Das Himiway A7 2.0 ist für mich eines dieser E-Bikes, bei denen man schon beim ersten Blick merkt, wie stark sich der Markt in den vergangenen Jahren verändert hat. Früher musste man sich häufig entscheiden: komfortables Citybike oder kräftiges E-Bike? Vollfederung oder Gepäckträger? Alltag oder etwas Gelände? Große Zuladung oder halbwegs elegante Optik?
Beim Himiway A7 2.0, das Himiway aktuell schlicht als Himiway A7 Urban E-Bike führt, versucht der Hersteller ziemlich viel davon in einem einzigen Fahrrad zusammenzubringen.
Wir sprechen über einen 250-Watt-Heckmotor mit angegebenen 70 Nm Drehmoment, einen großen 48-Volt-Akku mit 15 Ah beziehungsweise rechnerisch 720 Wh, eine Vollfederung mit 120 mm Federweg vorn und 90 mm hinten, hydraulische Scheibenbremsen, ein großes Farbdisplay, einen MIK-HD-Gepäckträger und eine ungewöhnlich hohe maximale Nutzlast von 200 kg.
Der aktuelle Preis liegt bei 1.999 Euro.
Und genau da wird das Himiway A7 2.0 interessant. Denn für rund 2.000 Euro bekommt man hier ein Ausstattungsniveau, für das klassische Markenhersteller teilweise deutlich mehr verlangen.
Aber bedeutet mehr Ausstattung automatisch das bessere E-Bike?
Nicht unbedingt.
Denn das A7 hat auch eine Eigenschaft, die man nicht verschweigen darf: 38 Kilogramm Gewicht inklusive Akku. Das ist selbst für ein vollgefedertes E-Bike eine Ansage.
Ich möchte deshalb nicht einfach das Datenblatt nacherzählen, sondern das Himiway A7 2.0 sinnvoll einordnen. Wo liegen seine Stärken? Für wen ist die Vollfederung wirklich interessant? Wie sinnvoll sind 70 Nm bei einem Heckmotor? Und für wen könnte das hohe Gewicht zum entscheidenden Gegenargument werden?
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Himiway A7 2.0: Was für ein E-Bike ist das eigentlich?
Ich würde das A7 2.0 nicht als klassisches City-E-Bike bezeichnen.
Dafür ist es zu massiv, zu stark gefedert und insgesamt einfach zu vielseitig ausgelegt.
Für mich bewegt es sich vielmehr irgendwo zwischen Urban E-Bike, Trekking-E-Bike und E-SUV.
Genau dieses Segment wird immer interessanter. Viele Menschen fahren ihr Fahrrad eben nicht mehr ausschließlich für eine gemütliche Sonntagsrunde. Das E-Bike ersetzt teilweise das Auto, wird zum Pendeln eingesetzt, transportiert Einkäufe, Kinder oder Gepäck und soll gleichzeitig auch auf schlechten Radwegen und Schotterpisten funktionieren.
Und genau dort ergibt das Konzept des A7 durchaus Sinn.
Die 27,5 Zoll großen Reifen mit 2,4 Zoll Breite sind beispielsweise deutlich komfortabler als klassische schmale Trekkingreifen, ohne direkt in die Welt der extrem breiten Fatbike-Reifen abzudriften.
Dazu kommt die Vollfederung.
Vorn arbeitet eine hydraulische Federgabel mit 120 mm Federweg, Lockout, Steckachse und einstellbarer Zugstufe. Hinten stehen laut Himiway 90 mm Federweg über eine Viergelenk-Konstruktion zur Verfügung.
Das ist für ein Urban E-Bike ziemlich ordentlich.
Natürlich macht die Federung aus dem A7 noch lange kein vollwertiges Enduro-Mountainbike. Genau diese Unterscheidung halte ich für wichtig.
120 mm Federweg lesen sich beeindruckend, aber Federweg allein sagt noch relativ wenig darüber aus, wie eine Gabel unter harter Belastung arbeitet oder wie sensibel ein Hinterbau anspricht.
Für Bordsteinkanten, schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster, Waldwege und Schotter ist ein solches Konzept aber sehr interessant.
Gerade wer täglich über schlechte Radwege fährt, könnte von dieser Ausstattung mehr haben als von irgendwelchen spektakulären Leistungsangaben auf dem Datenblatt.
Die wichtigsten technischen Daten des Himiway A7 2.0
| Merkmal | Himiway A7 2.0 |
|---|---|
| Preis | 1.999 Euro |
| Motor | 48 V, 250 W Hecknabenmotor |
| Drehmoment | bis 70 Nm |
| Akku | 48 V / 15 Ah |
| Energie | ca. 720 Wh |
| Akkuzellen | Samsung/LG 21700 laut Spezifikation |
| Höchstgeschwindigkeit | 25 km/h |
| Reichweite | ca. 60–80 km laut Hersteller |
| Unterstützung | Automatik + 5 PAS-Stufen |
| Sensor | Drehmoment- oder Trittfrequenzmodus wählbar |
| Federgabel | hydraulisch, 120 mm, Lockout |
| Hinterbau | Viergelenk-Federung, 90 mm |
| Schaltung | Shimano 8-Gang |
| Bremsscheiben | 180 mm vorne und hinten |
| Display | 3,5 Zoll Farbdisplay mit Bluetooth |
| Reifen | Innova 27,5 × 2,4 Zoll |
| Frontlicht | 120 Lux / 500 Lumen |
| Schutzklasse | Bike IPX5, Akku IPX6 |
| Gepäckträger | MIK HD kompatibel |
| Gepäckträger-Belastbarkeit | bis 54 kg laut Hersteller |
| Gewicht | 38 kg inklusive Akku |
| Maximale Nutzlast | 200 kg |
| Farben | Nachtblau, Kiesgrau, Smaragdgrün |
Bei den Bremsen gibt es aktuell übrigens eine Unstimmigkeit auf der Himiway-Webseite. In der technischen Spezifikation werden Tektro E3120 genannt, während Himiway im Beschreibungstext von Shimano MT200 spricht.
Ich würde deshalb vor einer Bestellung nicht allein aufgrund des Bremssattel-Modells kaufen, sondern im Zweifel bei Himiway nachfragen, welche Bremse die aktuell ausgelieferte Charge tatsächlich besitzt.
Beide Angaben nennen immerhin 180-mm-Bremsscheiben vorne und hinten.
Aber genau solche Details gehören für mich zu einem vernünftigen Test beziehungsweise einer vernünftigen Kaufberatung dazu. Wenn zwei unterschiedliche Komponenten angegeben werden, kann man sich nicht einfach die attraktivere davon aussuchen.
70 Nm aus einem Heckmotor: Mehr als nur eine Zahl
Beim Himiway A7 2.0 sitzt der Elektromotor im Hinterrad.
Himiway gibt 250 Watt Nennleistung und maximal 70 Nm Drehmoment an. Dazu kommt ein Annada-Controller.
70 Nm klingt zunächst einmal ordentlich – und ist es grundsätzlich auch.
Trotzdem sollte man bei Drehmomentangaben von E-Bikes vorsichtig sein.
Ein Hecknabenmotor und ein Mittelmotor übertragen ihre Kraft vollkommen unterschiedlich. Bei einem Mittelmotor läuft die Unterstützung über den Antriebsstrang und damit über die Fahrradschaltung. Ein Heckmotor greift dagegen direkt am Hinterrad an.
Deshalb kann man beispielsweise 70 Nm eines Nabenmotors nicht einfach eins zu eins mit 70 Nm eines Bosch-, Shimano- oder Ananda-Mittelmotors vergleichen.
Das ist ein Punkt, der in der Werbung gerne untergeht.
Was ich am Heckmotor des A7 aber grundsätzlich interessant finde: Für ein alltagstaugliches Urban E-Bike kann diese Konstruktion durchaus Vorteile haben.
Der Elektromotor belastet Kette und Kassette nicht mit seinem kompletten Drehmoment. Der mechanische Fahrrad-Antrieb muss damit im Gegensatz zu vielen Mittelmotoren hauptsächlich die Kraft des Fahrers übertragen.
Wer viel fährt, kann dadurch zumindest theoretisch Verschleiß am klassischen Antriebsstrang reduzieren.
Auf der anderen Seite kann ein guter Mittelmotor seine Kraft an steilen Steigungen über die Fahrradübersetzung deutlich effektiver einsetzen.
Und genau deshalb bietet Himiway parallel zum normalen A7 auch das A7 Pro mit Mittelmotor an.
Die beiden Modelle sollte man nicht miteinander verwechseln.
Wer primär ein kräftiges, komfortables Urban-Bike sucht und einen Heckmotor mag, dürfte beim normalen A7 richtig sein. Wer dagegen besonders häufig starke Steigungen fährt und das sehr direkte, fahrradtypische Unterstützungsgefühl eines Mittelmotors bevorzugt, sollte sich auch die Pro-Version anschauen.
Drehmomentsensor oder Trittfrequenzsensor? Beim A7 kann man wählen
Eine der technisch spannendsten Funktionen des Himiway A7 2.0 wird meiner Meinung nach wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit bekommen als die 70-Nm-Angabe.
Das Bike kann laut Hersteller zwischen Drehmomentsteuerung und Trittfrequenzsteuerung wechseln.
Das ist tatsächlich interessant.
Ein Drehmomentsensor misst vereinfacht gesagt, wie kräftig ich in die Pedale trete. Drücke ich stärker hinein, unterstützt der Motor kräftiger. Fahre ich entspannt, reduziert sich die Unterstützung.
Das Ergebnis fühlt sich normalerweise natürlicher an.
Ein Trittfrequenzsensor erkennt dagegen primär, dass beziehungsweise wie schnell sich die Kurbel bewegt. Das System kann anschließend relativ gleichmäßig die gewählte Unterstützungsleistung liefern.
Was davon besser ist?
Das hängt vom Fahrer ab.
Ich persönlich mag bei klassischen E-Bikes eine saubere Drehmomentsteuerung, weil sich das Fahrrad dadurch weniger wie ein Fahrzeug mit zugeschaltetem Motor und mehr wie eine Verstärkung der eigenen Beine anfühlt.
Es gibt aber genügend Fahrer, die genau das Gegenteil möchten. Sie wollen möglichst wenig Kraft aufbringen und bevorzugen eine konstante Unterstützung.
Beim A7 muss man sich offenbar nicht grundsätzlich entscheiden.
Dazu kommen fünf klassische Unterstützungsstufen sowie ein Automatikmodus.
Himiway beschreibt diesen Automatikmodus so, dass das System die Unterstützung abhängig von der Fahrsituation selbstständig anpasst.
Gerade für Menschen, die nicht permanent am Bedienteil zwischen Unterstützungsstufe 1, 2, 3, 4 und 5 wechseln möchten, kann das angenehm sein.
Wie intelligent diese Automatik in der Praxis wirklich arbeitet, ist am Ende natürlich wichtiger als die Bezeichnung auf der Webseite.
Denn ein schlecht abgestimmter Automatikmodus nervt schnell. Ein guter Automatikmodus dagegen ist genau die Art von Funktion, die man nach einigen Wochen überhaupt nicht mehr ausschalten möchte.
Der Akku: 720 Wh passen hervorragend zum Konzept
Beim Akku setzt Himiway auf 48 Volt und 15 Ah.
Das entspricht rund 720 Wh Energieinhalt.
Für ein Urban E-Bike ist das ordentlich.
Himiway selbst gibt eine unterstützte Reichweite von ungefähr 60 bis 80 Kilometern an.
Wie immer gilt bei solchen Angaben: Reichweite ist kein fester Wert.
Fahrergewicht, Außentemperatur, Reifendruck, Steigungen, Wind, Untergrund und insbesondere die gewählte Unterstützungsstufe haben enormen Einfluss.
Bei einem 38 kg schweren E-Bike mit kräftigem Heckmotor würde ich deshalb nicht einfach blind davon ausgehen, unter allen Bedingungen 80 Kilometer zu fahren.
Wer hauptsächlich in einer niedrigen Unterstützungsstufe über flaches Gelände rollt, kann eine vollkommen andere Reichweite erzielen als jemand, der mit hoher Unterstützung, viel Zuladung und starken Steigungen unterwegs ist.
Trotzdem gefällt mir die Dimensionierung.
720 Wh sind groß genug, dass man nicht ständig nervös auf die Akkuanzeige schauen muss. Gleichzeitig landet Himiway nicht bei einem völlig überdimensionierten 1-kWh-Akku, der das Fahrrad noch einmal mehrere Kilogramm schwerer machen würde.
Himiway nennt 21700-Zellen von Samsung beziehungsweise LG und gibt für den Akku IPX6 an.
Das komplette Fahrrad wird mit IPX5 angegeben.
Wasserdicht bedeutet das übrigens nicht. Mit einem E-Bike durch einen See zu fahren, bleibt eine ziemlich schlechte Idee. Gegen normalen Regen und Spritzwasser sollte das System aber entsprechend ausgelegt sein.
Vollfederung: Luxus oder wirklich sinnvoll?
Bei einem klassischen Citybike hätte ich vor einigen Jahren wahrscheinlich gefragt: Braucht man hinten wirklich einen Dämpfer?
Heute sehe ich das differenzierter.
Unsere Radinfrastruktur ist eben nicht überall perfekt.
Abgesenkte Bordsteine, Wurzeln unter dem Asphalt, Kopfsteinpflaster, schlechte Fahrradwege und Schlaglöcher gehören für viele Pendler zum Alltag.
Und da kann eine echte Hinterradfederung einen riesigen Komfortunterschied machen.
Beim Himiway A7 kommen 120 mm an der Front und 90 mm am Heck zusammen.
Das ist deutlich mehr als die gefederte Sattelstütze, mit der viele klassische Trekking-E-Bikes versuchen, etwas zusätzlichen Komfort zu erzeugen.
Der große Vorteil: Nicht nur der Fahrer wird entkoppelt. Auch das Hinterrad kann Bodenunebenheiten besser folgen.
Das kann Komfort und Traktion verbessern.
Die Kehrseite einer Vollfederung ist allerdings ebenso klar.
Sie kostet Gewicht, Geld und bringt zusätzliche bewegliche Bauteile mit sich.
Lager, Dämpfer und Gelenkpunkte möchten irgendwann kontrolliert beziehungsweise gewartet werden.
Wer ausschließlich auf perfekt asphaltierten Radwegen fährt, braucht dieses System möglicherweise gar nicht.
Wer dagegen regelmäßig Waldwege, schlechte Straßen oder längere Touren fährt, könnte genau die Vollfederung lieben.
Für mich ist das einer der Punkte, an denen man das A7 nicht pauschal bewerten kann. Die Frage lautet weniger „Ist Vollfederung gut?“ als vielmehr: Brauche ich sie für mein persönliches Fahrprofil?
38 Kilogramm: Das größte Fragezeichen beim Himiway A7 2.0
Kommen wir zu dem Wert, den ich definitiv nicht schönreden würde.
38 Kilogramm inklusive Akku.
Das ist schwer.
Richtig schwer.
Wer sein E-Bike jeden Abend in den dritten Stock tragen muss, sollte sich das Himiway A7 wahrscheinlich sehr genau überlegen.
Auch bei Fahrradträgern am Auto muss man aufpassen. Viele Trägersysteme besitzen eine maximale Belastbarkeit pro Fahrrad, die deutlich unter 38 Kilogramm liegen kann.
Selbst wenn man den Akku zum Transport herausnimmt, sollte die zulässige Traglast des Fahrradträgers geprüft werden.
Beim Rangieren merkt man dieses Gewicht ebenfalls.
Natürlich relativiert sich das während der Fahrt durch den Elektromotor. Aber Physik verschwindet nicht, nur weil ein Akku am Rahmen steckt.
Auf der anderen Seite kommt das Gewicht nicht vollkommen überraschend.
Wir haben einen großen Aluminiumrahmen, Vollfederung, einen 720-Wh-Akku, kräftige Komponenten, Schutzbleche, Beleuchtung und einen massiven Gepäckträger.
Man bekommt also tatsächlich viel Fahrrad.
Nur eben auch sehr viel Fahrradgewicht.
Für mich wäre deshalb eine der ersten Fragen vor dem Kauf: Wo steht dieses E-Bike nachts?
Garage, ebenerdiger Fahrradraum oder eigener Stellplatz? Kein Problem.
Altbau ohne Aufzug im vierten Stock?
Dann würde ich persönlich eher weitersuchen.
200 kg Nutzlast sind außergewöhnlich
Das hohe Eigengewicht bekommt auf der anderen Seite einen ziemlich beeindruckenden Gegenwert.
Himiway nennt eine maximale zulässige Nutzlast von 200 Kilogramm.
Das ist ein starkes Argument für schwere Fahrer, größere Menschen oder Nutzer, die regelmäßig viel Gepäck transportieren.
Zusätzlich soll der MIK-HD-kompatible Gepäckträger laut aktueller Spezifikation mit bis zu 54 kg belastbar sein.
Auch das ist erheblich.
MIK ist ein modulares Befestigungssystem, über das sich kompatible Körbe, Taschen und andere Transportlösungen relativ schnell auf dem Gepäckträger befestigen beziehungsweise wechseln lassen.
Gerade für Pendler gefällt mir das.
Morgens Arbeitstasche, nachmittags Einkauf – und am Wochenende möglicherweise eine komplett andere Konfiguration.
Trotzdem würde ich bei Kindersitzen oder sehr hohen Lasten immer zusätzlich prüfen, ob nicht nur der Gepäckträger selbst, sondern auch das jeweilige Zubehör für diesen Einsatzzweck freigegeben ist.
Eine hohe Kilogrammangabe allein ersetzt keine konkrete Freigabe.
27,5 × 2,4 Zoll: Ein sinnvoller Mittelweg
Die Innova-Reifen in 27,5 × 2,4 Zoll passen für mich ziemlich gut zum Charakter des A7.
Sie sind breiter als typische Citybike-Reifen und bringen damit zusätzliches Luftvolumen und Komfort mit.
Gleichzeitig sind sie nicht so extrem wie die 4 Zoll breiten Fatbike-Reifen, die Himiway bei anderen Modellen bekannt gemacht haben.
Das wirkt beim A7 erwachsener und stärker auf Alltag und Pendeln optimiert.
Reflexstreifen sind ebenfalls vorhanden.
Zusammen mit der Vollfederung dürfte diese Reifendimension auf schlechtem Asphalt, Schotter und Waldwegen eine ziemlich sinnvolle Kombination darstellen.
Wer ausschließlich maximal leicht und effizient über perfekten Asphalt fahren möchte, findet schlankere Fahrräder.
Aber genau das scheint gar nicht der Anspruch des A7 zu sein.
Die Bremsen: 180 mm sind richtig – beim Hersteller herrscht trotzdem Klärungsbedarf
Vorn und hinten setzt Himiway auf hydraulische Scheibenbremsen mit jeweils 180-mm-Bremsscheiben.
Bei einem 38 Kilogramm schweren E-Bike halte ich hydraulische Bremsen für absolut sinnvoll.
Gerade mit zusätzlichem Gepäck oder einem schweren Fahrer entstehen ganz andere Kräfte als bei einem leichten 15-kg-Trekkingrad.
Etwas irritierend ist, wie bereits erwähnt, die aktuelle Produktbeschreibung.
In den technischen Daten taucht die Tektro E3120 auf.
In einem anderen Abschnitt derselben Produktseite spricht Himiway ausdrücklich von der Shimano MT200.
Das sollte Himiway korrigieren.
Für den Käufer macht es schließlich einen Unterschied, welche Komponenten tatsächlich montiert werden.
Ich würde deshalb beim aktuellen Stand davon ausgehen, dass die exakte Ausstattung abhängig von Serie beziehungsweise Charge geklärt werden sollte.
Die großen 180-mm-Scheiben sind aber in beiden Angaben identisch.
Shimano 8-Gang statt High-End-Gruppe
Beim mechanischen Antrieb bleibt Himiway relativ bodenständig.
Verbaut wird eine Shimano 8-Gang-Schaltung mit einem 13-32T-Freilauf und einem 44-Zähne-Kettenblatt.
Wer bei einem 2.000-Euro-E-Bike eine hochwertige elektronische Schaltung oder eine Shimano-XT-Gruppe erwartet, wird sie hier nicht bekommen.
Aber muss er das?
Bei einem Urban E-Bike mit Heckmotor halte ich eine solide 8-Gang-Schaltung grundsätzlich für ausreichend.
Interessanterweise kommt dem A7 dabei die Motorposition zugute.
Der Heckmotor treibt das Hinterrad unabhängig vom Fahrrad-Antriebsstrang an. Die Kette muss deshalb nicht permanent das zusätzliche Drehmoment eines Mittelmotors übertragen.
Natürlich hätte ich gegen neun, zehn oder elf Gänge nichts einzuwenden.
Aber irgendwo muss bei einem Fahrrad mit dieser umfangreichen Federung, großem Akku und einem Verkaufspreis von 1.999 Euro auch kalkuliert werden.
Die Frage ist am Ende, an welchen Stellen ein Hersteller spart.
Bei einem Alltags-E-Bike habe ich persönlich lieber eine einfachere, solide Schaltung und dafür ordentliche Bremsen, einen großen Akku und ein vernünftiges Fahrwerk als andersherum.
Das Cockpit und der verstellbare Vorbau
Das 3,5 Zoll große Farbdisplay verfügt über Bluetooth und lässt sich im Betrachtungswinkel anpassen.
Das klingt nebensächlich, ist im Alltag aber angenehm.
Gerade bei direkter Sonneneinstrahlung oder sehr unterschiedlichen Körpergrößen können schlecht positionierte Displays überraschend nerven.
Auch beim Vorbau lässt sich Himiway relativ viel Spielraum.
Der Winkel kann zwischen 0 und 60 Grad verstellt werden.
Damit lässt sich das Fahrrad stärker in Richtung sportliche oder aufrechte Sitzposition bringen.
Wer Rücken, Handgelenke oder Nacken entlasten möchte, dürfte diese Einstellmöglichkeit schätzen.
Der Lenker selbst ist 680 mm breit.
Zusammen mit den ergonomischen Griffen und dem Memory-Foam-Sattel zielt Himiway offensichtlich stärker auf Komfort als auf sportliches Racing.
Und das passt zum restlichen Konzept.
Lichtanlage: 120 Lux und Bremslicht
Eine Sache wünsche ich mir inzwischen bei jedem modernen Alltags-E-Bike: eine ab Werk vernünftige Beleuchtung.
Beim Himiway A7 2.0 ist vorne eine integrierte LED-Leuchte mit 120 Lux beziehungsweise 500 Lumen verbaut.
Hinten sitzt ein ebenfalls integriertes Rücklicht inklusive Bremslichtfunktion.
Genau so sollte es bei einem Urban E-Bike meiner Meinung nach sein.
Ich möchte bei einem Fahrrad für knapp 2.000 Euro nicht jeden Abend eine kleine USB-Funzel vom Lenker nehmen und anschließend irgendwo aufladen müssen.
Schutzbleche gehören ebenfalls zur Serienausstattung.
Zusammen mit Gepäckträger, Licht und Seitenständer ist das A7 damit von Anfang an deutlich näher am praktischen Alltagsrad als viele sportlich ausgelegte E-MTBs.
Daumengasgriff: Hier sollte man genau hinsehen
Himiway führt in den technischen Daten außerdem einen ergonomischen Daumengasgriff auf.
Das klingt zunächst spektakulärer, als es für ein europäisches 25-km/h-Pedelec sein sollte.
Gleichzeitig nennt Himiway einen Gehmodus von etwa 3 bis 6 km/h.
Entscheidend ist die tatsächlich ausgelieferte und für den jeweiligen Markt vorgesehene Konfiguration.
Ein klassisches Pedelec darf in Deutschland nicht einfach per Gasgriff ohne Pedalieren mit 25 km/h gefahren werden.
Eine Schiebe- beziehungsweise Anfahrhilfe im entsprechenden niedrigen Geschwindigkeitsbereich ist etwas anderes.
Ich würde deshalb nicht davon ausgehen, dass das A7 hier wie ein E-Moped per Daumengas bis 25 km/h beschleunigt.
Wer genau diese Funktion interessant findet, sollte sich vor dem Kauf noch einmal mit der EU-Version und deren konkreter Softwarekonfiguration beschäftigen.
Die Größenangaben sollte Himiway ebenfalls eindeutiger machen
Beim Größenbereich gibt es noch einen kleinen Punkt, bei dem ich genauer hinschauen würde.
Im Shop wird die Standardgröße aktuell für ungefähr 155 bis 190 cm Körpergröße angeboten.
Im detaillierten Größenführer taucht dagegen ein Bereich bis ungefähr 195 cm auf.
Das sind zwar keine Welten, für jemanden mit 1,94 oder 1,95 Meter Körpergröße ist der Unterschied aber plötzlich ziemlich relevant.
Deshalb würde ich bei großen oder sehr kleinen Fahrern nicht ausschließlich anhand der pauschalen Körpergrößenangabe bestellen.
Schrittlänge, Oberkörperlänge, gewünschte Sitzposition und persönliche Vorlieben spielen mindestens genauso stark hinein.
Gerade der verstellbare Vorbau hilft dabei, das Fahrrad anzupassen.
Trotzdem ersetzt er keine passende Rahmengeometrie.
Was gefällt mir am Konzept besonders gut?
Das Himiway A7 2.0 versucht nicht, irgendeinen einzelnen Rekord aufzustellen.
Und genau das gefällt mir.
Es ist kein 20-Kilo-Leichtbau-E-Bike.
Es ist kein Hardcore-Mountainbike.
Es ist kein klassisches Hollandrad.
Und es ist auch kein Fatbike.
Stattdessen bekommt man eine Art elektrisches SUV-Fahrrad für Menschen, die ein Fahrzeug für möglichst viele Alltagssituationen suchen.
Großer Akku, kräftiger Heckmotor, hohe Nutzlast, Vollfederung, Lichtanlage, Schutzbleche und Gepäckträger ergeben gemeinsam ein ziemlich rundes Paket.
Die umschaltbare Sensorsteuerung finde ich technisch besonders spannend.
Auch die Kombination aus Automatikmodus und fünf klassischen Unterstützungsstufen dürfte sehr unterschiedliche Fahrer abholen.
Wo sehe ich Schwächen?
Der größte Kritikpunkt bleibt für mich ganz klar das Gewicht von 38 Kilogramm.
Das sollte niemand unterschätzen.
Wer das Fahrrad regelmäßig tragen muss oder häufig auf einen Fahrradträger hebt, kann davon ziemlich schnell genervt sein.
Auch die etwas widersprüchlichen Angaben zu Bremsen und Körpergrößen auf der Produktseite gefallen mir nicht.
Bei einem Fahrrad für 1.999 Euro darf die technische Dokumentation eindeutig sein.
Eine Shimano 8-Gang-Schaltung ist zudem eher solide Mittelklasse als Premium-Ausstattung.
Und schließlich sollte niemand die Vollfederung mit einem professionellen Enduro-Fahrwerk verwechseln.
Das A7 ist für mich ein komfortorientiertes Urban- und Trekking-E-Bike mit Geländeambitionen – kein Downhill-Bike.
Diese Grenzen muss man kennen.
Für wen lohnt sich das Himiway A7 2.0?
Ich sehe das A7 vor allem bei Fahrern, die Komfort und Alltagstauglichkeit höher bewerten als möglichst geringes Gewicht.
Wer täglich pendelt, schlechte Radwege fährt, längere Touren unternimmt oder regelmäßig Gepäck transportiert, bekommt eine interessante Kombination.
Auch für schwerere Fahrer ist die angegebene Nutzlast von 200 kg ein Argument.
Wer dagegen sein Fahrrad regelmäßig Treppen hochtragen muss, würde von mir keine uneingeschränkte Empfehlung bekommen.
Dafür sind 38 kg einfach zu viel.
Ebenso sollten sportliche Fahrer prüfen, ob sie wirklich einen Heckmotor möchten oder ob ihnen ein leichteres E-Bike mit Mittelmotor besser gefällt.
Das normale A7 und das A7 Pro sprechen trotz ähnlicher Namen durchaus unterschiedliche Käufer an.
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Der reguläre Preis des Himiway A7 Urban E-Bikes liegt aktuell bei 1.999 Euro.
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Mein Fazit zum Himiway A7 2.0
Das Himiway A7 2.0 zeigt ziemlich gut, wohin sich der E-Bike-Markt gerade entwickelt.
Ein Urban E-Bike muss längst nicht mehr dünne Reifen, eine einfache Federgabel und einen kleinen Akku besitzen.
Himiway baut hier eher einen elektrischen Allrounder.
70 Nm Heckmotor, etwa 720 Wh Akku, 120 mm Federweg vorne, 90 mm hinten, hydraulische Scheibenbremsen, 27,5 × 2,4 Zoll Reifen, MIK-HD-Gepäckträger und bis zu 200 kg Nutzlast für 1.999 Euro – auf dem Papier ist das ein starkes Angebot.
Vor allem die Vollfederung hebt das A7 von vielen klassischen Pendler-E-Bikes ab.
Gleichzeitig muss man die Schattenseite dieses Konzepts akzeptieren.
38 Kilogramm sind 38 Kilogramm.
Wer leicht, sportlich und minimalistisch fahren möchte, wird damit wahrscheinlich nicht glücklich.
Wer dagegen ein stabiles, komfortables und vielseitiges E-Bike sucht und sein Fahrrad nicht jeden Tag in den dritten Stock tragen muss, sollte sich das Himiway A7 definitiv näher anschauen.
Genau darin liegt für mich auch die Stärke dieses Bikes: Es versucht nicht, das leichteste Fahrrad zu sein. Es versucht, möglichst viele Probleme des täglichen E-Bike-Einsatzes mit einem einzigen Fahrzeug zu lösen.
Ob das für euch die bessere Strategie ist, hängt komplett vom eigenen Einsatzprofil ab.
Für einen Pendler mit Garage, schlechten Radwegen und regelmäßigem Gepäck können 38 kg kaum eine Rolle spielen – dafür aber die Vollfederung, 720 Wh und der massive Gepäckträger.
Für jemanden im Berliner Altbau ohne Fahrstuhl kann dieselbe Zahl dagegen das komplette Fahrrad disqualifizieren.
Und genau deshalb sollte man E-Bikes niemals ausschließlich anhand von Watt, Newtonmetern und Reichweitenangaben kaufen.
Das Gesamtpaket muss zum eigenen Alltag passen.
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