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    Startseite | Gadgets und Zubehör | Aurrino PRIMA 2.0: Das coolste Gadget des Jahres? Elektro-Bollerwagen mit 600 Watt
    Gadgets und Zubehör

    Aurrino PRIMA 2.0: Das coolste Gadget des Jahres? Elektro-Bollerwagen mit 600 Watt

    8. September 2026
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    Aurrino PRIMA im Check: 600 W, Elektroantrieb, Kraftsensor, bis zu 24 km Reichweite und USB-C. Geniales Gadget oder teurer Luxus?
    Elektro-Bollerwagen mit 600 Watt: Wir zeigen, was der Aurrino PRIMA kann, wo seine Grenzen liegen und für wen sich das Gadget lohnt.
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    Es gibt Produkte, bei denen ich mich frage: Warum ist eigentlich vorher niemand auf diese Idee gekommen? Und dann gibt es Produkte, bei denen ich zunächst denke: Braucht man das wirklich – oder ist das einfach nur Technik um der Technik willen?

    Beim Aurrino PRIMA 2.0 lande ich irgendwo dazwischen.

    Denn im Grunde reden wir hier über etwas unglaublich Banales: einen Bollerwagen. Vier Räder, eine große Ladefläche, eine Deichsel und fertig. Ein Produkt, das seit Jahrzehnten funktioniert und bei Familienausflügen, Festivals, Campingurlauben, Gartenarbeit oder dem klassischen Vatertagsausflug seinen Dienst verrichtet.

    Aurrino hat sich allerdings gedacht: Was passiert eigentlich, wenn wir daraus ein richtiges Elektromobilitäts-Gadget machen?

    Das Ergebnis ist ein elektrischer Bollerwagen mit zwei angetriebenen Rädern, zusammen bis zu 600 Watt Maximalleistung, intelligenter Kraftsensor-Steuerung, automatischer Bergunterstützung, Bremsfunktion, Energierückgewinnung und einem per USB-C schnellladbaren Akku.

    Und spätestens an diesem Punkt wird aus einem Bollerwagen plötzlich ein ziemlich faszinierendes Stück Technik.

    Nach über elf Jahren, in denen ich mich intensiv mit Elektromobilität beschäftige, habe ich schon sehr viele elektrische Fahrzeuge gesehen. E-Scooter, E-Bikes, elektrische Roller, Lastenräder, Microcars und allerlei Konstruktionen, bei denen ich teilweise selbst nicht wusste, in welche Fahrzeugkategorie man sie eigentlich stecken soll.

    Aber ein intelligenter elektrischer Bollerwagen?

    Das ist selbst für mich etwas Besonderes.

    Die Frage ist deshalb: Ist der Aurrino PRIMA 2.0 vielleicht eines der coolsten Elektromobilitäts-Gadgets des Jahres – oder letztlich doch nur ein ziemlich teures Spielzeug mit Motor?

    Genau das schauen wir uns genauer an.

    Wer solche ungewöhnlichen Elektromobilitäts-Themen feiert und unsere Arbeit unterstützen möchte, kann übrigens hier dabei sein:

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    Was ist der Aurrino PRIMA 2.0 eigentlich?

    Die Bezeichnung Elektro-Bollerwagen trifft das Konzept eigentlich ziemlich gut – beschreibt aber nur einen Teil dessen, was Aurrino hier gebaut hat.

    Der PRIMA ist grundsätzlich ein faltbarer Transportwagen. Man zieht ihn also genauso hinter sich her, wie man es von einem normalen Bollerwagen kennt.

    Nur übernimmt hier elektrische Unterstützung einen großen Teil der Arbeit.

    Aurrino setzt dafür auf zwei Elektromotoren mit jeweils bis zu 300 Watt, womit das System auf maximal 600 Watt kommt. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit bis zu 9 km/h an.

    Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem klassischen elektrischen Transportwagen mit einfachem Gashebel.

    Der Aurrino soll nämlich nicht einfach nur losfahren, wenn man einen Knopf drückt.

    Stattdessen versucht die Elektronik zu erkennen, was der Mensch an der Deichsel gerade machen möchte.

    Zieht man stärker, unterstützt der Wagen entsprechend stärker. Wird man langsamer, reduziert auch der Wagen sein Tempo. Stoppt man, soll er ebenfalls anhalten.

    Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit.

    Technisch ist genau das aber vermutlich die wichtigste Idee des gesamten Produkts.

    600 Watt in einem Bollerwagen – völlig übertrieben?

    600 Watt und Bollerwagen in einem Satz klingen erst einmal ziemlich absurd.

    Bei einem E-Scooter würden wir über diese Leistung vermutlich kaum noch diskutieren. Dort bewegen Motoren nicht selten einen Fahrer mit 80, 90 oder weit über 100 Kilogramm.

    Bei einem Bollerwagen sieht die Sache anders aus.

    Hier geht es nicht darum, ein Fahrzeug möglichst schnell zu beschleunigen. Die Motoren sollen vielmehr verhindern, dass ich permanent die komplette Last hinter mir herziehen muss.

    Aurrino verteilt seine maximal 600 Watt auf zwei 300-Watt-Antriebe.

    Und genau diese Konstruktion ergibt Sinn.

    Denn ein elektrischer Bollerwagen braucht nicht unbedingt hohe Geschwindigkeit. Was er braucht, ist Drehmoment bei niedriger Geschwindigkeit, kontrollierbare Unterstützung und möglichst viel Traktion.

    Gerade an Steigungen wird das interessant.

    Wer schon einmal einen vollgepackten Bollerwagen mit Getränken, Campingausrüstung, Kühltasche und vielleicht noch dem halben Hausstand einen Campingplatz hochgezogen hat, weiß genau, wovon ich rede.

    Auf gerader Strecke ist alles wunderbar.

    Dann kommen fünf oder zehn Prozent Steigung – und aus dem gemütlichen Spaziergang wird plötzlich Kraftsport.

    Aurrino gibt an, dass der PRIMA Steigungen von bis zu 20 Prozent bewältigen kann. Reicht die Motorleistung nicht mehr vollständig aus, muss der Nutzer zusätzlich Kraft aufbringen.

    Genau diese Beschreibung finde ich glaubwürdiger als irgendwelche Aussagen nach dem Motto: „Fährt überall hoch.“

    Physik bleibt Physik.

    Je schwerer der Wagen beladen wird, desto stärker sinkt natürlich die Leistungsreserve.

    Der eigentliche Star ist nicht der Motor

    Die 600 Watt eignen sich wunderbar für Überschriften.

    Technisch finde ich etwas anderes deutlich spannender: die FIC-Steuerung.

    FIC steht bei Aurrino für eine auf Kraftsensorik basierende Steuerung.

    Der Sensor sitzt im Bereich der Deichsel und soll erkennen, welche Kräfte der Nutzer ausübt. Nach Herstellerangaben erfasst das System die Sensorwerte bis zu 1.000 Mal pro Sekunde. Daraus versucht die Elektronik zu berechnen, wie viel Unterstützung gerade erforderlich ist.

    Das Prinzip erinnert mich tatsächlich ein Stück weit an hochwertige E-Bikes mit Drehmomentsensor.

    Auch dort besteht der große Unterschied zwischen einem einfachen und einem guten System nicht unbedingt in der maximalen Motorleistung.

    Entscheidend ist vielmehr:

    Wie natürlich fühlt sich die Unterstützung an?

    Ein schlechter Sensor fühlt sich künstlich an. Man tritt – und einen Moment später schiebt der Motor plötzlich los.

    Ein guter Drehmomentsensor vermittelt dagegen fast das Gefühl, man hätte selbst einfach stärkere Beine bekommen.

    Beim PRIMA versucht Aurrino etwas Ähnliches für einen Bollerwagen umzusetzen.

    Im Idealfall fühlt sich ein schwer beladener Wagen dadurch beim Ziehen fast wie ein leerer Bollerwagen an.

    Und genau darin liegt für mich die eigentliche Innovation.

    Bergauf helfen ist einfach – bergab wird es interessant

    Einen Elektromotor beim Bergauffahren unterstützen zu lassen, ist technisch keine große Sensation.

    Viel spannender wird ein Bollerwagen bergab.

    Denn wer schon einmal 50 oder 60 Kilogramm hinter sich eine Steigung heruntergezogen hat, kennt das Problem.

    Plötzlich zieht nicht mehr der Mensch den Wagen.

    Der Wagen schiebt den Menschen.

    Und genau dort kann ein elektrischer Antrieb sogar einen Sicherheitsvorteil bringen.

    Der PRIMA verfügt laut Aurrino über eine automatische Unterstützung beim Bergabfahren und kann seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Gleichzeitig gibt es eine automatische Bremsfunktion.

    Wird die Deichsel unerwartet losgelassen, soll zusätzlich eine sogenannte Hill-Hold-Funktion verhindern, dass der Wagen einfach davonrollt.

    Das klingt zunächst nach Marketing.

    Bei einem Transportwagen ergibt eine solche Funktion allerdings tatsächlich sehr viel Sinn.

    Stellt euch einen Bollerwagen mit Getränkekisten auf einem abschüssigen Campingplatz vor.

    Bei einem normalen Wagen muss die gesamte Last mechanisch gehalten werden.

    Beim Aurrino kann die Elektronik einen Teil dieser Arbeit übernehmen.

    Natürlich ersetzt das keinen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wagen. Aber genau hier wird aus einem lustigen Gadget plötzlich ein ziemlich cleveres Transportgerät.

    Rekuperation im Bollerwagen – jetzt wird es endgültig verrückt

    Ja, auch das gibt es.

    Der Aurrino PRIMA arbeitet mit Energierückgewinnung.

    Beim Verzögern beziehungsweise Bremsen kann ein Teil der Bewegungsenergie zurück in die Batterie gespeist werden.

    Natürlich sollte niemand erwarten, dass dadurch plötzlich doppelte Reichweiten entstehen.

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    Rekuperation ist keine Energiequelle.

    Sie kann lediglich einen Teil der Energie zurückgewinnen, die ansonsten beim Verzögern verloren gehen würde.

    Trotzdem gefällt mir der Ansatz.

    Denn Aurrino scheint das Produkt nicht einfach nach dem Prinzip gebaut zu haben:

    Motor dran, Akku dran, fertig.

    Stattdessen versucht man, das gesamte System möglichst effizient zu gestalten.

    Und das ist auch dringend notwendig.

    Denn der Akku ist überraschend klein.

    Nur 84 Wh Akku – und trotzdem bis zu 24 Kilometer?

    Hier wurde ich wirklich skeptisch.

    Der verbaute Akku wird mit lediglich 84,24 Wh angegeben. Konkret nennt Aurrino 3.900 mAh bei 21,6 Volt.

    Zum Vergleich: Viele aktuelle E-Scooter besitzen Akkus zwischen ungefähr 400 und 1.000 Wh.

    Der Aurrino liegt also Welten darunter.

    Trotzdem verspricht der Hersteller eine Reichweite von bis zu 15 Meilen beziehungsweise rund 24 Kilometern.

    Wie soll das funktionieren?

    Die Erklärung ist relativ einfach.

    Der Wagen fährt nicht mit 20 oder 25 km/h und muss keinen Menschen transportieren. Er bewegt sich mit Fußgängergeschwindigkeit und unterstützt lediglich die Bewegung.

    Und auch die Bedingungen für die Reichweitenmessung sind wichtig.

    Aurrino nennt für die 24 Kilometer eine Geschwindigkeit von ungefähr 5,6 km/h, eine Zuladung von etwa 34 Kilogramm, flachen Asphalt und eine Umgebungstemperatur von ungefähr 25 Grad Celsius.

    Damit relativiert sich die spektakuläre Zahl etwas.

    Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm.

    Selbst wenn unter schwierigeren Bedingungen am Ende beispielsweise deutlich weniger herauskommt, dürfte ein solcher Wagen für viele typische Tagesausflüge ausreichend Reichweite bieten.

    Ein Bollerwagen fährt schließlich normalerweise keine 50 Kilometer am Tag.

    USB-C-Laden gehört für mich zu den besten Ideen

    Noch cooler als die reine Akkugröße finde ich das Ladesystem.

    Aurrino nutzt USB-C mit bis zu 140 Watt Ein- und Ausgangsleistung. Der Akku soll dadurch innerhalb von rund 30 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können. Eine vollständige Ladung gibt der Hersteller mit ungefähr 50 Minuten an.

    Das ist richtig clever.

    Gerade für Camper sehe ich darin einen riesigen Vorteil.

    Man benötigt nicht zwangsläufig irgendein exotisches Ladegerät mit proprietärem Stecker, das zu Hause liegen bleibt, während man selbst 1.000 Kilometer entfernt auf einem Campingplatz steht.

    USB-C wird zunehmend zum universellen Stromanschluss.

    Laptop, Smartphone, Powerstation – und jetzt eben Bollerwagen.

    Aurrino erlaubt außerdem das Laden während des Betriebs. Der Hersteller empfiehlt dafür eine Stromquelle mit mindestens 60 Watt.

    Wer ohnehin eine Powerstation beim Camping dabei hat, könnte den Wagen deshalb unterwegs nachladen.

    Und plötzlich sieht dieser winzige Akku gar nicht mehr so problematisch aus.

    Ich persönlich finde diesen Ansatz sogar interessanter als einfach einen riesigen und schweren Akku einzubauen.

    136 Kilogramm Zuladung? Hier muss man genau hinschauen

    Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich besonders wichtig finde.

    In der Werbung tauchen 300 lbs beziehungsweise rund 136 Kilogramm Tragfähigkeit auf.

    Das klingt natürlich fantastisch.

    136 Kilogramm in einen Bollerwagen werfen und gemütlich loslaufen?

    Nicht ganz.

    Auf der Support-Seite wird Aurrino deutlich konkreter.

    Die ungefähr 135 beziehungsweise 136 Kilogramm beziehen sich auf die maximale statische Belastung.

    Für den tatsächlichen Betrieb nennt der Hersteller ungefähr 150 lbs beziehungsweise rund 68 Kilogramm dynamische Last als Referenzwert. Der tatsächliche Wert hängt unter anderem von Geschwindigkeit, Fahrbahnbeschaffenheit und Belastung ab.

    Und genau deshalb lohnt es sich immer, technische Daten genauer zu lesen.

    68 Kilogramm sind trotzdem enorm viel.

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    Ein paar Getränkekisten, Campingstühle, Taschen, Kühlbox, Lebensmittel und Strandzubehör bekommt man damit problemlos zusammen.

    Aber zwischen 68 und 136 Kilogramm liegt eben ein gewaltiger Unterschied.

    Für mich gehört diese Information deshalb klar in eine seriöse Kaufberatung.

    Die wichtigsten technischen Daten

    MerkmalAurrino PRIMA
    Antrieb2 Elektromotoren
    Maximale Motorleistung600 W, 2 × 300 W
    Geschwindigkeitbis ca. 9 km/h
    Akku84,24 Wh
    Akkuspannung21,6 V
    Kapazität3.900 mAh
    Hersteller-Reichweitebis ca. 24 km
    Reichweitentestca. 34 kg Last, 5,6 km/h, ebener Asphalt
    LadenUSB-C, bis 140 W
    0–80 %ca. 30 Minuten
    0–100 %ca. 50 Minuten
    Gewichtca. 19 kg
    Ladevolumenca. 217 Liter
    Maximale statische Lastca. 135–136 kg
    Dynamische Referenzlastca. 68 kg
    Steigfähigkeitbis ca. 20 %
    SteuerungKraftsensor/FIC
    Energierückgewinnungja
    Hill-Holdja
    Automatische Bremsunterstützungja

    Die Daten zeigen ziemlich deutlich, worum es bei diesem Produkt geht.

    Das ist kein kleiner elektrischer Lastenesel für industrielle Anwendungen.

    Der PRIMA bleibt mit ungefähr 19 Kilogramm Eigengewicht noch in einem Bereich, in dem man ihn grundsätzlich in ein Fahrzeug heben und transportieren kann. Gleichzeitig stehen rund 217 Liter Ladevolumen zur Verfügung.

    Und genau diese Kombination könnte für viele Käufer interessant sein.

    Der Campingplatz dürfte das natürliche Revier des PRIMA sein

    Ich sehe mehrere Einsatzgebiete für den Aurrino.

    Aber eines sticht für mich sofort heraus:

    Camping.

    Wer regelmäßig mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, kennt die Lauferei.

    Wasser holen.

    Einkaufen.

    Getränke transportieren.

    Wäsche wegbringen.

    Strandsachen mitnehmen.

    Grillzeug transportieren.

    Lebensmittel vom Campingplatz-Shop holen.

    Hundezeug, Taschen, Stühle, Kühltasche und gefühlt noch zwanzig Dinge gleichzeitig mitnehmen.

    Genau dort könnte so ein elektrischer Bollerwagen genial sein.

    Vor allem auf großen Campingplätzen sind die Wege teilweise überraschend lang.

    Kommt dann noch hügeliges Gelände hinzu, wird ein normaler Bollerwagen schnell anstrengend.

    Der Aurrino löst nicht jedes Problem – aber er nimmt einem einen erheblichen Teil der körperlichen Arbeit ab.

    Und anders als ein E-Scooter oder Fahrrad besitzt er eben eine große Transportfläche.

    Das ist Elektromobilität einmal nicht für die eigene Person, sondern für das Gepäck.

    Familien dürften ebenfalls Gefallen daran finden

    Auch Familien gehören ganz klar zur Zielgruppe.

    Zoo.

    Freizeitpark.

    Ausflug an den See.

    Picknick.

    Fußballplatz.

    Strand.

    Festival.

    Überall dort werden Bollerwagen eingesetzt.

    Ich würde allerdings einen wichtigen Unterschied machen:

    Ein Transportwagen ist nicht automatisch für den Transport von Kindern zugelassen oder konstruiert.

    Nur weil ein Wagen eine hohe Traglast besitzt, bedeutet das nicht, dass Personen darin transportiert werden sollten.

    Wer den PRIMA für Kinder nutzen möchte, sollte deshalb unbedingt prüfen, was Aurrino für das jeweilige Modell ausdrücklich erlaubt.

    Ich würde hier niemals allein aufgrund der Tragfähigkeit irgendwelche Rückschlüsse ziehen.

    Für Gepäck sehe ich dagegen einen ziemlich klaren Einsatzzweck.

    Strand und Sand: All-Terrain bedeutet nicht unaufhaltsam

    Auf der Webseite wird der PRIMA mit breiten Reifen und All-Terrain-Eigenschaften beworben.

    Die Reifen werden mit ungefähr 6,7 × 4,0 Zoll angegeben.

    Das klingt erst einmal nach Strandmaschine.

    Ganz so einfach ist es nicht.

    Aurrino schreibt selbst, dass der Wagen auf vielen Untergründen sowie auf teilweise festem oder feuchtem Sand eingesetzt werden kann.

    Bei sehr trockenem, tiefem Sand oder lockerem Schnee kann die Funktion bei höherer Zuladung dagegen eingeschränkt sein.

    Das ist nachvollziehbar.

    Wer schon einmal versucht hat, einen schweren Wagen durch tiefen Strandsand zu ziehen, weiß, welche Kräfte dort erforderlich sind.

    600 Watt können die Physik nicht abschaffen.

    Trotzdem dürfte die elektrische Unterstützung selbst dann angenehmer sein als ein komplett unmotorisierter Bollerwagen.

    Vorsicht mit Wasser trotz IP55-Werbung

    Auch beim Thema Wasser sollte man genauer hinsehen.

    Aurrino bewirbt die Antriebseinheiten beziehungsweise Räder mit IP55.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass man den kompletten Wagen problemlos durch Wasser ziehen sollte.

    Der Hersteller weist auf seiner Support-Seite ausdrücklich darauf hin, dass insbesondere die Batterie nicht als wasserdicht ausgeführt ist.

    Kurzes Durchfahren sehr flacher Wasserstellen soll möglich sein, Aurrino empfiehlt dabei weniger als ungefähr fünf Zentimeter Wassertiefe. Korrosive Flüssigkeiten beziehungsweise Salzwasser sollte man vermeiden.

    Gerade beim Strandurlaub ist das wichtig.

    Salzwasser und Elektronik sind generell keine besonders harmonische Kombination.

    Zubehör macht aus dem Wagen fast eine mobile Basisstation

    Interessant wird das Konzept auch durch das Zubehör.

    Aurrino bietet unter anderem ein faltbares Dach, einen faltbaren Tisch, Gepäcknetz beziehungsweise Befestigungsmöglichkeiten sowie passende USB-C-Ladetechnik an.

    Dadurch wird aus dem Transportwagen fast eine kleine mobile Campingstation.

    Und genau solche Produkte finde ich persönlich spannend.

    Nicht weil sie unbedingt notwendig sind.

    Sondern weil sie eine normale Tätigkeit plötzlich deutlich komfortabler machen können.

    Ein faltbarer Tisch am Bollerwagen klingt vielleicht zunächst lächerlich.

    Am See, beim Camping oder Festival kann das plötzlich ziemlich praktisch sein.

    Powerstation rein, Getränke rein, Kühlbox rein, Dach drauf – und los.

    Ja, das ist Luxus.

    Aber ein ziemlich sympathischer.

    Weitere spannende Gadgets, Elektromobilitäts-Angebote und aktuelle Rabattaktionen sammeln wir übrigens regelmäßig hier:

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    Darf man mit einem elektrischen Bollerwagen einfach überall laufen?

    Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich bei solchen Produkten niemals ignorieren würde: die Rechtslage.

    Denn nur weil etwas aussieht wie ein Bollerwagen, bedeutet das nicht automatisch, dass ein motorisiertes Modell rechtlich genauso behandelt wird.

    Nach § 16 StVZO gelten bestimmte nicht motorbetriebene oder mit Hilfsantrieb ausgestattete ähnliche Fortbewegungsmittel bei einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h nicht als Fahrzeuge im Sinne der StVZO.

    Der PRIMA wird vom Hersteller allerdings mit bis zu 9 km/h angegeben.

    Damit würde ich persönlich keinesfalls automatisch behaupten: Das Ding kann ohne Weiteres wie ein gewöhnlicher Bollerwagen im gesamten öffentlichen Verkehrsraum eingesetzt werden.

    Hinzu kommt, dass die deutsche Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung für entsprechende Fahrzeuge oberhalb von 6 km/h konkrete Anforderungen vorsieht. Dazu gehören unter anderem technische Vorgaben und eine Betriebserlaubnis.

    Der Aurrino ist jedoch kein klassischer E-Scooter, sondern ein fußgängergeführter Transportwagen. Genau deshalb sollte die rechtliche Einstufung im konkreten Fall geklärt werden.

    Auch europäische Zertifizierungen oder eine CE-Kennzeichnung sind nicht automatisch dasselbe wie eine deutsche Allgemeine Betriebserlaubnis. Das Bundesverkehrsministerium weist beispielsweise bei Elektrokleinstfahrzeugen ausdrücklich darauf hin, dass eine EG-Konformitätserklärung eine Betriebserlaubnis nicht ersetzt.

    Für Privatgrundstücke, Campingplätze oder andere nicht öffentliche Bereiche stellt sich die Situation natürlich anders dar.

    Aber wer den Wagen regelmäßig auf öffentlichen Gehwegen und Straßen in Deutschland einsetzen möchte, sollte sich vor dem Kauf genau informieren.

    Das klingt vielleicht unsexy.

    Aber genau solche Fragen gehören bei ungewöhnlicher Elektromobilität dazu.

    Und dann ist da noch der Preis

    Der aktuelle PRIMA Utility Electric Wagon wird im offiziellen Aurrino-Shop zum Zeitpunkt meiner Recherche für 599 US-Dollar statt regulär 899 US-Dollar angeboten.

    Für einen Bollerwagen sind rund 600 Dollar natürlich eine Ansage.

    Man bekommt normale faltbare Bollerwagen teilweise für einen Bruchteil davon.

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    Aber dieser Vergleich ist auch etwas unfair.

    Der Aurrino besitzt zwei Elektromotoren, Akku, Controller, Kraftsensoren, Energierückgewinnung, elektronische Bremsfunktionen und Schnellladung.

    Die interessantere Frage lautet deshalb:

    Ist mir der Komfort diesen Aufpreis wert?

    Und darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.

    Wer seinen Bollerwagen zweimal im Jahr zum Festival benutzt, braucht vermutlich keinen elektrischen PRIMA.

    Wer dagegen regelmäßig campen geht, schwere Dinge transportiert, lange Strecken läuft oder auf hügeligem Gelände unterwegs ist, könnte den Mehrwert viel schneller erkennen.

    Genau wie bei E-Bikes.

    Niemand braucht zwingend einen Elektromotor am Fahrrad.

    Aber wer einmal mit einem guten E-Bike jeden Tag 20 Kilometer pendelt, betrachtet diese Diskussion irgendwann etwas anders.

    Wo ich beim Aurrino trotzdem skeptisch bin

    So begeistert ich die Idee finde – ein paar Fragezeichen bleiben.

    Das erste betrifft die Langzeitqualität.

    Motoren, Kraftsensoren, Steuergerät, Akku und Klappmechanismus machen aus einem simplen Bollerwagen ein ziemlich komplexes Produkt.

    Ein klassischer Bollerwagen kann mechanisch fast ewig funktionieren.

    Bei einem intelligenten Elektro-Wagen gibt es deutlich mehr Komponenten, die irgendwann Probleme verursachen können.

    Aurrino gibt für direkt über den eigenen Shop gekaufte Produkte eine eingeschränkte Garantie. Elektronische Komponenten wie Motor, Controller, Sensor und Akku werden laut aktueller Garantieübersicht grundsätzlich ein Jahr abgedeckt; für Strukturteile gelten längere Fristen.

    Für mich wäre deshalb interessant, wie gut die Ersatzteilversorgung nach einigen Jahren funktioniert.

    Kann ich einen Motor einzeln bestellen?

    Kann der Kraftsensor ersetzt werden?

    Wie lange bleibt der Akku erhältlich?

    Wie gut ist der europäische Kundendienst?

    Das sind Fragen, die sich bei einem komplett neuen Produktkonzept häufig erst nach einigen Jahren beantworten lassen.

    Der kleine Akku ist gleichzeitig Stärke und Schwäche

    Auch der 84-Wh-Akku bleibt für mich ein zweischneidiges Schwert.

    Ich finde die Idee grundsätzlich genial.

    Der Akku ist klein, leicht und unglaublich schnell wieder geladen.

    Aber wer den Wagen permanent schwer beladen über Steigungen bewegt, wird natürlich wesentlich mehr Energie benötigen als bei der offiziellen Reichweitenmessung mit rund 34 Kilogramm Zuladung auf ebenem Asphalt.

    24 Kilometer sollte man deshalb nicht als Garantie betrachten.

    Ich würde die Zahl genauso behandeln wie Reichweitenangaben bei E-Scootern:

    Sie zeigt, was unter definierten Bedingungen möglich ist.

    Wie weit man persönlich kommt, hängt vom tatsächlichen Einsatz ab.

    Warum mich der PRIMA trotzdem begeistert

    Trotz dieser Kritik muss ich sagen:

    Ich finde das Ding ziemlich genial.

    Nicht weil wir unbedingt einen motorisierten Bollerwagen gebraucht hätten.

    Sondern weil der PRIMA zeigt, wie breit Elektromobilität mittlerweile gedacht werden kann.

    Elektromobilität bedeutet eben nicht nur Tesla, E-Scooter oder E-Bike.

    Manchmal besteht die sinnvollste Anwendung eines Elektromotors darin, einem Menschen 50 Kilogramm Campingausrüstung abzunehmen.

    Und genau darin sehe ich die Stärke dieses Produktes.

    Der Aurrino versucht nicht, ein vollkommen neues Bedürfnis zu erfinden.

    Menschen benutzen bereits Bollerwagen.

    Aurrino versucht lediglich, einen der größten Nachteile dieser Wagen zu beseitigen:

    Man muss sie ziehen.

    Das ist für mich Produktentwicklung, die ich grundsätzlich spannend finde.

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    Für wen lohnt sich der Aurrino PRIMA 2.0?

    Ich sehe vor allem fünf Gruppen, für die das Konzept interessant sein könnte.

    Camper dürften vermutlich am meisten davon profitieren. Auf großen Campingplätzen werden ständig Dinge transportiert und die elektrische Unterstützung kann dort tatsächlich einen praktischen Nutzen haben.

    Familien bekommen einen komfortablen Transportwagen für Gepäck bei längeren Ausflügen.

    Festivalbesucher können schwere Ausrüstung über längere Strecken bewegen – wobei tiefer Schlamm und extrem schwieriges Gelände natürlich auch für einen elektrischen Bollerwagen Grenzen setzen.

    Garten- und Grundstücksbesitzer könnten Erde, Getränke, Werkzeuge oder andere Gegenstände transportieren.

    Und schließlich gibt es natürlich noch die Technikfans.

    Menschen wie mich.

    Menschen, die einen elektrischen Bollerwagen sehen und sofort denken:

    Okay. Ich möchte damit spielen.

    Und vielleicht ist das vollkommen legitim.

    Nicht jedes Produkt muss unser Leben revolutionieren.

    Manchmal reicht es, wenn Technik einfach Spaß macht und gleichzeitig praktisch ist.

    Ist das also das coolste Gadget des Jahres?

    Vielleicht.

    Zumindest gehört der Aurrino PRIMA für mich zu den ungewöhnlichsten Elektromobilitätsprodukten, die ich in diesem Jahr gesehen habe.

    Ein faltbarer Elektro-Bollerwagen mit 600 Watt Maximalleistung, intelligenter Kraftsensor-Steuerung, Berganfahrhilfe, Bergabkontrolle, automatischer Bremsung, Rekuperation und 140-Watt-USB-C-Laden klingt fast wie eine Parodie auf moderne Elektromobilität.

    Aber irgendwie ergibt das alles erstaunlich viel Sinn.

    Und genau deshalb finde ich den PRIMA so charmant.

    Natürlich gibt es offene Fragen.

    Der Preis ist hoch.

    Die dynamische Zuladung muss realistischer betrachtet werden als die große 136-kg-Marketingzahl.

    Tiefer Sand bleibt schwierig.

    Der kleine Akku hat Grenzen.

    Und insbesondere die Nutzung im öffentlichen Verkehrsraum in Deutschland sollte vor dem Kauf sauber geklärt werden.

    Trotzdem bleibt mein Eindruck:

    Ich will so ein Ding ausprobieren.

    Denn wenn ein elektrischer Bollerwagen irgendwann tatsächlich genauso selbstverständlich wird wie ein E-Bike, werde ich mich vermutlich an dieses Produkt erinnern.

    Vielleicht lachen wir in fünf Jahren darüber, dass wir unsere schweren Bollerwagen einmal komplett mit Muskelkraft durch den Campingplatz gezogen haben.

    Oder der elektrische Bollerwagen bleibt ein kurioses Luxus-Gadget für Technikfans.

    Beides ist möglich.

    Aber langweilig ist der Aurrino PRIMA definitiv nicht.

    Und allein dafür bekommt er von mir schon einige Sympathiepunkte.

    Wenn wir den PRIMA ausführlich testen, würde mich vor allem eines interessieren: Wie natürlich arbeitet diese Kraftsensorsteuerung wirklich?

    Denn 600 Watt kann jeder auf eine Verpackung drucken.

    Ob ein Produkt wirklich gut ist, entscheidet sich am Ende nicht auf dem Datenblatt.

    Es entscheidet sich daran, wie es sich im Alltag anfühlt.

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