerdem ausdrücklich als Elektromotorrad mit Straßenzulassung und bis zu 4.000 Watt Spitzenleistung angeboten.
Für mich verändert dieser neue Aktionspreis die Bewertung des Bikes durchaus. Denn für unter 1.800 Euro bekommt man hier kein kleines Elektro-Spielzeug, sondern ein ausgewachsen wirkendes E-Dirtbike mit Mittelmotor, großem Akku, hydraulischen Bremsen, Vollfederung und Straßenzulassung.
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Ich bin Marcel von Scooterhelden und beschäftige mich seit über elf Jahren mit Elektromobilität. Inzwischen habe ich wirklich viele E-Scooter, E-Bikes, Elektroroller, E-Motorräder und natürlich auch immer mehr elektrische Dirtbikes gesehen und getestet.
Deshalb reicht mir inzwischen ein Datenblatt voller großer Zahlen nicht mehr.
4.000 Watt hören sich gut an. Aber ist das Fahrzeug auch ordentlich gebaut?
Wie wirken die Bremsen?
Wie wurde die Beleuchtung integriert?
Wie sieht das Bike aus, wenn man direkt davorsteht?
Und vor allem: Kann ein Elektromotorrad für 1.749 Euro wirklich einen hochwertigen Eindruck hinterlassen?
Beim EVERCROSS EV22M lautet meine Antwort nach dem ersten Kennenlernen tatsächlich: überraschenderweise ja.
EVERCROSS EV22M für 1.749 Euro: Der Preis macht das Bike richtig spannend
Man muss den Preis eines Fahrzeugs immer in die Bewertung einbeziehen.
Ich kann bei einem Elektromotorrad für 1.749 Euro nicht dieselben Materialien und Komponenten erwarten wie bei einem E-Dirtbike für 6.000 oder 8.000 Euro. Gleichzeitig darf „günstig“ natürlich keine Entschuldigung für schlechte Konstruktion, mangelhafte Bremsen oder eine schlampige Verarbeitung sein.
Und genau deshalb finde ich das EV22M interessant.
Die Ausgangslage ist bereits stark: 2.500 Watt Nennleistung, bis zu 4.000 Watt Peak, 60-Volt-System, 27-Ah-Akku und maximal 45 km/h. Aktuelle Händlerdaten bestätigen diese Eckwerte und nennen drei Fahrstufen mit 25, 35 und 45 km/h.
Jetzt kommt aber die aktuelle Aktion dazu.
Statt rund 1.899 Euro werden 150 Euro Rabatt gewährt. Damit landet das EVERCROSS EV22M bei 1.749 Euro.
Und unterhalb der 1.800-Euro-Marke sieht die Sache für mich noch einmal anders aus.
Wer das Angebot überprüfen möchte:
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Ich würde vor dem endgültigen Kauf trotzdem immer den Preis im Warenkorb kontrollieren. EVERCROSS weist im Checkout darauf hin, dass nur ein Rabattcode pro Bestellung genutzt werden kann. Ob eine automatisch hinterlegte Shop-Aktion und SH5 miteinander kombiniert werden, hängt deshalb von der aktuellen Aktionsmechanik ab.
Mir ist lieber, ich sage das direkt dazu, als euch irgendeinen theoretischen Endpreis vorzurechnen, den der Shop anschließend möglicherweise anders behandelt.
Was ist das EVERCROSS EV22M eigentlich?
Beim ersten Blick könnte man durchaus denken, hier würde einfach ein extrem kräftiges E-Bike stehen.
Tut es aber nicht.
Das EVERCROSS EV22M ist konzeptionell ein elektrisches Kleinkraftrad im Dirtbike-Stil. Ihr habt keine Fahrradpedale, sondern Fußrasten, einen Gasgriff, einen Mittelmotor und eine Motorrad- beziehungsweise Dirtbike-Geometrie.
Optisch funktioniert das richtig gut.
Das EV22M wirkt schmal, aggressiv und deutlich erwachsener als viele günstige Elektro-Dirtbikes, die mir in den vergangenen Jahren begegnet sind.
Und genau hier liegt bereits eine der größten Stärken.
Viele günstige E-Dirtbikes haben technisch interessante Komponenten, sehen aber aus, als hätte jemand zuerst einen Rahmen gebaut und anschließend überlegt, wo Akku, Controller, Kabel und Beleuchtung noch Platz finden könnten.
Beim EVERCROSS EV22M habe ich dieses Gefühl nicht.
Hier sieht das Fahrzeug wesentlich stärker nach einem fertigen Produkt aus.
Die wichtigsten technischen Daten des EVERCROSS EV22M
Auf dem Papier bekommt man für 1.749 Euro einiges geboten.
| Technische Daten | EVERCROSS EV22M |
|---|---|
| Fahrzeugart | elektrisches Kleinkraftrad / E-Dirtbike |
| Straßenzulassung | ja |
| Motor | bürstenloser Mittelmotor |
| Nennleistung | 2.500 Watt |
| Spitzenleistung | bis zu 4.000 Watt |
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h |
| Fahrstufen | 25 / 35 / 45 km/h |
| Akku | 60 V / 27 Ah |
| Energieinhalt rechnerisch | ca. 1.620 Wh |
| Antrieb | Mittelmotor mit Kettenantrieb |
| Bremsen | hydraulische Scheibenbremsen |
| Bremssättel an unserem Testbike | große 4-Kolben-Bremssättel |
| Bereifung | 17-Zoll-Offroadbereifung |
| Federung | vorne und hinten |
| Beleuchtung | Frontscheinwerfer und Heckbeleuchtung |
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h |
Die Kombination aus 2.500 Watt Nennleistung, bis zu 4.000 Watt Peak, 60 Volt, 27 Ah und 45 km/h wird auch in aktuellen Händlerdaten für das EV22M geführt.
Rechnerisch verfügt der Akku damit über rund 1.620 Wh beziehungsweise 1,62 kWh Energie.
Das ist ordentlich.
Aber gerade beim Thema Reichweite halte ich mich bewusst mit großen Versprechen zurück.
Denn eine theoretische Reichweite auf dem Datenblatt ist bei einem E-Dirtbike fast noch weniger aussagekräftig als bei einem normalen E-Scooter.
Reichweite: Ich möchte erst fahren und dann urteilen
Bei einem Fahrzeug wie dem EVERCROSS EV22M wird der Verbrauch extrem stark vom Fahrer beeinflusst.
Fahrt ihr entspannt mit 25 km/h über flachen Asphalt, sieht der Verbrauch völlig anders aus als bei permanenten Vollgasbeschleunigungen, Steigungen oder Offroad-Passagen.
Hinzu kommen Fahrergewicht, Außentemperatur, Reifendruck und Untergrund.
Deshalb möchte ich hier nicht einfach irgendeine maximale Herstellerreichweite übernehmen und anschließend so tun, als wäre das eine garantierte Alltagsreichweite.
Der Akku ist mit 60 Volt und 27 Ah auf jeden Fall groß genug, dass das EV22M nicht nach zehn Kilometern wieder an die Steckdose gehören sollte.
Wie weit man tatsächlich kommt?
Das werden wir fahren.
Und genau solche Werte interessieren mich bei Scooterhelden sowieso wesentlich stärker als theoretische Angaben.
Die Verarbeitung überrascht mich für 1.749 Euro
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der auf keinem Datenblatt vernünftig dargestellt werden kann.
Wie fühlt sich das EVERCROSS EV22M an, wenn man davorsteht?
Meine Antwort:
Erstaunlich gut.
Gerade angesichts des neuen Aktionspreises von 1.749 Euro finde ich die Verarbeitung wirklich ordentlich.
Natürlich reden wir nicht über ein handgefertigtes Premium-Motorrad.
Aber das Bike wirkt nicht billig.
Und das ist ein wichtiger Unterschied.
Die Verkleidung sitzt vernünftig, das Fahrzeug hat eine klare Formsprache und viele technische Komponenten verschwinden hinter den großen Seitenteilen.
Dadurch sieht das EV22M weniger nach einem Elektro-Baukasten und mehr nach einem kleinen Elektromotorrad aus.
Mir persönlich gefällt das richtig gut.
Vor allem die komplett verkleidete Akku- beziehungsweise Mittelsektion macht optisch unglaublich viel aus.
Das Bike bekommt dadurch Masse, ohne plump zu wirken.
Vollverkleidet – und genau deshalb sieht es so erwachsen aus
Man könnte sagen: Marcel, das sind doch nur Kunststoffteile.
Stimmt.
Aber Design ist bei einem Fahrzeug nicht unwichtig.
Gerade bei günstigen Elektromotorrädern sehe ich immer wieder Modelle, bei denen Kabel, Controller, Steckverbindungen und Akkukästen komplett offen zu sehen sind.
Technisch muss das nicht automatisch schlechter sein.
Optisch wirkt es aber schnell unfertig.
Beim EVERCROSS wurde deutlich mehr verkleidet.
Und dadurch entsteht eine wesentlich homogenere Seitenansicht.
Der große dunkle Mittelbereich, die Carbon-Look-Elemente, der schwarze Rahmen, der schmale Sitz und die grobstolligen Reifen passen ziemlich gut zusammen.
Dazu kommt die relativ aggressive Front mit der Nummernmaske.
Das ist natürlich Geschmackssache.
Mir gefällt es.
Und nachdem das Bike fertig aufgebaut vor mir stand, dachte ich wirklich:
Ja – so kann ein günstiges E-Dirtbike aussehen.
Der Aufbau ist leider nicht die größte Stärke
Bis es so weit ist, muss man allerdings erst einmal arbeiten.
Und da gibt es von mir einen Kritikpunkt.
Der Aufbau ist etwas umständlich.
Das Bike kommt natürlich nicht komplett fahrbereit aus dem Karton.
Verschiedene Komponenten müssen montiert beziehungsweise in ihre endgültige Position gebracht werden.
Wer technisch ein bisschen Erfahrung hat und ordentlich arbeitet, bekommt das hin.
Aber ich würde nicht behaupten, dass es die komfortabelste Unboxing-Erfahrung meines Lebens war.
Man sollte sich Zeit nehmen.
Und bitte nicht nach dem Motto:
„Hauptsache Lenker dran und los.“
Das Ding fährt anschließend 45 km/h.
Also kontrolliere ich Radbefestigungen, Bremsanlage, Lenker, Leitungen, Schrauben, Fußrasten und alle sicherheitsrelevanten Komponenten.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Der Aufbau könnte trotzdem einfacher sein.
Aber ich sage auch:
Wenn das EV22M dann erst einmal fertig dasteht, ist der Ärger ziemlich schnell vergessen.
Dann sieht das Teil einfach richtig gut aus.
Mittelmotor statt Radnabenmotor
Ein weiterer Punkt, der mir beim EV22M gefällt, ist der Mittelmotor.
EVERCROSS setzt nicht einfach einen großen Radnabenmotor ins Hinterrad.
Die Kraft wird zentral erzeugt und über einen Kettenantrieb an das Hinterrad übertragen.
Für ein Dirtbike-Konzept finde ich das grundsätzlich passend.
Dadurch befindet sich nicht die komplette Motormasse im Hinterrad, und der Aufbau erinnert stärker an ein klassisches Motorrad.
Der Motor liefert laut aktuellen Produktdaten 2.500 Watt Nennleistung und maximal 4.000 Watt Spitzenleistung.
Natürlich ist Peakleistung immer so eine Sache.
4.000 Watt Peak bedeuten nicht, dass permanent 4.000 Watt anliegen.
Deshalb interessiert mich später viel mehr:
Wie kräftig beschleunigt das Bike?
Wie spontan reagiert der Gasgriff?
Wie verhält sich das Fahrzeug am Berg?
Bleibt die Leistung auch bei sinkendem Akkustand stabil?
Und wie gut kann man die Kraft auf losem Untergrund dosieren?
Erst dann weiß man, wie gut der Antrieb wirklich ist.
25, 35 oder 45 km/h
Das EV22M verfügt über mehrere Geschwindigkeitsstufen.
Genannt werden 25, 35 und 45 km/h.
Das finde ich grundsätzlich sinnvoll.
Vor allem beim ersten Kennenlernen eines solchen Fahrzeugs muss ich nicht zwingend sofort mit voller Geschwindigkeit unterwegs sein.
Interessanter ist für mich aber noch etwas anderes:
Wie verändert sich die Leistungsabgabe innerhalb dieser Fahrmodi?
Wird lediglich die maximale Geschwindigkeit begrenzt?
Oder reagiert beispielsweise die 25-km/h-Stufe tatsächlich sanfter?
Das macht einen riesigen Unterschied.
Ein Fahrzeug kann auf 25 km/h begrenzt sein und trotzdem beim Antippen des Gasgriffs extrem aggressiv reagieren.
Oder es kann in der kleinsten Stufe angenehm weich beschleunigen.
Das werden wir im Fahrtest ausprobieren.
Die großen 4-Kolben-Bremssättel gefallen mir
Was mir direkt ins Auge gefallen ist:
Die Bremssättel sind richtig ordentlich dimensioniert.
Unser EV22M steht mit großen 4-Kolben-Bremssätteln da.
Und das gefällt mir.
Bei einem knapp 45 km/h schnellen E-Dirtbike möchte ich einfach keine winzigen Bremskomponenten sehen, die aussehen, als wären sie eigentlich für ein leichtes City-Fahrrad gedacht.
Natürlich bedeutet „vier Kolben“ nicht automatisch „perfekte Bremse“.
Die gesamte Anlage muss funktionieren.
Scheibendurchmesser, Beläge, Hydraulik, Dosierbarkeit und Temperaturverhalten sind entscheidend.
Aber rein vom ersten Eindruck passen die Bremskomponenten wesentlich besser zum Fahrzeug.
Das vermittelt Vertrauen.
Ob die Bremse dann auch wirklich kräftig und sauber dosierbar arbeitet, testen wir natürlich noch.
Die Beleuchtung sitzt endlich dort, wo sie hingehört
Einer meiner Lieblingspunkte am EV22M ist tatsächlich die Beleuchtung.
Warum?
Weil der Scheinwerfer so aussieht, als hätte ihn jemand bei der Konstruktion des Bikes mit eingeplant.
Das klingt lächerlich selbstverständlich.
Ist es in dieser Preisklasse aber leider nicht.
Ich sehe immer wieder Elektromotorräder, bei denen hervorragende technische Grundkomponenten verbaut sind und anschließend scheinbar irgendeine Lampe aus dem Zubehörregal an den Lenker geschraubt wird.
Beim EV22M wirkt die Front wesentlich harmonischer.
Der Scheinwerfer sitzt direkt dort, wo ich ihn bei einem kleinen Motorrad erwarte.
Er fügt sich in die Front ein.
Das macht aus meiner Sicht einen überraschend großen Unterschied.
Gerade zusammen mit der Nummernmaske bekommt das EV22M damit eine vernünftige Dirtbike-Optik.
Und für mich ist das einer der Punkte, bei denen das EVERCROSS aktuell einen besseren Eindruck hinterlässt als das HITWAY HT500.
EVERCROSS EV22M gegen HITWAY HT500: Der Vergleich ist unvermeidbar
Natürlich müssen wir über das HITWAY HT500 sprechen.
Denn die beiden Fahrzeuge sind technisch ziemlich nah beieinander.
Auch das HT500 arbeitet mit einem 2.500-Watt-Mittelmotor, bis zu 4.000 Watt Peak, einem 60-V-/27-Ah-Akku und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. HITWAY nennt ebenfalls einen 1.620-Wh-Akku und eine L1e-B-Straßenzulassung.
Auf dem Papier sind sich die Fahrzeuge deshalb überraschend ähnlich.
Und trotzdem empfinde ich sie nicht als gleich.
Ich hatte beide vor mir.
Und beim ersten Eindruck gefällt mir das EVERCROSS bei der Verarbeitung und Integration der Komponenten besser.
Das ist ausdrücklich kein Vernichtungsurteil über das HITWAY.
Ich finde das HT500 weiterhin spannend.
Aber das EVERCROSS wirkt auf mich momentan fertiger.
Die Verkleidung ist geschlossener.
Die Lichtanlage gefällt mir besser.
Die Front wirkt harmonischer.
Die großen Bremssättel machen einen guten Eindruck.
Und insgesamt vermittelt das EV22M für mich stärker das Gefühl eines Elektromotorrads und weniger das eines sehr kräftigen Elektro-Dirtbike-Baukastens.
Aber das HITWAY ist inzwischen günstiger – und das gehört zur Wahrheit
Hier muss man fair bleiben.
Der Wettbewerb schläft nicht.
HITWAY listet das HT500 aktuell ebenfalls mit Rabatt und je nach Angebotsdarstellung sogar deutlich unter dem ehemaligen Einführungspreis.
Damit wird die Kaufentscheidung nicht allein über technische Daten oder den Preis funktionieren.
Und das ist eigentlich gut.
Denn Konkurrenz zwingt die Hersteller dazu, bessere Fahrzeuge zu bauen.
Für mich lautet die Frage deshalb nicht einfach:
Welches Bike hat mehr Watt?
Sondern:
Welches Fahrzeug ist besser verarbeitet?
Welches fährt angenehmer?
Welche Bremse funktioniert besser?
Welches Fahrwerk vermittelt mehr Kontrolle?
Wo bekomme ich Ersatzteile?
Und welches Bike bereitet mir nach einem Jahr noch Freude?
Da hilft kein Datenblatt.
Keine Blinker: Für mich trotzdem ein Kritikpunkt
Das EVERCROSS EV22M besitzt an unserem Fahrzeug keine klassischen Fahrtrichtungsanzeiger.
Ich persönlich hätte sie gerne.
Ganz einfach.
Wir reden hier über ein Fahrzeug mit bis zu 45 km/h.
Wenn ich damit im normalen Straßenverkehr unterwegs bin, finde ich Blinker praktisch und sinnvoll.
Es gibt allerdings einen interessanten rechtlichen Punkt.
Nach § 54 Absatz 5 Nummer 4 StVZO sind Fahrtrichtungsanzeiger in Deutschland bei Leichtkrafträdern, Kleinkrafträdern und Fahrrädern mit Hilfsmotor nicht zwingend vorgeschrieben.
Das bedeutet:
Keine Blinker heißt nicht automatisch keine Straßenzulassung.
Trotzdem hätte ich sie lieber.
Rechtlich erlaubt und praktisch optimal sind schließlich zwei verschiedene Fragen.
Ich finde, ein modernes elektrisches Kleinkraftrad im Jahr 2026 darf gerne serienmäßige Blinker haben.
Das wäre für mich ein sinnvoller Punkt für eine spätere Modellpflege.
Straßenzulassung ist bei solchen Bikes extrem wichtig
Dieser Punkt darf bei der ganzen Watt-Diskussion nicht untergehen.
Der Markt ist voll mit elektrischen Dirtbikes.
Teilweise haben diese Fahrzeuge absurd hohe Leistungen.
5.000 Watt.
8.000 Watt.
10.000 Watt.
Noch mehr.
Das Problem?
Viele davon haben auf öffentlichen Straßen überhaupt nichts verloren.
Dann hat man zwar ein fantastisches Spielzeug für Privatgelände, aber kein wirklich alltagstaugliches Verkehrsmittel.
Genau deshalb ist die Straßenzulassung beim EVERCROSS EV22M für mich so wichtig.
EVERCROSS bewirbt das EV22M ausdrücklich als E-Motorroller mit Straßenzulassung.
Das eröffnet ganz andere Einsatzmöglichkeiten.
Zur Arbeit.
Zum Einkaufen.
Zur Schule oder Ausbildung.
Für kurze Stadtwege.
Für den täglichen Weg zum Bahnhof.
Oder einfach am Wochenende eine Runde fahren.
Genau diese Mischung aus Spaßgerät und Verkehrsmittel finde ich spannend.
Das EV22M ist kein E-Bike – und das sollte jedem klar sein
Auch wenn die Optik auf Bildern manchmal etwas täuscht:
Das EVERCROSS EV22M ist kein klassisches E-Bike.
Ihr habt keine Pedale.
Ihr habt Fußrasten.
Ihr habt einen Gasgriff.
Und ihr erreicht bis zu 45 km/h.
Dementsprechend gelten andere Anforderungen als bei einem Pedelec.
Das sollte man vor dem Kauf verstehen und die zum Fahrzeug gehörenden Unterlagen beziehungsweise Anforderungen für Versicherung, Fahrerlaubnis und Nutzung prüfen.
Ich würde außerdem bei der Fahrzeugübergabe immer kontrollieren, ob die zum Fahrzeug gehörenden Genehmigungsunterlagen vollständig vorhanden sind.
Gerade bei einem straßenzugelassenen Elektrofahrzeug ist das wichtiger als der schönste Karton.
17-Zoll-Räder und ordentliches Offroad-Profil
Optisch lebt das EVERCROSS natürlich auch von seinen Reifen.
Die grobstollige Bereifung macht das Bike erst zu dem, was es sein möchte.
Interessant ist dabei der Unterschied zum HITWAY HT500.
HITWAY verwendet vorne 19 Zoll und hinten 17 Zoll.
Beim EV22M stehen vorne und hinten 17-Zoll-Räder.
Eine größere Frontbereifung kann bei groben Hindernissen Vorteile haben.
Aber daraus würde ich noch keine Kaufentscheidung ableiten.
Denn Radgröße ist nur ein Teil des Fahrverhaltens.
Lenkkopfwinkel, Radstand, Schwerpunkt, Reifenmischung, Luftdruck und Federungsabstimmung spielen mindestens genauso stark hinein.
Ich möchte deshalb sehen, wie sich das EVERCROSS tatsächlich fährt.
Auf Asphalt.
Auf Kopfsteinpflaster.
Auf Schotter.
Und natürlich auf unbefestigtem Untergrund.
Die Vollfederung passt zum Charakter des Bikes
Ein Dirtbike ohne vernünftige Federung würde wenig Sinn ergeben.
Das EV22M ist vorne und hinten gefedert und vermittelt schon optisch wesentlich mehr Motorrad-Feeling als ein klassisches E-Bike.
Natürlich muss man auch hier unterscheiden.
Eine Federung kann massiv aussehen und trotzdem schlecht abgestimmt sein.
Ein gutes Fahrwerk muss kontrollieren.
Es soll Unebenheiten schlucken, darf aber nicht permanent nachschwingen.
Es sollte beim Bremsen nicht komplett zusammensacken.
Und hinten möchte ich ebenfalls kein unkontrolliertes Nachwippen.
Das werden wir uns im richtigen Test genauer anschauen.
Für den ersten Eindruck passt die Konstruktion aber zum Fahrzeug.
Ist das EVERCROSS EV22M für große Fahrer geeignet?
Ein Fahrzeug kann auf Bildern riesig wirken und in Wirklichkeit überraschend kompakt sein.
Gerade bei Dirtbikes ist das ein wichtiges Thema.
Für mich spielt deshalb nicht nur die Sitzhöhe eine Rolle.
Interessanter sind:
Abstand zwischen Sitz und Fußrasten.
Lenkerposition.
Kniewinkel.
Bewegungsfreiheit.
Und wie gut man im Stehen fahren kann.
Das EV22M fühlt sich jedenfalls deutlich mehr nach kleinem Motorrad als nach Kinder-Dirtbike an.
Trotzdem würde ich jedem größeren Fahrer empfehlen, sich die Abmessungen genau anzuschauen.
Denn persönliche Ergonomie kann man kaum anhand eines Datenblatts bewerten.
Für wen ist das EVERCROSS EV22M gedacht?
Ich sehe mehrere interessante Zielgruppen.
Da wären zunächst Rollerfahrer, denen ein klassischer Elektroroller schlicht zu langweilig aussieht.
Nicht jeder möchte eine Vespa-artige Silhouette.
Manche Menschen wollen etwas aggressiveres.
Dann gibt es E-Bike-Fahrer, die sich bewusst in Richtung eines richtigen motorisierten Zweirades entwickeln möchten.
Und natürlich gibt es die Dirtbike-Fraktion.
Menschen, die grundsätzlich Lust auf diese Optik und Fahrweise haben, aber keinen Verbrennungsmotor möchten.
Genau dort passt das EV22M hinein.
Es sieht nach Spaß aus.
Es kostet mit der aktuellen Aktion 1.749 Euro.
Und es ist nicht von vornherein auf Privatgelände beschränkt.
Das ist eine ziemlich interessante Kombination.
Für 1.749 Euro muss ich anders rechnen
Und damit komme ich wieder zum Preis.
Als das Fahrzeug bei rund 1.899 Euro lag, fand ich das Gesamtpaket bereits interessant.
Mit 150 Euro Rabatt und damit 1.749 Euro Aktionspreis wird es meiner Meinung nach deutlich spannender.
150 Euro wirken bei einem Fahrzeugpreis von mehreren Tausend Euro vielleicht nicht dramatisch.
Aber in dieser Klasse ist das relevant.
Für die gesparten 150 Euro bekommt ihr beispielsweise bereits Helm, Schloss oder anderes Zubehör.
Und unterhalb von 1.800 Euro entsteht psychologisch einfach noch einmal eine andere Konkurrenzsituation.
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Was mir bisher besonders gut gefällt
Mein erster Eindruck lässt sich eigentlich ziemlich einfach zusammenfassen.
Die Verarbeitung gefällt mir für den Preis.
Die Vollverkleidung gefällt mir.
Die Optik funktioniert.
Der Mittelmotor passt zum Fahrzeug.
Die großen 4-Kolben-Bremssättel machen einen vernünftigen Eindruck.
Die Beleuchtung sitzt für mich an der richtigen Stelle.
Und die Straßenzulassung macht aus dem EV22M wesentlich mehr als ein elektrisches Freizeitspielzeug.
Am meisten überrascht mich aber tatsächlich die Gesamtwirkung.
Das Bike sieht nicht nach einem 1.749-Euro-Fahrzeug aus.
Und das ist ein echtes Kompliment.
Was mir bisher nicht gefällt
Natürlich gibt es auch Kritik.
Der Aufbau ist umständlicher, als ich es gerne hätte.
Blinker hätte ich trotz der rechtlichen Ausnahme gerne serienmäßig gesehen.
Beim Fahrwerk steht der richtige Test noch aus.
Bei der tatsächlichen Reichweite ebenfalls.
Auch Ersatzteilversorgung und langfristige Haltbarkeit sind Dinge, die man nicht nach einem Unboxing beantworten kann.
Und deshalb würde ich nach einem Tag mit dem Fahrzeug niemals behaupten:
„Das ist das beste E-Dirtbike unter 2.000 Euro.“
Dafür muss es erst fahren.
Und zwar nicht fünf Minuten.
Warum ich einen echten Langzeiteindruck wichtiger finde als 4.000 Watt
Ich glaube, gerade im Bereich Elektromobilität haben wir uns ein bisschen daran gewöhnt, Fahrzeuge über Zahlen zu verkaufen.
4.000 Watt!
80 Kilometer!
150 Nm!
30 Grad Steigung!
Das sieht auf einem Werbebanner beeindruckend aus.
Aber nach elf Jahren in diesem Bereich sage ich:
Das entscheidet nicht darüber, ob ich ein Fahrzeug nach sechs Monaten noch gerne fahre.
Ich möchte wissen, ob Schrauben halten.
Ob Kunststoffteile klappern.
Ob der Akku vernünftig altert.
Ob Ersatzteile erhältlich sind.
Ob die Bremse auch nach mehreren hundert Kilometern sauber funktioniert.
Ob Lager anfangen zu knacken.
Ob die Elektronik zuverlässig startet.
Und ob der Hersteller erreichbar ist, wenn doch einmal etwas kaputtgeht.
Das sind für mich die Punkte, die aus einem guten ersten Eindruck irgendwann eine echte Kaufempfehlung machen.
EVERCROSS EV22M kaufen? Mein Zwischenfazit
Würde ich das EVERCROSS EV22M nach dem ersten Eindruck grundsätzlich in die engere Auswahl nehmen?
Ja.
Ganz klar.
Und durch die aktuelle 150-Euro-Aktion sogar noch stärker als vorher.
Für 1.749 Euro bekommt man hier ein optisch wirklich gelungenes Elektro-Dirtbike mit Straßenzulassung, starkem Mittelmotor, großem 60-V-/27-Ah-Akku, Vollfederung und einer Bremsanlage, die zumindest beim ersten Blick vernünftig dimensioniert wirkt.
Die Verarbeitung überzeugt mich bisher.
Mehr noch:
Im direkten ersten Vergleich mit dem HITWAY HT500 gefällt mir das EVERCROSS beim Finish besser.
Die Verkleidung wirkt hochwertiger.
Die Lichtintegration gefällt mir besser.
Das Bike sieht geschlossener aus.
Und insgesamt wirkt es für mich stärker wie ein fertiges Serienfahrzeug.
Das HITWAY hat ebenfalls seine Stärken und ist inzwischen preislich ein ernstzunehmender Gegner. Wer beide Fahrzeuge betrachtet, sollte deshalb nicht nur auf Leistung und Preis schauen.
Ich möchte erst den Fahrvergleich sehen.
Aber beim Thema erster Qualitätseindruck geht dieser Punkt für mich momentan an EVERCROSS.
Mein Fazit zum EVERCROSS EV22M für 1.749 Euro
Manchmal verändert eine Preissenkung die Einordnung eines Produktes kaum.
Hier finde ich sie relevant.
150 Euro Rabatt und damit 1.749 Euro für das EVERCROSS EV22M bringen das Bike in einen Preisbereich, in dem ich wirklich genauer hinschaue.
Denn was hier vor mir steht, wirkt nicht billig.
Ja, beim Aufbau muss man ein bisschen Geduld mitbringen.
Ja, ich hätte gerne serienmäßige Blinker.
Und ja, Aussagen über Reichweite, Fahrwerk, Beschleunigung und Langzeitqualität kommen erst nach unseren richtigen Tests.
Aber mein erster Eindruck ist klar positiv.
Die Verarbeitung ist für das Geld gut.
Die Vollverkleidung sieht sauber aus.
Das Design gefällt mir.
Die großen 4-Kolben-Bremssättel passen zum Fahrzeug.
Die Beleuchtung wurde für meinen Geschmack wesentlich vernünftiger integriert als bei einigen Konkurrenten.
Und gerade im direkten Vergleich mit dem HITWAY HT500 wirkt das EV22M auf mich momentan etwas hochwertiger verarbeitet.
Für 1.749 Euro ist das eine echte Ansage.
Wer gerade nach einem 45-km/h-E-Dirtbike mit Straßenzulassung sucht, sollte sich das EV22M meiner Meinung nach zumindest anschauen.
✅ EVERCROSS EV22M für 1.749€ direkt bei EVERCROSS
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Ich bin jetzt vor allem auf eines gespannt:
Ist das EVERCROSS EV22M beim Fahren genauso gut, wie es nach dem Aufbau aussieht?
Genau das werden wir herausfinden.

