Der neue NIU NQi Sport 2026 ist für mich eines dieser Fahrzeuge, bei denen man zweimal auf den Preis schauen muss. 1.999 Euro UVP für einen vollwertigen Elektroroller mit 45 km/h, herausnehmbarem 72-Volt-Akku, bis zu 3,8 kW Spitzenleistung, großem TFT-Display, Navigation, Traktionskontrolle und umfangreicher App-Anbindung?
Das klingt 2026 fast schon verdächtig günstig.
Und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick. Denn natürlich gibt es bei einem Preis von unter 2.000 Euro Punkte, an denen NIU gegenüber teureren Modellen spart. Gleichzeitig hat der Hersteller den NQi Sport für das Modelljahr 2026 so umfangreich überarbeitet, dass ich ihn nicht mehr einfach als günstiges Einstiegsmodell abstempeln würde.
Im Gegenteil: Für mich könnte der neue NIU NQi Sport MY26 einer der spannendsten 45-km/h-Elektroroller des Jahres werden.
Denn hier geht es nicht darum, für 1.999 Euro irgendeinen abgespeckten E-Roller auf den Markt zu werfen. NIU kombiniert einen vergleichsweise niedrigen Einstiegspreis mit einer erstaunlich umfangreichen Ausstattung.
Die Frage ist deshalb:
Wie viel Roller bekommt man tatsächlich für 1.999 Euro – und wo liegen die Kompromisse?
Genau das schauen wir uns an.
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NIU NQi Sport 2026: 1.999 Euro sind eine echte Ansage
Fangen wir mit dem Punkt an, der beim neuen NQi Sport wahrscheinlich die meiste Aufmerksamkeit erzeugen dürfte: dem Preis.
NIU nennt für den NQi Sport MY26 eine unverbindliche Preisempfehlung ab 1.999 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Deutsche Händler listen das Modell ebenfalls zu diesem Preis. Allerdings sollte man genau hinschauen, denn die 1.999 Euro beziehen sich auf die Version mit einem Akku.
Das ist wichtig, weil NIU gleichzeitig mit Reichweiten von bis zu 120 beziehungsweise 130 Kilometern wirbt.
Und genau hier möchte ich direkt etwas Klarheit schaffen.
Für 1.999 Euro bekommt ihr einen 72-Volt-Akku mit 28 Ah und 2.016 Wh Kapazität.
Der NQi Sport kann allerdings zwei dieser Akkus aufnehmen. Mit dem optionalen zweiten Akku wächst die Gesamtkapazität auf 4.032 Wh. Erst damit entstehen die beworbenen Reichweiten von bis zu 120 bis 130 Kilometern.
Ein deutscher NIU-Händler nennt für die Extended-Range-Version mit zwei Akkus einen Preis von 2.499 Euro.
Für mich ist diese Unterscheidung extrem wichtig.
Denn eine Schlagzeile wie „130 Kilometer Reichweite für 1.999 Euro“ wäre schlicht irreführend.
Trotzdem bleibt der Einstiegspreis bemerkenswert.
Für unter 2.000 Euro bekommt man hier keinen langsamen 25-km/h-Stadtroller, sondern ein L1e-B-Fahrzeug mit 45 km/h, zwei Sitzplätzen und einer Ausstattung, die vor wenigen Jahren noch deutlich teureren Elektrorollern vorbehalten war.
Das Modelljahr 2026 ist mehr als ein kleines Facelift
Beim Namen könnte man zunächst denken, NIU hätte den bekannten NQi Sport einfach etwas aufgehübscht.
Neues Display, neue Software, vielleicht ein paar andere Kunststoffteile – fertig ist das Modelljahr 2026.
Aber so einfach ist es nicht.
NIU selbst spricht beim MY26 von einer umfassenden Weiterentwicklung. Verglichen mit dem Vorgänger steigt die Dauerleistung laut Hersteller von 1.600 auf bis zu 3.500 Watt. Die Batteriespannung steigt von 60 auf 72 Volt. Statt ausschließlich eines Akkus können jetzt ein oder zwei Akkus verwendet werden. Aus drei Fahrmodi werden fünf, und die bisherige V36-Steuerung wird durch das neue NIU Link Crown Interface ergänzt.
Das sind keine kosmetischen Veränderungen.
Gerade der Sprung beim Antrieb ist meiner Meinung nach wichtig.
45 km/h Höchstgeschwindigkeit allein sagen nämlich relativ wenig darüber aus, wie sich ein Elektroroller im Alltag fährt.
Ein schwach motorisierter Roller erreicht irgendwann ebenfalls seine 45 km/h. Entscheidend ist aber, wie schnell er dort ankommt, wie er sich mit einem schweren Fahrer verhält und wie viel Leistung am Berg zur Verfügung steht.
Und genau da sollte der neue NQi Sport deutlich erwachsener auftreten als frühere Einstiegsmodelle.
Bis zu 3,8 kW Leistung im 45-km/h-Roller
NIU gibt für den neuen NQi Sport eine maximale Leistung von bis zu 3,8 kW an.
Im Sports-Modus soll der Roller laut Hersteller innerhalb von 4,46 Sekunden von 0 auf 45 km/h beschleunigen.
Die angegebene maximale Steigfähigkeit liegt bei 16 Prozent.
Natürlich sind Herstellerangaben zunächst einmal Herstellerangaben.
Gerade bei Reichweite, Steigfähigkeit und Beschleunigung interessieren mich am Ende weniger die Prospektwerte als das reale Verhalten auf der Straße.
Wie sieht es mit einem Fahrer jenseits der 90 Kilogramm aus?
Wie stark bricht die Leistung bei niedrigem Akkustand ein?
Wie fährt sich der Roller mit zwei Personen?
Und hält er seine Geschwindigkeit auch an längeren Steigungen?
Das sind Dinge, die am Ende nur ein Praxistest beantworten kann.
Trotzdem lässt sich schon anhand der technischen Daten erkennen, dass NIU beim MY26 offensichtlich nicht versucht hat, mit möglichst wenig Motorleistung gerade so die 45-km/h-Klasse abzudecken.
3,8 kW Peak sind für einen urbanen 45-km/h-Elektroroller ordentlich.
Mehr Spitzenleistung macht den Roller natürlich nicht schneller als 45 km/h. Sie kann ihn aber souveräner machen.
Und gerade in der Stadt halte ich das für wichtiger als irgendeinen theoretischen Höchstgeschwindigkeitswert.
Ein Akku oder zwei Akkus? Das ist die wichtigste Kaufentscheidung
Der neue NQi Sport besitzt ein ungewöhnlich interessantes Akkukonzept.
Serienmäßig steckt ein 72-V-/28-Ah-Akku mit 2.016 Wh im Roller. Ein zweiter Akku kann ergänzt werden.
Pro Akku gibt NIU ein Gewicht von 15,4 Kilogramm an.
Das ist durchaus tragbar – aber leicht ist etwas anderes.
Wer im vierten Stock ohne Aufzug wohnt und den Akku jeden Abend mit nach oben nehmen muss, wird die 15 Kilogramm definitiv spüren.
Mit zwei Akkus wird man deshalb vermutlich nur selten beide gleichzeitig aus dem Roller tragen wollen.
Dafür hat das System einen entscheidenden Vorteil:
Ihr könnt den NQi Sport bereits relativ günstig kaufen und später entscheiden, ob ihr überhaupt einen zweiten Akku benötigt.
Das gefällt mir wesentlich besser, als jeden Kunden direkt zum Kauf eines riesigen Akkupakets zu zwingen.
Wie weit kommt der NIU NQi Sport 2026 wirklich?
Hier müssen wir sauber zwischen theoretischer und realistischer Reichweite unterscheiden.
NIU spricht bei einem Akku von ungefähr 60 bis 65 Kilometern im Stadtbetrieb. Mit zwei Akkus sollen ungefähr 120 bis 130 Kilometer möglich sein.
Interessant ist allerdings das Kleingedruckte.
Die offiziellen Reichweitenwerte werden unter günstigen Bedingungen ermittelt: unter anderem mit einem Fahrergewicht von 50 Kilogramm, im E-Save-Modus, mit durchschnittlich 25 km/h, auf ebener Strecke und bei etwa 20 Grad Celsius.
Und genau deshalb würde ich niemals davon ausgehen, dass jeder Käufer mit einem Akku tatsächlich 65 Kilometer fährt.
Wer 90 oder 100 Kilogramm wiegt, häufig beschleunigt, im Sports-Modus fährt, bei fünf Grad unterwegs ist und möglichst oft 45 km/h fahren möchte, wird deutlich mehr Energie verbrauchen.
Das ist allerdings kein spezielles NIU-Problem.
Das gilt praktisch für jedes Elektrofahrzeug.
Für die Kaufentscheidung würde ich deshalb persönlich nicht mit der maximalen Herstellerreichweite rechnen, sondern bewusst Reserve einplanen.
Wer täglich beispielsweise 15 Kilometer zur Arbeit und 15 Kilometer zurück fährt, dürfte mit einem Akku relativ entspannt unterwegs sein.
Bei täglichen Strecken von 40, 50 oder mehr Kilometern würde ich mir dagegen die Zwei-Akku-Version zumindest genauer anschauen.
2.499 Euro mit zwei Akkus könnten der eigentliche Geheimtipp sein
Interessanterweise finde ich nicht nur die 1.999-Euro-Version spannend.
Auch die Variante mit zwei Akkus könnte preislich ziemlich attraktiv sein.
Ein deutscher NIU-Händler nennt für den NQi Sport MY26 Extended Range 2.499 Euro. Dafür bekommt man zwei 72-V-/28-Ah-Akkus und damit insgesamt satte 4.032 Wh Akkukapazität.
500 Euro Aufpreis für einen zweiten Akku dieser Größe wirken auf mich zunächst einmal überraschend fair.
Und dann sieht die Rechnung plötzlich anders aus.
Für 2.499 Euro hätten wir einen vollwertigen 45-km/h-Elektroroller mit rund vier Kilowattstunden Akkukapazität, wechselbaren Akkus, TFT-Navigation, TCS und umfangreicher Konnektivität.
Das ist schon eine Menge Fahrzeug fürs Geld.
Wer aber nur zehn oder 15 Kilometer am Tag fährt, sollte sich trotzdem fragen, warum er ständig einen zweiten schweren Akku spazieren fahren soll.
Genau deshalb gefällt mir die Wahlmöglichkeit.
Technische Daten des NIU NQi Sport MY26
| Technische Daten | NIU NQi Sport 2026 |
|---|---|
| Fahrzeugklasse | L1e-B |
| Höchstgeschwindigkeit | 45 km/h |
| Maximale Leistung | bis 3,8 kW |
| Dauerleistung | bis 3,5 kW |
| Beschleunigung 0–45 km/h | 4,46 Sekunden |
| Maximale Steigfähigkeit | 16 % |
| Akku | 72 V / 28 Ah |
| Kapazität pro Akku | 2.016 Wh |
| Akkuanzahl | 1 serienmäßig, 2 möglich |
| Akkugewicht | 15,4 kg pro Akku |
| Reichweite | ca. 60–65 km mit einem, bis 120–130 km mit zwei Akkus laut NIU |
| Ladezeit | ca. 3 Stunden pro Akku |
| Display | 5 Zoll TFT |
| Stauraum | 19 Liter |
| Reifen vorne | 90/90-14 |
| Reifen hinten | 110/80-14 |
| Bremse vorne | 240-mm-Hydraulik-Scheibenbremse |
| Bremse hinten | 200-mm-Hydraulik-Scheibenbremse |
| Bremssystem | CBS + TCS |
| ABS | Nein |
| Federweg | vorne 60 mm / hinten 60 mm |
| Sitzhöhe | 810 mm |
| Gewicht ohne Akkus | 87 kg |
| Maximale Zuladung | 150 kg |
| Sitzplätze | 2 |
Die Angaben stammen aus dem offiziellen MY26-Datenblatt von NIU.
Endlich ein richtiges 5-Zoll-TFT-Display
Auch beim Cockpit hat NIU kräftig aufgerüstet.
Der neue NQi Sport bekommt ein 5 Zoll großes TFT-Farbdisplay.
Und das Display zeigt nicht nur Geschwindigkeit und Akkustand an.
Navigation, Fahrdaten, Reichweite und weitere Informationen werden direkt dargestellt.
Damit verschwindet eines meiner persönlichen Ärgernisse bei vielen Elektrorollern: die zusätzliche Smartphone-Halterung am Lenker.
Natürlich kann man sich auch mit Google Maps im Ohr oder einer Handyhalterung durch die Stadt navigieren lassen. Aber wenn Navigation vernünftig in das Fahrzeug integriert ist, wirkt das im Alltag einfach sauberer.
Gerade bei einem Fahrzeug, das täglich genutzt werden soll, machen solche Details einen Unterschied.
NIU Link Crown: Bedienung direkt am Lenker
Dazu kommt die sogenannte NIU Link Crown.
Dabei handelt es sich um einen Dreh- und Drückregler am Lenker, über den verschiedene Fahrzeugfunktionen gesteuert werden können.
Das erinnert vom Grundgedanken her an Bedienkonzepte aus modernen Autos und Motorrädern.
Man kann unter anderem Fahrmodi wechseln, Informationen auswählen und Funktionen rund um Navigation, Musik oder Anrufe bedienen, ohne ständig auf dem Smartphone herumtippen zu müssen.
Ob man all diese Funktionen auf einem 45-km/h-Elektroroller wirklich braucht?
Darüber kann man diskutieren.
Ich persönlich brauche während der Fahrt keine halbe Multimediazentrale.
Aber eine vernünftige Navigation, eine intuitive Steuerung und ein gut ablesbares Display nehme ich sehr gerne.
Entscheidend ist für mich, dass solche Systeme einfach funktionieren und nicht drei Menüs benötigen, um eine grundlegende Funktion aufzurufen.
Fünf Fahrmodi statt drei
Auch bei den Fahrmodi geht NIU weiter.
Zur Verfügung stehen E-Save, Dynamic, Sports, Master und Wet.
E-Save begrenzt die Geschwindigkeit auf 25 km/h und konzentriert sich auf möglichst hohe Effizienz.
Dynamic ist der normale Alltagsmodus.
Sports stellt die maximale Performance zur Verfügung.
Master erlaubt eine individuell gespeicherte Abstimmung.
Und Wet soll bei Nässe mit sanfterer Leistungsabgabe, stärker eingreifender Traktionskontrolle und angepasster Rekuperation für mehr Sicherheit sorgen.
Gerade den Wet-Modus finde ich bei einem Elektroroller durchaus sinnvoll.
Ein Elektromotor stellt sein Drehmoment praktisch unmittelbar zur Verfügung. Auf nassem Asphalt, Kopfsteinpflaster oder Straßenbahnschienen kann eine aggressive Leistungsabgabe schnell unangenehm werden.
Und genau da kommen wir zum nächsten interessanten Punkt.
Der NIU NQi Sport bekommt Traktionskontrolle
TCS – also eine Traktionskontrolle – gehört beim neuen NQi Sport zur Serienausstattung.
Das ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich.
Das System soll erkennen, wenn das angetriebene Hinterrad zu stark durchdreht, und entsprechend eingreifen.
Hinzu kommen Auto Hold sowie eine Rückfahrhilfe.
Auto Hold kann gerade an Steigungen angenehm sein, weil der Roller beim Halt nicht sofort zurückrollen möchte.
Die Rückfahrhilfe klingt zunächst wie ein Luxusproblem. Wer aber schon einmal einen relativ schweren Elektroroller rückwärts aus einer leicht abschüssigen Parklücke schieben musste, weiß, dass solche Funktionen durchaus praktisch sein können.
Mit Akku wiegt der NQi Sport schließlich über 100 Kilogramm.
Da ist jede Unterstützung willkommen.
Aber: ABS fehlt
Und hier kommen wir zu dem Punkt, den ich bei aller Begeisterung für den Preis nicht verschweigen möchte.
Der NIU NQi Sport MY26 besitzt kein ABS.
Stattdessen gibt es hydraulische Scheibenbremsen mit CBS und TCS.
Vorne arbeitet eine 240-mm-Scheibe, hinten eine 200-mm-Scheibe.
CBS bedeutet, dass die Bremskräfte kombiniert beziehungsweise verteilt werden. Das kann beim Bremsen helfen.
Aber CBS ist kein ABS.
Ein blockierendes Vorderrad kann ABS verhindern beziehungsweise kontrollieren. CBS kann das nicht in gleicher Form.
Gerade bei Nässe oder einer Schreckbremsung ist ABS für mich ein echter Sicherheitsgewinn.
Und genau hier erkennt man den Preisunterschied zum beispielsweise NIU NQiX 150.
Der NQiX 150 kostet laut NIU ab 2.799 Euro und bietet unter anderem ABS sowie einen Totwinkelwarner. Der NQi Sport startet 800 Euro darunter, verzichtet dafür auf diese beiden Systeme.
Ob einem ABS 800 Euro Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden.
Ich persönlich würde bei einem Zweirad ABS immer begrüßen.
Trotzdem würde ich einen Roller ohne ABS nicht automatisch als unsicher bezeichnen. Man muss nur wissen, was man kauft.
14-Zoll-Räder passen zum erwachsenen Anspruch
Vorne sitzt ein 90/90-14-Reifen, hinten ein 110/80-14-Reifen.
14 Zoll finde ich bei einem Roller dieser Kategorie grundsätzlich sinnvoll.
Größere Räder reagieren angenehmer auf Schlaglöcher, Fahrbahnkanten und schlechten Asphalt als extrem kleine Rollerreifen.
Auch optisch steht der NQi Sport dadurch deutlich erwachsener auf der Straße.
Der Federweg beträgt vorne und hinten jeweils 60 Millimeter.
Hier bin ich auf die Praxis besonders gespannt.
60 Millimeter klingen nicht nach Offroad-Roller – müssen sie aber auch nicht.
Der NQi Sport ist ein Stadtfahrzeug.
Entscheidend ist vielmehr, wie gut Federbein, Gabel und Sitzbank aufeinander abgestimmt sind.
Ein langer Federweg ist nämlich nicht automatisch ein gutes Fahrwerk.
19 Liter Stauraum – trotz herausnehmbarer Akkus
Einen weiteren cleveren Punkt sehe ich bei der Unterbringung der Akkus.
NIU platziert diese im Bereich des Fahrzeugbodens.
Dadurch bleibt unter der Sitzbank Stauraum erhalten.
Der Hersteller gibt 19 Liter an.
Das ist nicht gigantisch, aber für einen Elektroroller ein ordentlicher Wert.
Gerade ältere Elektroroller hatten häufig ein grundsätzliches Problem: Unter der Sitzbank befand sich ein riesiger Akku und vom versprochenen Helmfach blieb praktisch nichts übrig.
Beim neuen NQi Sport ist das deutlich sinnvoller gelöst.
Für Einkäufe, Handschuhe, Schloss oder kleinere Gegenstände sind 19 Liter definitiv praktisch.
Ob tatsächlich jeder Integralhelm hineinpasst, würde ich trotzdem ausprobieren. Helmformen und Größen unterscheiden sich erheblich.
Der Akku kann zuhause geladen werden
Einer der größten Vorteile des NIU-Konzepts bleibt erhalten:
Der Akku ist herausnehmbar.
Ihr braucht also nicht zwingend eine Steckdose am Parkplatz.
Wer zur Miete wohnt, in einer Tiefgarage ohne Stromanschluss parkt oder den Roller einfach auf der Straße abstellt, kann den Akku mit in die Wohnung nehmen.
NIU gibt für einen Akku eine Ladezeit von ungefähr drei Stunden an. Bei zwei Akkus nennt der Hersteller rund sechs Stunden.
Das ist für einen 2-kWh-Akku ziemlich ordentlich.
Und für mich bleibt der Wechselakku bei urbanen Elektrorollern einer der wichtigsten Vorteile gegenüber fest eingebauten Batterien.
Eine Wallbox braucht niemand.
Eine normale Steckdose reicht.
15,4 Kilogramm Akku sollte man trotzdem nicht unterschätzen
Aber auch hier gilt wieder: Prospekt und Realität sind zwei verschiedene Dinge.
15,4 Kilogramm hören sich auf dem Datenblatt vielleicht nicht dramatisch an.
Tragt diese 15,4 Kilogramm aber jeden Abend drei Stockwerke hoch und morgens wieder runter.
Dann sprechen wir plötzlich über etwas anderes.
Wer einen Aufzug hat, im Erdgeschoss wohnt oder direkt am Stellplatz laden kann, hat kein Problem.
Wer täglich mehrere Treppen überwinden muss, sollte das Gewicht bei einer Probefahrt ruhig einmal ausprobieren.
Das ist für mich klassische Kaufberatung:
Nicht nur fragen, wie weit ein Akku fährt.
Fragen, wie der Akku in meinen Alltag passt.
Smart-App, GPS, NFC und digitaler Schlüssel
NIU gehört seit Jahren zu den Herstellern, die das Thema Konnektivität deutlich ernster nehmen als viele klassische Rolleranbieter.
Auch der neue NQi Sport wird umfassend in die NIU-App eingebunden.
Dazu gehören unter anderem Live-Standort, Geo-Fencing, Bewegungsmeldungen, Fahrdaten, Akkustand, Ladeinformationen, Navigation und Fahrzeugdiagnose.
Entriegelt werden kann der Roller über Bluetooth, NFC oder Passwort. Auch Apple Wallet wird unterstützt, und laut NIU lässt sich der Fahrzeugzugang mit mehreren Personen teilen.
Das kann im Alltag wirklich praktisch sein.
Gerade GPS-Ortung und Bewegungsbenachrichtigungen halte ich bei einem Elektroroller für wesentlich interessanter als irgendwelche Spielereien mit Musiksteuerung.
Der NQi Sport beinhaltet laut NIU drei Jahre Smart Service.
Hier würde ich als Käufer allerdings genau hinschauen, welche Funktionen nach diesen drei Jahren eventuell kostenpflichtig werden beziehungsweise welche Konditionen dann gelten.
Connected Fahrzeuge sind praktisch.
Aber sie zeigen eben auch, wie wichtig Software und langfristiger Support inzwischen geworden sind.
100+ NIU-Händler und Werkstätten in Deutschland
Ein Punkt wird beim Kauf von Elektrorollern meiner Meinung nach noch immer massiv unterschätzt:
Service.
Ein günstiger Roller hilft euch wenig, wenn nach zwei Jahren ein Steuergerät ausfällt und niemand Ersatzteile bekommt.
Wir beschäftigen uns bei Scooterhelden seit Jahren mit solchen Fällen.
Deshalb schaue ich inzwischen nicht nur auf Watt, Reichweite und Displays, sondern genauso auf Händlernetz, Ersatzteilversorgung und Reparaturmöglichkeiten.
NIU gibt aktuell mehr als 100 autorisierte Händler und Werkstätten in Deutschland an. Dazu nennt das Unternehmen zwei Jahre Garantie auf Fahrzeug und Akku.
Das ist für mich ein starkes Argument.
Natürlich bedeutet ein großes Händlernetz nicht automatisch, dass jeder Servicefall perfekt läuft.
Aber ein existierendes Netz aus Ansprechpartnern und Werkstätten ist mir persönlich deutlich lieber als ein Elektroroller, der ausschließlich über irgendeinen Online-Shop verkauft wird und bei Problemen quer durch Europa geschickt werden muss.
Genau solche Unterschiede tauchen in technischen Datenblättern häufig überhaupt nicht auf.
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1.999 Euro gegen 2.799 Euro: NQi Sport oder NQiX 150?
Besonders interessant wird der NQi Sport im direkten Vergleich mit dem NIU NQiX 150 MY26.
Der NQiX 150 startet bei 2.799 Euro mit einem Akku.
Der NQi Sport kostet 1.999 Euro.
Das sind satte 800 Euro Unterschied.
Und überraschenderweise liegen die Fahrzeuge technisch teilweise relativ dicht beieinander.
Beide erreichen 45 km/h.
Beide kommen laut NIU auf bis zu 3,8 kW maximale Leistung.
Beide bieten TCS.
Beide besitzen ein 5-Zoll-TFT-Display.
Beide bieten moderne Smart-Funktionen.
Der NQiX 150 beschleunigt allerdings schneller von 0 auf 45 km/h, bietet vorne mehr Federweg, besitzt ABS und verfügt zusätzlich über einen Totwinkelwarner.
Außerdem bietet er mit 28,5 Litern mehr Stauraum als die 19 Liter des NQi Sport.
Damit ist der NQiX 150 technisch klar das höher positionierte Fahrzeug.
Aber jetzt kommt die interessante Frage:
Braucht ihr das alles?
Wer ABS möchte, sollte ganz klar zum NQiX schauen.
Wer dagegen vor allem einen zuverlässigen 45-km/h-Stadtroller mit ordentlich Leistung, herausnehmbarem Akku und moderner Technik sucht, könnte sich die 800 Euro Aufpreis möglicherweise sparen.
Und genau da sehe ich die große Stärke des NQi Sport.
Für wen ist der NIU NQi Sport 2026 gedacht?
Für mich ist die Zielgruppe ziemlich klar.
Der NQi Sport ist kein Fahrzeug für jemanden, der jeden Morgen 30 Kilometer Landstraße fahren und ständig mit 80 oder 100 km/h unterwegs sein möchte.
Dafür ist die 45-km/h-Klasse schlicht nicht gedacht.
Sein Revier ist die Stadt.
Arbeitsweg.
Universität.
Ausbildung.
Einkaufen.
Freizeit.
Kurze bis mittlere Pendelstrecken.
Gerade in Ballungsräumen können 45 km/h völlig ausreichend sein.
Und dafür bringt der NIU eine Menge mit.
Er ist groß genug für zwei Personen, bietet Stauraum, herausnehmbare Akkus, Navigation und vernünftige Räder.
Gleichzeitig bleibt er preislich in einem Bereich, in dem inzwischen teilweise hochwertige E-Bikes und sogar Premium-E-Scooter liegen.
Und genau dieser Vergleich ist spannend.
1.999 Euro – E-Bike oder Elektroroller?
Wir erleben aktuell eine interessante Entwicklung.
Ein gutes E-Bike kostet schnell 2.000, 3.000 oder sogar 4.000 Euro.
Ein Premium-E-Scooter kann mittlerweile ebenfalls weit über 1.000 Euro kosten.
Und daneben steht plötzlich ein NQi Sport für 1.999 Euro.
Ein Fahrzeug mit Sitzbank, Beleuchtung, zwei Sitzplätzen, Federung, 45 km/h Höchstgeschwindigkeit, rund 3,8 kW Spitzenleistung und einem über 2 kWh großen Wechselakku.
Natürlich fallen Versicherung und weitere fahrzeugbezogene Kosten an.
Aber rein vom Gegenwert finde ich die 1.999 Euro ausgesprochen interessant.
Man bekommt hier schlicht sehr viel Fahrzeug.
Die größten Kritikpunkte bleiben
Trotzdem möchte ich aus dem NQi Sport keinen perfekten Roller machen.
Das ist er nicht.
Mein größter Kritikpunkt ist eindeutig das fehlende ABS.
Gerade wenn NIU ohnehin mit Traktionskontrolle, Auto Hold und verschiedenen Fahrmodi arbeitet, hätte ein echtes ABS das Sicherheitspaket hervorragend abgerundet.
Der zweite Punkt ist die Reichweitenkommunikation.
Wer auf der Produktseite nur kurz „130 km Reichweite“ und „1.999 Euro“ sieht, könnte schnell glauben, beides gehöre automatisch zusammen.
Tatsächlich benötigt man für die maximale Reichweite den zweiten Akku.
Das sollte aus meiner Sicht noch deutlicher kommuniziert werden.
Dritter Punkt: 15,4 Kilogramm pro Akku sind keine Kleinigkeit.
Herausnehmbar bedeutet nicht automatisch bequem tragbar.
Und vierter Punkt:
45 km/h bleiben 45 km/h.
Wer regelmäßig längere 50-km/h-Straßen fährt, kennt das Problem. Der reale Verkehr bewegt sich häufig schneller, und man wird entsprechend oft überholt.
Das ist kein Problem des NIU, sondern der gesamten L1e-B-Klasse.
Man sollte es vor dem Kauf trotzdem bedenken.
Warum der NQi Sport 2026 trotzdem spannend ist
Nach all diesen Punkten bleibt für mich eine ziemlich klare Einschätzung.
NIU hat den NQi Sport 2026 genau an den richtigen Stellen modernisiert.
Mehr Leistung.
72-Volt-System.
Optional zwei Akkus.
TFT-Display.
Navigation.
TCS.
Auto Hold.
Rückfahrhilfe.
NFC.
App-Anbindung.
19 Liter Stauraum.
14-Zoll-Räder.
Und das Ganze ab 1.999 Euro.
Vor einigen Jahren hätte man bei diesem Preis vermutlich einen deutlich einfacheren Elektroroller erwartet.
2026 bekommt man hier dagegen ein ziemlich vollständiges Gesamtpaket.
Wenn sich Fahrwerk, Verarbeitung, reale Reichweite und Leistungsabgabe im Praxistest bestätigen, könnte der NQi Sport für mich tatsächlich zu einem der Preis-Leistungs-Tipps in der 45-km/h-Klasse werden.
Meine Einschätzung: Viel Roller für wenig Geld
Wenn ich den neuen NIU NQi Sport MY26 ausschließlich anhand der aktuell bekannten Daten einordnen soll, fällt mein Fazit überraschend positiv aus.
Natürlich hätte ich gerne ABS.
Natürlich sind 130 Kilometer Reichweite für 1.999 Euro nicht drin.
Und natürlich müssen wir erst auf der Straße sehen, wie sich Motor, Fahrwerk und Akku unter realen Bedingungen schlagen.
Aber der Preis verändert die Bewertung.
1.999 Euro für die Ein-Akku-Version sind stark.
Und 2.499 Euro für die Variante mit zwei Akkus wirken ebenfalls ausgesprochen interessant.
Vor allem gefällt mir, dass NIU beim günstigen Modell nicht auf alle modernen Funktionen verzichtet.
TCS, Navigation, TFT, NFC, App, Wechselakku, Auto Hold und Rückfahrhilfe findet man trotzdem.
Genau das meine ich mit:
Viel Roller für wenig Geld.
Nicht billig um jeden Preis.
Sondern offenbar bewusst dort abgespeckt, wo NIU Abstand zu seinen teureren Modellen schaffen möchte.
Ob die Rechnung aufgeht, muss natürlich unser Praxistest zeigen.
Denn Datenblätter erzählen viel.
Wie weit der Roller mit einem normalen Fahrer tatsächlich kommt, wie kräftig er bei niedrigem Akkustand bleibt, wie die Bremsen funktionieren und ob das Fahrwerk auch auf schlechten Berliner Straßen überzeugt – das interessiert mich am Ende wesentlich mehr.
Auf dem Papier hat NIU mit dem NQi Sport 2026 für 1.999 Euro aber definitiv meine Aufmerksamkeit.
Und wer einen bezahlbaren 45-km/h-Elektroroller sucht, sollte dieses Modell meiner Meinung nach auf der Liste haben.
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