Drei neue beziehungsweise deutlich überarbeitete NIU Elektroroller, dreimal maximal 45 km/h und auf den ersten Blick erstaunlich ähnliche Leistungsdaten: Wer 2026 zwischen dem NIU NQi Sport, dem NIU NQiX 150 und dem neuen NIU FQiX 150 wählen möchte, könnte schnell auf die Idee kommen, einfach nach dem Design oder dem günstigsten Preis zu entscheiden.
Genau das wäre aus meiner Sicht ein Fehler.
Denn obwohl alle drei Modelle mit bis zu 3.800 Watt Spitzenleistung, herausnehmbaren 72-Volt-Akkus und umfangreichen Smart-Funktionen antreten, unterscheiden sie sich im Alltag deutlicher, als es die nackten Zahlen zunächst vermuten lassen.
Der NQi Sport ist 2026 nicht mehr der eher gemütliche Einsteigerroller, den viele noch im Kopf haben. Der NQiX 150 wird zum technisch besonders umfangreich ausgestatteten Sicherheitsmodell. Und der FQiX 150 versucht, mit sportlichem Design, viel Stauraum und moderner Konnektivität eine jüngere Zielgruppe abzuholen.
Ich habe mir die drei NIU Modelle im direkten Vergleich angesehen und mich dabei nicht nur gefragt, welcher Roller auf dem Papier am meisten bietet. Viel wichtiger ist doch: Welcher NIU passt wirklich zu deinem Alltag, deiner Körpergröße, deinem Budget und deinem Sicherheitsbedürfnis?
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Drei Elektroroller mit 45 km/h – aber drei unterschiedliche Konzepte
Zunächst müssen wir einen Begriff klären. Der NQi Sport, der NQiX 150 und der FQiX 150 werden von NIU teilweise unter dem Oberbegriff „E-Scooter“ geführt. Rechtlich und praktisch handelt es sich aber nicht um Elektro-Tretroller nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung.
Es sind Elektro-Mopeds beziehungsweise Elektroroller der Fahrzeugklasse L1e-B. Die 45-km/h-Versionen dürfen in Deutschland mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden. AM ist normalerweise bereits im Pkw-Führerschein der Klasse B enthalten. Außerdem sind ein Versicherungskennzeichen und ein geeigneter Schutzhelm vorgeschrieben. Auf Radwegen haben diese Fahrzeuge grundsätzlich nichts verloren – sie gehören auf die Fahrbahn.
Alle drei Roller bewegen sich somit in derselben gesetzlichen Fahrzeugklasse. Trotzdem verfolgt NIU unterschiedliche Ansätze:
Der NQi Sport MY26 ist der günstige Klassiker, der technisch massiv aufgewertet wurde.
Der NQiX 150 MY26 ist das Sicherheits- und Technikmodell mit ABS und Heckradar.
Der FQiX 150 ist der auffällige Lifestyle-Roller mit niedriger Sitzhöhe, langem Radstand und besonders großem Staufach.
Die Entscheidung lässt sich deshalb nicht allein über Leistung oder Reichweite treffen. Alle drei schaffen maximal 45 km/h. Die eigentliche Frage lautet: Wie möchtest du diese 45 km/h erleben?
NIU NQi Sport, NQiX 150 und FQiX 150 im technischen Vergleich
Die folgende Übersicht basiert auf den aktuellen MY26-Vergleichsdaten und Produktangaben von NIU. Bei den Reichweiten handelt es sich um Herstellerwerte unter günstigen Testbedingungen.
| Technische Daten | NIU NQi Sport MY26 | NIU NQiX 150 MY26 | NIU FQiX 150 |
|---|---|---|---|
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h | 45 km/h | 45 km/h |
| Spitzenleistung | 3.800 W | 3.800 W | 3.800 W |
| Maximales Drehmoment | 180 Nm | 180 Nm | 180 Nm |
| Beschleunigung 0–45 km/h | 4,46 Sekunden | 3,56 Sekunden | 4,46 Sekunden |
| Akkuspannung | 72 V | 72 V | 72 V |
| Kapazität pro Akku | 28 Ah / 2.016 Wh | 28 Ah / 2.016 Wh | 28 Ah / 2.016 Wh |
| Akkus serienmäßig | 1 | 1 | 1 |
| Zweiter Akku | optional | optional | optional |
| Herstellerreichweite mit zwei Akkus | 120–130 km | 100–110 km | 100–110 km |
| Ladezeit pro Akku | ca. 3 Stunden | ca. 3 Stunden | ca. 3 Stunden |
| Akkugewicht | ca. 15,5 kg | ca. 15,5 kg | ca. 15,5 kg |
| Bremssystem | CBS und TCS | 2-Kanal-ABS und TCS | CBS und TCS |
| Toter-Winkel-Warner | nein | ja | ja |
| Federweg vorn/hinten | 60/60 mm | 80/60 mm | 80/60 mm |
| Reifengröße | 14 Zoll | 14 Zoll | 14 Zoll |
| Fahrzeuggewicht laut NIU | 87 kg | 95 kg | 95 kg |
| Maximale Zuladung | 150 kg | 150 kg | 150 kg |
| Sitzhöhe | 810 mm | 810 mm | 785 mm |
| Radstand | 1.335 mm | 1.350 mm | 1.400 mm |
| Bodenfreiheit | 184 mm | 170 mm | 155 mm |
| Stauraum | 19 Liter | 28,5 Liter | 31 Liter |
| TFT-Display | 5 Zoll | 5 Zoll | 5 Zoll |
| NIU Link Crown | ja | ja | ja |
| Preis mit einem Akku | ab 1.999 Euro | ab 2.799 Euro | ab 2.499 Euro |
| Preis mit zwei Akkus | Preis beim Händler prüfen | ab 3.298 Euro | Preis beim Händler prüfen |
Schon diese Tabelle zeigt, wie ungewöhnlich eng die Modelle technisch beieinanderliegen. Motorleistung, Drehmoment, Akkuspannung und Reifengröße sind nahezu identisch.
Die Unterschiede verstecken sich in den Details – und genau diese Details entscheiden später darüber, ob du deinen Roller nach sechs Monaten immer noch liebst oder dich täglich über Kleinigkeiten ärgerst.
NIU NQi Sport MY26: Der günstige Klassiker ist kaum wiederzuerkennen
Beim Namen NQi Sport denken viele NIU-Fahrer noch an einen vergleichsweise leichten, soliden, aber nicht besonders leistungsstarken Stadtroller. Das Modelljahr 2026 hat mit diesem alten Bild nur noch wenig gemeinsam.
NIU hat die Dauerleistung gegenüber dem vorherigen Modell deutlich angehoben, die Systemspannung von 60 auf 72 Volt erhöht und erstmals einen zweiten Akku als Option vorgesehen. Zusätzlich bekommt der NQi Sport ein 5-Zoll-TFT-Display, die NIU Link Crown, Navigation, Traktionskontrolle, Auto Hold, Rückfahrhilfe, NFC-Zugang und fünf Fahrmodi. Laut Hersteller steigt die maximale Reichweite mit zwei Akkus auf 120 bis 130 Kilometer.
Das ist kein kleines Facelift. Das ist im Grunde eine technische Neuausrichtung.
Besonders interessant finde ich den Preis. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.999 Euro liegt der NQi Sport 500 Euro unter dem FQiX 150 und sogar 800 Euro unter dem NQiX 150.
Trotzdem bekommst du dieselbe maximale Spitzenleistung von 3.800 Watt, dieselbe Akkukapazität von 2.016 Wh und grundsätzlich dieselbe smarte Bedienphilosophie.
Die größten Vorteile des NQi Sport
Der NQi Sport ist mit 87 Kilogramm das leichteste Fahrzeug in diesem Vergleich. Rechnet man den rund 15,5 Kilogramm schweren Akku hinzu, landet man fahrbereit mit einem Akku rechnerisch bei ungefähr 102,5 Kilogramm.
Der NQiX 150 und der FQiX 150 kommen mit einem Akku dagegen jeweils auf ungefähr 110,5 Kilogramm. Acht Kilogramm Unterschied klingen beim Fahren nicht dramatisch. Beim Rangieren in einer engen Garage, beim Schieben über eine Bordsteinkante oder beim Aufbocken können sie aber sehr wohl spürbar sein.
Der NQi Sport besitzt außerdem mit 184 Millimetern die größte Bodenfreiheit. Wer regelmäßig über schlechte Zufahrten, hohe Kanten oder unebene Straßen fährt, sollte diesen Wert nicht unterschätzen.
Auch die klassische NIU-Optik ist für mich ein Pluspunkt. Der Roller wirkt vertraut, aufgeräumt und weniger verspielt als der FQiX. Wer ein Fahrzeug sucht, das auch in einigen Jahren noch relativ zeitlos aussieht, dürfte mit dem NQi Sport glücklich werden.
Wo beim NQi Sport gespart wird
Der Preisunterschied kommt nicht aus dem Nichts.
Der NQi Sport besitzt kein ABS. Stattdessen arbeitet er mit hydraulischen Scheibenbremsen, einem kombinierten Bremssystem und einer Traktionskontrolle. Das ist ordentlich, aber eben nicht dasselbe.
CBS verteilt beziehungsweise kombiniert Bremskraft. Es verhindert jedoch nicht zuverlässig, dass bei einer Schreckbremsung ein Rad blockiert. Die Traktionskontrolle greift wiederum beim Beschleunigen ein, nicht beim Blockieren während des Bremsens.
Auch auf den Toter-Winkel-Warner des NQiX 150 und FQiX 150 musst du verzichten. Der Federweg an der Vorderachse fällt mit 60 Millimetern außerdem geringer aus als bei den beiden anderen Modellen.
Das Staufach ist mit 19 Litern ebenfalls deutlich kleiner. NIU spricht zwar davon, dass ein Integralhelm hineinpassen kann. Aus Erfahrung weiß ich aber: Helm ist nicht gleich Helm. Große Helmschalen, Spoiler oder Kommunikationssysteme können dafür sorgen, dass die Sitzbank nicht mehr sauber schließt.
Für wen passt der NQi Sport?
Der NQi Sport ist für mich der klare Preis-Leistungs-Sieger dieses Vergleichs.
Er passt zu Pendlern, die überwiegend kurze und mittlere Strecken in der Stadt fahren, keine 31 Liter Stauraum benötigen und mit einem CBS-Bremssystem leben können.
Auch für Jugendliche mit AM-Führerschein oder Familien, die ein zweites Fahrzeug für den Alltag suchen, ist der Preis von 1.999 Euro interessant.
Wichtig ist allerdings, beim Händler ausdrücklich nach dem Modelljahr 2026 zu fragen. Ein älterer NQi Sport kann technisch erheblich anders ausgestattet sein. Lass dir deshalb das konkrete Modelljahr und die Akkukonfiguration schriftlich im Kaufvertrag bestätigen.
NIU NQiX 150 MY26: Der Sicherheitssieger im Vergleich
Der NQiX 150 ist das teuerste der drei 45-km/h-Modelle. Dafür besitzt er als einziger Roller in diesem Vergleich ein vollwertiges 2-Kanal-ABS.
Zusätzlich gehören beim Modelljahr 2026 eine Traktionskontrolle und ein Heckradar mit Toter-Winkel-Warnung zur Ausstattung. Der Roller warnt damit vor Verkehr, der sich von hinten nähert. Hinzu kommen Auto Hold, Rückfahrhilfe, mehrere Fahrmodi, Navigation im Display und die Bedienung über die NIU Link Crown.
Genau hier stellt sich eine unangenehme, aber wichtige Frage: Braucht ein Elektroroller mit 45 km/h wirklich ABS?
Meine Antwort lautet: Man braucht es hoffentlich nie. Aber wenn man es braucht, ist man froh, dass es vorhanden ist.
45 km/h wirken im Vergleich zu einem Motorrad langsam. Bei Regen, Laub, Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen oder einer plötzlich geöffneten Autotür reichen 45 km/h trotzdem locker für einen schweren Sturz.
Das gilt besonders bei Elektrofahrzeugen, die leise beschleunigen und ihr Drehmoment unmittelbar bereitstellen. Man ist häufig schneller auf Tempo, als man subjektiv wahrnimmt.
Schnellste Beschleunigung im Vergleich
Der NQiX 150 soll laut NIU in 3,56 Sekunden von 0 auf 45 km/h beschleunigen. NQi Sport und FQiX 150 benötigen laut Vergleichsdaten jeweils 4,46 Sekunden.
Eine knappe Sekunde Unterschied klingt nicht spektakulär. In dieser niedrigen Geschwindigkeitsklasse kann sie aber deutlich spürbar sein.
Gerade beim Anfahren an einer Ampel oder beim Einfädeln in den Verkehr dürfte sich der NQiX 150 etwas spontaner und souveräner anfühlen. Entscheidend ist allerdings nicht nur der Bestwert, sondern auch die Abstimmung der Gasannahme.
Ein Roller kann auf dem Papier schnell beschleunigen und sich trotzdem nervös oder schlecht dosierbar anfühlen. Umgekehrt kann eine minimal langsamere Beschleunigung im Alltag angenehmer sein, wenn die Leistungsabgabe sauber abgestimmt wurde.
Deshalb bleibt eine Probefahrt unverzichtbar.
Mehr Stauraum und mehr Federweg
Mit 28,5 Litern bietet der NQiX 150 deutlich mehr Stauraum als der NQi Sport. Ganz an die 31 Liter des FQiX 150 kommt er allerdings nicht heran.
Vorn stehen 80 Millimeter Federweg zur Verfügung, hinten 60 Millimeter. Auch hier gilt: Mehr Federweg bedeutet nicht automatisch ein besseres Fahrwerk. Federhärte, Dämpfung, Reifen und Gewichtsverteilung spielen mindestens eine genauso große Rolle.
Trotzdem hat der NQiX 150 bei schlechten Straßen auf dem Papier mehr Reserven als der NQi Sport.
Ist der Aufpreis gerechtfertigt?
Mit einem Akku kostet der NQiX 150 laut NIU ab 2.799 Euro. Das sind 300 Euro mehr als beim FQiX 150.
Für diese 300 Euro bekommst du vor allem das entscheidende ABS, eine größere hintere Bremsscheibe und die schnellere Beschleunigung.
Aus meiner Sicht ist das kein übertriebener Aufpreis. Wer regelmäßig bei jedem Wetter fährt, viel Stadtverkehr erlebt oder einfach maximalen Wert auf Sicherheit legt, bekommt mit dem NQiX 150 das rundeste Gesamtpaket.
Das bedeutet nicht, dass der NQiX perfekt ist. Mit 95 Kilogramm Fahrzeuggewicht und einem 15,5 Kilogramm schweren Akku ist er kein Leichtgewicht. Und spätestens mit einem zweiten Akku wird das Gesamtpaket ziemlich schwer.
Trotzdem bleibt er mein technischer Gesamtsieger.
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NIU FQiX 150: Sportliches Design trifft auf 31 Liter Stauraum
Der FQiX 150 ist der Neuling im Vergleich. Nach seiner Vorstellung und mehreren unterschiedlichen Vorabinformationen ist das Modell seit Sommer 2026 bei teilnehmenden NIU-Händlern in Deutschland erhältlich. Der offizielle Einstiegspreis liegt bei 2.499 Euro.
Optisch entfernt sich NIU mit dem FQiX deutlich von der klassischen Designsprache des NQi Sport.
Statt des bekannten runden Scheinwerfers setzt der FQiX auf eine kantige, X-förmige Lichtsignatur. Die Karosserie wirkt gestreckter, aggressiver und wesentlich moderner.
Ob das besser aussieht, ist reine Geschmackssache. Unauffällig ist der FQiX jedenfalls nicht.
Niedrigere Sitzhöhe und längster Radstand
Mit 785 Millimetern besitzt der FQiX 150 die niedrigste Sitzhöhe im Vergleich. NQi Sport und NQiX 150 liegen jeweils bei 810 Millimetern.
25 Millimeter können für kleinere Fahrerinnen und Fahrer einen echten Unterschied machen. Wer beim Anhalten nur mit den Zehenspitzen den Boden erreicht, fährt meist angespannter. Ein sicherer Stand erhöht dagegen das Vertrauen in das Fahrzeug.
Gleichzeitig besitzt der FQiX mit 1.400 Millimetern den längsten Radstand. Dadurch wirkt er erwachsener und gestreckter als der NQi Sport mit 1.335 Millimetern.
Ein längerer Radstand kann für mehr Ruhe und Stabilität sorgen. In sehr engen Parklücken und beim Rangieren kann der kompaktere NQi Sport dagegen angenehmer sein.
Der größte Stauraum im Vergleich
31 Liter unter der Sitzbank sind ein starkes Argument. Laut NIU soll dort ein kompletter Helm Platz finden.
Für Pendler ist Stauraum häufig wichtiger als irgendeine App-Funktion. Regenhose, Handschuhe, Ladegerät, Schloss, Einkauf oder Arbeitsutensilien müssen schließlich irgendwo hin.
Trotzdem würde ich auch beim FQiX meinen eigenen Helm zum Händler mitnehmen und ausprobieren, ob er tatsächlich hineinpasst. Das Volumen allein sagt wenig über die Form des Fachs aus.
Ein schmaler, tiefer Stauraum kann auf dem Papier groß sein und trotzdem Probleme mit einer breiten Helmschale verursachen.
Heckradar ja, ABS nein
Der FQiX 150 besitzt ein Heckradar mit Toter-Winkel-Warnung, eine Traktionskontrolle und ein kombiniertes Bremssystem. Ein ABS fehlt allerdings.
Diese Entscheidung kann ich nur teilweise nachvollziehen.
Das Radar ist ein interessantes Assistenzsystem. Doch in einer echten Gefahrensituation ist ein ABS aus meiner Sicht wesentlich wichtiger. Ein Hinweis auf ein Fahrzeug im toten Winkel ist hilfreich. Die Kontrolle bei einer Vollbremsung kann dagegen unmittelbar über Sturz oder Nichtsturz entscheiden.
Besonders kritisch sehe ich, dass der FQiX 150 nur 300 Euro weniger kostet als der NQiX 150. Wer das sportliche Design nicht unbedingt braucht, sollte sich deshalb sehr genau überlegen, ob der Preisvorteil den Verzicht auf ABS rechtfertigt.
Für wen passt der FQiX 150?
Der FQiX 150 richtet sich an Käufer, die ein modernes, auffälliges Design, eine niedrige Sitzhöhe und möglichst viel Stauraum suchen.
Für kleinere Fahrerinnen und Fahrer könnte er ergonomisch besonders interessant sein. Durch den langen Radstand wirkt er dennoch nicht wie ein kleines Einsteigerfahrzeug.
Wer dagegen hauptsächlich nach maximaler Sicherheit sucht, sollte die zusätzlichen 300 Euro für den NQiX 150 ernsthaft in Betracht ziehen.
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Leistung: Warum 3.800 Watt nicht automatisch dasselbe Fahrgefühl bedeuten
Alle drei Modelle werden mit bis zu 3.800 Watt Spitzenleistung und 180 Nm maximalem Drehmoment angegeben. Die maximale Steigfähigkeit liegt laut NIU jeweils bei 16 Prozent.
Damit könnte man meinen, die Fahrzeuge würden praktisch identisch fahren.
So einfach ist es aber nicht.
Die Leistung eines Elektromotors sagt noch nichts darüber aus, wie aggressiv, weich oder verzögert sie abgegeben wird. Controller-Abstimmung, Fahrmodus, Software, Akkustand, Temperatur und Traktionskontrolle beeinflussen das Fahrgefühl erheblich.
Auch das Fahrzeuggewicht spielt eine Rolle. Der NQi Sport ist leichter als NQiX und FQiX. Trotzdem beschleunigt der NQiX laut Hersteller schneller. Das deutet darauf hin, dass NIU beim NQiX eine offensivere Leistungsabgabe programmiert hat.
Hinzu kommt der Unterschied zwischen Spitzenleistung, maximaler Leistung und Dauerleistung. Hersteller verwenden diese Begriffe nicht immer einheitlich.
Beim NQiX 150 spricht NIU von 3.500 Watt Dauerleistung und bis zu 3.800 Watt im Boost-Modus. Beim FQiX 150 werden auf der aktuellen Produktseite 3.300 Watt Dauerleistung und 3.800 Watt Spitze genannt. Für die Kaufentscheidung ist deshalb die Homologation des konkreten 25- oder 45-km/h-Modells entscheidend, nicht nur eine große Wattzahl in der Werbung.
Für den normalen Stadtverkehr dürften alle drei ausreichend kräftig sein. Wer allerdings häufig zu zweit fährt, schwere Steigungen bewältigen muss oder selbst deutlich mehr als der typische Testfahrer wiegt, sollte unbedingt eine Probefahrt unter realistischen Bedingungen machen.
Akku und Reichweite: Ein Akku ist serienmäßig, der zweite kostet extra
Alle drei Roller verwenden laut NIU einen herausnehmbaren 72-Volt-Akku mit 28 Ah. Daraus ergibt sich eine Energie von 2.016 Wh beziehungsweise knapp über zwei Kilowattstunden.
Ein Akku wiegt ungefähr 15,5 Kilogramm und benötigt rund drei Stunden zum Laden. Ein zweiter Akku verdoppelt die gesamte Kapazität auf 4.032 Wh.
Das klingt zunächst komfortabel. In der Praxis muss man aber genauer hinsehen.
15,5 Kilogramm sind tragbar, aber nicht leicht. Wer im vierten Stock ohne Aufzug wohnt, wird den Akku nicht aus Spaß mehrmals täglich hochtragen.
Mit zwei Akkus sprechen wir von ungefähr 31 Kilogramm Batteriegewicht. Man trägt normalerweise nicht beide gleichzeitig, doch auch einzeln bleibt jeder Gang zur Wohnung ein kleines Training.
Die aktuellen Reichweitenangaben
Für den NQi Sport nennt NIU mit einem Akku ungefähr 60 bis 65 Kilometer und mit zwei Akkus 120 bis 130 Kilometer.
Beim NQiX 150 werden 50 bis 60 Kilometer mit einem Akku und 100 bis 110 Kilometer mit zwei Akkus angegeben.
Der FQiX 150 erreicht die beworbenen 100 bis 110 Kilometer ebenfalls nur mit einem zweiten Akku. Serienmäßig wird auch hier lediglich ein Akku geliefert.
Der entscheidende Satz lautet deshalb: Die große Reichweitenzahl auf der Produktseite ist bei allen drei Modellen an die optionale Doppelakku-Konfiguration gebunden.
Wer nur das Basismodell kauft, bekommt nicht automatisch 110 oder 130 Kilometer Reichweite.
Warum ich den Herstellerwert nicht fest einplanen würde
NIU erklärt beim NQi Sport, dass die Reichweitenmessung unter anderem mit einem 50 Kilogramm schweren Fahrer, bei 25 km/h, auf ebener Strecke und bei ungefähr 20 Grad durchgeführt wurde. Beim NQiX weist der Hersteller ebenfalls darauf hin, dass die maximalen Werte auf internen Tests unter Idealbedingungen beruhen.
Ich bin knapp 1,90 Meter groß und wiege rund 93 Kilogramm. Allein dieser Unterschied zum 50-Kilogramm-Testfahrer wirkt sich auf Beschleunigung und Verbrauch aus.
Fahre ich dauerhaft im schnellsten Modus, beschleunige häufig, nehme Gepäck mit oder fahre bei fünf Grad im Winter, kann ich nicht erwarten, die maximale Laborreichweite zu erreichen.
Für den Alltag würde ich deshalb nie eine Pendelstrecke planen, bei der ich jeden Tag bis auf den letzten Kilometer der Herstellerangabe angewiesen bin.
Ein Puffer von mindestens 20 bis 30 Prozent ist vernünftig. Im Winter oder bei einem hohen Fahrergewicht darf der Puffer noch größer sein.
NIU muss bei den Angaben sauberer werden
Bei der Recherche fällt auf, dass NIU auf älteren eigenen Beiträgen teilweise andere Werte nennt.
In einem NIU-Blogbeitrag vom Mai 2026 werden für den NQiX 150 beispielsweise 75 Kilometer mit einem Akku und bis zu 150 Kilometer in der Doppelakku-Version genannt. Die aktuelle Produktseite und die dort integrierte Vergleichstabelle sprechen dagegen von 50 bis 60 beziehungsweise 100 bis 110 Kilometern. Auch beim Stauraum finden sich ältere und aktuelle Abweichungen.
Ich orientiere mich in diesem Vergleich deshalb an der derzeitigen Produktseite und nicht an älteren Marketingtexten.
Trotzdem sollte NIU solche widersprüchlichen Angaben bereinigen. Käufer müssen auf einen Blick erkennen können, welche Daten für das aktuell bestellbare Fahrzeug gelten.
Mein Rat: Lass dir beim Händler die Reichweite, Akkuzahl, Modellversion und technische Konfiguration des konkreten Fahrzeugs schriftlich bestätigen.
Was kostet eine Akkuladung?
Ein Akku besitzt eine nominelle Energie von 2,016 kWh.
Bei einem beispielhaften Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde kostet die rechnerische Energie einer vollständigen Ladung:
2,016 kWh × 0,35 Euro = rund 0,71 Euro.
In der Realität kommen Ladeverluste hinzu. Je nach Ladegerät, Temperatur und Ladezustand dürfte die tatsächlich aus der Steckdose bezogene Energie etwas höher ausfallen.
Selbst wenn eine vollständige Ladung am Ende 80 oder 90 Cent kostet, bleibt der reine Energieaufwand niedrig.
Bei zwei vollständig geladenen Akkus liegen die rechnerischen Energiekosten vor Ladeverlusten bei rund 1,41 Euro.
Der Stromverbrauch ist deshalb selten das Problem eines Elektrorollers. Viel entscheidender sind Anschaffungspreis, Akkualterung, Versicherung, Reifen, Bremsen, Werkstattkosten und der spätere Preis eines Ersatzakkus.
Gerade der Ersatzakku sollte vor dem Kauf angesprochen werden. Die drei Modelle nutzen zwar laut Datenblatt dieselbe Spannung und Kapazität. Daraus darf man aber nicht automatisch schließen, dass die Akkus mechanisch und elektronisch untereinander austauschbar sind.
Gleiche Daten bedeuten nicht zwingend gleiche Anschlüsse, Softwarefreigaben oder Gehäuse.
Sicherheit: ABS ist für mich wichtiger als eine weitere App-Funktion
In diesem Vergleich gibt es einen klaren Sicherheitssieger: den NQiX 150.
Nur er kombiniert ein 2-Kanal-ABS mit Traktionskontrolle und Heckradar. NQi Sport und FQiX 150 setzen auf CBS und TCS. Der FQiX ergänzt immerhin ebenfalls den Toter-Winkel-Warner.
Das bedeutet nicht, dass NQi Sport und FQiX unsicher wären. Beide besitzen hydraulische Scheibenbremsen und moderne Assistenzsysteme.
Trotzdem bleibt ein wichtiger Unterschied:
TCS hilft beim Beschleunigen. ABS hilft beim Bremsen.
Auf trockener Straße und bei einer sauberen, kontrollierten Bremsung wird man den Unterschied vielleicht kaum bemerken. Bei einer Schreckbremsung auf nasser Fahrbahn sieht die Sache anders aus.
Das Heckradar von NQiX und FQiX ist ebenfalls interessant. Es kann zusätzlichen Überblick schaffen und vor Fahrzeugen im toten Winkel warnen.
Ich würde mich darauf aber niemals blind verlassen. Ein Radar ersetzt weder Spiegel noch Schulterblick. Es ist ein Assistent, kein Freifahrtschein für einen Spurwechsel.
Auto Hold und Rückfahrhilfe sind bei schweren Rollern dagegen mehr als Spielerei. Auto Hold verhindert das Zurückrollen am Berg. Die Rückfahrhilfe erleichtert das Rangieren, wenn das Fahrzeug mit Akku über 100 Kilogramm wiegt.
Ergonomie: Welcher NIU passt zu großen oder kleinen Fahrern?
Technische Daten verraten nicht alles über die Sitzposition. Trotzdem geben Sitzhöhe, Radstand und Fahrzeuglänge eine erste Richtung vor.
Der NQi Sport ist mit 1.900 Millimetern das kürzeste Modell und besitzt den kürzesten Radstand. Er wirkt dadurch kompakter und lässt sich wahrscheinlich am leichtesten durch enge Bereiche rangieren.
Der NQiX 150 ist minimal länger, wirkt durch seine Verkleidung aber deutlich erwachsener. Die Sitzhöhe beträgt wie beim NQi Sport 810 Millimeter.
Der FQiX 150 ist mit 1.979 Millimetern das längste Fahrzeug. Gleichzeitig liegt seine Sitzhöhe mit 785 Millimetern am niedrigsten.
Meine Einschätzung für große Fahrer
Bei knapp 1,90 Meter Körpergröße wirkt der NQiX 150 für mich am ausgewogensten. Er vermittelt optisch und ergonomisch das erwachsenste klassische Rollerformat.
Der NQi Sport kann ebenfalls funktionieren, wirkt unter einem großen Fahrer aber kompakter.
Beim FQiX ist die Situation interessant. Der Radstand ist besonders lang, die Sitzhöhe aber niedrig. Dadurch kann das Fahrzeug stabil und geräumig wirken, während der Kniewinkel möglicherweise enger ausfällt.
Genau das lässt sich nicht aus einer Tabelle entscheiden. Große Fahrer sollten mindestens zehn bis 15 Minuten probesitzen und dabei beide Füße korrekt aufstellen.
Meine Einschätzung für kleinere Fahrer
Für kleinere Fahrerinnen und Fahrer ist der FQiX 150 zunächst der spannendste Kandidat.
25 Millimeter weniger Sitzhöhe können den Unterschied zwischen sicherem Bodenkontakt und unsicherem Zehenspitzenstand ausmachen.
Trotzdem sollte nicht nur die Sitzhöhe betrachtet werden. Auch die Breite der Sitzbank beeinflusst, wie gut die Beine den Boden erreichen. Eine breite, niedrige Sitzbank kann sich in der Praxis höher anfühlen als eine schmale Sitzbank mit etwas größerem Messwert.
Zu zweit fahren: 150 Kilogramm sind schnell erreicht
Alle drei Modelle sind für zwei Personen ausgelegt und besitzen eine maximale Zuladung von 150 Kilogramm.
Diese 150 Kilogramm umfassen Fahrer, Beifahrer, Kleidung, Gepäck und alles, was am beziehungsweise auf dem Fahrzeug transportiert wird.
Bei meinen rund 93 Kilogramm bleiben rechnerisch nur etwa 57 Kilogramm für Beifahrer und Gepäck übrig. Zwei durchschnittlich schwere Erwachsene können die zulässige Zuladung deshalb schnell überschreiten.
Wer regelmäßig zu zweit fahren möchte, sollte diesen Punkt sehr ernst nehmen. Eine lange Sitzbank allein macht noch keinen vollwertigen Zweipersonenroller.
Fahrwerk und Bodenfreiheit: Mehr Federweg ist nicht automatisch mehr Komfort
NQiX 150 und FQiX 150 bieten vorn jeweils 80 Millimeter Federweg und hinten 60 Millimeter. Beim NQi Sport sind es vorn und hinten jeweils 60 Millimeter.
Auf dem Papier haben NQiX und FQiX damit Vorteile auf schlechten Straßen.
Interessant ist allerdings die Bodenfreiheit. Dort dreht sich das Bild um:
Der NQi Sport bietet 184 Millimeter, der NQiX 150 kommt auf 170 Millimeter und der FQiX 150 auf lediglich 155 Millimeter.
Wer regelmäßig steile Tiefgaragenrampen, hohe Bordsteinkanten oder schlechte Feldzufahrten bewältigen muss, sollte beim FQiX genauer hinsehen.
Ein langes Fahrzeug mit vergleichsweise geringer Bodenfreiheit kann früher aufsetzen als ein kompakter Roller.
Trotzdem würde ich keinen Fahrwerksieger allein nach Federweg oder Bodenfreiheit küren. Eine schlecht abgestimmte Federung wird durch 20 Millimeter mehr Weg nicht automatisch gut.
Reifendruck, Dämpfung, Federrate und das Fahrergewicht entscheiden darüber, ob ein Roller komfortabel oder nervös fährt.
Stauraum: 19, 28,5 oder 31 Liter machen im Alltag einen großen Unterschied
Beim Stauraum ist die Reihenfolge eindeutig:
Der NQi Sport bietet 19 Liter.
Der NQiX 150 bietet 28,5 Liter.
Der FQiX 150 bietet 31 Liter.
Wer nur ein kleines Schloss und Handschuhe unterbringen möchte, kommt wahrscheinlich mit allen drei Modellen zurecht.
Wer dagegen täglich einen Helm, Regenkleidung, Ladezubehör oder Einkäufe transportieren will, sollte NQiX und FQiX bevorzugen.
Der FQiX gewinnt diesen Vergleich knapp. Trotzdem bleibt mein Rat, den eigenen Helm mit zum Händler zu nehmen.
Besonders große Integralhelme, Helme mit Spoiler oder montierter Gegensprechanlage passen nicht automatisch in jedes Fach, nur weil der Hersteller mit einem „ganzen Helm“ wirbt.
Auch ein Topcase kann eine Lösung sein. Es verändert allerdings Optik, Schwerpunkt und möglicherweise das Fahrverhalten bei Seitenwind.
Navigation, Display und NIU Link Crown
Alle drei Modelle zeigen, wie stark NIU inzwischen auf Software und Konnektivität setzt.
Zur Ausstattung gehören ein 5-Zoll-TFT-Display, die Bedienung über die NIU Link Crown, Navigation, NFC-Zugang, Smartphone-Verbindung, Fahrdaten, Routenaufzeichnung, verschiedene Fahrmodi, Rekuperation und OTA-Updates.
Die NIU Link Crown ist ein Dreh- und Drückregler am Lenker. Dadurch lassen sich Menüs bedienen, ohne ständig auf das Display tippen oder das Smartphone aus der Tasche nehmen zu müssen.
Das ist im Alltag sinnvoller als ein großer Touchscreen. Mit Handschuhen, bei Regen oder auf schlechter Straße möchte ich keine kleinen Bildschirmflächen treffen müssen.
Die Navigation wird über die NIU-App vorbereitet und anschließend im Fahrzeugdisplay angezeigt. Dadurch bleibt das Smartphone geschützt in der Tasche.
Trotzdem darf man nicht vergessen, dass eine integrierte Lösung immer stärker von Software, Smartphone-Kompatibilität und Serverdiensten abhängig ist.
Ein klassischer Roller funktioniert unabhängig davon, ob eine App aktualisiert wird. Ein smarter Roller sollte das ebenfalls tun.
Drei Jahre Smart Service – und was passiert danach?
Bei einem Neukauf ist der NIU Smart Service laut Hersteller für die ersten drei Jahre kostenlos. Danach können regionale Gebühren anfallen. Eine allgemeingültige deutsche Preisangabe veröffentlicht NIU auf der Smart-App-Seite derzeit nicht, sondern verweist auf die Informationen in der App.
Das sollte man vor dem Kauf wissen.
GPS-Ortung, Cloud-Verbindung, Fahrdaten und bestimmte Onlinefunktionen verursachen laufende Kosten. Ein Abo nach einigen kostenlosen Jahren ist deshalb nicht grundsätzlich unseriös.
Problematisch wird es erst, wenn Käufer vorher nicht klar erfahren, welche Funktionen kostenpflichtig werden und welche dauerhaft ohne Abo nutzbar bleiben.
Ich würde beim Händler folgende Fragen stellen:
Welche Funktionen bleiben nach Ablauf der drei Jahre kostenlos?
Was kostet die Verlängerung aktuell?
Funktionieren Navigation, GPS-Ortung und Diebstahlwarnungen ohne aktives Abo?
Kann der Roller weiterhin vollständig gefahren und eingestellt werden?
Wie lange garantiert NIU Software- und Sicherheitsupdates?
OTA-Updates können ein Fahrzeug verbessern. Sie schaffen aber auch eine Abhängigkeit vom Hersteller. Ein Elektroroller sollte nach zehn Jahren nicht unbrauchbar werden, nur weil ein Server oder eine App nicht mehr unterstützt wird.
Preis-Leistung: Welcher NIU bietet 2026 am meisten fürs Geld?
Beim Basismodell mit einem Akku ergibt sich eine klare Staffelung:
NIU NQi Sport: ab 1.999 Euro
NIU FQiX 150: ab 2.499 Euro
NIU NQiX 150: ab 2.799 Euro
Der NQi Sport ist der günstigste Einstieg. Seine Leistung und Smart-Ausstattung liegen trotzdem erstaunlich nah an den teureren Modellen.
Der FQiX 150 kostet 500 Euro mehr. Dafür bekommst du mehr Stauraum, mehr vorderen Federweg, eine niedrigere Sitzhöhe, den längeren Radstand, automatisches Licht und einen Toter-Winkel-Warner.
Der NQiX 150 kostet weitere 300 Euro mehr. Der wichtigste Mehrwert ist das ABS. Dazu kommen die stärkere Beschleunigung und eine größere hintere Bremsscheibe.
Für mich ergeben sich daraus drei unterschiedliche Sieger:
Der NQi Sport ist der Preis-Leistungs-Sieger.
Der NQiX 150 ist der Sicherheits- und Gesamtsieger.
Der FQiX 150 ist der Design- und Stauraumsieger.
Der NQiX 150 mit zwei Akkus wird problematisch teuer
NIU nennt für den NQiX 150 mit zwei Akkus einen Preis ab 3.298 Euro.
An diesem Punkt sollte man über den Tellerrand schauen.
Der schnellere FQiX 300 wird von NIU ab 2.999 Euro angeboten, erreicht 80 km/h und besitzt serienmäßig zwei Akkus. Dafür braucht man allerdings A1, A2, A oder in Deutschland die Erweiterung B196.
Wer nur den normalen Pkw-Führerschein ohne B196 besitzt, kann beim 45-km/h-Modell bleiben.
Wer A1 oder B196 hat, sollte sich dagegen fragen, weshalb er 3.298 Euro für einen 45-km/h-Roller ausgeben soll, wenn ein 80-km/h-Modell mit zwei Akkus günstiger startet.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der FQiX 300 für jeden besser ist. Versicherung, Zulassung, Fahrzeugklasse und Einsatzgebiet unterscheiden sich.
Der Preisvergleich zeigt aber, dass der NQiX 150 in der Doppelakku-Version kein Schnäppchen mehr ist.
Bevor du bestellst, lohnt sich ein Blick auf ⚡️ aktuelle NEWS & GUTSCHEINE ⚡️. Entscheidend ist immer der tatsächliche Endpreis inklusive Akku, Überführung, Versicherungskennzeichen und Zubehör.
Welcher NIU passt zu welchem Fahrer?
Du möchtest möglichst günstig in die NIU-Welt einsteigen
Dann ist der NQi Sport MY26 meine Empfehlung.
Für 1.999 Euro bietet er überraschend viel Leistung, ein modernes Display, Navigation, Traktionskontrolle, Auto Hold und einen herausnehmbaren Akku.
Du musst allerdings auf ABS, Heckradar und den großen Stauraum verzichten.
Du fährst täglich bei jedem Wetter
Dann würde ich den NQiX 150 MY26 wählen.
Regen, Straßenbahnschienen, schlechte Fahrbahn und hektischer Stadtverkehr sind genau die Situationen, in denen ein ABS seinen Mehrwert zeigen kann.
Der Aufpreis von 300 Euro gegenüber dem FQiX erscheint mir dafür vertretbar.
Du möchtest viel Stauraum und ein auffälliges Design
Dann passt der FQiX 150 am besten.
31 Liter Stauraum, die niedrige Sitzhöhe und die neue X-Optik unterscheiden ihn deutlich von den klassischen NIU-Modellen.
Du solltest dir aber bewusst sein, dass trotz Heckradar kein ABS vorhanden ist.
Du bist besonders groß
Dann würde ich zuerst den NQiX 150 probesitzen.
Der NQi Sport besitzt zwar dieselbe Sitzhöhe, wirkt insgesamt aber kompakter. Der FQiX ist länger, gleichzeitig jedoch niedriger.
Bei knapp 1,90 Meter Körpergröße wäre der NQiX für mich der erste Kandidat. Entscheidend bleiben Kniewinkel, Lenkerposition und Platz für die Füße.
Du bist eher klein und möchtest sicher den Boden erreichen
Dann solltest du den FQiX 150 testen.
Seine Sitzhöhe von 785 Millimetern liegt 25 Millimeter unter den beiden anderen Modellen. Das kann beim Rangieren und Anhalten viel Vertrauen schaffen.
Du planst lange Pendelstrecken
Dann brauchst du wahrscheinlich einen zweiten Akku.
Dabei solltest du nicht nur die Reichweite, sondern auch den Gesamtpreis und das zusätzliche Gewicht berücksichtigen.
Wer täglich längere Strecken außerhalb geschlossener Ortschaften fährt und eine passende Fahrerlaubnis besitzt, sollte außerdem prüfen, ob ein 80-km/h-Modell nicht sinnvoller ist. Mit 45 km/h wird man auf Landstraßen schnell zum Hindernis.
Sieben Fragen, die du dem NIU-Händler vor dem Kauf stellen solltest
- Handelt es sich garantiert um das Modelljahr 2026?
Besonders beim NQi Sport unterscheiden sich ältere Fahrzeuge technisch erheblich. - Ist es die zugelassene 25- oder 45-km/h-Version?
Verlasse dich nicht auf die Aussage, man könne das später einfach per App ändern. Entscheidend sind Betriebserlaubnis und Fahrzeugpapiere. - Wie viele Akkus sind im genannten Preis enthalten?
Die maximal beworbene Reichweite setzt bei allen drei Modellen einen zweiten Akku voraus. - Was kostet der zweite Akku inklusive aller benötigten Teile?
Frage außerdem nach Lieferzeit, Garantie und Ersatzteilverfügbarkeit. - Welche Kosten fallen zusätzlich zur UVP an?
Überführung, Lieferung, Kennzeichen, Topcase, Windschild oder Montage können den Endpreis deutlich verändern. - Welche App-Funktionen bleiben nach drei Jahren erhalten?
Lass dir erklären, welche Smart-Funktionen später ein kostenpflichtiges Abo benötigen. - Passt dein eigener Helm wirklich in das Staufach?
Ausprobieren ist besser als jeder Literwert im Datenblatt.
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Mein Fazit: NQi Sport für den Preis, NQiX 150 für die Sicherheit, FQiX 150 für das Design
Selten lagen drei Modelle eines Herstellers technisch so eng zusammen und fühlten sich gleichzeitig konzeptionell so unterschiedlich an.
Der NIU NQi Sport MY26 überrascht mich am meisten. Für 1.999 Euro bietet er eine Ausstattung, die vor wenigen Jahren noch deutlich teureren Elektrorollern vorbehalten war.
Er ist leichter, kompakter und besitzt die größte Bodenfreiheit. Wer auf ABS und den großen Stauraum verzichten kann, bekommt hier das stärkste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der NIU NQiX 150 MY26 ist für mich das beste Gesamtpaket. Nicht weil er das schönste Display oder die meisten App-Funktionen besitzt, sondern weil er als einziger Roller in diesem Vergleich ein 2-Kanal-ABS mitbringt.
Dazu kommen Heckradar, schnelleres Anfahren, mehr Stauraum und mehr Federweg an der Vorderachse. Der Aufpreis ist spürbar, aber sachlich begründbar.
Der NIU FQiX 150 ist die emotionalste Wahl. Er sieht eigenständig aus, bietet den größten Stauraum und ist durch die niedrigere Sitzhöhe besonders zugänglich.
Gleichzeitig bleibt bei mir die kritische Frage, warum NIU beim 2.499 Euro teuren FQiX 150 auf ABS verzichtet. Nur 300 Euro Abstand zum NQiX 150 machen diese Entscheidung schwerer.
Meine persönliche Kaufentscheidung wäre deshalb eindeutig:
Mit begrenztem Budget würde ich den NQi Sport MY26 nehmen.
Mit ausreichendem Budget würde ich zum NQiX 150 MY26 greifen.
Den FQiX 150 würde ich wählen, wenn mich sein Design emotional abholt, ich die niedrigere Sitzhöhe brauche oder der zusätzliche Stauraum für meinen Alltag unverzichtbar ist.
Am Ende gewinnt nicht der Roller mit der größten Zahl im Prospekt. Es gewinnt der Roller, dessen Schwächen am besten zu deinem Alltag passen.
Denn perfekte Fahrzeuge gibt es nicht. Aber es gibt Fahrzeuge, bei denen man vor dem Kauf genau weiß, worauf man sich einlässt.
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